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Die Erzählung von Imre Kertész, deren universale Gültigkeit sich angesichts neuer Kriege und neuer Folterexzesse immer wieder bestätigen wird.
"Imre Kertész erzählt atemberaubend von einem Alptraum." (Der Spiegel) Nach dem Sturz einer obskuren Diktatur werden die Schergen vor Gericht gestellt. Einer von ihnen, Antonio Martens, legt sich selbst Rechenschaft ab und vertraut das Manuskript seinem Pflichtverteidiger an: Es geht um die Akte Salinas, um den tragischen Fall eines Vaters und eines Sohnes, die vom Apparat zermalmt wurden.…mehr

Produktbeschreibung
Die Erzählung von Imre Kertész, deren universale Gültigkeit sich angesichts neuer Kriege und neuer Folterexzesse immer wieder bestätigen wird.
"Imre Kertész erzählt atemberaubend von einem Alptraum." (Der Spiegel)
Nach dem Sturz einer obskuren Diktatur werden die Schergen vor Gericht gestellt. Einer von ihnen, Antonio Martens, legt sich selbst Rechenschaft ab und vertraut das Manuskript seinem Pflichtverteidiger an: Es geht um die Akte Salinas, um den tragischen Fall eines Vaters und eines Sohnes, die vom Apparat zermalmt wurden.
  • Produktdetails
  • Verlag: Rowohlt, Reinbek
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 144
  • Erscheinungstermin: November 2004
  • Deutsch
  • Abmessung: 198mm x 123mm x 20mm
  • Gewicht: 226g
  • ISBN-13: 9783498035259
  • ISBN-10: 3498035258
  • Artikelnr.: 13063940
Autorenporträt
Kertész, Imre
Imre Kertész, 1929 in Budapest geboren, wurde 1944 als 14-Jähriger nach Auschwitz und Buchenwald deportiert. In seinem "Roman eines Schicksallosen" hat er diese Erfahrung auf außergewöhnliche Weise verarbeitet. Das Buch erschien zuerst 1975 in Ungarn, wo er während der sozialistischen Ära jedoch Außenseiter blieb und vor allem von Übersetzungen lebte (u.a. Nietzsche, Hofmannsthal, Schnitzler, Freud, Joseph Roth, Wittgenstein, Canetti). Erst nach der europäischen Wende gelangte er zu weltweitem Ruhm, 2002 erhielt er den Literaturnobelpreis. Seitdem lebte Imre Kertész überwiegend in Berlin und kehrte erst 2012, schwer erkrankt, nach Budapest zurück. Er starb am 31. März 2016.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Imre Kertesz' "Detektivgeschichte", die nun erstmals auf Deutsch vorliegt, entstand 1976 innerhalb von zwei Wochen, berichtet Ina Hartwig amüsiert, da der Autor das sozialistische Plansoll erfüllen musste, damit eine andere - zu kurz geratene - Geschichte publiziert werden konnte. Was Kertesz dann aus dem Ärmel schüttelte, ist keine klassische "Detektivgeschichte", so Hartwig, sondern eine Parabel auf einen Diktaturstaat, angesiedelt in einem imaginären lateinamerikanischen Land. Das Erstaunliche hierbei sei, formuliert Hartwig ihr Erstaunen, dass Kertesz die Opferperspektive verlasse und sich auf die Täterseite begebe. "Ein philosophisches Schelmenstück" schreibt die Rezensentin, wie er sich in die Folterer einzudenken und einzufühlen wage. Literarisch meistert Kertesz die Situation, indem er ein Tagebuch eines der Folterer auftauchen lässt, das wiederum mit Tagebuchausschnitten eines seiner Opfer kontrastiert wird. Die Logik der Folterer, der man mit Hilfe dieser Technik auf die Spur zu kommen glaubt, so Hartwig, sei eine "der Rationalität entgegengesetzte Logik". Die Welt der Diktatur, wie Kertesz sie beschreibe, basiere ausschließlich auf Furcht und Schuld; Unschuld sei keine existente Kategorie, weshalb eine Diktatur alles daran setzen würde, den Unschuldigen zum Schuldigen zu machen, filtert Hartwig als Essenz aus dieser keineswegs harmlosen "Detektivgeschichte".

© Perlentaucher Medien GmbH
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"Eine höchst artistische Parabel über den Polizeistaat, geschrieben schon 1976. Wir lernen: Unschuld ist in der Diktatur nicht vorgesehen, und: Schuld lässt sich jederzeit herstellen." (Frankfurter Rundschau)