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Mutlosigkeit ist in Deutschland ein verbreitetes Phänomen geworden, das lange vor Hartz IV und den Folgen der Globalisierung sichtbar wurde. Ihr können unbewußte vagabundierende Ängste zugrunde liegen, die von unverarbeiteten Kriegserlebnisssen herrühren. Leid und Schuld wurden nicht ausreichend betrauert. Das führte zu Irritationen, die bis in die heutige Jugendgeneration weitergegeben werden. Die unbewußten Existenzängste der Deutschen in Ost und West wurden lange durch eine kostspielige Staatsfürsorge - im Westen übrigens ebenso wie in der DDR - in Schach gehalten. Wie stark das politische…mehr

Produktbeschreibung
Mutlosigkeit ist in Deutschland ein verbreitetes Phänomen geworden, das lange vor Hartz IV und den Folgen der Globalisierung sichtbar wurde. Ihr können unbewußte vagabundierende Ängste zugrunde liegen, die von unverarbeiteten Kriegserlebnisssen herrühren. Leid und Schuld wurden nicht ausreichend betrauert.
Das führte zu Irritationen, die bis in die heutige Jugendgeneration weitergegeben werden. Die unbewußten Existenzängste der Deutschen in Ost und West wurden lange durch eine kostspielige Staatsfürsorge - im Westen übrigens ebenso wie in der DDR - in Schach gehalten. Wie stark das politische Handeln der Eliten, aber auch vor allem ihr Unterlassen, ihre Furcht vor einschneidenden Reformen auf die Verluste als Kriegskinder zurückzuführen sind, ist uns nicht bewußt. Ihre Kriegserfahrungen haben die meisten kleingeredet. Wie sehr ihnen "das bißchen Krieg" in den Knochen steckte, haben sie erst im Alter gemerkt.
Die kollektiven Ängste aus der Vergangenheit sind eine Last für unsere Zukunft. Dennoch: Wir könnten eine Menge tun, um die German Angst zu überwinden.
  • Produktdetails
  • Verlag: Klett-Cotta
  • Seitenzahl: 287
  • Erscheinungstermin: August 2006
  • Deutsch
  • Abmessung: 27mm x 134mm x 210mm
  • Gewicht: 420g
  • ISBN-13: 9783608944259
  • ISBN-10: 3608944257
  • Artikelnr.: 20855237
Autorenporträt
Sabine Bode, geboren 1947, war Redakteurin beim Kölner Stadt-Anzeiger. Seit 1977 lebt sie als freie Journalistin und Autorin in Köln und arbeitet überwiegend für die Kulturredaktionen des Hörfunks des WDR und NDR.
Inhaltsangabe
Vorwort und Dank ERSTES KAPITEL: Wie lang sind die Schatten? Ein Nachkriegsspiel Langweilige Stille der Nachkriegsjahre Zerstörung macht Spaß "Die Deutsche Krankheit". Warum verkauft sich Angst so gut? Es fehlt die Tiefenschärfe Allgemeine Sprachlosigkeit "Hitler war ja Westdeutscher". Welche Denkmuster müssen wir auflösen? Wer ist gut davongekommen? Die Schlüsselrolle der Kriegskinder Das Leid fruchtbar machen Aus Ratlosigkeit wird Hoffnungslosigkeit ZWEITES KAPITEL: "Nie wieder ..." und die Angst vor dem Nichts Werden meine Kinder genug zu essen haben? Endlich im Schlafanzug zu Bett gehen! Kein Trauerverbot - aber eine Selbstzensur Die Büchse der Pandora "Endlich hat mal jemand davon angefangen ..." Wenn nichts mehr so ist, wie es einmal war Millionen Menschen litten unter Kriegsfolgen Das gute Beispiel von Dresden Unbewußte Prägungen Tüchtig, unauffällig und "emotional gebremst" Die Kohl-Ära führte in den Reformstau Lachende Franzosen: die Deutschen als Angsthasen Hans Koschnick und die Kriege Statt Familiengeschichten nur dunkle Andeutungen Große Aufregung über "Heuschrecken" Ein pessimistischer Grundzug mit Tradition DRITTES KAPITEL: Zwischen Rentenillusion und Panikmache Eine schlecht gelaunte Sprache Steinbrück und die etwas andere Sozialisation Was war für die Bundesrepublik identitätsstiftend? Ohne Psychologie nicht zu erklären "Man kann ja doch nichts machen ..." Eine Sanierung, die zu spät kommt, wird teuer Norbert Blüm: "Eine Mentalitätskrise" "Christian von der Post" kämpfte Neid und Intrigen in der eigenen Partei Es fehlte ein Machtwort VIERTES KAPITEL: Kinder des Krieges in Zeiten des Friedens Was die Gewalt lehrt Moral statt Nüchternheit. Zeitgeschehen, das Biographien prägt Das Trauma einer Familie "Im Graben des Überlebens" Angst, die Kindern eingeredet wurde Blümchen auf Panzer Die skeptische Generation Eine ausgeschlagene Erbschaft Dieter Wellershoff und die Freiheit Ein einfühlsamer älterer BruderDer Tod der Mutter FÜNFTES KAPITEL: Die verletzten Idealisten Kriegsängste und ideologischer Kampf Kein Blut für Öl Bloß keine Psychologie! Die Katastrophen und die Kriegerin Vorbild Albert Schweitzer 1968 - in eigener Sache Verbotene Partys. Die Kinder waren Schulversager Unruhige Studenten Schluß mit dem braunen Geist! SECHSTES KAPITEL: Der Blick von außen Die Angst vor Liebe und vor Frieden Wenn endlich alles gut wird, kommt der Teufel Der Wiedervereinigung folgte die Depression Kornblum - ein kenntnisreicher Ausländer. "Das Vergangene ist nicht tot ..." Deutschlands Problem heute: von Freunden umgeben Warten auf den Mißerfolg Das Gift des Mißtrauens SIEBTES KAPITEL: Der Blick nach innen Darauf warten, daß etwas schief geht Der verdächtige Kuchen vom Kindergeburtstag Kleine Kinder merken nichts? Grausame Märchen wurden umgeschrieben Partnerersatz für die Mutter Was Generationen erben können Hoffnungssignal Währungsreform Das Drama der Erziehung Verständnis für elterliche Gewalt ACHTES KAPITEL: Können Vaterlose führen? Am Grab eines Fremden Eine Schockreaktion auf Panzer "Vati kommt nie mehr zurück" Die Sehnsucht nach einem vergessenen Helden Peter Härtling, der große Bruder Blinde Flecken in der Psychotherapie. Die Heimkehrer: deprimiert und kriegsversehrt Von der Vaterlosigkeit zur Kinderlosigkeit Der Faktor Zukunftsangst Schwierige Ehen Ein Buch über mutige Eltern. Der Vater wanderte aus NEUNTES KAPITEL: Der vergiftete Boden Kinder als Zeugen von Gewalt Mißtrauen gegenüber den eigenen Landsleuten Reflexe des Unbehagens auf deutsche Symbole "Sei bereit, dein Land zu verlassen" Die jungen "Unverkrampften" Die blinden Flecken der Mitscherlichs Konfrontation mit einem grauen Land Die jüdische Herkunft störte. Keine echte Empathie für die Überlebenden "Suchte die Revolution ein gutes Ende?" Schuldgefühle - in eigener Sache Das Ende der Verdrängun
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Ausgesprochen übertrieben findet Rezensent Hans-Martin Lohmann die Grundthese dieser Publikation, die besagt, dass in Deutschland eine "massive Grundbefindlichkeit" namens Angst zu verzeichnen ist. Basis dieser Erkenntnisse sind Lohmann zufolge Interviews mit bekannten Personen aus Kultur, Wirtschaft und Politik - ältere Jahrgänge zumeist. Die sagen scheinbar manch Nachdenkenswertes. Zur Theorie reicht es dem Rezensenten nicht, der sich zudem ausgesprochen schwer mit dem pathetischen Timbre dieses seiner Meinung nach zudem recht oberflächlich argumentierenden Werkes tut.

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