In 20 Sprachen um die Welt - Dorren, Gaston
28,00 €
versandkostenfrei*

inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
0 °P sammeln
  • Gebundenes Buch

EINE REISE ZU DEN MEISTGESPROCHENEN SPRACHEN DER WELT
Wie konnte das kleine Portugal eine Weltsprache hervorbringen und Holland nicht? Warum sprechen japanische Frauen anders als japanische Männer? Und wieso funktionieren nicht-alphabetische Schriften genauso gut wie unsere 26 Buchstaben? Drei Viertel aller Menschen sprechen eine der 20 Sprachen, von denen dieses Buch erzählt. Gaston Dorren taucht in ihre ungewöhnlichen Geschichten ein und erklärt uns ihre erstaunlichen, aufschlussreichen und unterhaltsamen Besonderheiten. In seinem phantastisch geschriebenen Buch nimmt er uns auf eine…mehr

Produktbeschreibung
EINE REISE ZU DEN MEISTGESPROCHENEN SPRACHEN DER WELT

Wie konnte das kleine Portugal eine Weltsprache hervorbringen und Holland nicht? Warum sprechen japanische Frauen anders als japanische Männer? Und wieso funktionieren nicht-alphabetische Schriften genauso gut wie unsere 26 Buchstaben? Drei Viertel aller Menschen sprechen eine der 20 Sprachen, von denen dieses Buch erzählt. Gaston Dorren taucht in ihre ungewöhnlichen Geschichten ein und erklärt uns ihre erstaunlichen, aufschlussreichen und unterhaltsamen Besonderheiten. In seinem phantastisch geschriebenen Buch nimmt er uns auf eine einzigartige Weltreise mit, die uns einem Großteil der Menschheit näher bringt.

Die Hälfte der Menschheit hat eine der 20 Sprachen, von denen dieses Buch erzählt, als Muttersprache. Drei Viertel aller Menschen sprechen mindestens eine von ihnen. Aber was zeichnet diese 20 vor den übrigen 6000 Sprachen der Welt aus? Gaston Dorren berichtet in seinem wunderbar vergnüglichen Buch von ihrer Herkunft und ihrem Aufstieg. Er erklärt die Schriften, die sie verwenden, stellt Juwelen und Lücken in ihrem Vokabular vor, erläutert linguistische Absonderlichkeiten und vermittelt uns, wie die Grammatik einer Sprache und die Weltsicht ihrer Sprecher zusammenhängen. So geht er etwa dem Rätsel nach, warum das Vietnamesische ein Dutzend Formen von «ich» kennt, erklärt den wundervollen Vokalreichtum des Portugiesischen und macht uns klar, dass wir alle mehr Arabisch können, als wir denken.

Von Vietnamesisch bis Englisch - eine Reise zu nahen und fernen SprachenEin Buch für Weltreisende und Sprachverliebte
  • Produktdetails
  • Verlag: Beck
  • Originaltitel: Babel. Around the World in Twenty Languages
  • Seitenzahl: 400
  • Erscheinungstermin: 15. Juli 2021
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 141mm x 36mm
  • Gewicht: 647g
  • ISBN-13: 9783406766848
  • ISBN-10: 3406766846
  • Artikelnr.: 60392263
Autorenporträt
Gaston Dorren ist Journalist und Autor hochgelobter Bücher über Sprachen. Er spricht Niederländisch, Limburgisch, Englisch, Deutsch und Spanisch und liest Französisch, Afrikaans, Friesisch, Portugiesisch, Italienisch, Katalanisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch, Luxemburgisch und Esperanto.
Inhaltsangabe
Einleitung
Zwanzig Sprachen: Die halbe Welt

20Vietnamesisch 85 Millionen
Sprachlicher Bergsport

19Koreanisch 85 Millionen
Sprechende Sinne

18Tamil 90 Millionen
Eine Frage von Leben und Tod

17 Türkisch 90 Millionen
Irreparabel verbessert

16Javanisch 95 Millionen
Hoch und runter sprechen

15Persisch 110 Millionen
Erbauer eines Imperiums und Bauarbeiter

14Panjabi 125 Millionen
Der Ton ist die Message

13Japanisch 130 Millionen
Sprachliche Geschlechtertrennung

12Suaheli 135 Millionen
Afrikas lässige Vielsprachigkeit

11Deutsch 200 Millionen
Ein Außenseiter mitten in Europa

10Französisch 250 Millionen
Nieder mitla différence!

9Malaiisch 275 Millionen
Tortendiagrammschlacht

8Russisch 275 Millionen
Die indoeuropäische Seele

7Portugiesisch 275 Millionen
Über sich selbst hinausgewachsen

6Bengalisch 275 Millionen
Eine Abugida von vielen

5Arabisch 375 Millionen
Unser Arabisch: Ein Kompaktwörterbuch

4Hindi-Urdu 550 Millionen
Gleich und Gleich entzweit sich gern

3Spanisch 575 Millionen
¿Ser oder estar? Das ist hier die Frage

2Mandarin 1,3 Milliarden
Die legendäre chinesische Schrift

2bJapanisch (zweite Runde)
Ein Schriftsystem ohne System

1Englisch 1,5 Milliarden
Die Auserwählte?

Quellen und weiterführende Literatur
Dank
Bildnachweis
Register
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 01.10.2021

Tücken des Tons
Gaspar Dorren hat ein Buch über die meistgesprochenen Sprachen geschrieben. Es ist so beglückend wie bedrückend
Auch wer in Europa ernsthaft mehrsprachig ist, kennt doch meist nur solche Sprachen, die seiner eigenen ziemlich ähnlich sind: außer dem heimischen Deutschen typischerweise Englisch, Französisch, Italienisch, allenfalls noch Russisch oder Latein. Er glaubt, das Fenster der Welt damit weit aufgestoßen zu haben; doch alle diese Sprachen gehören zur selben Familie, dem Indoeuropäischen mit seinen ziemlich gleichförmigen Grundmustern – während die meisten Sprachen auf diesem Planeten ganz anders funktionieren, und zwar gerade einige der sprecherreichsten.
Um die Fülle dessen ahnbar zu machen, was Sprache überhaupt an Möglichkeiten bietet, hat Gaston Dorren, auf Englisch schreibender niederländischer Autor und Sprachwissenschaftler, zu einem einleuchtenden Auswahl-Prinzip gegriffen: Er präsentiert die 20 größten Sprachen der Welt – Größe hier ganz schlicht gemessen an der Zahl der Sprecher. Sie erscheinen in aufsteigender Ordnung, das heißt die kleinste unter den großen zuerst, und so hin bis zum Englischen. Dem jeweiligen Kapitel geht ein Steckbrief voraus, der knapp über Verwandtschaft, Verbreitung, Schrift, Phonetik und grammatische Eigenheiten der jeweiligen Sprache informiert.
Die kleinste unter den großen ist Vietnamesisch, mit 85 Millionen Sprechern. Dorren, der ganz unbefangen „Ich“ sagt, bucht einen dreiwöchigen Kurs in Hanoi. Eine Sprache in drei Wochen? Der Konsulatsbeamte, der das Visum ausstellt, zeigt sich skeptisch. Zurecht. Dorren gelangt noch nicht einmal auf die Stufe eines Gastarbeiters, dafür aber zu etwas anderem: zur Erkenntnis von den Tücken des Tons. Der Ton spielt in den europäischen Sprachen nur ausnahmsweise eine Rolle, beispielsweise wenn man zwischen „nà!“ und „ná?“ zu unterscheiden hat.
Im Vietnamesischen mit seinen vielen Einsilblern aber hängt die gesamte Semantik daran. „Man braucht nur einmal den falschen Ton zu treffen, und schon wird aus „hier“ „dort“, oder „geh“ wird zu „Prostituierte“, „Hodensack“ oder „misshandeln“. All das klingt in seinen Ohren wie weißes Rauschen; und wenn er sich selbst in den Gassen von Hanoi am Vietnamesischen versucht, bekommt er zur Antwort: Sorry no English. „Und warum bloß werden Flüsse, Messer und Augen grammatisch wie Tiere behandelt? Dies alles fasziniert den Linguisten in mir, aber es schüchtert den Schüler ein.“
Hier liegt der große Reiz des Buchs: dass man auf zwanglose Weise etwas über eine Sprache lernt, ohne dass man sie eigentlich lernen müsste. Dorren greift bei jeder Sprache den Aspekt heraus, der ihm besonders interessant vorkommt. Anhand von Nr. 19 etwa, Koreanisch (ebenfalls 85 Mio. Sprecher), erläutert er die Behauptung de Saussures, alle sprachlichen Zeichen seien beliebig. Für’s Koreanische jedenfalls trifft dies nicht zu. Hier spielt das lautsymbolische Prinzip eine systematische Rolle. „Kam-kam“ zum Beispiel heißt „im Dunkeln“, „kkam-kkam“ wiederum „im Stockdunkeln“, und „k’am-k’am“ schließlich „in gespenstischer, trostloser Dunkelheit“. Im wachsenden artikulatorischen Aufwand bahnt sich eine zunehmende Beklommenheit den Weg. Und das ist kein Spezialfall, sondern die Regel.
Bei jeder dieser fremden großen Sprachen tritt etwas zutage, was auch die eigene neu beleuchtet. Sprache ließe sich nicht per Kommando verändern? O doch! Dorrens Kronzeuge ist das Türkische. Kemal Atatürk verordnete ihm nicht nur eine neue Schrift, die lateinische, sondern erzwang eine Revolution des Wortschatzes. Die persisch-arabischen Fremdwörter, rund 60 Prozent des alten osmanischen Vokabulars, wurden radikal durch Neuprägungen ersetzt. Das geschah auf so rücksichtslose und chaotische Weise, dass die ganze Sprache zwischendurch in die Gefahr des Unverständlichen geriet und der große Rhetor Atatürk seine Reden zuletzt nur noch stockend vom Blatt las. Erst in den vergangenen Jahrzehnten hat das Türkische (Nr. 17, 90 Mio. Sprecher) eine neue Stabilität erreicht. Atatürk hat seinen Willen durchgesetzt. Es geht also. Und es geht auch mit Gewalt.
Das Gendern gilt heute als ein unentbehrliches Mittel, um gesellschaftliche Gleichberechtigung durchzusetzen. Im Japanischen (Nr. 13, 130 Mio. Sprecher) hat es genau dem gegenteiligen Zweck gedient: Die klare Unterscheidung von männlich und weiblich in der Sprache soll die unterlegene Position der Frau zementieren. Deshalb kämpfen die Frauen in Japan darum, dass es mit diesem Zweierlei ein Ende nimmt und auch sie sich als Leser bezeichnen dürfen, ohne dass sie als Leserin zu lächeln und zu nicken hätten.
Und wie steht es mit dem Deutschen? Mit 200 Mio. Sprechern, davon rund 100 Mio. Zweitsprachlern (eine hohe Quote!) nimmt es immerhin Platz 11 auf Dorrens Liste ein. Doch die Überschrift des entsprechenden Kapitels deutet das Problem an: „Ein Außenseiter mitten in Europa“. Worin genau besteht das Problem? In den unregelmäßigen Verben? Die gibt es überall. In der Reihung der Wörter im Satz? Die ist vertrackt, lässt sich aber kaum ändern, wenn der Unterschied zwischen „Du kommst morgen“ und „Kommst du morgen?“ nicht den Bach hinuntergehen soll.
Die wirkliche dysfunktionale Schwierigkeit des Deutschen steckt in der Deklination, genauer in der Zweiheit von starker und schwacher Deklination. „An einem schönen Sommermorgen“: Viel einfacher wäre es, wenn man sagen dürfte „An einem schönem Sommermorgen“. Das erwiese auch dem Dativ die volle Ehre. Denkt man drüber nach, leistet die Kasus-Endung eigentlich überhaupt keinen sinnvollen Beitrag zum Verständnis dieser Phrase, und „An ein schön Sommermorgen“ würde ohne jeden Verlust dieselbe Information transportieren. (Wer jemals eine DSH-Prüfung für ausländische Studierende korrigiert hat, der weiß, dass nahezu die Hälfte aller Fehler in diesem Bereich gemacht wird.) Ohnehin klingt, was die meisten Zeitgenossen so vor sich hinnuscheln, schon jetzt ziemlich ännlich. Dies ist unzweifelhaft der Weg der Zukunft. Warum ihn nicht schon heute freiwillig beschreiten, wenn wir spätestens in 300 Jahren sowieso dort herauskommen werden? Das wäre kaum ein Gewaltakt zu nennen, eher ein erleuchteter Vorgriff. Warum nicht auch im Deutschen ein bisschen atatürkisieren?
Nein, Sprache ist kein heiliges, überzeitliches Kulturgut. Sprache ist, womit die Leute einander verstehen oder weshalb sie daran scheitern. Sprache verharrt nicht in Zeit und Raum, sie oszilliert und erzeugt unendliche Vielfalt, was auch heißt: unendliche Verwirrung. Hunde haben es da deutlich einfacher. Aber wie tief und weit die Kluft ist, die uns trennt – um davon eine Vorstellung zu bekommen, braucht man dieses Buch. Es ist sehr unterhaltsam geschrieben, und man erfährt ungeheuer viel. Aber es erfüllt, trotz seines heiter aufgeschlossenen Tons, auch mit Trauer, denn man begreift, wie mächtig und unentrinnbar der Fluch von Babel bleibt.
BURKHARD MÜLLER
In Japan ging es beim
Gendern um das Gegenteil
von Gleichberechtigung
Gaston Dorren: Die größten Sprachen und was sie so besonders macht. Aus dem Englischen von
Juliane Cromme.
C.H. Beck, München 2021.
400 Seiten, 28 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
…mehr

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Rezensent Burkhard Müller trauert ein wenig über die Verschiedenheit der Sprachen und das große gegenseitige Unverständnis beim Lesen in Gaston Dorrens fabelhaftem Buch. Fabelhaft findet Müller, wie der Autor sich den 20 größten Sprachen zuwendet, ohne sie eigentlich zu sprechen. Zu lernen nämlich gibt es dennoch eine Menge, stellt Müller fest. Etwa in den Steckbriefen über Verbreitung, Phonetik und Grammatik. Was dann folgt, ein Bericht über die Erfahrungen des Autors mit tückischen Tönen im Vietnamesischen, Lautsymbolik im Koreanischen, sprachlicher Diktatur im Türkischen oder der Dysfunktionalität des Deutschen, findet Müller höchst aufschlussreich und äußerst unterhaltsam.

© Perlentaucher Medien GmbH
"Dorren bringt dabei das Kunststück fertig, Laien grundverschiedene Typen des Verschriftlichens bis hin zu den aberwitzig komplizierten Systemen der Japaner in unterhaltsamer Kürze nahezubringen."
Falter, Sebastian Kiefer

"Der Sprachwissenschaftler erzählt kundig und heiter vom Vietnamesischlernen, was Sprachvielfalt mit politischer Stabilität zu tun hat und warum es in Westbengalen so viele Schriftsysteme gibt wie nirgendwo sonst."
Der Standard

"Gibt einen ebenso unterhaltsamen wie lehrreichen Überblick (...) Gaston Dorren lässt wissenswerte Fakten durch persönliche Erfahrungen lebendig werden." Abendzeitung, Roberta de Righi

"Wenn der Linguist und Journalist Gaston Dorren über Sprache schreibt, dann geht es weniger um Adjektive und das Konjugieren als vielmehr um Kultur, Geografie und Geschichte." Buchkultur

"Es präsentiert auf unterhaltsame Art einen Schatz von Wissenswertem über die wichtigsten Sprachen der Welt." journal21.ch, Urs Meier

"Sprache verändert sich, aber der Mensch ist sprachlich ein konservatives Wesen, über Sprache definiert er oft seine Zugehörigkeit, ja seine Identität, weshalb aus Sprachstreit echte Kriege entstehen können. Mit solchen Themen befasst sich der holländische Autor Gaston Dorren in seinem neuen Buch." Tages-Anzeiger, Martin Ebel

"Wer Sprachen liebt, kennt aber ja nicht unbedingt die 20 Sprachen mit den meisten Sprecherinnen und Sprechern. Bis jetzt. Denn nun gibt es das neue Buch des niederländischen Sprachenkenners Gaston Dorren (...) bemerkenswert (...) 20 verschiedene Erzählideen." Bayern 2 - Sozusagen, Hendrik Heinze

"Nicht in 80 Tagen, sondern mit 20 Sprachen nimmt Gaston Dorren seine Leser auf eine etwas andere Weltreise." Zuger Presse

"Man könnte sich keinen besseren Führer durch die Wunder und Vielfalt der Sprachen dieser Welt wünschen."
Mail on Sunday

"Ein faszinierender Führer und eine Feier der sprachlichen Vielfalt und Zweisprachigkeit."
The Guardian
…mehr