Die Dämonen - Dostojewskij, Fjodor M.
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In einer russischen Provinzstadt ist die Welt aus den Fugen geraten, ja von bösen Geistern besessen. Dostojewski porträtiert eine Gruppe von jungen Revolutionären um den amoralischen Werchowenski und den Nihilisten Stawrogin, die beide Morde begehen. Zu ihnen steht Werchowenskis gutmütiger Vater in einer zum Reißen gespannten Beziehung - mit all seiner liberalen Haltung, die diese monströsen Charaktere erst hervorgebracht hat. Sprachmächtig hat Dostojewski mit "Die Dämonen" ein zeitkritisches Panorama der russischen Gesellschaft geschaffen.…mehr

Produktbeschreibung
In einer russischen Provinzstadt ist die Welt aus den Fugen geraten, ja von bösen Geistern besessen. Dostojewski porträtiert eine Gruppe von jungen Revolutionären um den amoralischen Werchowenski und den Nihilisten Stawrogin, die beide Morde begehen. Zu ihnen steht Werchowenskis gutmütiger Vater in einer zum Reißen gespannten Beziehung - mit all seiner liberalen Haltung, die diese monströsen Charaktere erst hervorgebracht hat. Sprachmächtig hat Dostojewski mit "Die Dämonen" ein zeitkritisches Panorama der russischen Gesellschaft geschaffen.
  • Produktdetails
  • Verlag: Anaconda
  • Seitenzahl: 928
  • Erscheinungstermin: August 2012
  • Deutsch
  • Abmessung: 208mm x 134mm x 56mm
  • Gewicht: 780g
  • ISBN-13: 9783866478640
  • ISBN-10: 386647864X
  • Artikelnr.: 35696353
Autorenporträt
Fjodor M. Dostojewski wurde am 11. November 1821 in Moskau geboren und starb am 9. Februar 1881 in St. Petersburg. 1849 wurde er wegen angeblich staatsfeindlicher Aktivität im Petraschewski-Kreis zum Tode verurteilt, dann zu vier Jahren Zwangsarbeit in Sibirien begnadigt. 1859 kehrte er nach St. Petersburg zurück.
Rezensionen
1873
Fjodor M. Dostojewskij "Die Dämonen"

Dostojewskijs große Romane müssen so dick sein, man würde sich sonst niemals so wunderbar meschugge machen lassen von dem Wahngemenge aus Schuld, Liebe, Gott und Mord und Leid und Rußland, aus dem er, wie aus der alten Ursuppe, Figuren kocht. Er wäre auch viel unerträglicher, als er schon ist, wenn er daneben nicht so sehr viel witziger wäre, als seine Bewunderer meistens vermuten lassen. Diesen sarkastischen und leidenschaftlichen Politthriller aus der russischen Provinz läßt er sehr raffiniert von einem Manne berichten, der eigentlich niemals so ganz auf der Höhe der Ereignisse ist (herrlich etwa der Anfang im Tone einer nun doppelt scheinbaren Betulichkeit - vielleicht tut nämlich der Erzähler auch bloß naiv; oder der Autor tut's, das bleibt offen). Und so setzen sich die komplexen Charaktere des Romans erst im Leser wie aus lauter Spiegelungen zusammen, die Erzählung selber dagegen kann jenen leicht abständigen Duktus behalten, in welchem dann später Dostojewskijs Bewunderer Gide so schön schwelgen konnte - selbst dessen irgendwie "grundlose Taten", die berühmten "actes gratuits", sind hier schon vorbereitet. Gide verzichtet lediglich (lediglich!) auf die Metaphysik, diesen gewissermaßen uneinsehbaren Grund aller Taten, auf den aber Dostojewskij baut - auch in diesem Politthriller, wenn sich in ihm als die tiefere Unwahrheit aller Subversivität der Unglaube entpuppt, und als das schlimme Geheimnis der Schönheit, wenn sie verführt, ohne die Moral zu wecken, dasselbe: nämlich, daß sie ohne Gott auskommen will. Man kann diesem Roman kaum widerstehn, wenn man ihn angefangen hat, und wird verführt, im Menschen und sich selber nicht eigentlich die Abgründe zu entdecken, die man ja schon kannte, aber in den Abgründen Riesengespenster, von denen man nur noch wenig wußte. (Fjodor Dostojewskij: "Die Dämonen". Roman. Aus dem Russischen übersetzt von Marianne Kegel. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1994. 844 S., br., 22,90 DM.) R.V.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Besprechung von 02.07.1996
1873
Fjodor M. Dostojewskij "Die Dämonen"

Dostojewskijs große Romane müssen so dick sein, man würde sich sonst niemals so wunderbar meschugge machen lassen von dem Wahngemenge aus Schuld, Liebe, Gott und Mord und Leid und Rußland, aus dem er, wie aus der alten Ursuppe, Figuren kocht. Er wäre auch viel unerträglicher, als er schon ist, wenn er daneben nicht so sehr viel witziger wäre, als seine Bewunderer meistens vermuten lassen. Diesen sarkastischen und leidenschaftlichen Politthriller aus der russischen Provinz läßt er sehr raffiniert von einem Manne berichten, der eigentlich niemals so ganz auf der Höhe der Ereignisse ist (herrlich etwa der Anfang im Tone einer nun doppelt scheinbaren Betulichkeit - vielleicht tut nämlich der Erzähler auch bloß naiv; oder der Autor tut's, das bleibt offen). Und so setzen sich die komplexen Charaktere des Romans erst im Leser wie aus lauter Spiegelungen zusammen, die Erzählung selber dagegen kann jenen leicht abständigen Duktus behalten, in welchem dann später Dostojewskijs Bewunderer Gide so schön schwelgen konnte - selbst dessen irgendwie "grundlose Taten", die berühmten "actes gratuits", sind hier schon vorbereitet. Gide verzichtet lediglich (lediglich!) auf die Metaphysik, diesen gewissermaßen uneinsehbaren Grund aller Taten, auf den aber Dostojewskij baut - auch in diesem Politthriller, wenn sich in ihm als die tiefere Unwahrheit aller Subversivität der Unglaube entpuppt, und als das schlimme Geheimnis der Schönheit, wenn sie verführt, ohne die Moral zu wecken, dasselbe: nämlich, daß sie ohne Gott auskommen will. Man kann diesem Roman kaum widerstehn, wenn man ihn angefangen hat, und wird verführt, im Menschen und sich selber nicht eigentlich die Abgründe zu entdecken, die man ja schon kannte, aber in den Abgründen Riesengespenster, von denen man nur noch wenig wußte. (Fjodor Dostojewskij: "Die Dämonen". Roman. Aus dem Russischen übersetzt von Marianne Kegel. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1994. 844 S., br., 22,90 DM.) R.V.

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