9,95 €
Versandkostenfrei*
inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
0 °P sammeln
  • Broschiertes Buch

Sage mir, was du isst, und ich sage dir, wer du bist Die DDR ist untergegangen und mit ihr die Kübel der Großküchen, die Durchreichen und die herrschsüchtigen Kellner. Die preisgekrönte Journalistin Jutta Voigt erinnert an Spreewaldgurken, Grilletta und Goldbroiler und das einzige japanische Restaurant der Republik. Brillant geschrieben, wunderbar subjektiv und ganz und gar nicht geschmacklos. "Unterhaltsam und klug." Süddeutsche Zeitung "Witzige Abrechnung mit dem Leben im 'Ham wa nich'-Land." Stern …mehr

Produktbeschreibung
Sage mir, was du isst, und ich sage dir, wer du bist Die DDR ist untergegangen und mit ihr die Kübel der Großküchen, die Durchreichen und die herrschsüchtigen Kellner. Die preisgekrönte Journalistin Jutta Voigt erinnert an Spreewaldgurken, Grilletta und Goldbroiler und das einzige japanische Restaurant der Republik. Brillant geschrieben, wunderbar subjektiv und ganz und gar nicht geschmacklos. "Unterhaltsam und klug." Süddeutsche Zeitung "Witzige Abrechnung mit dem Leben im 'Ham wa nich'-Land." Stern
Autorenporträt
Jutta Voigt, geboren in Berlin, Studium der Philosophie an der Humboldt-Universität, Redakteurin, Essayistin und Kolumnistin bei den Wochenzeitungen Sonntag, Freitag, Wochenpost und Zeit. 2000 Theodor-Wolff-Preis. Bei Aufbau erschienen: "Der Geschmack des Ostens. Vom Essen, Trinken und Leben in der DDR", "Westbesuch. Vom Leben in den Zeiten der Sehnsucht". Zuletzt: "Spätvorstellung. Von den Abenteuern des Älterwerdens". Neu im Aufbau Verlag erscheinen 2016 von Jutta Voigt: "Stierblutjahre. Die Boheme des Ostens" und "Verzweiflung und Verbrechen. Menschen vor Gericht".
Rezensionen
"Witzige Abrechnung aus dem Leben im 'Ham wa nich'-Land." Stern
»Keine Ostalgie, sondern bissige und witzige Abrechnung mit einem Leben im "Ham wa nich"-Land.« STERN 20060810

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 12.04.2006

Mit Mischgemüse
Jutta Voigt erzählt vom Leben in der DDR aus Sicht ihrer Küche
„Bemüh’ dich, keine Flecken auf unser Leinentischtuch zu machen!” Diese Worte auf einer Hauswand in Pompeji haben die Journalistin Jutta Voigt an zu Hause erinnert: So wurde in der DDR auch geredet. Und wenn auch die DDR nicht so ratzeputze vernichtet wurde wie das alte Pompeji, nehmen sich die Relikte ihrer Essgewohnheiten heute nicht minder rührend aus als jene Pompejis.
Jutta Voigt beschreibt die Entwicklung von Staat und Gesellschaft der Ostdeutschen aus der Sicht ihrer Küche. Sie schreibt unterhaltsam und klug, lässt die allfälligen Witze nicht aus und gibt zum Nachkochen auch diverse Rezepte DDR-typischer Gerichte an. Ihr großer Ansatz - das Wesen des DDR-Staates aus seiner Küche heraus zu erklären - geht auf: „Ein voller Bauch rebelliert nicht gern”, lautet Frau Voigts Hauptthese. Und weil auch die SED-Bosse das wussten, sorgten sie dafür, dass es an Sättigungsbeilagen nicht fehlte. Das Angebot war nicht über die Maßen vielfältig, dafür aber sehr nahrhaft: „Die kalorienschwere DDR-Küche machte uns zu braven Bürgern”, schreibt Jutta Voigt, „beschäftigt mit Ranschaffen und Verdauen.” Wer daran zweifelt, dass Geschichten von Küche und Esskultur über mehr als zweihundert Seiten lang amüsant sein können, wird dies Buch mit Staunen lesen.
Das Kellnerwesen der DDR war bekanntlich nicht besonders avanciert. Nur im Palast des Volkes war das anders: Den sollte niemand unzufrieden verlassen. Kellner, die dort servierten, sind zu recht bis heute stolz auf ihre Ausbildung. Die französische Schule - am Tisch flambieren, filetieren, tranchieren können - haben diese Kellner damals beherrscht. Heutzutage ist die französische Schule selbst in den exklusiven Hotels Europas immer weniger gefragt.
augf
JUTTA VOIGT: Der Geschmack des Ostens. Vom Essen, Trinken und Leben in der DDR. Gustav Kiepenheuer Verlag, Berlin 2005. 214 Seiten, 16 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
…mehr

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Überrascht zeigt sich "augf", dass Jutta Voigts Ansatz, die DDR aus ihrer Esskultur heraus zu verstehen und zu erklären, tatsächlich aufgeht: Denn diese Küche, darin stimmt der Rezensent zu, war nichts anderes als ein durchsichtiger Tausch zwischen Führung und Volk - Kalorien gegen Loyalität, "Sättigungsbeilagen" gegen Untertanenpflicht. Die SED regierte, das Volk verdaute. "Unterhaltsam" und "klug" sei das geschrieben, auch die "allfälligen Witze" zum Thema und Rezepte zum Nachkochen bleiben nicht aus. Nicht alles war provinziell in den Kartoffelfeldlandschaften östlich der Elbe: Dass die Kellner im Palast der Republik durchaus die französische Schule beherrschten -"am Tisch flambieren, filetieren, tranchieren" - auch das lässt sich in diesem Buch erfahren, so der Rezensent.

© Perlentaucher Medien GmbH
Andere Kunden kauften auch