Lange Schatten der Kulturrevolution - Klotzbücher, Sascha
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Im Schatten der emotionalen Manipulationen während der Kulturrevolution (1966-76) gilt das Verhältnis von Politik und Emotion im postmaoistischen China als stark belastet. Sascha Klotzbücher fragt nach den Langzeitwirkungen dieser emotionalen Manipulation und analysiert Maoismus nicht als politischen Herrschaftsmechanismus, sondern in seiner lebensweltlichen und identitätsstiftenden Funktion. In seiner umfassenden Studie untersucht der Autor das Verhältnis von Emotion und Politik in einer transgenerationalen Forschung aus der Erlebnisperspektive der Beteiligten an der Kulturrevolution und…mehr

Produktbeschreibung
Im Schatten der emotionalen Manipulationen während der Kulturrevolution (1966-76) gilt das Verhältnis von Politik und Emotion im postmaoistischen China als stark belastet. Sascha Klotzbücher fragt nach den Langzeitwirkungen dieser emotionalen Manipulation und analysiert Maoismus nicht als politischen Herrschaftsmechanismus, sondern in seiner lebensweltlichen und identitätsstiftenden Funktion. In seiner umfassenden Studie untersucht der Autor das Verhältnis von Emotion und Politik in einer transgenerationalen Forschung aus der Erlebnisperspektive der Beteiligten an der Kulturrevolution und ihrer Nachkommen.

Darüber hinaus stellt er mit dieser Arbeit ein partizipatives Forschungsdesign vor, in dem die eigene Subjektivität des Forschers/der Forscherin mitgedacht wird. Die Analyse dieser ForscherInnensubjektivität definiert einen neuen transregionalen Standpunkt, von dem aus die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Kulturrevolution und den nachfolgenden Prozessen der Erinnerungskultur neu bewertet werden muss.
  • Produktdetails
  • Psyche und Gesellschaft
  • Verlag: Psychosozial-Verlag
  • Artikelnr. des Verlages: 2829
  • Seitenzahl: 543
  • Erscheinungstermin: Juli 2019
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 149mm x 40mm
  • Gewicht: 788g
  • ISBN-13: 9783837928297
  • ISBN-10: 3837928292
  • Artikelnr.: 52450175
Inhaltsangabe
Vorwort

Abkürzungen und Umschrift

1 Einleitung

2 Die Forschersubjektivität in den Chinawissenschaften
Konstitution und Selbstreflexion, Verführung und Selbstverständnis
2.1 Die Fremdwahrnehmung des Chinaforschers: Wie sehe ich den "Anderen"?
2.1.1 Gefühle als virulentes Erbe einer vergangenen politischen Kultur
2.1.2 Angst als strukturimmanentes Merkmal der Feindbeobachtungen
2.1.3 Entdämonisierung des kommunistischen Zukunftsentwurfs: Sympathie, Identifikation und projektive Rationalisierung
2.1.4 Ausschluss und Identität des "Beobachters von Beobachtung"
2.1.5 Vom Beobachter zum Verkünder: Die illusionäre Negierung des Ausschlusses
2.1.6 Professionelle Abwehrstrategien und das daraus entstehende epistemologische Dilemma
2.2 Die Fremdwahrnehmung des Fremden: Wie sieht mich der "Andere"?
2.3 Die Selbstwahrnehmung des Chinaforschers: Wie sehe ich mich selbst?
2.3.1 Übertragungen: Die affektive Initialisierung in der Verführung
2.3.2 Gegenübertragungen: Die Deckerinnerung des Berufsverbots als Gruppenformierung
2.3.3 Die Verleugnung der Verführung und die Begrenzung des Stigmas im kollektiven "Denkzwang"
2.3.4 Das sinologische Selbstverständnis als entlastende Position
2.3.5 Szenarien der Rückkehr des verschwundenen Forschersubjekts
2.3.6 Die Ablehnung der Fremdbeobachtung und die Rolle als vertrauter Beobachter
2.4 Die Selbstwahrnehmung des Fremden in den "footsteps of the Communist Party": Wie sieht der Andere sich selbst?
2.4.1 Interaktionsmuster zwischen Wissenschaftlern und Kadern: Principal-Agent
2.4.2 Fortschreibung des patriarchalen Musters in internationalen Kooperationen
2.5 Der verletzliche Beobachter und seine professionellen Abwehrstrategien

3 Ethnopsychoanalytische Wege zur Emotion in den Chinawissenschaften
3.1 Quellenmaterial und -auswahl
3.2 Gespräche im Forschungsprozess als kommunikative Validierung
3.3 Interdisziplinäre Annäherung an psychoanalytische Ansätze
3.3.1 Beschränkungen der bestehenden psychoanalytischen Diskurse
3.3.2 Der Umbruch und das Erklärungspotenzial der Psychoanalyse
3.3.3 Theoretische Fassung der Emotion und Identifikation in der Rolle
3.4 Transgenerationale Weitergabe und Familie als Speicher

4 Ideologische Situationen und Rollenerwartungen
4.1 Ausrichtung auf den politischen Führer
4.2 Die Freund-Feind-Dichotomie
4.3 Die Dystopie der Feindesherrschaft erzeugt Bringschuld
4.3.1 Feindbekämpfung als Marker und Handlungsoption
4.3.2 Erhöhter individueller Klärungsbedarf
4.4 Die Utopie des Kommunismus suggeriert Verbesserungsbedarf
4.5 Rollenvorbilder versetzen in die "als ob"-Situation
4.5.1 Lei Feng und andere kommunistische Mustermenschen
4.5.2 Rollenerzählungen in den "Drei Aufsätzen"
4.5.3 Soldaten als allgegenwärtige Repräsentanten der "als ob"-Situation
4.6 Die totale, ideologisch geformte Situation

5 Emotionen durch Rollenerwartungen
5.1 Kalkulierte Verunsicherung: Familienloyalität vs. Gruppenloyalität
5.2 Enttäuschung aus einem Selbstrelativierungsdefizit
5.3 Scham durch mangelnde revolutionäre Forschheit
5.4 Minderwertigkeitsgefühle durch soziale Deklassierung
5.5 Gefühlsumschl.ge durch Dissonanz gegenüber einem Objekt
5.6 Die Furcht vor Entbehrungen und das "Klassengefühl"
5.7 Politisches Bewusstsein und affektive Ermächtigung

6 Identifikation mit den drei maoistischen Rollen
6.1 Identifikation mit dem Angreifer in der Rolle des Verehrers von Mao
6.1.1 Auflösung des Ambivalenzkonflikts in der Neuausrichtung auf Mao
6.1.2 Veränderung der Wahrnehmungssituation in der Masse 242
6.1.3 Identitätsbildung im Gefühl der Loyalität
6.1.4 Kompromissbildung: Positionierung als gewissenhafter Schüler der Bauern
6.1.5 Handlung als Marker: Treue und Dankbarkeit auf dem maoistischen Energiepfad
6.2 Die Projektion und die Identifikation in der Heldenrolle
6.2.1 Auflösung der Ambivalenz und Neuausrichtung auf den Feind im Gefühl des Hasses
6.2.2 Entmenschlichung des Feindes und G