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Heutige Diskussionen um soziale Ungleichheit sind häufig ideologisch und emotional aufgeladen. Oft bilden dabei altbewährte Sozialklischees den Deutungsrahmen für die Bewertung von "Armut", in dem sich moralisierende, dramatisierende und solidarisierende
Narrative entfalten. Die Wahrnehmung der "Unterschicht" hat aber auch eine Geschichte – dieses Buch untersucht erstmals, zudem auf breiter empirischer Basis, die sozialen Images von Armut in der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik zwischen den beiden Staatsgründungen (1949) und der "Wiedervereinigung"…mehr

Produktbeschreibung
Heutige Diskussionen um soziale Ungleichheit sind häufig ideologisch und emotional aufgeladen. Oft bilden dabei altbewährte Sozialklischees den Deutungsrahmen für die Bewertung von "Armut", in dem sich moralisierende, dramatisierende und solidarisierende

Narrative entfalten. Die Wahrnehmung der "Unterschicht" hat aber auch eine Geschichte – dieses Buch untersucht erstmals, zudem auf breiter empirischer Basis, die sozialen Images von Armut in der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik zwischen den beiden Staatsgründungen (1949) und der "Wiedervereinigung" (1989). Wo lassen sich Gemeinsamkeiten und Abweichungen

in der Bewertung sozialer Schieflagen "hüben" wie "drüben" erkennen?
  • Produktdetails
  • Verlag: Campus Verlag
  • Seitenzahl: 469
  • Erscheinungstermin: 9. Februar 2015
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 144mm x 32mm
  • Gewicht: 585g
  • ISBN-13: 9783593502687
  • ISBN-10: 3593502682
  • Artikelnr.: 41778651
Autorenporträt
Christoph Lorke ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
Inhaltsangabe
Inhalt

Einleitung 9

Armutsgeschichte als Kulturgeschichte 11

Forschungsdesign, Methode und Zugriff 14

"Armut" und deutsch-deutsche Beziehungsgeschichte 21

Quellen, Forschungsstand und Vorgehensweise 25

I. Allgegenwart und Ausblendung: "Armut" in den Nachkriegsjahren 38

1. Soziale Images der "Armut" nach 1945: Eine Spurensuche 38

2. "Armut" in der "Zusammenbruchsgesellschaft" 48

3. Jenseits von Mittellagen: Öffentlichkeit der "Armut" in der "nivellierten Mittelstandsgesellschaft" 54

4. Respektabilität und "Armut": Symbolische Grenzziehungen 74

4.1 Kriegsopfer, Kinderreiche, Alte: Sozialpolitische Interventionen 74

4.2 Quantifizierung bundesdeutscher Not: Der erste "Warenkorb". 80

4.3 Arbeit, Fürsorge und Sozialvorstellungen in der frühen DDR 86

4.4 "Unwürdige Armut" in beiden Nachkriegsgesellschaften 94

5. "Dem Hunger und dem Elend preisgegeben": Armut und

Systemkonkurrenz bis zum Mauerbau 108

II. Dethematisierung und Individualisierung: Jahre des Wachstums 120

1. Sieg über die "Armut"? Images zwischen wohlfahrtsstaatlichen Arrangements und Sozialkritik 120

1.1 Das Bundessozialhilfegesetz: Inhalt, Bedeutung,

erste Krisenbewährung 120

1.2 "Gut genug für die deutsche Öffentlichkeit": Spenden, Schäbigkeit und "Schmarotzer" 129

1.3 Sozialwissenschaft, Medien und "Armut" vor "1968" 136

2. Überbleibsel? "Würdige" Armut in der DDR 147

2.1 Verwissenschaftlichung sozialer Ordnung: Die DDR-Lebensstandardforschung 147

2.2 Unumstrittene Anerkennung: Armut unter Altersrentnern 153

2.3 Zwischen Zuwendung und Skepsis: Zur Situation Kinderreicher 157

3. Ausnahmen von der Regel? Bundesdeutsche Obdachlosigkeit 167

3.1 Selbstverschuldung, Unwirtschaftlichkeit und "Asozialisierung" 167

3.2 Intergenerative Weitergabe? Obdachlosigkeit und Kinderreichtum 177

3.3 Deutungswandel und neue Konstruktionen: Die Entdeckung von "Randgruppen" 183

3.4 Perspektivverschiebungen: "Armut", Medien und "1968" 191

4. Störung der öffentlichen Ordnung: "Asozialität"und "Dissozialität" in der DDR 200

5. Die "andere Armut": Gegenseitige Perzeptionen und "Armut" im Ausland 221

III. Eingeständnisse, Skandalisierung und Relativierung: "Armut" nach dem "Boom" 236

1. Ende "sozialer Schwärmerei": Die "Neue Soziale Frage" und

Europäisierungstendenzen 236

1.1 Konservative Sozialstaatskritik: Kontext und Reaktionen 237

1.2 Verständnis und Anteilnahme: Politische Imagekorrekturen 248

2. Sorgenfrei und geborgen? DDR-Imaginationen und -Paradoxa ab den 1970er Jahren 258

2.1 Kinderreiche: Vom Hofieren und Geringschätzen 260

2.2 Altersrentner: Ungebrochene Huldigung 270

3. Empathie versus Abgrenzung: Bundesdeutsche "Armuts"-Deutungen bis 1989 276

3.1 "Deutschlands faulster Gärtner": Von Vorwürfen und Solidarität 276

3.2 Angstnarrative, oder: Gesellschaftlich benötigte Armut? 290

3.3 "Häßliche Armut": Imaginationen von Obdachlosen und Nichtsesshaften 297

4. Sozialstaat auf dem Prüfstand: Die "Neue Armut" als Politikum 312

4.1 DGB und SPD: Wider die Verdrängung I 314

4.2 Grüne, Kirchen, Wohlfahrtsverbände: Wider die Verdrängung II 323

4.3 Regierung in der Defensive: Konterversuche und Rechtfertigungen 330

5. Im Osten nichts Neues? "Armuts"-Deutungen bis 1989 339

5.1 "Unduldbare Erscheinungen": Imaginationen des "Unwürdigen" 339

5.2 Gegen den Trend? Späte Deutungsverlagerungen 348

6. Blicke nach hüben, Blicke nach drüben, Blicke nach außen: Exterritorialisierung von "Armut" 357

Schluss 377

Abkürzungsverzeichnis 387

Unveröffentlichte Quellen 390

Gedruckte Quellen und Forschungsliteratur 400

Dank 463

Personenregister
Rezensionen
"[...] kommt der Studie das Verdienst zu, auf die Ideologisierung und Indienstnahme der Medien in beiden deutschen Staaten hinzuweisen und diesbezüglich das Problembewusstsein zu schärfen." Matthias Willing, H-Soz-Kult, 08.05.2015 "Eine umsichtige, reichhaltig Material aufbereitende Studie zu Aspekten der Sozialpolitik und mithin Geschichte beider deutschen Staaten!" Prof. Dr. Wolfgang Berg, socialnet.de, 04.05.2016 "Eine lesenswerte Studie." Sarah Haßdenteufel, Das Historisch-Politische Buch "Neben der beeindruckenden Quellenfülle und -vielfalt sowie deren systematisch gekonnter Interpretation liegt die besondere Stärke der Arbeit darin, Armut in ihrer Relativität und Wandelbarkeit als politisches Instrument jenseits von Sozialhilfezahlen und Sozialstatistiken greifbar zu machen." Meike Haunschild, Sehepunkte, 15.11.2015 "Konsequent kontrastiert er Tendenzen in der BRD mit denen in der DDR und arbeitet eine verflochtene und doch geteilte deutsche Geschichte von Armutsrepräsentationen heraus. [...] Somit bietet die Arbeit inspirierende Anknüpfungspunkte, um sie mit aktuell wieder florierenden Forschungen zu Arbeit und Repräsentationen von Arbeit zu kontrastieren." Yvonne Robe, Neue Politische Literatur "Lorke hat eine sehr anregende und materialreiche Studie vorgelegt, in der die Armutsvorstellungen in Deutschland nach 1945 erstmals systematisch analysiert werden. Er kann nachweisen, dass der Armutsbegriff auch politisch instrumentalisiert wurde. Denn die Betonung, Verharmlosung oder Skandalisierung von Armut konnte dazu genutzt werden, um in der Auseinandersetzung um Meinungsführerschaft Vorteile zu erzielen." Dierk Hoffmann, Historische Zeitschrift, 30.10.2017…mehr