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Ausgabe 2018. Für die vorliegende Ausgabe zum zehnjährigen Jubiläum wurden Print- und E-Book-Fassung von "Deutschland Schwarz Weiß" von der Autorin umfänglich überarbeitet und ergänzt. Inhalt: In der Schule lernen wir, dass alle Menschen gleich seien. Gleichzeitig lernen wir jedoch "Grundwissen", das noch aus der Kolonialzeit stammt. In deutlicher Sprache und mit tiefgründigem Humor entlarvt die bekannte Künstlerin und Aktivistin Noah Sow den Alltagsrassismus, der uns in Deutschland täglich begegnet. So zeigt sie etwa, wie selbst die UNICEF-Werbung sich rassistischer Klischees bedient, und…mehr

Produktbeschreibung
Ausgabe 2018. Für die vorliegende Ausgabe zum zehnjährigen Jubiläum wurden Print- und E-Book-Fassung von "Deutschland Schwarz Weiß" von der Autorin umfänglich überarbeitet und ergänzt.
Inhalt: In der Schule lernen wir, dass alle Menschen gleich seien. Gleichzeitig lernen wir jedoch "Grundwissen", das noch aus der Kolonialzeit stammt. In deutlicher Sprache und mit tiefgründigem Humor entlarvt die bekannte Künstlerin und Aktivistin Noah Sow den Alltagsrassismus, der uns in Deutschland täglich begegnet. So zeigt sie etwa, wie selbst die UNICEF-Werbung sich rassistischer Klischees bedient, und warum es schlimmer ist, "Die weiße Massai" zu Ende zu lesen, als nicht zur Lichterkette zu gehen.
Rassismus zu bekämpfen heißt zunächst einmal, ihn zu verstehen. Dieser Prozess wird auch für Angehörige der Mehrheitsgesellschaft nicht ganz schmerzfrei vonstattengehen können. Aber wie nicht zuletzt Noah Sows Buch deutlich macht: lohnen wird es sich allemal, und zwar für alle.
"Deutschland SchwarzWeiß" wurde seit seiner Erstauflage 2008 im C. Bertelsmann Verlag zu einem Standardwerk für die Lehre und Diskussion über strukturellen Rassismus in Deutschland und hat bis heute nichts an seiner Aktualität eingebüßt. Es folgten zahlreiche weitere Auflagen sowie eine Audiofassung.
  • Produktdetails
  • Verlag: Books On Demand
  • Seitenzahl: 344
  • Erscheinungstermin: 15. Februar 2018
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 136mm x 24mm
  • Gewicht: 466g
  • ISBN-13: 9783746006819
  • ISBN-10: 3746006813
  • Artikelnr.: 51028691
Autorenporträt
Sow, Noah
Noah Sow, in Bayern geboren und aufgewachsen, ist Künstlerin, Musikerin, Autorin, Produzentin, Theoretikerin und Aktivistin. Ihre Schwerpunkte sind Kunst, kritische Medienanalyse, Normalitätskonstruktionen sowie Ökonomien und Praxen von Rassismusbekämpfung. Sie hält weltweit Lesungen, Vorlesungen und Vorträge. Als Musikerin und Produzentin betätigt sie sich seit über zwei Jahrzehnten weltweit und veröffentlicht auf ihrem eigenen Plattenlabel Jeanne Dark Records. 2001 gründete die Wahlhamburgerin Deutschlands erste Schwarze media-watch-Organisation, der braune mob. Vielen ist Noah Sow bekannt durch ihre langjährigen Personality-Sendungen bei WDR Einslive, HR3, SWF3, Radio Fritz und YouFm sowie durch zahlreiche Aktivitäten im Fernsehen. Internetpräsenz: www.noahsow.de
Rezensionen
Besprechung von 10.07.2008
Schwierige Umwertung

Was Menschen dunkler Hautfarbe angeht, ist es längst und mit gutem Grund verpönt, von einem "Neger" zu sprechen. Unseren Kindern singen wir schon lange nicht mehr die "Zehn kleinen Negerlein" vor; in Bus und S-Bahn fahren wir - wenn überhaupt - nicht mehr "schwarz", sondern "ohne Ticket", und natürlich haben wir uns längst abgewöhnt "schwarz"zusehen, sondern blicken nur skeptisch. Und doch sind wir - so meint Noah Sow - alle eigentlich noch immer Rassisten, auch wenn wir uns heftig dagegen verwahren. Rassistische Stereotype begleiten uns von Kindheit an: Wir haben Angst vor dem "schwarzen Mann", wir sollen beizeiten zu Hause sein, weil uns im Dunkeln Gefahren drohen; unsere Medien und Wohltätigkeitsorganisationen werben oder wecken Interesse gleich durch einen ersten Blick auf dunkelhäutige Menschen, die per se unterprivilegiert sind, in Armut leben, aus der sie nicht allein herauskommen. Die Autorin und ein Teil ihrer Vorfahren stammen aus Bayern. Wie soll man sie nennen, ohne rassistisch zu formulieren: Afrodeutsche, dunkelhäutige Deutsche, nicht ganz so weiße Hautfarbe wie viele Deutsche? Frau Sow bringt zahllose Fälle von gewollter oder ungewollter Diskriminierung fremd aussehender Menschen aus dem Alltag. In sieben Kapiteln wechselt sie ständig von einem fast wissenschaftlichen Diskurs in eine aggressive, auch ins Ordinäre gehende Sprache, was die gute Absicht oft genug konterkariert. Manchmal hat der Leser das Gefühl, vor einer Umwertung aller Werte, zumindest vertrauter Traditionen zu stehen. Müssen wir, um nicht mehr Rassisten zu sein, die ganze Romantik mit ihrer Vorliebe für das Düstere und Geheimnisvolle der Nacht über Bord werfen, sofort die Assoziation von schwarz mit böse, gefährlich, niedrig, minderbegabt streichen? Ein notwendiges, ein schwieriges Buch. "Wir wissen", schreibt Frau Sow, "dass ,Rasse' eine rassistische Erfindung ist und nicht etwas, das tatsächlich existiert." (Noah Sow: Deutschland Schwarz Weiß. Der alltägliche Rassismus. C. Bertelsmann Verlag, München 2008. 320 S., 14,95 [Euro].)

DIRK KLOSE

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"Als Schwarze Deutsche bin ich automatisch politisch, sobald ich das Haus verlasse." Noah Sow

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Die Rezensentin Brigitte Fehrle ist "ärgerlich" über dieses Buch von Noah Sow: weil es eine Atmosphäre wie im "Bootcamp" und dementsprechend fast zwangsläufig eine Reaktion der "Abwehr" bei der wohl vorwiegend weißen Leserschaft erzeugt, wie sie glaubt. Egal, wie man sich konkret verhält - man ist und bleibt Rassist. Das ist jedenfalls das Fazit, das Fehrle aus der Lektüre zieht. Das Thema des Alltagsrassismus ist aber ihrer Meinung nach zu wichtig, um es als Reflexgeleitetheit abzustempeln. Trotz dieser harschen Kritik hat das Buch für die Rezensentin auch lesenswerte Seiten: Immer dann, wenn Sow von konkreten Erfahrungen berichtet und "subjektiv bleibt", sei es "stark".

© Perlentaucher Medien GmbH