Das Glück an meiner Seite
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Großartige Darstellungen von Hilary Swank und Emmy Rossum dominieren ein Drama über eine ungewöhnliche Freundschaft und eine unheilbare Krankheit.
Von Gary Coopers Drama "Der große Wurf" abgesehen, blieb die Auseinandersetzung mit ALS, einer degenerativen Erkrankung des zentralen Nervensystems, vorwiegend TV-Filmen und Dokumentationen vorbehalten. "Die Entdeckung der Unendlichkeit" korrigierte zuletzt dieses Defizit, überschattete mit euphorischer Resonanz aber diese Romanverfilmung, die über die Konfrontation mit ALS das Bild einer Frauenfreundschaft entwickelt und dabei ein Leben…mehr

Produktbeschreibung
Großartige Darstellungen von Hilary Swank und Emmy Rossum dominieren ein Drama über eine ungewöhnliche Freundschaft und eine unheilbare Krankheit.

Von Gary Coopers Drama "Der große Wurf" abgesehen, blieb die Auseinandersetzung mit ALS, einer degenerativen Erkrankung des zentralen Nervensystems, vorwiegend TV-Filmen und Dokumentationen vorbehalten. "Die Entdeckung der Unendlichkeit" korrigierte zuletzt dieses Defizit, überschattete mit euphorischer Resonanz aber diese Romanverfilmung, die über die Konfrontation mit ALS das Bild einer Frauenfreundschaft entwickelt und dabei ein Leben einfordert, das sich nicht an den Vorstellungen anderer orientieren muss.

"You're Not You", der Originaltitel, trifft dieses Motiv präzise, während "Das Glück an meiner Seite" eine Nicholas-Sparks-Adaption suggeriert, mit der Bühnenveteran George C. Wolfe 2008 tatsächlich einen Kitsch-belasteten Filmerstling ("Das Lächeln der Sterne") vorlegte. Wolfes Nachfolger macht einen Lernprozess sichtbar, ist zwar in Figurenpersonal und Plot nicht frei von Stereotypen, vermeidet aber das exzessiv Triviale und Melodramatische zugunsten eines ehrlichen, wenn auch nicht schonungslosen Blicks, der auch Humor zulässt und damit das eigentlich Unerträgliche verarbeiten lässt. Wolfes zweiter Kinofilm beginnt mit den ersten Symptomen von ALS und begleitet seine von Hilary Swank gespielte Patientin Kate bis zum vorgezeichneten Ende. Dazwischen entwickelt sich eine sehenswerte Freundschaft zwischen der Perfektionistin Kate, die privat und beruflich für Erfolg steht, und der Chaotin Bec (Emmy Rossum), einer smarten Studentin, die sich immer als Versagerin erlebt hat. 18 Monate nach Diagnosestellung übernimmt die ahnungslose Bec auch für sie selbst überraschend die Pflege Kates.

Wie aus dieser Inkompatibilität Harmonie entsteht, wie beide Frauen Neues über sich lernen und ihr Umfeld hilflos auf diese Zäsur reagiert, zeichnet "Das Glück an meiner Seite" sensibel nach, findet auch Verständnis für Verhalten, das nicht Idealkurven folgt. Diffamierung ist keine Waffe des Films - und verdient er auch selbst nicht. "Das Glück an meiner Seite" ist kein schamlos manipulativer Heuler über eine tödliche Krankheit und tapfere Frauen. Es ist ein Film, der sich auch in Zurückhaltung übt und mit Swanks und Rossums herausragenden Darstellungen wirklich berührt. kob.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Bonusmaterial

Trailer
  • Produktdetails
  • EAN: 4020628869076
  • Artikelnr.: 42631193
  • Artikeltyp: Film
  • Anzahl: 1
  • Datenträger: BLRAY
  • Erscheinungstermin: 27. August 2015
  • Hersteller: Koch Media
  • FSK: Freigegeben ab 6 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch, Englisch
  • Untertitel: Deutsch
  • Regionalcode: 0, 2
  • Bildformat: 1:1, 85/1080p
  • Tonformat: dts HD 5.1 MA
  • Gesamtlaufzeit: 102 Min.
Rezensionen
"Das Glück an meiner Seite" suggeriert im Titel eine weitere emotional manipulative Nicholas-Sparks-Verfilmung. Tatsächlich versucht der zweite Kinofilm von Theaterregisseur George C. Wolfe, Trivialität und Gefühlskitsch zu meiden. Stereotype Elemente in Figuren und Plot gibt es zwar trotzdem, aber dieses Drama zeichnet die Entwicklung einer tödlichen Krankheit wie auch einer unerwarteten Frauenfreundschaft mit ehrlichem Blick und herausragenden Leistungen von Hilary Swank und Emmy Rossum berührend nach.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Besprechung von 16.04.2016
Vom Glück der Anderen

Agnès Varda, Kinolegende und diesjährige Beckmann-Preisträgerin, wird noch bis Juli im Deutschen Filmmuseum gefeiert. Nun zeigte sie dort zwei ihrer Werke.

Von Eva-Maria Magel

Der Tag hätte nicht besser getroffen sein können. Für diesen Besuch und diesen Film: Der 30. Todestag von Simone de Beauvoir, deren Werk auch Agnès Varda geprägt hat. Obwohl die belgisch-französische Filmlegende, die am 30. Mai 88 Jahre alt wird, schon immer wusste, wo es langgeht: "Ich bin von Geburt an Feministin", sagt sie im Deutschen Filmmuseum, während unten im ausverkauften Kino ihr 1965 gedrehter Film "Le Bonheur" läuft, der auf deutsch den hübsch bösen Titel "Das Glück aus dem Blickwinkel des Mannes" trägt. "Ich war damals mitten in den Kämpfen, und ich wundere mich heute, dass die Leute vergessen, wieviel noch zu tun ist", sagt Varda. Feministisch müsse deshalb noch lange nicht jeder Film sein. Auch "Le Bonheur" ist eher ein Experiment vor den Kategorien.

Eine Dreiecksgeschichte, ein Mann, der zwei Frauen begehrt und mit der für ihn glücklichen Lösung gut leben kann: "Der Film war so erfolgreich, weil er so hübsch aussieht und so grausam ist", sagt Varda, durchaus ein wenig genüsslich und schwärmt vom Licht in den Landschaften um Paris, von den Impressionisten, deren Bilder sie inspiriert haben. Um das Glück als ein soziales Klischee zu zeigen, von dem nur profitiert, wer glücksbegabt und zum Schuldigsein nicht ausersehen sei. "Es gibt solche Leute." "Le bonheur", ein Klassiker in ihrem reichen Werk, für das sie im Februar de Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt erhalten hat, ist einer der Filme, die sie jüngst restauriert hat - "eine schreckliche Arbeit".

In neuem Glanz ist nun im Filmmuseum auch "Les cent et une nuit des Simon Cinéma" zu sehen, der zweite, ganz und gar erstaunlichen Film des Abends mit Varda. Sie hatte ihn 1995 zum 100. Geburtstag des Kinos gedreht. Von Fanny Ardant über Catherine Deneuve bis Robert de Niro und Marcello Mastroianni reicht das Aufgebot von gut 20 internationalen Stars um Michel Piccoli als den hundert Jahre alten Herrn Kino, der alles ist: Orson Welles und Buster Keaton, Nosferatu und Latin Lover. Eine bizarre, an Fellini erinnernde Komödie voller Anspielungen, schon durch die Schauspielerinflation selbst: "Ich wollte zurück zur Geschichte des Kinos, als die Schauspieler im Mittelpunkt standen. Man sagte ,Ein neuer Film von Gérard Philippe', der Regisseur war egal. Erst mit der Nouvelle Vague respektierte man die Autoren", erinnert sie sich, die als die weibliche und durchaus sehr kritische Stimme inmitten all der einstigen - männlichen - Filmerneuerer gilt. Doch trotz des Staraufgebots waren die "Cent et une nuits" ein Riesen-Flop: "Achtzig Zuschauer mehr - ich zähle Sie!", rief Varda daher gänzlich uneitel und lachend in den wiederum vollbesetzten Kinosaal. Dass das Publikum ihr Werk sieht, ist ihr augenscheinlich wichtig: Die Zugfahrt von Paris und einen Abend mit zwei Publikumsgesprächen nahm sie auf sich, um der Reihe "Selbstporträts von anderen: Das Universum von Agnès Varda" ein weiteres Mal einen Besuch abzustatten. Das Exzellenzcluster "Normative Orders" an der Frankfurter Universität und das Deutsche Filminstitut würdigen so seit dem Herbst 2015 in Vorträgen und Filmen das Werk Vardas. Das filmische, wohlgemerkt. Denn die Künstlerin, die einst von der Theaterfotografie zum bewegten Bild kam, hat sich längst der Bildenden Kunst zugewandt. Das Filmemachen lässt sie aber nicht, wiewohl ihr aktuelles Projekt dann doch wieder mit Kunst zu tun hat: Sie dreht einen Dokumentarfilm mit dem Fotografen und Street artist JR.

Heute um 18 Uhr ist noch einmal "Les cent et une nuits de Simon Cinéma" zu sehen; am Mittwoch läuft um 18 Uhr noch einmal "Le Bonheur". Die Reihe zu Agnès Varda wird bis in den Juli fortgesetzt. Informationen im Internet unter www.normativeorders.net und www.deutsches-filminstitut.de

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