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Die mit mehreren polnischen Fachpreisen ausgezeichnete Studie analysiert die ostdeutsche, polnische und tschechoslowakische Geschichtswissenschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Autor untersucht die historischen Diskurse und stellt sie in den wissenschaftspolitischen Kontext der kommunistischen Regime. Górnys Buch ist nicht als Darstellung des Stalinismus als Geschichts-epoche zu verstehen; vielmehr soll eine umfassendere Perspektive marxistischer Geschichtswissenschaft vergleichend in drei Volksrepubliken Ostmitteleuropas geboten werden. Dabei wird deutlich: Die in ihren jeweiligen Ländern…mehr

Produktbeschreibung
Die mit mehreren polnischen Fachpreisen ausgezeichnete Studie analysiert die ostdeutsche, polnische und tschechoslowakische Geschichtswissenschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Autor untersucht die historischen Diskurse und stellt sie in den wissenschaftspolitischen Kontext der kommunistischen Regime. Górnys Buch ist nicht als Darstellung des Stalinismus als Geschichts-epoche zu verstehen; vielmehr soll eine umfassendere Perspektive marxistischer Geschichtswissenschaft vergleichend in drei Volksrepubliken Ostmitteleuropas geboten werden. Dabei wird deutlich: Die in ihren jeweiligen Ländern führenden Historiker verfolgten keineswegs die gleiche Linie, sondern es gab eine bedeutende Vielfalt von Geschichtsinterpretationen. Nicht zuletzt des-halb lehnt Górny die These vom »antinationalen« Charakter stalinistischer Geschichtsschreibung ab. Zugleich plädiert er dafür, die derzeitige Forschung zur DDR-Historiografie um den Vergleich mit anderen Staaten des ehemaligen Ostblocks zu erweitern, da sich der alleinige Fokus auf den Kontext der deutsch-deutschen Beziehungen als unzureichend erwiesen hat.
  • Produktdetails
  • Europäische Diktaturen und ihre Überwindung. Schriften der Stiftung Ettersberg Band 016
  • Verlag: Böhlau
  • Originaltitel: Przede wszystkim ma byc naród. Marksistowskie historiografie w Europie Srodkowo-Wschodniej (Warschau 2007)
  • Seitenzahl: 440
  • Erscheinungstermin: 3. Mai 2011
  • Deutsch
  • Abmessung: 233mm x 160mm x 33mm
  • Gewicht: 724g
  • ISBN-13: 9783412207021
  • ISBN-10: 3412207020
  • Artikelnr.: 32592653
Autorenporträt
Górny, Maciej§Historiker, studierte an der Warschauer Universität, promovierte an der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau und am Berliner Kolleg für Vergleichende Geschichte Europas. Stipendiat des polnischen Kultusministeriums, der Stiftung für die polnische Wissenschaft (Fundacja na rzecz Nauki Polskiej) sowie der Hertie-Stiftung. Ab 2006 Adiunkt am Institut Für Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften, 2006-2010 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Zu seinen wichtigsten Publikationen gehören die Monographien Miedzy Marksem a Palackým. Historiografia w komunistycznej Czechos³owacji (Warszawa 2001) und Przede wszystkim ma byæ naród. Marksistowskie historiografie w Europie Srodkowo-Wschodniej (Warszawa 2007). Die (mit)herausgegebenen Bände: Berlin. Polnische Perspektiven (Berlin 2008), Deutschland, Polen und der Zweite Weltkrieg. Geschichte und Erinnerung (Potsdam-Warschau 2009) und Polska - Niemcy Wschodnie 1945-1990. Wybór dokumentów, Bd. 3, 1956-1957 (Warszawa 2008) sowie zahlreiche Artikel und Rezensionen in Zeitschriften und Sammelbänden in Polen, Tschechien, Deutschland, England, Österreich und Ungarn. Er ist Mitherausgeber der Reihe Discourses of Collective Identity in Central and Southeast Europe, 1770-1945 (Budapest 2006-2011), Redaktionsmitglied der Zeitschrift Acta Poloniae Historica und Historie. Jahrbuch sowie Mitwirkender und Mitherausgeber im Projekt Deutsch-polnische Erinnerungsorte.
Inhaltsangabe
Geleitwort von Klaus Zernack Danksagung 1 Themen und Forschungsmethoden13 2 Institutionen, Historiker und Entwicklungen der historischen Wissenschaften in Ostmitteleuropa zwischen 1945 und 1949 sowie ihre spätere Stalinisierung Der Wiederaufbau der Historiographie nach dem Krieg Deutschland, Ungarn und die Slawenheit
ein Präludium zur Neuinterpretation der Nationalgeschichte. Die Sowjetisierung der historischen Wissenschaften. Die Aufgaben der Geschichtswissenschaften Die Popularisierung der marxistischen Methodik. Die zentralen historischen Zeitschriften Die wissenschaftliche Diskussionskultur Die Treffpunkte: Konferenzen und Historikertage. Die marxistischen Synthesen der Nationalgeschichte
zur Verwirklichung der Idee kollektiver Arbeit. Die Synthese im Tauwetter
das Jahr 1956 und die Diskussion über die Entwürfe. Das Lehrbuch der deutschen Geschichte. Die Geschichtsinstitute der Akademien 3 Die Marxisten und die historiographische Tradition Die Traditionen der nationalen Historiographien in Ostmitteleuropa. Die Dilemmata der polnischen Historiographie seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. Die tschechische Historiographie im Schatten der nationalen Wiedergeburt. Die Geschichte im Kampf um das Existenzrecht
die slowakische Historiographie Die Kontinuität der Motive in den nationalen Historiographien. Die marxistische Historiographie in Polen und die historiographischen Traditionen Adam Naruszewicz und die Historiographie der Aufklärung Joachim Lelewel und die polnische Historiographie der Romantik Karol Boromeusz Hoffman und die beginnende Auseinandersetzung über die Rolle des Positivismus. Die Krakauer Schule: Michal Bobrzynski Die Warschauer Schule: Streit um die Kriterien von Fortschrittlichkeit und die Bewertung des Positivismus. Die polnische Historiographie des 20. Jahrhunderts Das Kriterium der Fortschrittlichkeit in der Erforschung der Historiographie Die marxistische Historiographie in Tschechien und die historiographische Tradition Die Historiker der Aufklärung, die nationale Wiedergeburt. FrantiSek Palacký Josef Pekar TomáS Garrigue Masaryk
Historiographie und Legende in den Augen der Marxisten. Alois Jirásek und Zdenek Nejedlý. Die tschechoslowakische Historiographie der Zwischenkriegszeit. Die marxistische Historiographie in der Slowakei und die historiographischen Traditionen. Die Historiographie der Aufklärung. Die Anfänge der nationalen Wiedergeburt Die 'ältere' und die 'jüngere' bürgerliche Geschichtsschreibung Die Rolle der Matica slovenská Die neueste slowakische Historiographie
Suche nach einem marxistischen Bezugspunkt. Die ostdeutschen Marxisten und das Erbe der deutschen Historiographie Die Historiographie der Aufklärung Die Historiker im Kampf um die deutsche Einheit. Leopold von Ranke und der deutsche Historismus. Sybel
Droysen
Treitschke
Mommsen. Die borussische Schule. Die Historiographie vom Kaiserreich zum Dritten Reich. Die bürgerliche und die marxistische Historiographie. 4 Die marxistischen Interpretationen der Nationalgeschichten. Problembezogene Perspektiven. Zu Beginn des Feudalismus Die antifeudale soziale Revolution Zwischen Französischer Revolution und russischer Armee. Die Nationalbewegungen des 19. Jahrhunderts. Der Einfluss der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution auf die Geschichte Ostmitteleuropas 5 Zusammenfassung. 'Pessimismus' und 'Optimismus' im marxistischen Geschichtsbild. Der Platz der vier Historiographien im Kontext der Region Abkürzungen. Auswahlbibliographie Personenregister