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Zum 125.Geburtstag von Ossip Mandelstam am 15. Januar 2016
Lange Zeit verschloss das "Jahrhundert der Wölfe" den Zugang zu Ossip Mandelstam. Sein Werk, ein Meilenstein der Weltliteratur, blieb in Russland bis in die 80er Jahre verboten. Für den deutschsprachigen Leser machte es Ralph Dutli mit seiner zehnbändigen Ausgabe im Ammann Verlag auf mustergültige Weise zugänglich. Mit viel gelobten Übersetzungen, präzisen und ausführlichen Kommentaren und glänzenden Nachworten erschloss er uns einen bis dahin Unbekannten. In diesem Band zieht Ralph Dutli eine Summe seiner Arbeit: Entstanden ist ein…mehr

Produktbeschreibung
Zum 125.Geburtstag von Ossip Mandelstam am 15. Januar 2016

Lange Zeit verschloss das "Jahrhundert der Wölfe" den Zugang zu Ossip Mandelstam. Sein Werk, ein Meilenstein der Weltliteratur, blieb in Russland bis in die 80er Jahre verboten. Für den deutschsprachigen Leser machte es Ralph Dutli mit seiner zehnbändigen Ausgabe im Ammann Verlag auf mustergültige Weise zugänglich. Mit viel gelobten Übersetzungen, präzisen und ausführlichen Kommentaren und glänzenden Nachworten erschloss er uns einen bis dahin Unbekannten. In diesem Band zieht Ralph Dutli eine Summe seiner Arbeit: Entstanden ist ein lebendiges Porträt Ossip Mandelstams aus Gedichten, Geschichten, Essays und Erinnerungen: der Gesang des "modernen Orpheus" (Joseph Brodsky). Eine Einladung zum Staunen.

"Ossip ist ein Schrank voller Überraschungen."
Anna Achmatowa
  • Produktdetails
  • Fischer Taschenbücher Bd.90601
  • Verlag: Fischer Taschenbuch
  • Seitenzahl: 389
  • Erscheinungstermin: Dezember 2015
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 123mm x 30mm
  • Gewicht: 390g
  • ISBN-13: 9783596906017
  • ISBN-10: 3596906016
  • Artikelnr.: 41652061
Autorenporträt
Ossip Mandelstam, am 15. Januar 1891 in Warschau in einer jüdischen Familie geboren, studierte in Petersburg, Paris und Heidelberg. Seine Gedichtbände 'Der Stein' (1913) und 'Tristia' (1922), autobiographische Prosa 'Das Rauschen der Zeit' (1925) und 'Die ägyptische Briefmarke' (1928), sowie seine Essays 'Über Poesie' (1928), sind Meilensteine der russischen Dichtung des 20. Jahrhunderts. Ab 1929 politischer Verfolgung ausgesetzt, konnte sein Werk erst Jahrzehnte nach seinem Tod erscheinen. Mandelstam ist eines der prominenten Opfer von Stalins Regime der Terrorjahre. Aufgrund eines satirischen Epigramms auf Stalin im Mai 1934 verhaftet und verbannt, wurde er 1938 erneut verhaftet und zu Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt. Er starb am 27. Dezember 1938 in einem Lager bei Wladiwostok. Seine Gedichte wurden von seiner Frau, Nadeschda Mandelstam, auswendig gelernt, versteckt und von Helfern in die USA geschmuggelt. Das Gesamtwerk, auf Deutsch 1985 bis 2000 im Ammann Verlag erschienen, ist im S. Fischer Verlag erhältlich. Ralph Dutli, geb. 1954 in Schaffhausen (Schweiz), studierte Romanistik und Russistik, lebt als freier Schriftsteller in Heidelberg. Er ist Romanautor, Lyriker, Essayist, Biograph, Übersetzer und Herausgeber der zehnbändigen Ossip-Mandelstam-Gesamtausgabe und erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. den 'Johann-Heinrich-Voß-Preis' der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung 2006, den 'Rheingau Literaturpreis' 2013 und den 'Preis der LiteraTour Nord' 2014 für seinen Roman 'Soutines letzte Fahrt', sowie den 'Düsseldorfer Literaturpreis' 2014 für sein literarisches Gesamtwerk. Veröffentlichungen (Auswahl): Meine Zeit, mein Tier. Ossip Mandelstam. Eine Biographie (2003); Russische Literaturgeschichte, erzählt von Ralph Dutli (Hörbuch, 2003); Nichts als Wunder. Essays über Poesie (2007); Liebe Olive. Eine kleine Kulturgeschichte (2009; neu 2013); Das Lied vom Honig. Eine Kulturgeschichte der Biene (2012); Soutines letzte Fahrt. Roman (2013).
Rezensionen
Besprechung von 08.12.2015
NEUE TASCHENBÜCHER
Moderner
Troubadour
Um den großen europäischen Dichter Ossip Mandelstam – im Januar 2016 würde er 125 Jahre alt – ranken sich in Deutschland noch immer mehr Mythen und Legenden als Leser seiner Werke. Um diesem „modernen Orpheus“, wie ihn sein Landsmann Joseph Brodsky nannte, endlich gebührende Aufmerksamkeit zu verschaffen, hat Ralph Dutli, Mandelstams verdienstvoller deutschsprachiger Übersetzer, Biograf und Herausgeber, ein stattliches Lesebuch zusammengestellt: einen entdeckungsreichen chronologisch verankerten Längsschnitt durch Mandelstams Œuvres anhand ausgewählter Gedichte, Erzählungen, Essays und autobiografischer Reminiszenzen. Angesichts gleich mehrerer „Winterperioden der russischen Geschichte“ hebt da ein moderner Troubadour, der bei aller Tragik auch ein vor Witz und Spott sprühender François Villon des 20. Jahrhunderts war, sein – so seine Worte – „Wachspapierhäutchen über der Wintermütze des Schriftstellers“ – und lacht sich zuweilen herzhaft eins ins Fäustchen. Während andere Stalin mit Lobgedichten huldigten, schrieb Mandelstam Spottverse auf den blutdürstigen Schnauzbart im Kreml.  VOLKER BREIDECKER
    
Ossip Mandelstam:
Bahnhofskonzert. Hrsg. und aus dem Russischen von Ralph Dutli. S. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 2015. 400 Seiten, 12,99 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
Um diesem ›modernen Orpheus‹ […] endlich gebührende Aufmerksamkeit zu verschaffen, hat Ralph Dutli, Mandelstams verdienstvoller deutschsprachiger Übersetzer, Biograf und Herausgeber, ein stattliches Lesebuch zusammengestellt.