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In Julies Klasse ist ein Neuer: Dschingis, ein Flüchtlingskind aus der Mongolei, und Julie soll sich ein bisschen um ihn kümmern. Dschingis hat schließlich keine Ahnung, wie man Fußball spielt, was man zum Schwimmen mitnimmt und warum man nicht den ganzen Tag in einem Fellmantel herumläuft. Im Gegenzug weiß Julie bald alles über die Mongolei, dass dort Riesenblumenbäume wachsen, dass man Adlern eine Mütze aufsetzt, um sie zu beruhigen und wie warm so ein Fellmantel ist. Und sie lernt, wie man einen Dämon mit Hefeteig austrickst. Doch dann, eines Nachts, werden Dschingis und seine Familie…mehr

Produktbeschreibung
In Julies Klasse ist ein Neuer: Dschingis, ein Flüchtlingskind aus der Mongolei, und Julie soll sich ein bisschen um ihn kümmern. Dschingis hat schließlich keine Ahnung, wie man Fußball spielt, was man zum Schwimmen mitnimmt und warum man nicht den ganzen Tag in einem Fellmantel herumläuft. Im Gegenzug weiß Julie bald alles über die Mongolei, dass dort Riesenblumenbäume wachsen, dass man Adlern eine Mütze aufsetzt, um sie zu beruhigen und wie warm so ein Fellmantel ist. Und sie lernt, wie man einen Dämon mit Hefeteig austrickst. Doch dann, eines Nachts, werden Dschingis und seine Familie abgeholt. Sie dürfen nicht in Liverpool bleiben, sondern müssen zurück in die Mongolei ...
  • Produktdetails
  • Verlag: Carlsen
  • Seitenzahl: 112
  • Altersempfehlung: ab 10 Jahren
  • Erscheinungstermin: April 2012
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 156mm x 15mm
  • Gewicht: 348g
  • ISBN-13: 9783551555946
  • ISBN-10: 355155594X
  • Artikelnr.: 34514893
Autorenporträt
Boyce, Frank Cottrell
Frank Cottrell Boyce erhielt für sein erstes Kinderbuch "Millionen" zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Luchs des Jahres 2004 und die renommierte Carnegie Medal. Er hat sich außerdem als Drehbuchautor einen Namen gemacht, mit Filmen wie "Hilary und Jackie" und "Welcome to Sarajevo". 2013 erhielt er für "Der unvergessene Mantel" den Deutschen Jugendliteraturpreis, 2015 wurde er mit dem James Krüss-Preis geehrt. Mit seiner kinderreichen Familie lebt F.C. Boyce in Liverpool.
Rezensionen
Besprechung von 02.05.2012
LIES DOCH MAL

Mongolei: Ein Foto von einem Ährenfeld, eines von Sanddünen in der Wüste und eines von einem riesigen Blumenbaum, unter dem winzige Stühle stehen. Juli braucht eine Weile, bis sie merkt, dass die Fotos von der Mongolei, die Dschingis in der Klasse zeigt, alle in ihrer Nähe aufgenommen worden sind, zur Not mit winzigen Puppenstühlen unter normalen Blumen. Aber sie verrät nichts. Denn schließlich hat Dschingis sie zu seinem "Guten Ratgeber" ernannt. Aber warum hat sein kleiner Bruder Nergui so viel Angst vor einem Dämon? Und warum darf Julie die Brüder nie zu Hause besuchen? Als sie schließlich doch einmal mit ihrer Mutter zu dem Hochhaus fährt, in dem Dschingis wohnt, öffnet ihr seine weinende Mutter die Tür und im Flur stehen Koffer. Und eines Tages sind Dschingis und sein Bruder verschwunden. Ein Buch über die Kraft der Fantasie.

steff.

Frank Cottrell Boyce: "Der unvergessene Mantel". Carlsen Verlag. 106 Seiten,11,90 Euro. Ab 10 Jahre

Südsee: Nim fühlt sich unwohl auf dem riesigen Kreuzfahrtschiff. Schließlich ist sie auf einer paradiesischen kleinen Insel mitten im Ozean aufgewachsen. Aber sie kann ihre Seelöwin Selkie ja nicht im Stich lassen, die von einem verrückten Professor auf dem Schiff gefangen gehalten wird. Er will Selkie sogar verkaufen. Und das alles nur, weil Nim so traurig wegen Alex war und von der Höhle, in die sie sich zurückgezogen hatte, nicht sehen konnte, wie Selkie im Meer gefangen wurde. Denn die Schriftstellerin Alex, ihre gute Freundin, ist wütend nach New York abgereist. Nims Vater Jack macht sich nun Sorgen um seine Tochter und um Alex und reist den beiden nach. Ein turbulentes Abenteuer, in dem Nim beweist, dass sie sich sogar alleine in New York zurechtfinden kann. Hauptsache, Selkie wird gerettet. Und Alex kommt zurück.

steff.

Wendy Orr: "SOS für Selkie". Dtv junior Verlag. 233 Seiten, 6,95 Euro. Ab 8 Jahre

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Besprechung von 07.09.2012
Sehnsuchtsort Xanadu
Wie zwei Jungen aus der Mongolei
das Leben in einer kleinen englischen Schule aufmischen
VON SIGGI SEUSS
Mindestens zwei Dinge faszinieren an Der unvergessene Mantel , dem neuesten Buch des britischen Autors Frank Cottrell Boyce ( Millionen , Meisterwerk , Galaktisch ): die Erzählweise und die Magie des Milieus. Die Erzählweise, weil Boyce scheinbar nahezu nebenbei die unwürdigen Lebensverhältnisse illegal aus anderen Kulturen eingewanderter Menschen in den Blickpunkt rückt.
  Frank Cottrell Boyce lässt, – ohne aufgesetzte Dramatik – eine junge Frau zu Wort kommen, die sich an ein Ereignis in ihrer Schulzeit in den 1990er Jahren erinnert. Sie erzählt von zwei Kindern aus einer völlig fremden Welt, aus der Mongolei, die eines Tages in der Klasse erscheinen, Dschingis und sein kleiner Bruder Nergui. Beide sind – obwohl es sommerlich warm ist – in alte Fellmäntel gehüllt und fühlen sich von Dämonen verfolgt. Die elfjährige Julie gewinnt ihr Vertrauen. Sie wird zur „guten Ratgeberin“ der beiden und macht sie mit den Gepflogenheiten des Lebens an der Schule und in dem – real existierenden – Ort Bootle bei Liverpool vertraut. Mit der Zeit glaubt Julie, der geheimnisvollen Geschichte der Jungs auf die Spur zu kommen. Aber die Wahrheit ist weit entfernt von dem, was sich das Mädchen aus Gesprächen, aus gemeinsamen Unternehmungen, aus ihrer Fantasie und den allerorten gepflegten Klischees des Fremden zusammenreimt, aus Vorstellungen von Nomaden und Reiterstämmen, von Wüsten und Steppen, von Geistern und Dämonen, von Kublai Khan und Dschingis Khan, vom Sehnsuchtsort Xanadu. Allerdings findet im Lauf der Geschichte das, was zuerst unvereinbar erscheint – der Widerspruch zwischen Mythos und Wirklichkeit – auf wundersame Weise zusammen. Wie der Schriftsteller – und mit ihm sein Übersetzer Salah Naoura – den Lesern Glauben machen, dass der Sehnsuchtsort Xanadu überall ist, könnte man eine Spielart des fantastischen Realismus nennen. Selbst in der depressiv stimmenden Vorortlandschaft Bootles (das Boyce übrigens auch zu anderen Romanstoffen inspirierte), selbst dort gibt es eine Menge magischer Orte. „Vielleicht entdeckte ich“, lässt Boyce die erwachsene Julie erzählen, „vielleicht entdeckte ich gerade ein unbekanntes Land, das man trotz der geringen Entfernung übersehen hatte.“ Kinder können die vertrautesten Orte und einfachsten Gegenstände um sich herum in Requisiten und Kulissen ihrer Abenteuerlandschaft verzaubern. Da wird aus einem aufgelassenen Steinbruch der Grand Canyon. Ähnliches geschieht in Boyce’ Buch. Quasi dokumentarisch sind in ihm etliche Polaroidfotografien zu sehen, die Julie in Dschingis’ Manteltasche gefunden hatte. Die bereits vergilbten und braunstichigen Fotos zeigen magisch wirkende Landschaften und Gegenstände, die Julie in der Mongolei ansiedelt. Wie sich herausstellt, sind es jedoch Aufnahmen aus Bootle und Umgebung.
  Die Geschichte lebt aus dieser Spannung zwischen Vertrautheit und Fremdheit und von den kindlich-neugierigen Versuchen der Annäherung an das Fremde. Dass dieses Potential der Verständigung vor der Wirklichkeit illegaler Einwanderer und Asylsuchender nahezu nichtig wirkt, ist eine andere Geschichte. Aber auch die steht in Frank Cottrell Boyce’ Erzählung im Raum. Wie die bedrohlichen Schattenspiele auf Dschingis Polaroidfotografien. (ab 10 Jahre)
  
Frank Cottrell Boyce: Der unvergessene Mantel. Mit Fotografien von Carl Hunter und Clare Heney. Aus dem Englischen von Salah Naoura. Carlsen 2012. 110 Seiten, 11,90 Euro.
ILLUSTRATION AUS FRANK COTTRELL BOYCE: DER UNVERGESSENE MANTEL
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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Dieses Buch macht den Eindruck eines nachträglichen Tagebuches. Aber obwohl die Ich-Erzählerin ein Mädchen ist, ist der Autor ein Mann; doch das macht nichts, denn er hat sich absolut in die Psyche seiner pubertierenden Heldin, die zum ersten Mal "Fremde" erlebt, eingearbeitet. Dschingis und sein stummer Bruder Nergui tauchen eines Tages in ihrem Klassenzimmer auf und konfrontieren die Schüler und auch die Lehrerin mit ihrem vollkommen ungewöhnlichen Verhalten. Aber Julie reagiert darauf mit großem Interesse, denn dass jemand einen Adler besitzt und bezähmen kann, das hat sie noch nie gehört. Aus Interesse wird Faszination für ein Land am Ende dieser Welt, das sich Mongolei nennt, und Julie liegt alles daran, möglichst viel von diesem geheimnisvollen Leben, das die Menschen dort führen, zu erfahren. Dabei entwickelt sich eine eigenwillige Freundschaft, denn die beiden Fremden legen ihre Gewohnheiten nicht ab, auch wenn sie bereit sind, eines Tages ihre Fellmäntel auszuziehen. Das ist auch das einzige, was von ihnen zurückbleibt, nachdem die britische Einwanderungsbehörde feststellt, dass sie mit ihrer Familie zurückkehren müssen in ihre Heimat, und sie buchstäblich nachts aus dem Bett holen und in ein Flugzeug verfrachten. Für Julie und ihre Klassenkameraden wird diese Tatsache zum Entsetzen, denn ohne Mantel in der Mongolei, wo im Winter die Temperaturen unter minus 50 Grad purzeln können, was soll dort aus Dschingis werden? Nur wer Menschen kennen und lieben lernt, ist bereit, sich für die Verbesserung ihre Schicksale zu engagieren. Dschingis wird in diesem Buch sehr lebendig und zieht auch die Leser in seinen Bann. Die Geheimnisse seiner Identität als Mensch der Steppe sorgen dafür, dass man ihn nicht mehr vergisst. Deshalb könnte dieses Buch für interkulturelle Verständigung von großem Wert sein. Gabriele Hoffmann (Leanders Leseladen, Heidelberg)…mehr
"Sehr berührend und poetisch.", Augsburger Allgemeine, 19.10.2013