Die verborgene Tradition - Arendt, Hannah
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Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg erschienen sechs Essays von Hannah Arendt über politisch-soziologische und philosophisch-literarische Themen, geschrieben im Bewußtsein der Zeit, das ein Bewußtsein des jüdischen Schicksals war: Über die organisierte Schuld, den Imperialismus, die Existenzphilosophie, über die verborgene Tradition eines Heine, Kafka, Chaplin oder Stefan Zweig. "Es fällt heute einem Juden nicht leicht, in Deutschland zu veröffentlichen, und sei er ein Jude deutscher Sprache. Angesichts dessen, was geschehen ist, zählt die Verführung, seine eigene Sprache wieder schreiben zu…mehr

Produktbeschreibung
Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg erschienen sechs Essays von Hannah Arendt über politisch-soziologische und philosophisch-literarische Themen, geschrieben im Bewußtsein der Zeit, das ein Bewußtsein des jüdischen Schicksals war: Über die organisierte Schuld, den Imperialismus, die Existenzphilosophie, über die verborgene Tradition eines Heine, Kafka, Chaplin oder Stefan Zweig. "Es fällt heute einem Juden nicht leicht, in Deutschland zu veröffentlichen, und sei er ein Jude deutscher Sprache. Angesichts dessen, was geschehen ist, zählt die Verführung, seine eigene Sprache wieder schreiben zu dürfen, wahrhaftig nicht, obwohl dies die einzige Heimkehr aus dem Exil ist, die man nie ganz aus den Träumen verbannen kann", so definiert Hannah Arendt in einer dem Band vorgestellten Zueignung an ihren Lehrer Karl Jaspers die Situation, aus der heraus sie spontan und zwingend Stellung bezieht. Die Aufsätze dieses bisher nicht mehr erschienenen "Buches seiner Zeit" sind für die vorliegende Ausgabe um zwei Aufsätze über die Aufklärung und die Jugendfrage (in neuer Übersetzung aus dem Englischen) erweitert.
  • Produktdetails
  • suhrkamp taschenbuch 303
  • Verlag: Suhrkamp
  • 4. Aufl.
  • Seitenzahl: 167
  • Erscheinungstermin: 22. Dezember 1984
  • Deutsch
  • Abmessung: 180mm x 111mm x 17mm
  • Gewicht: 158g
  • ISBN-13: 9783518368039
  • ISBN-10: 3518368036
  • Artikelnr.: 24079087
Autorenporträt
Arendt, Hannah
Hannah Arendt, am 14. Oktober 1906 in Linden bei Hannover als Kind jüdischer Eltern geboren, studierte u.a. Philosophie und promovierte 1929 bei Karl Jaspers zum Liebesbegriff bei Augustin. 1933 Verhaftung in Berlin, danach Emigration nach Paris. 1940 Internierung in Gurs (Südfrankreich), Flucht und Emigration in die USA. Wichtigste Veröffentlichungen: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft (1955), Vita activa oder Vom tätigen Leben (1960), Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen (1964, engl. 1963). Hannah Arendt starb am 4. Dezember 1975 in New York.

Griese, Friedrich
Friedrich Griese studierte Philosophie und Soziologie. Später übersetzte er Sachbücher aus dem Englischen, Französischen, Polnischen und Italienischen ins Deutsche. Friedrich Griese verstarb am 20. Juni 2012.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 22.05.2000

Hinweis

HANNAH ARENDT. "Die verborgene Tradition" ist unendlich oft enthüllt, beleuchtet, hin- und hergewendet worden, seit 1948 jene "Sechs Essays" erschienen, von denen einer der veränderten Neuausgabe den Titel gab, die der Suhrkamp Verlag 1976 veranstaltete. Dass Heines Schlemihl und Chaplins Tramp Figuren der jüdischen Erfahrung sind, ist heutigen Philologiestudenten ein Gemeinplatz; der Versuch, das Gegenteil zu beweisen, wäre provokant. Natürlich meint man nicht, der Spur des "Ewigen Juden" der Antisemiten zu folgen, wenn man die gesamte moderne Literatur im Licht der jüdischen Tradition umdeutet; man will korrekt anti-essentialistisch denken. Hannah Arendt pflegte dagegen eine essentialistische Sprache, die ihr bisweilen den Vorwurf des jüdischen Selbsthasses eintrug. "Was für das jüdische Volk im ganzen zu den verhängnisvollsten Resultaten geführt hat, sein völliges Unverständnis für Politik und seine allen modernen Verhältnissen spottende volkstümliche Einheitlichkeit und Solidarität, hat eine erstaunlich schöne und in der Moderne einzigartige Leistung hervorgebracht: die Filme Charles Chaplins." Solche Superlative und Einzigkeitsbehauptungen kann man, wenn man will, kontextualisieren, historisieren und relativieren, also der Verwertung im akademischen Interpretationsbetrieb zuführen; sie fordern aber eigentlich nicht zur Deutung, sondern zum Streit auf. Dass dieser Streit heute noch möglich ist, ist damit nicht ausgemacht; die Wiederveröffentlichung regt immerhin zur Probe an. (Hannah Arendt: "Die verborgene Tradition". Essays. Jüdischer Verlag, Frankfurt am Main 2000. 184 S., geb., 36,- DM.)

pba.

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