'Wir sehen uns ins Auge, das Leben und ich' - Reventlow, Franziska zu
    Buch mit Leinen-Einband

Produktdetails
  • Verlag: Stutz, Passau
  • 3., durchges. Aufl.
  • Seitenzahl: 593
  • Erscheinungstermin: Juli 2011
  • Deutsch
  • Abmessung: 235mm
  • Gewicht: 1210g
  • ISBN-13: 9783888492082
  • ISBN-10: 3888492084
  • Artikelnr.: 20878354
Autorenporträt
Franziska Gräfin zu Reventlow, geb. 1871 in Husum, rebellierte schon früh gegen bürgerliche Normen, verließ bald ihr Elternhaus und heiratete einen Hamburger Juristen, provozierte jedoch nach kurzer Zeit die Scheidung. Von 1895-1909 lebte sie in München und wurde als 'unwürdige Gräfin' zum strahlenden Mittelpunkt der Schwabinger Boheme. Sie war befreundet mit Rainer Maria Rilke, Ludwig Klages und Karl Wolfskehl. Ihren 1897 geborenen Sohn zog sie alleine groß; ihren Lebensunterhalt bestritt sie u.a. als Übersetzerin, Aktmodell und Schauspielerin. Sie hatte zahlreiche Affären, heiratete jedoch aus finanziellen Gründen 1911 ein zweites Mal. Ihre letzten Jahre verbrachte sie in Ascona, nahe der Künstlerkolonie auf dem Monte Verit . Sie starb 1918 in Muralto. Zeitlebens jagte sie der Anerkennung als Malerin nach; berühmt geworden ist sie indes durch ihr literarisches Werk.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Freudig begrüßt Rezensent Christian Mayer diese textkritische Ausgabe von Franziska zu Reventlows Tagebüchern der Jahre 1895 bis 1910. Der 600 Seiten starke Band offenbart für ihn eine andere Seite der Autorin als die hinlänglich bekannte. Im Vordergrund sieht er hier weniger die Reventlow als Mittelpunkt des turbulenten Lebens der Schwabinger Boheme als vielmehr die disziplinierte Überlebenskämpferin, die sich als Autorin, Übersetzerin und Gelegenheitsprostituierte durchschlägt und trotz ewiger Geldsorgen "Talent zu Selbstironie" beweist. Im Plauderton vorgetragene Schilderungen von Affären mit Künstlern und Schriftstellern sowie Trennungsgeschichten fehlen Mayer zufolge gleichwohl nicht. Vorgezeichnet scheint ihm bei Reventlow insbesondere der Dauerkonflikt der heutigen Alleinerziehenden, "die sich selbst verwirklichen müssen und zugleich perfekte Mutter sein wollen". Demgegenüber bemerkt er, dass Reventlows schriftstellerische Tätigkeit in den Eintragungen keine große Rolle spielt. Mit lobender Anerkennung bedenkt er auch die editorische Leistung und den Kommentar der Herausgeber Irene Weiser und Jürgen Gutsch.

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