Scherbenpark - Bauer,Jasna Fritzi
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Nach der Dokumentation "Prinzessinnenbad" legt Bettina Blümner mit der Adaption von Alina Bronskys Bestseller auch dank einer überragenden Jasna Fritzi Bauer ihre Spielfilm-Reifeprüfung mit Bestnote ab.
Bei Filmen über Randgruppen der Gesellschaft mag das breite Publikum, das unterhalten werden will, schwere Kost, tiefschürfende Dialoge und schleppendes Erzähltempo erwarten. Doch "Scherbenpark" ist anders, ganz anders - was einem bärenstarken Frauentrio zu verdanken ist: der Schriftstellerin Alina Bronsky, die mit ihrem gleichnamigen Bestseller eine wunderbare Vorlage lieferte, der…mehr

Produktbeschreibung
Nach der Dokumentation "Prinzessinnenbad" legt Bettina Blümner mit der Adaption von Alina Bronskys Bestseller auch dank einer überragenden Jasna Fritzi Bauer ihre Spielfilm-Reifeprüfung mit Bestnote ab.

Bei Filmen über Randgruppen der Gesellschaft mag das breite Publikum, das unterhalten werden will, schwere Kost, tiefschürfende Dialoge und schleppendes Erzähltempo erwarten. Doch "Scherbenpark" ist anders, ganz anders - was einem bärenstarken Frauentrio zu verdanken ist: der Schriftstellerin Alina Bronsky, die mit ihrem gleichnamigen Bestseller eine wunderbare Vorlage lieferte, der Regisseurin Bettina Blümner, die die perfekten Bilder für zwei Welten wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, fand, und der Nachwuchsschauspielerin Jasna Fritzi Bauer, die als chancenlose Außenseiterin mit Wahnsinns-Power und unbändiger Willenskraft ihrem Schicksal die Stirn bietet. Stark an "Scherbenpark" ist denn auch die Schilderung der beiden konträren Milieus. Blümner, die sich bereits mit ihrer preisgekrönten Dokumentation "Prinzessinnenbad" in einen sozialen Brennpunkt gewagt hat, zeigt mit fast schmerzhafter Authentizität den Überlebenskampf unterprivilegierter Menschen in einer heruntergekommenen Plattenbausiedlung - und mittendrin die von Bauer gespielte Sascha. Sie hat nach dem grausamen Tod ihrer Mutter eine gesunde Jetzt-erst-recht-Mentalität entwickelt und beschließt für sich, sich von nun an nichts, aber auch gar nichts mehr gefallen zu lassen. Dabei nutzt sie ihre überdurchschnittlichen rhetorischen Fähigkeiten gnadenlos aus, wenn etwa die Migrantenjungs aus dem Viertel sie mal wieder anmachen: "Tut mir leid, Igorchen. Ich kann einfach nicht mit Männern, die nicht lesen können." Diesem sozialen Bodensatz auf der einen steht das finanziell sorglose, nur von hausgemachten Problemen berührte Leben des Journalisten Volker Trebur (Ulrich Noethen als ehrenwerter Journalist beinahe zu gut für diese Welt) auf der anderen Seite gegenüber. Weil er einen positiven Artikel über den Mörder von Saschas Mama veröffentlicht und nun ein schlechtes Gewissen hat, nimmt er das Mädchen bei sich auf, als es Hilfe benötigt. Die 17-Jährige dankt es Trebur mit lolitahaften Avancen und der prompten Entjungferung seines minderjährigen Sohnes zur Mittagszeit. Diese merkwürdige ménage à trois ist vielleicht der einzige Schwachpunkt von "Scherbenpark", lenkt er doch zu sehr von der zwischen Drama und Komödie fein ausbalancierten Coming-of-Age-Geschichte ab, die so kraftvoll ist, dass sie den Film alleine tragen kann. Was im Übrigen auch auf Jasna Fritzi Bauer zutrifft, die verdientermaßen für diese Rolle den Max-Ophüls-Preis als beste Darstellerin gewann und von der man in Zukunft Großartiges erwarten darf. lasso.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
  • Produktdetails
  • Anzahl: 1 DVD
  • Hersteller: Indigo
  • Gesamtlaufzeit: 94 Min.
  • Erscheinungstermin: 23. Mai 2014
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch
  • Untertitel: Deutsch, Englisch
  • Regionalcode: 2
  • Bildformat: 1:1, 85/16:9
  • Tonformat: Dolby Digital 5.1
  • EAN: 4047179849388
  • Artikelnr.: 40011685
Autorenporträt
Alina Bronsky, geb. 1978 in Jekaterinburg/Russland, verbrachte ihre Kindheit auf der asiatischen Seite des Ural-Gebirges und ihre Jugend in Marburg und Darmstadt. Nach abgebrochenem Medizinstudium arbeitete sie als Texterin in einer Werbeagentur und als Redakteurin bei einer Tageszeitung. Sie lebt in Frankfurt und telefoniert bis heute fast täglich mit ihren Großeltern in Sibirien