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Das hat Weihnachten nicht verdient: Willie T. Stokes (Billy Bob Thornton) ist der verdorbenste Weihnachtsmann, den man sich vorstellen kann. Dieser Santa säuft, er flucht, er hurt herum. Er kommt regelmäßig zu spät, er beschimpft die Kinder, die sich zu ihm auf den Schoss setzen. Doch damit nicht genug: Obendrein nutzt Willie seine alljährliche Anstellung als Kaufhaus-Weihnachtsmann Tarnung, um mit seinem Kompagnon, dem kleinwüchsigen, aber nicht minder unflätigen Marcus (Tony Cox), am Heiligen Abend nach getaner Arbeit den Safe des Kaufhauses zu knacken und sich mit der Beute aus dem Staub zu…mehr

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Produktbeschreibung
Das hat Weihnachten nicht verdient: Willie T. Stokes (Billy Bob Thornton) ist der verdorbenste Weihnachtsmann, den man sich vorstellen kann. Dieser Santa säuft, er flucht, er hurt herum. Er kommt regelmäßig zu spät, er beschimpft die Kinder, die sich zu ihm auf den Schoss setzen. Doch damit nicht genug: Obendrein nutzt Willie seine alljährliche Anstellung als Kaufhaus-Weihnachtsmann Tarnung, um mit seinem Kompagnon, dem kleinwüchsigen, aber nicht minder unflätigen Marcus (Tony Cox), am Heiligen Abend nach getaner Arbeit den Safe des Kaufhauses zu knacken und sich mit der Beute aus dem Staub zu machen. - Böser Santa! Doch in diesem Jahr wird sich alles ändern: Denn diesmal haben es Willie und Marcus nicht nur mit einem argwöhnischen Einkaufszentrum-Manager (John Ritter) und einem verschlagenen Kaufhausdetektiv (Bernie Mac) zu tun, sondern auch mit dem sexy Santa-Fan Sue (Lauren Graham) und einem unschuldigen Jungen (Brett Kelly), der einfach nicht aufhören will, an Santa zu glauben, auch wenn der ganz ganz schlimme Dinge tut. Mal sehen, vielleicht geschieht ja doch noch ein Wunder...

Bonusmaterial

DVD-Ausstattung / Bonusmaterial: - Kinotrailer - Kapitel- / Szenenanwahl - Outtakes - Entfallene Szenen - Featurettes - Englische Szenenbeschreibungen für Sehbehinderte
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 18.12.2004

Christkind vs. Santa Claus: Die Weihnachtsfilmoffensive aus Hollywood

Weihnachten ist in Hollywood nicht etwa eine festliche Jahreszeit, sondern ein eigenes Genre, das irgendwo zwischen Komödie, Kinderfilm, Klamauk und romantischer Komödie angesiedelt ist, an einem Ort jedenfalls, der ganz nah an dem liegt, was Amerika für sein Herz hält. Und weil das ein lukratives Genre ist, gibt es mittlerweile so viele Weihnachtsfilme, daß wahrscheinlich das ganze Jahr über unter kalifornischer Sonne in irgendwelchen Studios Schneemaschinen in Betrieb und Schauspieler in Weihnachtsmannkostüm unterwegs sind. Allein in diesen Wochen sind vier dieser Filme angelaufen: "Verrückte Weihnachten", "Polar-Express", "Bad Santa" und nun "Surviving Christmas". Und man kann sagen, daß es sich bei allen auf die ein oder andere Weise um Horrorfilme handelt.

Wo sonst im amerikanischen Kino der Individualismus seine Helden gebiert, da ist an Weihnachten kein Platz für Außenseiter. Der Gruppenzwang ist gewaltig und gebiert seine eigenen Albträume. In "Verrückte Weihnachten", Joe Roths Verfilmung von John Grishams Erzählung "Das Fest", versuchen die Kranks (Tim Allen und Jamie Lee Curtis), vor dem jährlichen Konsumterror in die Karibik zu fliehen, werden aber von der Gemeinschaft der Feierwütigen mit aller Macht daran gehindert, die unter der Führung von Dan Ackroyd aus Protest vor dem Haus Weihnachtslieder absingen. Der Versuch, keine Lichter aufzuhängen, keinen Baum aufzustellen und keine Kartengrüße zu verschicken, ist ein Akt bürgerlichen Ungehorsams, der das Zusammenleben in der Vorstadt bedroht wie offenbar nichts sonst.

In "Surviving Christmas", einer Farce von Mike Mitchell, plant Ben Affleck, das Fest mit seiner Geliebten auf den Fidschis zu verbringen, was sie nicht nur empört zurückweist, sondern was auch dazu führt, daß sie mit ihm bricht. Weihnachten sei schließlich das Fest der Familie, und wer darauf keinen Wert lege, dessen Ernsthaftigkeit sei auch in Beziehungsfragen in Zweifel zu ziehen. Schließlich bietet Affleck der nächstbesten Familie eine viertel Million, um Weihnachten mit ihnen verbringen zu dürfen.

Richtig befreiend lachen kann man nur in Terry Zwigoffs herrlich bösartigem "Bad Santa", in dem Billy Bob Thornton (Foto) einen versoffenen, kotzenden und inkontinenten Kaufhausweihnachtsmann gibt, der großäugige Kinder verschreckt, ihre entsetzten Mütter anblafft und auch sonst richtig unausstehlich ist. Zwigoff unternimmt nichts, den Säufer auf den rechten Weg zu bringen, sondern zertrümmert genußvoll alles, was dem Fest heilig ist.

Das Eigentümliche an der Weihnachtsoffensive aus Hollywood ist, wie die Bilder der amerikanischen Gepflogenheiten allmählich unsere eigene Wahrnehmung kolonialisieren. Irgendwann werden sie an die Stelle unserer Erinnerungen treten und eine Sehnsucht nach einem Fest schüren, daß wir nie so gefeiert haben. Und so wie Halloween mittlerweile über uns gekommen ist, werden wir irgendwann am Heiligabend nur noch Strümpfe aufhängen, um erst am nächsten Morgen die Bescherung zu feiern. Vielleicht sollte das deutsche Kino mal in diesem Genre tätig werden und das Christkind gegen den Weihnachtsmann in Stellung bringen, ehe es zu spät ist.

MICHAEL ALTHEN

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