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Eine Momentaufnahme, die das Drama des 20. Jahrhunderts erzählt Für das Abitur 1912 an der Charlottenburger Kaiser-Friedrich-Schule meldeten sich 22 junge Männer an, unter ihnen Walter Benjamin. Der bedeutende deutsch-jüdische Schriftsteller war aber nicht der einzige, der sich in seinem weiteren Leben einen Namen machen konnte. Eine faszinierende Spurensuche durch die Wirren des 20. Jahrhunderts beginnt.…mehr

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Produktbeschreibung
Eine Momentaufnahme, die das Drama des 20. Jahrhunderts erzählt Für das Abitur 1912 an der Charlottenburger Kaiser-Friedrich-Schule meldeten sich 22 junge Männer an, unter ihnen Walter Benjamin. Der bedeutende deutsch-jüdische Schriftsteller war aber nicht der einzige, der sich in seinem weiteren Leben einen Namen machen konnte. Eine faszinierende Spurensuche durch die Wirren des 20. Jahrhunderts beginnt.

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  • Produktdetails
  • Verlag: Random House ebook
  • Seitenzahl: 240
  • Erscheinungstermin: 3. September 2012
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783641088408
  • Artikelnr.: 37210865
Autorenporträt
Momme Brodersen, geb. 1951, hat Germanistik, Geschichte, Pädagogik und Soziologie in Hamburg studiert. Er ist seit 1977 Dozent für deutsche Sprache, Literatur und Kulturgeschichte an der Universität Palermo. Er schreibt u.a. für die »taz«, die »Frankfurter Rundschau«, die »Süddeutsche Zeitung«, »Die Zeit« und für den Rundfunk.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

So ganz überzeugt scheint Antonia Grunenberg nicht zu sein von Momme Brodersens Versuch einer Rekonstruktion individueller Lebensgeschichten aus Walter Benjamins Abiturjahrgang, Anno 1912. Zwar gelingen dem Autor laut Rezensentin eindrückliche Schilderungen von mentalitätsgeschichtlicher Bedeutung, wenn er die Bandbreite an Lebenswegen (viele endeten im Krieg) der vor allem der jüdischen Oberschicht entstammenden Schüler auffächert oder die Geschichte der Kaiser-Friedrich-Schule in Charlottenburg erzählt. Dann wieder scheint Grunenberg die Quellenlage allzu dünn. Und weitet die Rezensentin den Blick, wird das Bild schnell unübersichtlich, fehlen Antworten auf ihr wichtig erscheinende Fragen, etwa nach der Bedeutung der Jugendbewegung für diese Generation junger Männer.

© Perlentaucher Medien GmbH

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 14.11.2012

Eine verlorene Generation
Momme Brodersen verfolgt das Schicksal des Abiturjahrgangs 1912, zu dem Walter Benjamin gehörte
Eine Fotografie aus dem Frühjahr 1912: Klassenbild mit Primanern, der Klassenlehrer, halb verdeckt, in der letzten Reihe. Im Vordergrund – nicht zweifelsfrei – der berühmte Walter Benjamin. Das ist der Ausgangspunkt eines Buches, das Momme Brodersen jetzt veröffentlicht hat. Brodersen lehrt seit Längerem Germanistik an der Universität von Palermo und hat mehrfach zu Walter Benjamin, Siegfried Kracauer und Hans Sahl publiziert.
  Die Kaiser-Friedrich-Schule, aus der das Foto stammt, war eine zur Jahrhundertwende erbaute, integrierte höhere Lehranstalt mit Realschule und Gymnasium. Sie lag in Charlottenburg, dem prosperierenden „neuen Westen“, der erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Stadt Berlin eingemeindet wurde. Die Schule war neu, ihr Lehrkörper stand für eine Erziehung ein, die fachlich solide, lebenspraktisch und vaterländisch sein sollte. Ihre Schüler waren die Söhne von Regierungsräten, beamteten Juristen, Professoren, Geschäftsleuten oder Rentiers. Sie sollten eine gute Ausbildung erhalten und, wenn nicht in die Fußstapfen der Väter treten, doch solide Berufe ergreifen. 13 von 22 Schülern kamen aus jüdischen Familien. Schüler aus armen Familien waren die Ausnahme.
  1914, als der Erste Weltkrieg in ihr wohlbehütetes Leben einbrach, begaben sich die meisten Ehemaligen, berichtet Brodersen, freiwillig in den Kriegsdienst. Wenige gab es, die den Krieg – wie Walter Benjamin – abgelehnt hätten. Fünf von zweiundzwanzig Schülern „fielen auf dem Felde der Ehre“. Wer näher hinschaut, wird gewahr, dass die Welt der Jugendlichen damals nicht nur in die Mehrheit der „Opferbereiten“ und die Minderheit der „Drückeberger“ zerfiel. An dem Freundeskreis von Benjamin, der, zugegeben, nicht identisch mit seinem Klassenverband war, lässt sich das deutlich ablesen.
  Zum einen haben sich junge Männer „freiwillig“ gemeldet, die den Krieg ablehnten – Brodersen erwähnt den Umstand, dass sie nur dann darauf Einfluss nehmen konnten, zu welcher Waffengattung oder Einheit sie kamen, wenn sie sich freiwillig meldeten. Wer das nicht tat, wurde irgendwohin, fern der Freunde, gestellt. Zum anderen versuchten einige, sich nachträglich zu entziehen, indem sie sich mehr oder weniger erfolgreich vor den entsprechenden Behörden als chronisch Kranke präsentierten. Einige erkrankten ernstlich. Andere sind – wie Walter Benjamin – krankheitshalber und mit offizieller Genehmigung in die (neutrale) Schweiz gegangen. Einige nahmen sich das Leben. Die Vielfalt der Reaktionsweisen mag sich im Klassenverband nicht so abgebildet haben, sie ist jedoch präsent, wenn man den Fokus etwas weiter aufzieht.
  Nach Kriegsende nahmen die Abiturienten des Jahrgangs 1912 meist ihr unterbrochenes Studium wieder auf, machten ihre Abschlüsse, traten in den Beruf ein und gründeten Familien. Welche Bandbreite ihre Wege aufwiesen, berichtet Brodersen am Beispiel zweier Lebensverläufe. Der eine, Sohn eines evangelischen Theologen, studierte ebenfalls Theologie und organisierte sich bei den Deutschnationalen. Der andere, aus einer jüdischen Familie stammend, nahm sein Jurastudium nach dem Krieg wieder auf, ließ sich jedoch zeitweise beurlauben, um in der Sozialfürsorge für ostjüdische Flüchtlinge in Berlin zu arbeiten; er war ein republikanischer Sozialist der ersten Stunde und SPD-Mitglied.
  Der Großteil der Ehemaligen wollte mit „Politik“ nichts zu tun haben. Die Weimarer Republik hielten sie – wie die Mehrheit der Bevölkerung – für ein von den Siegern oktroyiertes, der nationalen Geschichte entgegenstehendes Konstrukt, das man besser früher als später abschaffen sollte. Eine selbstverständliche Distanz legte die Mehrheit der Ehemaligen gegenüber der Republik an den Tag. So wichtig es ist, dies herauszuarbeiten, so wird doch gerade am Beispiel der beiden erwähnten Abiturienten deutlich, dass es nicht ausreicht zu resümieren, es habe dieser Jugend „in allem an Erfahrung im Umgang mit einem demokratisch-parlamentarischen System gefehlt. Sie wussten gar nicht, was Demokratie beinhaltete“. Wie hätten sie denn auch sollen?
  Der ehemalige Schüler Walter Benjamin interessierte sich nicht für die Weimarer Politik. Gleichwohl war er bestens über die politischen Vorgänge informiert, hatte ein feines Gespür für die Verlogenheit der Nachkriegsgesellschaft und ihren tief verwurzelten Antisemitismus. Zu Beginn der Zwanzigerjahre beteiligte er sich an dem öffentlichen Diskurs konservativ-liberaler Intellektueller (unter ihnen gelegentlich auch Walter Rathenau), von seinem späteren politischen Engagement nicht zu reden. Liegt da nicht ein Interesse an politischer Gestaltung vor? Je breiter man den Fokus aufzieht, desto unübersichtlicher wird das Bild.
  Das Jahr 1933 traf die Ehemaligen von 1912 auf dem Zenit ihrer beruflichen Laufbahn. Von einem Tag auf den anderen wurden die Abiturienten von Staats wegen gespalten. Die Juden verloren ihren Beruf, die Nicht-Juden machten unter Umständen einen Karrieresprung. Einige der jüdischen Klassenkameraden flohen schon 1933. Andere brauchten Jahre, in denen sie vergeblich gegen ihre berufliche Vernichtung kämpften, ehe sie sich zur Flucht oder zur Emigration entschlossen. Neun von dreizehn jüdischen Ehemaligen entkamen dem Terror. Keiner der vier, die in Deutschland blieben, von ihren Eltern und Verwandten ganz zu schweigen, überlebte den Massenmord. Walter Benjamin nahm sich bei der Flucht in die Freiheit das Leben. Andere profitierten: Der bereits erwähnte Theologe trat früh der NSDAP bei und protzte im Gottesdienst unterm aufgeknöpften Talar mit seiner SA-Uniform, berichtet Brodersen. Drei weitere Ehemalige orientierten sich frühzeitig in Richtung Nationalsozialismus. Meist profitierten sie davon.
  Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchten die, die sich mit dem Nationalsozialismus eingelassen hatten, ihre Kompromittierung zu verharmlosen. Die vertriebenen jüdischen Schüler bauten sich dort ein Leben auf, wohin es sie verschlagen hatte: in England, den Vereinigten Staaten, Südamerika oder Palästina.
  Momme Brodersen hat die Geschichte des Abiturjahrgangs 1912 der Kaiser-Friedrich-Schule in Berlin-Charlottenburg sorgfältig recherchiert. Sein Versuch, individuelle Lebensgeschichten – rund um Walter Benjamin – im Kontext der Zeit zu rekonstruieren, ist ein Beitrag zur Erforschung der Oberschichtenmentalität im 20. Jahrhundert. Manches kann der Autor gut belegen und daher breit erzählen, wie die frühe Geschichte der Schule, anderes ruht umständehalber auf dünner Quellenlage. Etliche Fragen bleiben allerdings offen, deren Beantwortung erst der Rekonstruktion der Einzelschicksale einen Kontext verleihen würde: Was hat die Jugendbewegung, die doch den Reifungsprozess gerade dieses Jahrgangs begleitete, in den Schülern bewirkt? Welchen Idolen träumten die jungen Männer in ihrer Schulzeit nach? Wie wirkte der Zusammenbruch ihrer gewohnten Welt in ihnen nach? Was trat an die „leere Stelle“, an der sich in funktionierenden Demokratien politische Teilhabe betätigt?
ANTONIA GRUNENBERG
  
Momme Brodersen: Klassenbild mit Walter Benjamin. Eine Spurensuche. Siedler Verlag, München 2012. 240 Seiten, 19,99 Euro.
13 von 22 Schülern aus
Benjamins Klasse kamen
aus jüdischen Familien
Bevor der Krieg ins wohlbehütete Leben einbrach: Das Klassenfoto der Abschlussklasse 1912 an der Charlottenburger Kaiser-Friedrich-Schule. Welcher der Abgebildeten Walter Benjamin sein könnte, ist umstritten.
ABBILDUNG AUS DEM BESPROCHENEN BAND
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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»Durch Brodersens Bildrekonstruktion treten einzelne Gestalten aus dem Dunkel der Geschichte hervor und werden als Personen erkennbar. Nicht nur ihre, sondern Geschichte überhaupt wird einsehbar.« DeutschlandRadio Kultur - Radiofeuilleton, 06.09.2012