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Eine Vielzahl von Blättern, von Mäusen angenagt, nie auf- genommen in die literarische Biographie des Autors. Als im Sommer 2009 ein großer Koffer vom Pfarrhof in Rothberg/ Ro ia in das nahe Hermannstadt/Sibiu gebracht wurde, konnte über dessen Inhalt allenfalls gemutmaßt werden. Im Zentralarchiv der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, wo die Dokumente aus dem Koffer in den Vorlass Eginald Schlattners eingepflegt werden sollten, erkannte man verblüfft, dass es sich um Manuskripte aus einer bis dahin praktisch un- bekannten Schaffensperiode Eginald Schlattners handelte. Eginald Schlattner…mehr

Produktbeschreibung
Eine Vielzahl von Blättern, von Mäusen angenagt, nie auf-
genommen in die literarische Biographie des Autors. Als
im Sommer 2009 ein großer Koffer vom Pfarrhof in Rothberg/
Ro ia in das nahe Hermannstadt/Sibiu gebracht wurde, konnte
über dessen Inhalt allenfalls gemutmaßt werden.
Im Zentralarchiv der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien,
wo die Dokumente aus dem Koffer in den Vorlass Eginald
Schlattners eingepflegt werden sollten, erkannte man verblüfft,
dass es sich um Manuskripte aus einer bis dahin praktisch un-
bekannten Schaffensperiode Eginald Schlattners handelte.
Eginald Schlattner ist heute vor allem als Romanautor be-
kannt. Mein Nachbar, der König und Odem beinhalten eine
Auswahl seiner früheren Erzählungen. Diese zeigen, welches
bewegte Schicksal dem Autor und seiner Literatur zuteil gewor-
den ist, welchen Einfluss Verlage und Lektorat hatten, wie Maß-
regelungen das Schreiben behinderten und wie er versucht hat,
sich in das literarische Leben seiner Zeit zurückzuschreiben.
Es zeigt sich aber auch, dass es eine über zwanzig Jahre andau-
ernde Zäsur in der schriftstellerischen Tätigkeit Schlattners gab.
Eine Zeit des literarischen Schweigens bis in die 1990er Jahre
hinein bevor er der bekannte Romanautor mit dem markan-
ten roten Schal wurde.
  • Produktdetails
  • Literatur aus Siebenbürgen Bd.5
  • Verlag: Schiller Verlag
  • Seitenzahl: 208
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 208 S. 220 mm
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm
  • Gewicht: 390g
  • ISBN-13: 9783941271425
  • ISBN-10: 3941271423
  • Artikelnr.: 34913440
Autorenporträt
Eginald Schlattner, 1933 in Arad geboren, wuchs im siebenbürgischen Fogarasch auf und studierte bis zur Relegation evangelische Theologie in Klausenburg, anschließend Mathematik und Hydrologie. 1957 wurde er verhaftet und 1959 wegen "Nichtanzeige von Hochverrat" verurteilt. Nach der Entlassung arbeitete er als Tagelöhner und später als Ingenieur. 1973 nahm Schlattner noch einmal das theologische Studium auf. Er ist heute Gefängnispfarrer und lebt bei Hermannstadt.
Inhaltsangabe
Inhalt
Einführung 7
Gefährte Rebhuhn 11
Gediegenes Erz 23
Das Apfelbett 91
Jemand steht immer im Weg 115
Eine Zigarette 125
Mein Nachbar, der König 139
Einführungen zu den Erzählungen 171
Gefährte Rebhuhn 171
Gediegenes Erz 177
Das Apfelbett 185
Jemand steht immer im Wege 189
Eine Zigarette 193
Mein Nachbar, der König 197
Fragebogen 201
Abkürzungsverzeichnis 207
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Den Siebenbürger Autor Eginald Schlattner nennt Nancy Waldmann einen Archivar seines eigenen Werkes. Schmal ist es, dieses Werk. Wenn die Herausgeberin Michaela Nowotnick mit diesem Band nun sechs unveröffentlichte frühe literarische Versuche Schlattners vom Dachboden fischt, ist Waldmann gespannt, was abgesehen vom archivalischen Wert dabei herumkommt. Die Erzählungen, bis auf eine jüngere, aus den 50er und 60er Jahren stammend, bieten laut Waldmann Schlattners bekannte antiquierte, aber präzise Sprache, vermischt mit Motiven des sozialistischen Realismus. Dass Satire darin vorkommt, ja Witz, scheint schon eine Besonderheit zu sein, wenn wir der Rezensentin zuhören, die darauf hinweist, dass die Texte wohl nicht sämtlich der Ceausescu-Linie entsprachen. Genau das aber findet Waldmann interessant und informiert sich in Nowotnicks Anhang nach den Enstehungskontexten und den verschiedenen Fassungen der Texte. Dass die Lektüre der autobiografisch geprägten Erzählungen wegen ihres speziellen Siebenbürger Kontexts nicht immer einfach ist, wird laut Rezensentin wettgemacht durch ihren zeithistorischen Wert. Im Nachwort wiederholt der von einigen Kollegen noch immer angefeindete Autor übrigens seine Geschichte des "sühnenden Verräters".

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