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Der Roman ist bekannter unter dem Titel »Schuld und Sühne«, eine Übersetzung, die heute eher kritisch gesehen wird. Schauplatz des Romans ist Sankt Petersburg um 1860. Protagonist ist der arme, aber überdurchschnittlich begabte Jurastudent Rodion Romanowitsch Raskolnikow. Unter dem Eindruck eines von ihm zufällig belauschten Wirtshausgesprächs entwickelt er die Idee eines »erlaubten Mordes«. Er selbst sieht sich als Privilegierten, der auch in der Situation eines »erlaubten Verbrechens« Ruhe und Übersicht zu wahren weiß. Diesem Selbstanspruch stehen die bedrückenden, beengten äußeren Umstände…mehr

Produktbeschreibung
Der Roman ist bekannter unter dem Titel »Schuld und Sühne«, eine Übersetzung, die heute eher kritisch gesehen wird. Schauplatz des Romans ist Sankt Petersburg um 1860. Protagonist ist der arme, aber überdurchschnittlich begabte Jurastudent Rodion Romanowitsch Raskolnikow. Unter dem Eindruck eines von ihm zufällig belauschten Wirtshausgesprächs entwickelt er die Idee eines »erlaubten Mordes«. Er selbst sieht sich als Privilegierten, der auch in der Situation eines »erlaubten Verbrechens« Ruhe und Übersicht zu wahren weiß. Diesem Selbstanspruch stehen die bedrückenden, beengten äußeren Umstände entgegen. Die prekäre finanzielle Situation zwingt ihn, sich an jene alte wucherische Pfandleiherin Aljona Iwanowna zu wenden, der sein Mordplan längst gilt. Diese ist für ihn nur eine geizige und herzlose Alte, die allein dafür lebt, ein immer größeres Vermögen zusammenzuraffen, um es für ihr Seelenheil zu verwenden. Für Raskolnikow ist sie der Inbegriff einer einer wertlosen Person, über deren Leben die wirklich großen Menschen hinweggehen dürfen. Doch nach dem Mord findet er keine Ruhe mehr. In die Enge getrieben, stellt er sich und wird verurteilt. Im Epilog wird die achtjährige Haft Raskolnikows in einem sibirischen Arbeitslager als eine Art Befreiung von der Vergangenheit in Petersburg entworfen. Am Ende des Romans entdeckt er seine Liebe zu Sofja. [Wikipedia]
  • Produktdetails
  • Verlag: Boer / Books on Demand
  • Seitenzahl: 340
  • Erscheinungstermin: 29. September 2020
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 140mm x 28mm
  • Gewicht: 602g
  • ISBN-13: 9783966621298
  • ISBN-10: 3966621290
  • Artikelnr.: 60294301
Autorenporträt
Fjodor M. Dostojewski wurde am 11. November 1821 in Moskau geboren und starb am 9. Februar 1881 in St. Petersburg. 1849 wurde er wegen angeblich staatsfeindlicher Aktivität im Petraschewski-Kreis zum Tode verurteilt, dann zu vier Jahren Zwangsarbeit in Sibirien begnadigt. 1859 kehrte er nach St. Petersburg zurück.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 19.08.1996

1866
Fjodor Dostojewskis "Verbrechen und Strafe"

Der geradezu kindisch ungerechte Nabokov, den sein Freund Wilson bei solchen Gelegenheiten ganz vergeblich zur Vernunft der Erwachsenen mahnt, hat Dostojewski für einen drittklassigen Schriftsteller gehalten. Und von einer der für besonders grandios geltenden Szenen aus "Verbrechen und Strafe" - wie es inzwischen heißt - (wo Sonja die Hure dem Mörder Raskolnikow bei sibirischem Kerzenlicht etwas ziemlich Erbauliches aus der Bibel liest) hat Nabokov gemeint, sie suche an Stupidität ihresgleichen in der ganzen erzählenden Literatur. Darf man so ungerecht sein? Dostojewski, der von der Idee besessen war, Literatur sei zu wenig, wenn sie nur Literatur sei, hat seinen Lesern den sonderbaren Ruf verschafft, man dürfe gegen ihren Helden so wenig etwas sagen wie gegen das Idol einer religiösen Minderheit. Und ist nicht, wer sich so tausendseitig wie Dostojewski von der bohrenden Macht des schlechten Gewissens überzeugt zeigt, moralisch tiefer angelegt als jener, der, wie etwa Maugham (oder Ambler, oder ich), kühl die Welt betrachtet und feststellt, daß Übeltäter sehr viel weniger Gewissen haben, als die Freunde ihrer Opfer so gern glauben? Das Vorbeilesen an Dostojewski scheint dann darin zu bestehen, daß wir uns von ihm nicht dazu überreden lassen, im tiefsten und nur dem schärfsten (im Grunde göttlichen) Auge unverborgenen Innern unsrer Seelen jene Größe zu sehn, die auch der schlechteste Mensch habe. Unsern Blick scharf und göttlich zu machen, damit er sieht, wie enorm wir sind, das macht den mitreißenden Schwung dieses Romans aus. Nur, wenn wir am Ende womöglich doch nichts sehn, dann wollen wir uns nicht sagen lassen, unsre Seelen hätten eben nicht die Schwingen, die sie haben sollten. Nabokov wollte Schmetterlinge und Falter sammeln - du liebe Güte, was gehn denn die Schmetterlinge, was gehn denn die Falter die Abgründe an, die wir, die wir nicht einmal fliegen, nicht einmal flattern können, da unten in unsern bodenverhafteten Seelen haben sollen? (Fjodor Dostojewski: "Verbrechen und Strafe". Aus dem Russischen übersetzt von Swetlana Geier. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1996. 766 Seiten, br., 24,90 DM.) R.V.

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