Kaiser Roms im Münzporträt
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Wie sahen sie aus, die Herrscher Roms, die den Stadtstaat zur "Weltmacht" führten, die Völker unterdrückten, die Menschen mit Brot und Spielen ruhg stellten und ihre Widersacher teils kaltblütig beseitigen ließen? Lebensnahe Physiognomien der Herrscher Roms konfrontiert mit einer knappen, aber stets inhaltsreichen Beschreibung ihres Lebens ergeben ebenso interessante wie spannende Gegenüberstellungen.…mehr

Produktbeschreibung
Wie sahen sie aus, die Herrscher Roms, die den Stadtstaat zur "Weltmacht" führten, die Völker unterdrückten, die Menschen mit Brot und Spielen ruhg stellten und ihre Widersacher teils kaltblütig beseitigen ließen?
Lebensnahe Physiognomien der Herrscher Roms konfrontiert mit einer knappen, aber stets inhaltsreichen Beschreibung ihres Lebens ergeben ebenso interessante wie spannende Gegenüberstellungen.
  • Produktdetails
  • Verlag: WBG Theiss
  • Seitenzahl: 144
  • Deutsch
  • Abmessung: 14mm x 21mm x 297mm
  • Gewicht: 1024g
  • ISBN-13: 9783806218367
  • ISBN-10: 3806218366
  • Artikelnr.: 11800494
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 03.08.2003

Porträt und Programm
Römische Goldmünzen zeigen die Kaiser, wie sie gesehen werden wollten

VON MICHAEL SIEBLER

Sie waren die Herren der Welt, lenkten weise oder brutal die Geschicke zahlreicher Völkerschaften, entledigten sich auf brutale Weise ihrer Widersacher oder ermöglichten talentierten Politikern den Aufstieg in höchste Ämter, sorgten mit Brot und Spielen für die Ablenkung des Volkes oder halfen mit Getreidespenden Hungersnöte zu überwinden: Die Kaiser Roms, über Jahrhunderte hinweg Garanten des Imperium Romanum, kluge Politiker und grausame Egomanen, weise Philosophen und unfähige Feldherren.

Wer kennt sie nicht, die zahlreichen Namen, mit denen sich Wohl und Wehe, Aufstieg und Niedergang Roms untrennbar verbinden: Augustus, der Adoptivsohn Caesars und Begründer des Prinzipats, der jähzornige Caligula, der in den antiken Schriftquellen oftmals unterschätzte Claudius oder Nero, der nach dem Brand Roms den Christen die Schuld für diese Katastrophe zuschob. Dann etwa Hadrian, der Griechenfreund, und Mark Aurel, der Philosoph auf dem Kaiserthron, oder Septimius Severus, der den Sonnengott Sol verehrte, und seine beiden Söhne Caracalla und Geta. Schließlich die weniger bekannten Soldatenkaiser, deren Aufgabe im Grunde nur noch darin bestand, mittels der römischen Legionen die immer stärker werdenden Bedrohungen des Reiches abzuwehren. Marksteine in der langen Reihe sind auch Diokletian, der eine politische Neuordnung des Imperiums durchsetzte, und Constantin der Große, unter dem Rom seine Funktion als Regierungszentrale zugunsten der neuen Stadt am Bosporus, Konstantinopel, einbüßte.

Wie sie aussahen, die Kaiser Roms, beziehungsweise wie sie gesehen werden wollten, das wissen wir von zahlreichen Bronze- und Marmorporträts. Aber es gibt noch ein wichtiges Medium, mit dem nicht nur das Porträt des Herrschers in aller Welt bekannt gemacht wurde, sondern zugleich politische Programme verbreitet wurden: die Münze. Wie kaum ein anderes Medium konnten mit Hilfe der Prägungen das Bildnis des Kaisers und seine aktuellen politischen Forderungen oder Entscheidungen schnell in alle Ecken des Reiches gelangen - durchaus vergleichbar unseren Tageszeitungen. Da kündet die Siegesgöttin Victoria von gewonnenen Schlachten, der opfernde Kaiser zeigt sich als gottesfürchtig, Concordia beschwört die Einheit des Reiches, und der Geschenke austeilende Herrscher dokumentiert seine Freigebigkeit, die Liberalitas.

Die soeben publizierten 55 Aurei aus der Sammlung des verstorbenen Götz Grabert ermöglichen es dem Betrachter nun, sich vom Aussehen und politischen Wollen einiger Kaiser ein Bild zu machen. Die hervorragend erhaltenen und großformatig wiedergegebenen Porträts lassen immer wieder staunen ob ihrer feinen, detailreichen Ausarbeitung, die rundplastischen Bildnissen kaum nachstehen. So manches Mal scheint sich der Charakter des Dargestellten oder seine Lebenseinstellung in den Physiognomien widerzuspiegeln. Augustus in klassischer Strenge, Claudius in feinsinniger Attitüde, Florianus als zupackender Feldherr oder Constantin der Große in idealisierter, allem Irdischen scheinbar entrückter Pose - diese Formalisierung des Kaiserporträts sollte sich später in der byzantinischen Münzprägung noch stärker durchsetzen.

Silvia Mani Hurter: "Kaiser Roms im Münzporträt - 55 Aurei der Sammlung Götz Grabert". Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2003. 144 Seiten, 190 Farbabbildungen. 24,90 [Euro].

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