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4 Kundenbewertungen

Das neu Album von Rammstein trägt den Namen "Liebe ist für alle da" - was nicht bedeuten soll, dass es hier auch nur ansatzweise so versöhnlich zugeht wie es der Titel glauben machen möchte.

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Produktbeschreibung
Das neu Album von Rammstein trägt den Namen "Liebe ist für alle da" - was nicht bedeuten soll, dass es hier auch nur ansatzweise so versöhnlich zugeht wie es der Titel glauben machen möchte.
Trackliste
CD
1RAMMLIED00:05:18
2ICH TU DIR WEH00:05:01
3WAIDMANNS HEIL00:03:32
4HAIFISCH00:03:44
5B********00:04:14
6FRÜHLING IN PARIS00:04:44
7WIENER BLUT00:03:52
8PUSSY00:03:59
9LIEBE IST FÜR ALLE DA00:03:28
10MEHR00:04:10
11ROTER SAND00:03:59
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 25.10.2009

Ramms rein!
"Liebe ist für alle da": Das neue Rammstein-Album im Empörungstest

Jede Rammstein-Platte ist ein Hammer. Und zwar der Hammer, der dem deutschen Schallplattenbesprechungswesen alle paar Jahre auf das Knie klopft, um zu schauen, ob die Reflexe noch sitzen.

Und? Tun sie es?

Ja, tun sie. Regelmäßig sahnt Rammstein ab, worum sich von den Janitscharen bis zu Florian Silbereisen viele vergeblich bemühten: allerschwerste Bedenken hinsichtlich der Gefährlichkeit, der politischen Tendenz und der moralischen Wirkung dieser Musik. Dem schließen wir uns natürlich rückhaltlos an.

Aber wie gefährlich ist die neue Platte wirklich?

Der Titel "Liebe ist für alle da". Was ist daran bedenklich? Der emotionale Jakobinismus dieser Aussage? Am ehesten vielleicht, dass er klingt wie eine Platte von Silbermond oder so was.

Das Artwork Mischung aus "Das große Fressen" und "Tod des Sardanapal", hüllt das Aufessen von Frauen auch noch in den Mantel der Kultiviertheit: Die 120 Minuten von Salò?

1. Rammlied Endlich mal wieder ein Stück mit dem Wort "Rammstein" als Refrain. Gab es auf der ersten Rammstein-Platte zweimal, dann länger nicht, jetzt wieder. Bedient schamlos den Revisionismus Ewiggestriger!

2. Ich tu Dir weh Knüpft inhaltlich an "Bück Dich" von 1997 an, geht formal aber etwas weiter, von SM zu direkter Folter: "Stacheldraht im Harnkanal"; Soundtrack zu dem Heimatfilm "Hostel".

3. Weidmanns Heil Ein Halali mit E-Gitarren! Das, was auf "Mutter" das Stück "Feuer frei" war: MP-Salven aus dem Schlagzeug, hohle Achtzigerjahresounds pfeifen wie Schrapnelle durchs Unterholz; die Rückführung des Hubertusthemas auf den Kern: Töten!

Wenn Ernst Jünger das noch hätte erleben können . . .

4. Haifisch Brachial-Shanty wie von Rummelsnuff. NOCH brechtischer als in der Dreigroschenoper: Man kann marschieren dazu. Die Band als tönendes Brigadebild.

5. B............... Was singt der da? Bückstück? Füllstück!

6. Frühling in Paris Ein Chansong! Wenn Till Lindemann "Je ne regrette rien" singt, dann klingt das, wie wenn der Shrek die Prinzessin streichelt. Rührend.

7. Wiener Blut Bei Rammstein funktionieren die Reflexe ebenfalls: Nach dem Stück über den Kannibalen von Rotenburg hier nun das über den Fall Fritzl. So muss es klingen, wenn man Reinhard Lakomys "Traumzauberbaum" rückwärts abspielt; ein einziges Kettenrasseln.

8. Pussy Der, haha: Höhepunkt! "Steck Bratwurst in dein Sauerkraut"; Musik ähnlich wie vor Jahren bei "Moskau", am Ende dann jedoch wie Scooter! Eurotrashfanfaren: Rammstein hemmungslos.

9. Liebe ist für alle da. Klingt exakt, wie Rammstein 1995 klangen. Was heißt das? Früher war alles besser?

10. Mehr Oder wie 1997?

11. Roter Sand Beginnt schon so unheilschwanger mit Pfeifen, geht dann auch weiter wie bei den Scorpions. Wir aber sagen: Von Deutschland darf nie wieder eine Ballade ausgehen!

Insgesamt Autobahnmusik zum ordentlich Punktesammeln.

Und? Was bleibt fürs nächste Mal? Selbstmordanschläge, Reisebusunfälle, Salmonellentod im Altersheim, Pub Crawls, Steuerprüfung, Westerwelle.

ripe

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