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Eine satirische Trouvaille aus dem Werk des populären französischen Autors
Wer Alexandre Dumas als Autor historischer Abenteuerepen wie "Die drei Musketiere" kennt, wird von diesem Buch gänzlich überrascht. Die durchtriebene Satire, halb Tiergeschichte, halb Seemannsgarn, steht als Solitär im umfangreichen Werk des viel gelesenen Schriftstellers. Dumas nimmt hier seine eigene Zeit scharf aufs Korn - und gönnt sich dabei selbst einen Auftritt als Romanfigur.
Einer mildtätigen Anwandlung folgend, rettet er, "der Verfasser", in einem Pariser Delikatessengeschäft eine Schildkröte vor ihrem
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Produktbeschreibung
Eine satirische Trouvaille aus dem Werk des populären französischen Autors

Wer Alexandre Dumas als Autor historischer Abenteuerepen wie "Die drei Musketiere" kennt, wird von diesem Buch gänzlich überrascht. Die durchtriebene Satire, halb Tiergeschichte, halb Seemannsgarn, steht als Solitär im umfangreichen Werk des viel gelesenen Schriftstellers. Dumas nimmt hier seine eigene Zeit scharf aufs Korn - und gönnt sich dabei selbst einen Auftritt als Romanfigur.

Einer mildtätigen Anwandlung folgend, rettet er, "der Verfasser", in einem Pariser Delikatessengeschäft eine Schildkröte vor ihrem sicheren Ende als Suppeneinlage. Doch bereits anderntags ist er des Tieres und seiner unappetitlichen Essgewohnheiten gründlich überdrüssig. Kurzerhand macht er es seinem Freund, dem Maler Decamps, zum Geschenk, dessen Atelier bereits einer kleinen Menagerie gleicht. Die meisten der anderen Tiere haben einen weit längeren Weg hinter sich als der Neuzugang: Kapitän Pamphile, einer der illustren Bekannten des Malers, hat sie von seinen abenteuerlichen Seereisen mitgebracht. Von diesen Reisen wird erzählt, wann immer Decamps seinen bunten Freundeskreis um sich sammelt. So erfährt man nicht nur, wie die Tiere in Pamphiles Hände gerieten, sondern auch, was der geschäftstüchtige Kapitän unterwegs sonst an skrupellosen "Heldentaten" vollbracht hat.
Dumas' Kunstgriff besteht darin, die haarsträubenden Episoden sämtlich im Ton ungerührter Selbstverständlichkeit zu erzählen, als handle es sich bei Pamphiles merkantilen Schurkenstücken um Geniestreiche an Mut und Geschicklichkeit. Aus dieser Doppelbödigkeit, den scheinbar drollig erzählten, doch alles andere als harmlosen Tier- und Seegeschichten, gewinnt der Roman seine einzigartige, bitterböse Komik.

  • Produktdetails
  • Manesse Bibliothek der Weltliteratur
  • Verlag: Manesse
  • Originaltitel: Le capitaine Pamphile
  • Seitenzahl: 400
  • Erscheinungstermin: 16. März 2007
  • Deutsch
  • Abmessung: 156mm x 99mm x 20mm
  • Gewicht: 208g
  • ISBN-13: 9783717521129
  • ISBN-10: 3717521128
  • Artikelnr.: 20943480
Autorenporträt
Dumas, Alexandre§Alexandre Dumas (1802-1870) erhielt nur eine dürftige Schulbildung, feierte aber schon 1824 rauschende Erfolge als Theaterautor. Ab 1844 schuf er mit Abenteuerromanen wie «Die drei Musketiere» und «Der Graf von Monte Christo» Klassiker der Unterhaltungsliteratur. Ihm werden zahllose Affären nachgesagt.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 25.05.2007

DAS HÖRBUCH
Auf den Wellen
„Kapitän Pamphile”: Peter Matic liest Alexandre Dumas
Wie gelang es dem Pariser Maler Decamps, mit einem annähernd zivilisierten Bären und zwei recht gelehrten Affen, einer das Wetter voraussagenden Fröschin, einer stoischen Schildkröte (namens Gazelle) und zwei ungegerbten Löwenfellen eine Wohngemeinschaft zu bilden? Eine leichte Frage. Er war ein Tierfreund und liebte Gesellschaft. Interessanter ist, wie die Tiere um 1830 nach Paris gelangten, wo sie zu Beginn des Romans in Atelier und Wohnung des Künstlers leben und viel Besuch von den menschlichen Freunden des Hauses Decamps erhalten.
Um die Vorgeschichten für den Bären Tom und die Affen Jacques I. und II. erzählen zu können, muss die Rede auf Kapitän Pamphile gebracht werden, die Hauptfigur dieses erstaunlicherweise in Deutschland bislang fast unbekannt gebliebenen Romans von Alexandre Dumas, dem Schöpfer der Feuilleton-Romane „Die drei Musketiere”, in welchem effektvoll Mäntel und Degen geschwungen werden, sowie „Der Graf von Monte Cristo”, welcher lehrt, wie man ein großes Vermögen in Rache mit Radau umsetzt. Wenige Jahre vor diesen beiden Romanen, 1839, war „Kapitän Pamphile” erschienen. Es handelt sich dabei um ein gänzlich anders geartetes Buch, nämlich eine Satire, deren Gegenstände zahlreich sind. Die originellen Freunde des Malers, die sich bei Wein, Kaffee, Gebäck, Hefezöpfen, Salatköpfen, Möhren und gehüllt in Rauchschwaden die Geschichte anhören, kommen noch am besten weg, obwohl ihre veterinärmedizinischen und -psychologischen Experimente nicht frei von Zynismus sind und fast alle Tiere am Ende des Buches das Zeitliche gesegnet haben werden, woran die Feingeister nicht immer unschuldig sind.
Seemannsgarn und Pirouetten
Die schönsten und zum Glück ausführlichsten Episoden beschreiben die Reisen und Begegnungen eines die Weltmeere befahrenden Kapitäns, der als Pirat zu seinem Gewinn gelangt, im Nebenberuf einmal zufällig zum Sklavenhändler wird und in dieser Eigenschaft wohl auch zum Mörder, der viel zuwege bringt und der selbst so findig ist und dazu noch den unwiderstehlichen Charme eines Betrügers verströmt, welcher auf Menschenkenntnis, Humor und Stoizismus baut, dass man ihm am Ende seinen Erfolg von Herzen gönnt, als er England, Schottland und Frankreich zugleich betrügt.
Nicht nur der sprachlichen Zucht von Alexandre Dumas, welche aus feinstem Seemannsgarn überaus elegant gewebte Sätze ans Licht bringt, sondern auch der Genauigkeit der absurdesten Abenteuer entspricht die Schärfe der Stimme des Sprechers Peter Matic. Verfügt man über eine halbwegs vernünftig ausgestattete Wiedergabeanlage, könnte man die Bässe etwas zurücknehmen, denn diese Stimme kann nicht nur schneiden, sondern auch dröhnen, beides zusammen ist eine zu ballonhafte Portion für spitze Ohren.
Welch ein Luxus! Denn gewöhnlich muss man die hohen Frequenzen ein wenig ersticken, um Stimmen angenehm fließen zu hören. Die von Matic ist so mächtig und potent, dass sich der Zuhörer den angenehmsten Sound selbst einstellen kann, ohne dass er dabei Verluste an Deutlichkeit befürchten müsste. Besonders bei allen französischen Namen oder Redewendungen entsteht ein Gefühl von Echtheit, wenn der offenbar frankophile Matic mit größter Intensität die nasalen Wortbestandteile fast tuschartig heraustrompetet.
Auch versteht er, das Auf-und-Ab der längsten Sätze auszukosten: Während seine Hörer überrascht auflachen dürfen, schnörkelt Matic scheinbar ungerührt eine von Jörg Trobitius allerliebst ins Deutsche gedrechselte elegante Dumas-Pirouette nach der andern auf den Planken des als Handelssegler getarnten Kriegsschiffes, welches der cleverste aller Märchenfürsten sicher steuert und dem d’Artagnan und Monte-Cristo nicht das Wasser, geschweige einen im Namen der englischen Krone ergaunerten Schnaps reichen könnten: Vive le capitaine Pamphile!MARTIN Z. SCHRÖDER
ALEXANDRE DUMAS: Kapitän Pamphile. Roman. Aus dem Französischen von Jörg Trobitius. Gelesen von Peter Matic. 504 min. Manesse bei Random House Audio, München 2007. 7 CDs. 29,95 Euro.
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Bestens amüsiert hat sich Rolf-Bernhard Essig bei der Lektüre von Alexandre Dumas' Roman "Kapitän Pamphile", der nun in deutscher Übersetzung vorliegt. Er bewundert das gewandte Spiel mit literarischen Anleihen und Bezugnahmen, die Parodie von Coopers Indianerbüchern, La Fontaines Fabeln, Piratenromanen oder auch dem Werk Voltaires. Dabei pflegt der Autor zur Freude des Rezensenten einen "souverän ironischen Stil". Auch das hohe Tempo, die überraschenden Wendungen, die satirischen Einlagen, der wilde Mix aus "naturromantischen Passagen" und "märchenhaftem Grauen" haben es ihm angetan. Dabei scheint ihm das Werk nur prima facie "harmlose Unterhaltung". So lasse die ironisch-gelassene Haltung des Erzählers Grausames und Widerliches erst recht zur Wirkung kommen. Überhaupt konstatiert Essig die "schwarze Grundierung" der bunten Geschichten, die ihre Farben besonders schillern lasse. Schließlich findet er in dem Roman auch das überaus klare Porträt des Europäers des 19. Jahrhunderts als eines Typus, der die Welt als einen "riesigen Feinkostladen" betrachte. Mit Lob bedenkt er auch Jörg Trobitius, der den Roman "gewitzt und sensibel" ins Deutsche übertragen habe.

© Perlentaucher Medien GmbH
"Aus dieser Doppelbödigkeit, den scheinbar unbeschwert dargebotenen, doch alles andere als harmlosen Tier- und Seegeschichten gewinnt der Roman seine einzigartige bitterböse Komik." Passauer Neue Presse