Jane, der Fuchs & ich - Britt, Fanny; Arsenault, Isabelle

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Wenn sie nach der Schule allein im Bus sitzt, schafft Hélène bis zu 13 Seiten in ihrem Lieblingsbuch "Jane Eyre". Wenn aber die anderen Mädchen aus ihrer Klasse mitfahren, über sie tuscheln und kichern, dann kann sie nicht mehr lesen, nur noch warten, dass die Tortur vorübergeht. Seit sich ihre früheren Freundinnen ohne jede Erklärung von ihr abgewandt haben, besteht Hélènes Schulalltag aus Kränkungen und Schikanen. Trost findet sie nur bei Charlotte Brontës Romanheldin Jane Eyre, in deren Lebensgeschichte sich das Mädchen verlieren und ihren eigenen Kummer vergessen kann. Als sie jedoch auf…mehr

Produktbeschreibung
Wenn sie nach der Schule allein im Bus sitzt, schafft Hélène bis zu 13 Seiten in ihrem Lieblingsbuch "Jane Eyre". Wenn aber die anderen Mädchen aus ihrer Klasse mitfahren, über sie tuscheln und kichern, dann kann sie nicht mehr lesen, nur noch warten, dass die Tortur vorübergeht. Seit sich ihre früheren Freundinnen ohne jede Erklärung von ihr abgewandt haben, besteht Hélènes Schulalltag aus Kränkungen und Schikanen. Trost findet sie nur bei Charlotte Brontës Romanheldin Jane Eyre, in deren Lebensgeschichte sich das Mädchen verlieren und ihren eigenen Kummer vergessen kann. Als sie jedoch auf einer Klassenfahrt vor den Augen aller gedemütigt wird, braucht Hélène mehr als nur eine fiktive Freundin, um den Glauben an sich selbst nicht zu verlieren... Berührend und aufrichtig erzählen Fanny Britt und Isabelle Arsenault in "Jane, der Fuchs und ich" von der beiläufigen Grausamkeit, zu der Kinder fähig sind, aber auch von ihrer Fantasie und Lebensfreude. Das Comic-Debüt der zwei kanadischen Künstlerinnen wurde mit zahlreichen Preisen bedacht.
  • Produktdetails
  • Verlag: Reprodukt
  • Seitenzahl: 104
  • Erscheinungstermin: 10. März 2014
  • Deutsch
  • Abmessung: 292mm x 223mm x 20mm
  • Gewicht: 745g
  • ISBN-13: 9783943143911
  • ISBN-10: 3943143910
  • Artikelnr.: 40138262
Autorenporträt
Fanny Britt ist eine kanadische Theaterautorin, die nicht nur eigene Stücke auf die Bühne gebracht, sondern auch zahlreiche moderne Theaterstücke ins Französische übertragen hat. Zudem hat sie sich einen Namen als Kinderbuchautorin gemacht und mit "Jane, der Fuchs & ich" nun ihr erstes Comicszenario verfasst. Isabelle Arsenault wurde 1978 in Sept-Iles, Québec geboren. Sie zählt zu den renommiertesten Kinder- und Jugendbuch-Illustratorinnen Kanadas; bereits für ihr erstes Kinderbuch, "Le coeur de Monsieur Gauguin", wurde sie mit dem kanadischen "Governor General's Literary Award" geehrt. "Jane, der Fuchs & ich" ist ihr Comic-Debüt.
Inhaltsangabe
Wenn sie nach der Schule allein im Bus sitzt, schafft Hélène bis zu 13 Seiten in ihrem Lieblingsbuch Jane Eyre . Wenn aber die anderen Mädchen aus ihrer Klasse mitfahren, über sie tuscheln und kichern, dann kann sie nicht mehr lesen, nur noch warten, dass die Tortur vorübergeht. Seit sich ihre früheren Freundinnen ohne jede Erklärung von ihr abgewandt haben, besteht Hé.lènes Schulalltag aus Kränkungen und Schikanen. Trost findet sie nur bei Charlotte Brontës Romanheldin Jane Eyre, in deren Lebensgeschichte sich das Mädchen verlieren und ihren eigenen Kummer vergessen kann. Als sie jedoch auf einer Klassenfahrt vor den Augen aller gedemütigt wird, braucht Hélène mehr als nur eine fiktive Freundin, um den Glauben an sich selbst nicht zu verlieren
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Die Atempausen und das Verträumte in der Geschichte um die junge Hélène, die in der Schule als Außenseiterin gilt, täuschen Anna Mayrhauser nicht darüber hinweg, dass es sich um eine traurige, ja harte Erzählung handelt. Selbst das Happy End macht die Beklemmung nicht wett, die die Rezensentin verspürt, wenn das Zeichnerin-Texterin-Duo Fanny Britt und Isabelle Arsenault die Verlorenheit ihrer Figur, ihre Strategien gegen die Einsamkeit und das Abseitsstehen in schwarzweißen Bleistift-Zeichnungen lakonisch, aber eben doch "herzzerreißend" in Szene setzen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 02.06.2014
Trauerwurst
und Racheengel
Ihr wart die Hölle: Zwei Comics
erzählen von Mobbing
Schon im Titel schwingt Western-Rache mit: „Antoinette kehrt zurück“ heißt die dritte Graphic Novel der jungen Comicautorin Olivia Vieweg. In ihrer letzten, der viel beachteten Mark-Twain-Adaption „Huck Finn“, schickt sie zwei Außenseiter durch die ostdeutsche Provinz und ließ die Saale aussehen wie den Mississippi. Ähnliches gelingt ihr auch dieses Mal: ein Thüringer Dorf, gezeichnet, als läge es in Amerika.
  Honigwarme Farben mischen sich mit Aschetönen in den Bildern, die Antoinettes Geschichte erzählen. Die junge Frau mit den großen Manga-Augen und den Engelslocken lebt in Los Angeles, gibt sich als Schwedin aus und führt ein glückliches Leben, Hollywoodstar-Ehemann inklusive. Doch ihre Kindheit zwischen Plattenbau, Fachwerk und deutschem Wald kann sie nicht abschütteln. Also kehrt Antoinettezurück nach „Harzdorf“, so der Name ihres fiktiven Heimatorts, und trifft nach und nach ihre Mitschüler von einst wieder. Als sie Kinder waren, haben sie Antoinette gequält und verspottet, nun reden sie den Hass von damals klein und bewundern Antoinette so unverhohlen wie unterwürfig für ihr neues Leben. Doch dass Antoinette ein Hollywood-Leben führt und ihre ehemaligen Mobber ziemlich biedere Existenzen abgeben, tröstet die Titelheldin nicht. Das Haar windzerzaust, ein Cowgirl aus der ostdeutschen Provinz, schwingt sie sich zum Racheengel auf. Ihren Feldzug inszeniert Vieweg als befreiende Vergeltungsphantasie.
  Da wo Vieweg laut wird, bleiben die Autorinnen von „Jane, der Fuchs & ich“ leise. Wie es ist, außerhalb des Kreises zu stehen, weiß auch Hélène, die Heldin von Fanny Britts und Isabelle Arsenaults Comicdebüt. Konsequent aus Hélènes Sicht erzählen die Autorinnen von der Einsamkeit auf dem Schulhof, vom Gefühl, von der beflissenen Verkäuferin und der hilflosen Mutter im Kaufhaus den falschen Badeanzug verpasst zu bekommen und von den Strategien, die Außenseiter entwickeln, um nicht aufzufallen. Ein endloses Sich-die-Schuhe-Zubinden, möglichst vertieftes Lesen, angestrengtes In-Taschen-Kramen. Bis das Schlimmste vorbei ist.
  Zwischen den präzisen schwarz-grau-weiß gehaltenen Bleistift-Zeichnungen entsteht das Bild einer Kindheit, lakonisch und herzzerreißend. Bunt wird es nur, wenn sich Hélène in die Literatur flüchtet. Sie lebt dann in der Welt von Charlotte Brontës „Jane Eyre“ – wenn aus diesem unauffälligen Mädchen noch eine schöne Frau geworden ist, dann hat auch Hélène, die sich selbst „Trauerwurst“ nennt, eine Chance. Auch wenn auf dem Schulhof Gekrakel an den Wänden behauptet „Hélène wiegt 110“.
  Während Vieweg die Bilder vorantreibt, lassen Arsenault und Britt Platz für Atempausen und Träumereien. Doch in beiden Comics täuschen die vermeintlich niedlichen Bilder nicht über die Härte der Erzählung hinweg. Vieweg, die ursprünglich vom Manga kommt, gibt Antoinette ein großäugiges Mädchenantlitz, Arsenault und Britts zart Sepia getönte Bilder und der geheimnisvolle, farbig gezeichnete Fuchs, der in Hélènes Welt auftaucht und sie bald bunter machen wird, könnten einer Hipster-Traumwelt entstammen. Doch trotz des Happy Ends löst „Jane, der Fuchs & ich“ die größere Beklemmung aus – so genau beschreibt der Comic die Verlorenheit der kleinen Hélène und ihre Flucht zu Jane Eyre.
  Auf Literatur verweist auch Vieweg. „Früher wart ihr die Hölle. Jetzt bin ich die Hölle geworden“ lässt sie Antoinette in Anlehnung an Dürrenmatts Claire Zachanassian aus „Der Besuch der alten Dame“ sagen, die ebenfalls Rache an ihrem Heimatdorf nimmt. Wenn sich also am Schluss der eine oder andere Klecks Farbe in Hélènes Welt geschummelt hat und Antoinettes Rache grausam erfolgreich war, dann lädt das auch dazu ein, zwei Klassiker der Literatur neu zu lesen – als Mobbinggeschichten.
ANNA MAYRHAUSER
  
Olivia Vieweg: Antoinette kehrt zurück. Egmont Graphic Novel, Köln 2014. 96 Seiten, 14,99 Euro.
Fanny Britt, Isabelle Arsenault: Jane, der Fuchs & ich. Reprodukt, Berlin 2014. 104 Seiten, 29 Euro.
Vermeintlich niedliche Bilder
für knallharte Erzählungen
Der Kauf eines Badeanzugs wird zur Tortur in „Jane, der Fuchs & ich“: Hélène fühlt sich als „Trauerwurst“.
aBB.: Reprodukt
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