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In Bibliophiles and Bibliothieves, Opritsa Popa has documented what might justifiably be described as the most celebrated case of looting of two German cultural treasures by a member of the U.S. Army at the end of World War II and their subsequent odyssey across both an ocean and a continent: the pilfering from a cellar in Bad Wildungen of the ninth-century Liber Sapientiae, containing the two leaves of the oldest extant German heroic poem, the Old High German Hildebrandslied, along with the fourteenth-century illuminated Willehalm codex, both of which had been removed from the State Library in Kassel for protection from bombing raids.…mehr

Produktbeschreibung
In Bibliophiles and Bibliothieves, Opritsa Popa has documented what might justifiably be described as the most celebrated case of looting of two German cultural treasures by a member of the U.S. Army at the end of World War II and their subsequent odyssey across both an ocean and a continent: the pilfering from a cellar in Bad Wildungen of the ninth-century Liber Sapientiae, containing the two leaves of the oldest extant German heroic poem, the Old High German Hildebrandslied, along with the fourteenth-century illuminated Willehalm codex, both of which had been removed from the State Library in Kassel for protection from bombing raids.
  • Produktdetails
  • Schriften zum Kulturgüterschutz
  • Verlag: De Gruyter
  • Reprint 2015
  • Seitenzahl: 265
  • Erscheinungstermin: 23. Oktober 2003
  • Deutsch, Englisch
  • Abmessung: 236mm x 160mm x 21mm
  • Gewicht: 525g
  • ISBN-13: 9783110177305
  • ISBN-10: 3110177307
  • Artikelnr.: 12249500
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 26.01.2004

Für ein paar Dollar mehr
Opritsa D. Popas Studie über den Diebstahl des Hildebrandliedes

Gegenstand des vorliegenden Buchs ist der Diebstahl des Hildebrandliedes sowie der Willehalm-Handschrift im April 1945 und der lange Weg ihrer Wiederbeschaffung. Während die Prachthandschrift des Willehalm-Epos zu den Spitzenprodukten deutscher Buchmalerei des vierzehnten Jahrhunderts zählt, ist das Hildebrandlied, das älteste germanische Heldenlied in deutscher Sprache, der Beginn der deutschen Dichtung und eines der wichtigsten Zeugnisse der älteren Weltliteratur. Beide Handschriften, Eigentum der Landesbibliothek Kassel, wurden vor den Bombenangriffen auf Kassel in das ruhigere Bad Wildungen ausgelagert und nach dem Einmarsch der amerikanischen Truppen gestohlen.

Wer von diesem Werk eine reißerische Darstellung erwartet, der wird bitter enttäuscht. Ebenso derjenige, der eine typisch wissenschaftliche Arbeit, mit trockener Auflistung der Fakten und einer einschläfernden Fülle von Fußnoten erwartet. Es ist auch keineswegs nur als Lektüre für diejenigen bestimmt, die Germanistik studiert haben oder sich für deutsche Literatur des Mittelalters interessieren. Die Autorin hatte in jahrelangen Studien unter anderem das unveröffentlichte Aktenmaterial der Landesbibliothek und das von Ardelia Hall, der mit der Rückführung von Diebesgut beauftragten Mitarbeiterin des Außenministeriums, im Detail ausgewertet. Opritsa D. Popa hatte die seltene Gelegenheit der Akteneinsicht und damit einen faszinierenden Blick auf die tatsächlichen Vorgänge, die nie in Pressemitteilungen oder in Reden von Politikern auftauchen. In diesem Sinn ist dieses Buch auch ein Lehrstück über Lüge und Wahrheit.

Anders als bei fast allen geschichtswissenschaftlichen Abhandlungen und Lehrbüchern hat die Autorin die glückliche Fähigkeit, bei gleichzeitig an Perfektionismus grenzender Gründlichkeit der Recherchen, in einer oft poetischen Sprache Geschichte lebendig und bunt darzustellen. So wird Geschichte interessant. Eingewebt in den Strang des Geschehens sind feinsinnige Skizzen der Bedeutung des Klosters Fulda, des Entstehungsortes der Handschrift und - zusammen mit Lorsch - der Pflanzstätte der Kultur Deutschlands im neunten und zehnten Jahrhundert, des Untergangs von Kassel und seiner Menschen in den Feuerstürmen der Bombardierungen und schließlich auch der amerikanischen Bibliophilen-Szene.

Nur ein relativ kleiner Teil des Werkes ist dem nackten Verlauf der Ereignisse gewidmet, denn dessen Darstellung ist nur ein Ziel dieses Werkes unter mehreren. Wir erfahren überdies viele Details von den unkontrollierten Plünderungen deutschen Kulturgutes durch amerikanische Soldaten bis in die höchsten militärischen Ränge, wir bekommen sensible kleine Studien führender Persönlichkeiten des Kunsthandels in den Vereinigten Staaten vorgestellt, tauchen tief ein in die Atmosphäre manischer Bibliophilie und erfahren im Detail den Stil, der beim Verkauf der "Sahnehäubchen" dort wie hier gepflegt wurde und wird.

Popa hat ihr Werk zu Recht Ardelia Hall, Edgar Breitenbach und anderen gewidmet, die sich für die Verhinderungen von Plünderungen, für die Sicherstellung und die Rückgabe von Diebesgut eingesetzt haben. Um so bemerkenswerter war diese Leistung, als manche dieser Personen durch ihre jüdische Herkunft gerade im besonderen Maß, etwa in der Reichskristallnacht, die Zerstörungen jüdischen, kulturellen Erbes erfahren mußten.

Wir erfahren im Detail von dem Konflikt zwischen dem Militär und ihren Gegenspielern, den "Monument Men" ("The Monuments, Fine Arts & Archives"), einer Organisation, die ab dem Juni 1943 auf Veranlassung der zwei einflußreichsten amerikanischen Kulturorganisationen durch Präsident Roosevelt gegründet worden war und deren Mitglieder von der "American Commission for the Protection and Salvage of Artistic and Historic Monuments in War Areas" ausgewählt worden waren.

Diese Gründung war Ausdruck des amerikanischen Selbstverständnisses, des Glaubens, daß "the United States was fighting to preserve the very symbols created by the genius of mankind". Unterstützt wurde diese Organisation von einer Serie von Gesetzen, die die Illegalität des Plünderns feststellte und heute noch die rechtliche Grundlage für die Rückforderung deutschen Kulturgutes bildet. Bekannteste Einrichtung waren die "Central Art Collecting Points", deren Aufgabe die Sicherstellung jeglichen, gerade auch des durch die Nationalsozialisten geraubten Kulturgutes und die Rückgabe an die Eigentümer war. Andererseits wird auch klar, welche geringe Bedeutung Washington diesen "Monument Men" beimaß. Man stellte nur 187 Mitarbeiter für den gesamten europäischen Kriegsschauplatz zur Verfügung: Personen ohne Macht, ohne Transportmittel und ohne Reparaturmaterial, die mitten in Gefechten die Feldkommandeure beraten sollten, ob ein Schloß oder eine Kirche zerschossen werden kann oder nicht.

Auch die Aufgabe der Zollbehörden, auf die Einfuhr von Raubgut zu achten, war unmöglich angesichts der von der Regierung verweigerten Personalaufstockung und der Verpflichtung, erst bei einem Wert ab fünftausend Dollar den Ursprung von Beutegut zu überprüfen - und das 1945! Übrigens, das Hildebrandlied wurde für tausend und die "Willehalm"-Handschrift für sechstausend Dollar verkauft. Um so höher ist das Verdienst gerade dieser wenigen Personen bei der Rückführung von gestohlenem Kulturgut in vielen Fällen und durch das berühmte Wiesbadener Manifest, das 1945 die Amerikaner davor bewahrte, ähnlich wie die Nationalsozialisten oder die Sowjets von Staats wegen die wichtigsten Gemälde Deutschlands als Beute in die Vereinigten Staaten zu schaffen.

Popa gelingt es auch, den vollen Namen des Diebes, eines Offiziers, und die Verkaufsakten zu ermitteln und die noch bis vor 1972 betriebene Verschleierungspolitik der Firma Rosenbach zu enttarnen. Immerhin geht aus den Akten hervor, daß die Handschriften beim Verkauf als Kriegsbeute bezeichnet worden sind. Mehr als nur nachdenklich stimmt auch, daß der Seniorpartner der Firma, Dr. Rosenbach, zur Kommission gehörte, die die "Monument Men" auswählte. So bleibt nur noch zu ermitteln, welche bestimmte Person sich hinter dem Namen des Diebes verbirgt! Dabei werden die Handzüge eines dreiseitigen Briefes des Diebes bestimmt gute Dienste leisten.

Auch heute fehlen noch viele erstrangige Kulturgüter, die Kriegsbeute geworden sind. Unter ihnen befindet sich das berühmte Hardehäuser Evangeliar der Landesbibliothek Kassel, ein Spitzenprodukt romanischer Buchmalerei, zeitgleich mit dem Evangeliar Heinrichs des Löwen in Helmarshausen entstanden.

KONRAD WIEDEMANN

Opritsa D. Popa: "Bibliophiles and Bibliothieves". The Search for the Hildebrandlied and the Willehalm Codex". Verlag de Gruyter, Berlin / New York 2003. XVI, 265 S., zahlr. Ill., geb., 58,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Anders als bei fast allen geschichtswissenschaftlichen Abhandlungen und Lehrbüchern hat die Autorin die glückliche Fähigkeit, bei gleichzeitig an Perfektionismus grenzender Gründlichkeit der Recherchen, in einer oft poetischen Sprache Geschichte lebendig und bunt darzustellen." Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Frau Popa gelingt es, ein komplexes Thema in einem herrlich idiomatischen Englisch, leicht verständlich und facettenreich, dabei nicht nur absolut kenntnisreich, sondern auch spannend, stets zu beherrschen." Axel Halle in: Bibliothek 3/2004

"[...] besteht das große Verdienst der Verfasserin darin, sich ihrerseits noch einmal auf die Spur des großen Unbekannten gemacht, diesen identifiziert und damit auch das letzte Rätsel dieses Kulturerbe-Krimis, nämlich die Identität des ursprünglichen Manuskriptdiebes, gelöst zu haben." N. Ruge in: Bulletin Codiclogique, 172005

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Konrad Wiedemann ist angesichts dieses Buches von Opritsa D. Popa über den Diebstahl zweier mittelalterlichen Handschriften 1945 und ihrer langwierigen Wiederbeschaffung voll des Lobes. Weder reißerisch noch nach bewährt trockener Manier wissenschaftlicher Arbeiten, bietet diese Studie auch für nicht der Germanistik verbundene Leser eine interessante und spannende Lektüre, schwärmt der Rezensent. Gleichzeitig würdigt er das Buch als "Lehrstück über Lüge und Wahrheit", indem die Autorin einen genauen Einblick in die "tatsächlichen Vorgänge" des Diebstahls und den Verkauf der Handschriften im Licht der amerikanischen Gesetzgebung ermöglicht, wie Wiedemann begeistert schreibt. Es gefällt dem Rezensenten auch, dass sich die Darstellung Popas nicht auf die Beschreibung der Ereignisse beschränkt, sondern zudem viel über die Plünderungen nach dem Krieg insgesamt und in "sensiblen kleinen Studien" über die Protagonisten des amerikanischen Kunsthandels sowie den Zirkel "manischer Bibliophile" in den USA zu erfahren ist. Dass Popa bei ihrer an "Perfektion grenzenden Quellensuche" auch noch "lebendig und bunt" zu schreiben vermag, reißt den Rezensenten schier zu Begeisterungsstürmen hin.

© Perlentaucher Medien GmbH
"[...] a truly fascinating and highly innovative inverstigation touching upon many different disciplines."Albrecht Classen in: Rocky Mountain Review of Language and Literature 3/2007 "Ein Werk, das in den Handapparat jedes Antiquars und Buchliebhabers gehört."Hans-Joachim Koppitz in: Aus dem Antiquariat 2/2007 "Anders als bei fast allen geschichtswissenschaftlichen Abhandlungen und Lehrbüchern hat die Autorin die glückliche Fähigkeit, bei gleichzeitig an Perfektionismus grenzender Gründlichkeit der Recherchen, in einer oft poetischen Sprache Geschichte lebendig und bunt darzustellen."Frankfurter Allgemeine Zeitung "Popa versteht es, mit viel Geschick, einer gewandten Feder und einem gefälligen Stil ein ganzes wissenschaftliches und weltgeschichtliches Panorama auszubreiten und damit eine beeindruckende Darstellung der eigentlichen Geschichte auf historischem Hintergrund und mit vielen sachlichen Bezügen zu bieten, die, in vielerlei Hinsicht interessant und umfassend, geradezu einem spannenden Krimi gleicht."Ulrike Taenzer in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 2005 "[...] besteht das große Verdienst der Verfasserin darin, sich ihrerseits noch einmal auf die Spur des großen Unbekannten gemacht, diesen identifiziert und damit auch das letzte Rätsel dieses Kulturerbe-Krimis, nämlich die Identität des ursprünglichen Manuskriptdiebes, gelöst zu haben."N. Ruge in: Bulletin Codiclogique, 1/2005 "Frau Popa gelingt es, ein komplexes Thema in einem herrlich idiomatischen Englisch, leicht verständlich und facettenreich, dabei nicht nur absolut kenntnisreich, sondern auch spannend, stets zu beherrschen."Axel Halle in: Bibliothek 3/2004…mehr