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"Afrika entwickelt sich unaufhaltsam. Letzten Endes wird es sich befreien." Alex Perry
Wir wissen alles darüber, wie die Menschen in Afrika sterben, aber nichts darüber, wie sie heute leben. Das ändert Alex Perry, der als Auslandskorrespondent des "Time Magazine" fast ein Jahrzehnt durch den großen Kontinent reiste und ein Afrika erlebte, das sich in einer Phase geradezu wütender Selbstbehauptung befindet. Er sprach mit Unternehmern, Warlords, Entwicklungshelfern, Wissenschaftlern, Drogenschmugglern, Präsidenten, mit Menschen aus allen Bereichen der afrikanischen Gesellschaft. Ein ebenso…mehr

Produktbeschreibung
"Afrika entwickelt sich unaufhaltsam. Letzten Endes wird es sich befreien." Alex Perry

Wir wissen alles darüber, wie die Menschen in Afrika sterben, aber nichts darüber, wie sie heute leben. Das ändert Alex Perry, der als Auslandskorrespondent des "Time Magazine" fast ein Jahrzehnt durch den großen Kontinent reiste und ein Afrika erlebte, das sich in einer Phase geradezu wütender Selbstbehauptung befindet. Er sprach mit Unternehmern, Warlords, Entwicklungshelfern, Wissenschaftlern, Drogenschmugglern, Präsidenten, mit Menschen aus allen Bereichen der afrikanischen Gesellschaft. Ein ebenso eindringlicher wie facettenreicher Blick auf einen modernen und sich im Aufbruch befindenden Kontinent - literarische, hervorragend recherchierte und ganz und gar verblüffende Geschichten aus dem neuen Afrika.

Mit einem aktuellen Nachwort für die Taschenbuchausgabe
  • Produktdetails
  • Fischer Taschenbücher .3026
  • Verlag: Fischer Taschenbuch
  • Artikelnr. des Verlages: 111715
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 560
  • Erscheinungstermin: Juli 2018
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 125mm x 35mm
  • Gewicht: 412g
  • ISBN-13: 9783596030262
  • ISBN-10: 3596030269
  • Artikelnr.: 49539964
Autorenporträt
Perry, Alex
Alex Perry ist ein vielfach ausgezeichneter Auslandskorrespondent, über ein Jahrzehnt berichtete er als Büroleiter des »Time Magazine« aus Afrika, inzwischen schreibt er für »Newsweek«. Geboren in den USA und aufgewachsen in England, arbeitete er über fünfzehn Jahre in Asien und Afrika, berichtete aus mehr als hundert Ländern und von mehr als dreißig Kriegen. In Simbabwe kam er für mehrere Tage ins Gefängnis; seine Recherchen über die Enthauptungen durch Boko Haram wurden vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag als Beweismittel herangezogen.
Rezensionen
Das Buch ist ein aufwühlender, tief beeindruckender Beitrag zur Afrika-Diskussion. Klaus Huhold Wiener Zeitung 20160322
Besprechung von 06.05.2016
Sollten Afrikas Hoffnungen auf den Investitionen Chinas ruhen?

Ökonomische Abhängigkeit vom Westen, despotische Autokraten, Dschihadisten auf dem Vormarsch: Alex Perry zeichnet ein ziemlich düsteres Bild afrikanischer Zustände und baut trotzdem auf die Zukunft des Kontinents.

Der Klappentext verspricht viel. Um das "wahre Afrika" soll es gehen, um das Gesicht eines Kontinents, der heute auf dem besten Weg sei, zu einer neuen ökonomischen und politischen Macht zu werden. Doch reproduzieren die Reportagen, die der englische Auslandskorrespondent Alex Perry in den letzten zehn Jahren für namhafte Nachrichtenmagazine verfasst hat, zunächst nur bereits sattsam bekannte Bilder. Die große Hungersnot in Südäthiopien im Jahr 2008, der Hunderttausende zum Opfer fielen; die anarchischen Zustände in Somalias Hauptstadt Mogadischu, in der sich einheimische Warlords, ausländische Söldner und islamistische Al-Shabaab-Milizen bereits seit Jahren Gefechte liefern; oder der blutige Bürgerkrieg in der Republik Südsudan - der jüngste afrikanische Staat, auf dessen Abspaltung man noch vor wenigen Jahren so große Hoffnungen gesetzt hatte.

Um Antworten auf die Frage, weshalb es den Ländern des subsaharischen Afrikas nicht gelingen will, mit ihren Problemen fertig zu werden, ist der Autor nicht verlegen. Die Folgen jahrhundertelanger Ausbeutung und kolonialer Unterdrückung ließen sich nicht über Nacht beseitigen. An der ökonomischen Abhängigkeit vom Westen habe die politische Unabhängigkeit kaum etwas geändert. Die dünne Besiedlung und die Weiträumigkeit des Kontinents seien bis heute eines der größten Entwicklungshemmnisse geblieben. Der Selbstbehauptung Afrikas stehen Perry zufolge gegenwärtig vor allem drei Faktoren entgegen: das Scheitern der humanitären Interventionen, der Despotismus afrikanischer Autokraten und der Dschihadismus, der auch südlich der Sahara immer mehr Anhänger gewinnt.

Dass das Elend Afrikas bis heute mit Fotografien hungernder Kinder in Verbindung gebracht wird, geht auf die Kampagne zurück, die John Lennon und andere Popstars bereits vor über vierzig Jahren gegen den Krieg in Biafra initiiert hatten. Die großen traurigen Augen und aufgequollenen Bäuche drängen sich immer wieder auf, wenn von neuen Desastern, von Dürreperioden oder Hungerkatastrophen die Rede ist. Im Lauf der Jahrzehnte ist aus der Spendenbereitschaft, die solche Bilder evozieren, ein ganzer Wirtschaftszweig hervorgegangen. In Hilfsorganisationen arbeiten inzwischen weltweit 600 000 Menschen, während die Vereinten Nationen mit über zweihundert Flugzeugen allein für Friedenseinsätze die größte Fluggesellschaft Afrikas unterhalten. Doch wer von dem Geldfluss in erster Linie profitiert, sind die großen amerikanischen Nahrungsmittelkonzerne, bei denen ihre Einkäufe zu tätigen die Hilfsorganisationen des Landes verpflichtet sind. Auch wenn es dann oft Monate dauert, bis die Lebensmittel ihren Bestimmungsort erreichen, ihre Verteilung oft nach politischer Opportunität erfolgt und vieles einfach in den Lagerhallen verrottet, tragen sie insgesamt dazu bei, die einheimische Landwirtschaft zu zerstören. Im Aufzeigen solcher Absurditäten liegt die Stärke von Perrys Berichten.

Perry hatte verschiedentlich Gelegenheit, führende afrikanische Politiker aus nächster Nähe zu beobachten. Einige erklärten sich auch zu Interviews bereit. Auf diese Weise entstehen beeindruckende Einblicke in die inneren Gefüge der Macht. Mugabe, den greisen Herrscher Simbabwes, porträtiert er als einen Mann, der immer noch in der Zeit des Unabhängigkeitskrieges zu leben glaubt und den wirtschaftlichen Niedergang ignoriert, der seinem Land heute eine der höchsten Inflationsraten der Welt beschert. Dagegen kommt der ruandische Staatspräsident Kagame relativ gut weg, obgleich Menschenrechtsaktivisten auch ihm zahlreiche politische Verbrechen vorwerfen. Der Autor neigt manchmal dazu, wörtlich wiedergegebene Gespräche mit Informanten dazu zu verwenden, Gerüchte in den Rang von Tatsachen zu erheben. Aber selbst wenn nur ein Teil von dem stimmt, was man sich zum Beispiel in Südafrika über die Verschwendungssucht, die Korrumpierbarkeit und die zahlreichen Eskapaden Jakob Zumas erzählt, dann ist es kaum zu glauben, dass er von seiner Partei, dem ANC, erst kürzlich wieder im Amt des südafrikanischen Staatspräsidenten bestätigt worden ist. Unter seiner Regierung hat sich die Ungleichheit so verschlimmert, dass Südafrika heute in dieser Hinsicht weltweit den vierten Platz belegt, bei einer Arbeitslosenquote von vierzig Prozent.

Umso erklärungsbedürftiger bleibt, woraus Zuma und viele andere, ähnlich agierende Politiker ihre Popularität beziehen. Ihre Erfolge allein auf Wahlmanipulationen und Bestechung zurückzuführen wäre zu billig. Hier liegt offensichtlich ein Demokratieverständnis vor, das sich mit dem westlicher Staaten nur bedingt deckt. Leider stößt das Wissen des Afrika-Korrespondenten in diesen Fällen bald an seine Grenzen. Hier möchte man ihm empfehlen, sich doch einmal in neueren ethnologischen Untersuchungen umzusehen. Sie zeigen nämlich, dass in den an Verwandtschaftsbindungen ausgerichteten Netzwerken afrikanischer Politiker Face-to-face-Beziehungen allemal eine größere Rolle spielen als die Verpflichtung auf abstrakt gefasste Regeln, Werte und Normen europäischer Provenienz.

Deutlich wird dadurch auch, woher der sich heute in Somalia, Kenia, Nordnigeria oder Mali immer stärker ausbreitende Islamismus seine Anziehungskraft bezieht. Bei allem Fanatismus weist er ein ethisches Grundgefüge auf, das religiöse Loyalitäten an die Stelle ethnischer Zugehörigkeiten und verwandtschaftlicher Bindungen setzt. Hierin mag anfangs auch das Erfolgsgeheimnis der somalischen Al-Shabaab-Milizen bestanden haben, das ihnen dabei half, sich gegen die traditionellen Clanführer durchzusetzen und das Land zumindest für eine Zeit lang zu befrieden. Doch hat der Islamismus als moralische Instanz in Afrika letztlich noch mehr versagt als in anderen Teilen der Welt.

Erst auf den letzten hundert Seiten des Buches kommt Perry auf das zu sprechen, was dessen Titel ankündigt, nämlich die Zukunft des Kontinents. Für ihn liegt sie in einer Kommerzialisierung der Landwirtschaft, die Afrika in die Lage versetzen soll, bald nicht nur sich selbst, sondern die ganze Welt zu ernähren. Auch führt er die Initiativen einer Reihe von Einzelpersönlichkeiten wie etwa des Bürgermeisters der Megalopole Lagos oder des ehemaligen Gouverneurs der nigerianischen Zentralbank an, die ehrgeizige Programme zum Ausbau der städtischen Infrastruktur und der Datentechnologie vorgelegt haben. Und natürlich darf auch der Hinweis auf das wirtschaftliche Engagement Chinas nicht fehlen.

Doch das alles ist etwas mager, wenn man es mit den Horrorszenarios vergleicht, mit denen er seine Leser auf den vorangehenden vierhundert Seiten traktiert. Man fragt sich, woher Perry seinen Optimismus nimmt. Weshalb sollten solche Großprojekte gelingen, wenn schon die sehr viel kleineren zum Scheitern verurteilt waren? Tatsächlich fällt er mit solchen Zukunftsentwürfen hinter die eigene Einsicht zurück, dass die Länder Afrikas endlich aufhören sollen, sich ihre Entwicklungsziele von anderen vorschreiben zu lassen. Zur Selbstbehauptung des Kontinents gehört auch, dass er sich nicht nur vor den Bevormundungen besserwisserischer Entwicklungshelfer und Militärberater, sondern auch vor Journalisten hüten sollte.

KARL-HEINZ KOHL

Alex Perry, "In Afrika". Reise in die Zukunft.

Aus dem Englischen von Michael Bischoff. S. Fischer, Frankfurt am Main 2016, geb., 24,99 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Tim Neshitov bedauert, dass der amerikanisch-britische Journalist Alex Perry es nicht bei der Beschreibung seiner Erlebnisse und Erkenntnisse aus 15 Jahren Afrika belässt, bei seinen Erfahrungen mit dem Unternehmergeist, dem Humor seiner Menschen und bei der realistischen Darstellung der postkolonialen Misere, verursacht laut Autor durch die Entwicklungshilfe, durch Despoten und Dschihadisten. Sobald Perry seinen Text zu einer Geschichte und zu einem Zukunftsausblick des gesamten Kontinents hochjazzt, wird er laut Neshitov leider pathetisch und auch ungenau.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 11.08.2016
Afrika reißt sich los
Der Journalist Alex Perry berichtete 15 Jahre lang aus den Ländern Afrikas. In seinem
neuen Buch hat er sich vorgenommen, die ganze Geschichte des Kontinents zu erzählen
VON TIM NESHITOV
Es ist gut, wenn Journalisten, die länger aus einem Land oder einer Region berichten, ein Buch über ihr Einsatzgebiet schreiben. Sie können spannende Erlebnisse und Erkenntnisse aufschreiben, die sie in ihren Artikeln nicht unterbringen konnten. Berichtet man aus Afrika, wie der preisgekrönte amerikanisch-britische Journalist Alex Perry (Time, Newsweek), erlebt man viel mehr, als die eigene Redaktion je drucken kann.
  Perry verbrachte 15 Jahre in Afrika und Asien, er berichtete aus mehr als 100 Ländern und über mehr als 30 Kriege. Er hat bereits Bücher geschrieben über die Schattenseiten der Globalisierung, über den Kampf des amerikanischen Philantropen Ray Chambers gegen Malaria, über Boko Haram. Nun lebt er in England und hat ein weiteres Buch über Afrika geschrieben: „The Rift: A New Africa Breaks Free“, im
S. Fischer Verlag erschienen mit dem Titel: „In Afrika. Reise in die Zukunft.“
  Das Buch beginnt mit der obligatorischen Vorbemerkung, mit der viele Afrika-Bücher beginnen: „Wenn ein Europäer ein Buch über Afrika und die Freiheit schreibt, stellt sich die Frage nach der Legitimation.“ Die Frage stellt sich in der Tat. Perry beantwortet sie für sich schnell und eindeutig: „Ich bin kein Afrikaner, und obwohl ich den Kontinent nur wegen des schwindenden Glücks eines weit entfernten Auftraggebers in seiner ganzen Breite durchquert habe, bin ich wohl einer der wenigen, die in der Lage wären, die ganze Geschichte zu erzählen.“
  Das klingt nach großer Verantwortung. Auf seine Art wird Perry dieser Verantwortung auch gerecht. Er schreibt mitreißend gegen das Klischee eines hoffnungslosen Kontinents an. Er hat in Afrika nicht nur Macheten, Malariamücken und aufgeblähte Kinderbäuche gesehen, sondern auch Unternehmergeist, schnelles Internet, Humor und viele intelligente Menschen. Gleich im Vorwort warnt Perry vor einem weiteren Klischee, nämlich dass Afrika ein Monolith sei. Denn Afrika sei der größte und vielfältigste Kontinent der Erde. Es sei aber möglich, von Afrika und Afrikanern zu sprechen, weil viele Länder von gemeinsamer Geschichte geprägt worden seien.
  Dieses Buch macht trotzdem den Eindruck, Alex Perry erzähle hier eben nicht „die ganze Geschichte“. Er erzählt eine Geschichte. Seine Geschichte. In lebendiger, kluger Sprache. Damit diese zu „der Geschichte“ wird, macht er daraus nichts weniger als die Geschichte eines Kontinents, der sich vom Joch der Vergangenheit befreie – siehe den englischen Originaltitel. Perry schreibt von einer „epischen Suche nach Freiheit“, die sich dem Ende nähere, von einem „Übergang aus der Vergangenheit in die Zukunft“, den er als einer der wenigen, nun ja, die Ehre hat festzuhalten.
  Es ist aber auch so, dass Afrikas Übergang in die Zukunft seit bald zwei Jahrzehnten ausgerufen, festgestellt, gefeiert – und zuletzt immer häufiger infrage gestellt wird. Das entsprechende angelsächsische Narrativ heißt „Africa rising“; wer die Vision eines ungebremst aufblühenden Afrika anzweifelt, plädiert mittlerweile für einen „Afrorealismus“.
  Alex Perry ist in vielerlei Hinsicht ein Realist, dafür hat er mit genügend Drogendealern, Islamisten, Piraten und nigerianischen Ministern gesprochen. Aber sobald von Afrika als Kontinent die Rede ist, von der ganz großen Geschichte, schreibt er Pathetisches: „Diese Transformation wird die Welt verändern. Sie bringt uns die Aussicht auf ein Ende der Armut. Sie bringt uns dem Tag näher, an dem alle Menschen wirklich gleich geboren sein werden.“
  Interessanterweise lässt einen gerade dieses Buch an dieser These zweifeln. Perry macht für die postkoloniale Misere drei Gruppen verantwortlich: Entwicklungshelfer, Despoten und Dschihadisten, in dieser Reihenfolge. All diese Zeitgenossen verbinde „ihre Arroganz und ihre Heuchelei“. Sieht man sich den Einfluss dieser drei Gruppen genauer an, was Perry in einzelnen Ländern gewissenhaft tut, ergibt sich aber ein sehr buntes Bild.
  In Äthiopien zum Beispiel, dem ultimativen Hungerland (zumindest aus der Perspektive älterer Bob-Geldof-Fans) ist eine Lebensmittelbörse gegründet worden. Sie hilft den Bauern vor Ort, von ihrer Arbeit zu leben und viele Nichtbauern zu ernähren, unabhängig von der Entwicklungshilfeindustrie, die europäischen und amerikanischen Bauern mehr hilft als den Einheimischen. Diese Börse ist Anlass für Optimismus. Andererseits: Was ist mit der Despotie in Äthiopien? Sie blüht. Dutzende Tote bei Demonstrationen gegen das Regime allein in den vergangenen Tagen.
  Der Sudan: Es herrschte Euphorie über die Unabhängigkeit des Südsudans vor fünf Jahren, über das Ende der Unterdrückung durch einen wegen Völkermords per Haftbefehl gesuchten Präsidenten in Khartum. Perry sprach damals ausführlich mit George Clooney, dem prominentesten Sudan-Aktivisten, über den Sinn und Unsinn von Promi-Engagement. Sehr lesenswert. Mittlerweile herrscht im freien Südsudan Bürgerkrieg. Hilfsorganisationen schicken Updates zur „Eskalation sexualisierter Gewalt“.
  Nigeria: wieder einerseits, andererseits. Mehr Licht in den Slums. Aber Islamisten entführen Schulmädchen und köpfen Schuljungen.
  Perry war einer der wenigen Journalisten, die während der Hungerkatastrophe in Somalia vor fünf Jahren erkannten, dass sie von Menschen gemacht worden war. Von Menschen in Washington. Die USA ließen keine Hilfslieferungen in die von Islamisten kontrollierten Gebiete durch (auf dass die Islamisten verhungerten).
  Mit Perrys Wut über diese Hungerkatastrophe fängt dieses Buch an. Am Ende wünscht man, er hätte ein Buch über Somalia geschrieben, oder eines über Guinea-Bissau. Oder eines über seine unvergesslichen, abwechslungsreichen Jahre in Afrika. Aber kein Buch über die unwiderstehliche Zukunft eines Kontinents, dessen Zukunft man sich doch nicht viel besser vorstellen kann als die Zukunft Ingolstadts.
In Afrika findet Alex Perry eine
„epische Suche nach Freiheit“,
die sich dem Ende nähere
Perry sah vor fünf Jahren, dass
die Hungerkatastrophe in Somalia
von Menschen gemacht war
  
  
  
Alex Perry: In Afrika: Reise in die Zukunft. Aus dem Englischen von Michael Bischoff. S. Fischer Verlag, Frankfurt 2016. 544 Seiten, 24,99 Euro. E-Book 22,99 Euro.
Befindet sich Afrika auf einer Reise in die Zukunft? Mit George Clooney, einem engagierten Sudan-Aktivisten, hat Alex Perry lang über Sinn und Unsinn des Promi-Engagements für den Kontinent gesprochen.
Foto: Reuters / Goran Tomasevic
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