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Produktdetails
  • Verlag: Hörbuch Hamburg
  • Anzahl: 4 Audio CDs
  • Gesamtlaufzeit: 261 Min.
  • Erscheinungstermin: 12. März 2013
  • ISBN-13: 9783869520193
  • Artikelnr.: 36799200
Autorenporträt
Kracauer, Siegfried
Siegfried Kracauer war Journalist, Soziologe, Filmkritiker und Geschichtsphilosoph. 1889 in Frankfurt am Main geboren, wurde er als Redakteur der Frankfurter Zeitung zu einem der wichtigsten Feuilletonisten der Zwanziger Jahre. 1933 floh er zunächst nach Frankreich, nach der Besetzung durch die Nationalsozialisten in die USA, nach New York, wo er 1966 starb. Zu seinen Hauptwerken zählen Das Ornament der Masse (1927) und Von Caligari zu Hitler (1947). Ginster, einer seiner autobiografisch geprägten Romane, wurde 1928 erstmals veröffentlich.

Rotschopf, Michael
Michael Rotschopf, geboren 1969 in Lienz, absolvierte seine Schauspielausbildung am Max-Reinhard-Seminar in Wien. Bereits während des Studiums holte ihn Claus Peymann an das Wiener Burgtheater, zu dessen festem Ensemble er fünf Jahre lang gehörte. Es folgten Engagements an deutschen und österreichischen Theatern. Dem Fernsehpublikum ist er aus den Krimi-Reihen Stolberg, SOKO Leipzig und der mit dem Deutschen Fernsehpreis sowie dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichneten Serie KDD - Kriminaldauerdienst bekannt. Im Kino war Michael Rotschopf 2010 in Percy und Felix Adlons Ehedrama Mahler auf der Couch zu sehen.
Rezensionen
Besprechung von 12.03.2013
Zerrieseln
statt siegen
Siegfried Kracauers
Debütroman „Ginster“
Für den Helden dieses Romans ist die Romanlektüre ein Laster, für das er sich verachtet wie ein Trinker für den Rausch, aus dem er mit einem Kater erwacht: „Obwohl Ginster nach jedem Roman Ekel empfand, konnte er von dem Genuss doch nicht lassen“ (Siegfried Kracauer: Ginster. Gekürzte Lesung von Michael Rotschopf. Hörbuch Hamburg, Hamburg 2013. 4 CDs, 261 Minuten, 19,99 Euro). Der Schauspieler Michael Rotschopf liest das mit der gebotenen Distanz, in einem schlanken Berichtston, der diesem Buch angemessen ist. Denn „Ginster. Von ihm selbst geschrieben“, der anonym erschienene Debütroman des Schriftstellers, Architekten und soziologisch gebildeten Journalisten Siegfried Kracauer (1899-1966) ist nicht auf Einfühlung aus.
  Sondern auf den Rhythmus von Beschleunigung und Stillstand, Reflexion und überscharfer Wahrnehmung, in dem der Held, ein unverbesserlicher Zivilist und wie sein Autor Architekt, den Ersten Weltkrieg – und die Revolution, die aus ihm hervorgeht – zur Darstellung bringt, indem er sich beiden entzieht. Selten hat eine Revolution so früh ermüdet und erschöpft ausgesehen wie die deutsche von 1918/19 in den Augen Ginsters, des Spezialisten für das„Zerrieseln“ der Dinge und Menschen.
  Das Auseinanderfallen der Ordnung, auf das diese Augen insgeheim hoffen, bleibt aus, wenn sie über Schaufensterauslagen, Plätze und Denkmäler gleiten. Die Tonspur des Geredes von Verwandten und Bekannten, Freunden und Kollegen, das Ginsters Ohren aufzeichnen, kommt dem Hörbuch entgegen, dem freilich – wie üblich – ein Teil des Textes abhanden kommt. Gelesen wird die erste Fassung, aus dem Jahr 1928.
LOTHAR MÜLLER
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Allein das Wagnis, Siegfried Kracauers Roman "Ginster" vorzulesen, verdient Respekt, meint Rezensent Christian Deutschmann. Denn schon mit der Lektüre hatte der Rezensent einige Probleme: Der Romanheld, ein gänzlich "ichloser" junger Mann namens "Ginster", dessen Beobachtungen während des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges der Kritiker folgt, erscheint so wenig "fesselnd", dass Deutschmann ihn kaum zu fassen bekommt: Mal vor Entzückung weinend beim Anblick von Märschen und Paraden, dann wieder tricksend, um sich der Einberufung zu entziehen, reist er - auch in der Liebe orientierungslos - quer durch Deutschland und notiert seine stets verwunderten, aber doch empfindungslosen Beobachtungen zum Alltags- und Gesellschaftsleben jenseits der Front. Auch wenn der Rezensent dem Roman großes Sprachvermögen, Bildgewalt und Sarkasmus attestiert, erscheint er ihm nicht ganz "ermüdungsfrei" zu lesen. Umso verdienstvoller findet er die Lesung des Schauspielers Michael Rotschopf, dessen "gepflegte Diktion" durch die schwierigsten Passagen führt. Allerdings hätte der Kritiker sich durchaus weniger Elegie, dafür mehr Sarkasmus während des Vortrags gewünscht.

© Perlentaucher Medien GmbH
"Die glasklare Sprache findet in Michael Rotschopfs wohltuend nüchterner Stimme ihre ideale Entsprechung.", buchjournal
»Siegfried Kracauers Romane Ginster und Georg sind kostbare Kleinodien der Literatur, fein ziseliert, wunderbar ironisch und ausgesprochen klug. Ein bereicherndes Leseerlebnis.«