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Das Leben der ersten Menschen, der Pharaonenkult der alten Ägypter oder das Reich Karls des Großen: alles keine trockene, zusammenhangslose Theorie mehr, sondern lebendig erzählte Weltgeschichte! Von den Nomaden der Frühzeit bis zur Gegenwart erhalten jugendliche Leser einen geschichtlichen Überblick, was dem Geschichtsunterricht in der Schule oft nicht gelingt. (Ab 12 Jahren.) …mehr

Produktbeschreibung
Das Leben der ersten Menschen, der Pharaonenkult der alten Ägypter oder das Reich Karls des Großen: alles keine trockene, zusammenhangslose Theorie mehr, sondern lebendig erzählte Weltgeschichte! Von den Nomaden der Frühzeit bis zur Gegenwart erhalten jugendliche Leser einen geschichtlichen Überblick, was dem Geschichtsunterricht in der Schule oft nicht gelingt.
(Ab 12 Jahren.)
  • Produktdetails
  • Verlag: Hanser
  • Artikelnr. des Verlages: 545/20191
  • Erscheinungstermin: 21. August 2002
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783446201910
  • ISBN-10: 3446201912
  • Artikelnr.: 10632258
Autorenporträt
Manfred Mai, geboren 1949 im schwäbischen Winterlingen, zählt zu den bekanntesten deutschen Jugendbuchautoren. Er hat Geschichte und Deutsch studiert und unterrichtet, bevor er sich ganz für das Schreiben entschied. Nach einer hochgelobten Deutschen Geschichte und einer Deutschen Literaturgeschichte ist die Weltgeschichte sein drittes großes Geschichtswerk für junge Leser.
Rezensionen
Ein Streifzug durch die Kulturen und großen Ereignisse der Weltgeschichte
Das "Große und Ganze", so befürchtet der erfolgreiche Jugendbuch-Autor und ehemalige Geschichtslehrer Manfred Mai, der Überblick über die großen Zusammenhänge der Geschichte, wird vielen Jungendlichen erst klar, wenn sie schon fast am Ende ihrer Schulzeit stehen. Dabei ist nichts spannender als die Geschichte der Menschheit, die jeder aus ganz unterschiedlichen Perspektiven für sich entdecken kann - etwa als die Geschichte der großen Herrscher oder der "kleinen Leute", als Geschichte der Religionen und Glaubenskämpfe oder als eine Entwicklung, die von der Technik und großen Entdeckungen geprägt ist. In seiner Weltgeschichte versucht Manfred Mai mehreren Ansätzen Rechnung zu tragen und spannt einen weiten Bogen von den Anfängen der Menschheit bis zu den Ereignissen des 11. September 2001.
Geschichte entdecken und verstehen
In 49 Kapiteln, die alle kaum mehr als fünf Seiten lang sind und mit einer, oft auch mehreren Abbildungen versehen sind, ist das Wichtigste aus den großen Epochen zusammengetragen. Manfred Mai ist sich bewusst, dass seine Weltgeschichte aus der Perspektive eines Europäers geschrieben ist und daher immer auch ein wenig tendenziös ist. Ein Standpunkt, der durchaus berechtigt ist - wie sonst ließe sich Geschichte überhaupt erzählen? Trotzdem, und das ist das große Plus dieses Buches, kommen auch andere Länder und Völker zu Wort - etwa das alte China, die Entstehung und Verbreitung des Christentums und des Islams, die zahlreichen Hochkulturen, die außerhalb Europas um die Jahrtausendwende 999 / 1000 die Welt prägten, die so genannte "Dritte Welt", der Nahost-Konflikt und der Aufstieg der "Tigerstaaten" in Südostasien.
Ein Lesebuch für jeden Geschichts-Interessierten
Die Weltgeschichte ist ein Lesebuch, kein Nachschlagewerk und kann daher einen Geschichtsatlas und eine Zeittafel nicht ersetzen. Manfred Mai hat sich ganz auf sein Ziel konzentriert, Geschichte verständlich zu erzählen, Zusammenhänge deutlich zu machen. Das ist ihm mit seinem Buch auch gelungen! (Birgit Kuhn)

Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2003 in der Sparte Sachbuch!

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Manfred Mai kann das hohe Niveau seiner 1999 erschienen "Deutschen Geschichte" auch in der weltumspannenden Version halten, lobt Wilfried von Bredow. Der Stil sei noch immer "eingängig und schmucklos", frei von Pathos oder unnötigen Exkursen. Und Mai sei ein unbestrittener Meister in der "Kunst des Weglassens". In der angestrebten Kürze liegt dann aber für den Rezensenten auch genau die Schwäche des "geradezu wagemutig komponierten Erzähl-Buchs". Die Weltgeschichte werde in den fünfzig kurzen Kapiteln als eine Art Diaschau erzählt, die Ereignis reihen sich auf wie "Perlen auf einer Schnur" und stehen damit isoliert da, was es nach Meinung des Rezensenten schwierig macht, die Auswirkungen von Großereignissen wie der Französischen Revolution durch die Geschichte hinweg deutlich zu machen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 08.10.2002
Von Null bis 9/11
Manfred Mai blättert in aller Kürze die Weltgeschichte auf

Die "Deutsche Geschichte", erschienen 1999, ist ihm deshalb so ausgezeichnet gelungen, weil Manfred Mai wichtige und folgenreiche Ereignisse, die sich in der politischen und sozialen Entwicklung dessen, was wir heute Deutschland nennen, ohne nationales Pathos und in schnörkelloser Sprache lebendig beschreiben konnte. Das hatte freilich seinen Preis. Die konsequente Erklärung der Vergangenheit aus dem Blickwinkel der Gegenwart führt notwendig zu perspektivischen Verkürzungen. Um die dann wieder einigermaßen geradezubiegen - vollständig geht das ohnehin nicht -, braucht es weiterführende Literatur und vor allem auch einen vertieften Einblick in die jeweils zeitgenössischen Berichte und Deutungen. Aber das hoch zu schätzende Verdienst von Manfred Mai besteht vor allem darin, junge Leser überhaupt erst einmal auf die deutsche Vergangenheit neugierig zu machen.

Auf die "Deutsche Geschichte" folgt nun ein geradezu wagemutig komponiertes Geschichte-Erzähl-Buch. In fünfzig kurzen Kapiteln läuft eine ganze "Weltgeschichte" ab, wiederum eingängig und schmucklos und aus der Sichtweise der Gegenwart erzählt. In den Text eingestreut sind Illustrationen mit dokumentarischer Funktion, Porträts von historischen Bauwerken oder Personen, Ausschnitte historischer Gemälde und einmal eine Karikatur.

Manfred Mai, wohl ermutigt von der positiven Resonanz seiner "Deutschen Geschichte", begründet im Vorwort sein Unterfangen mit dem Argument, man brauche, um die Welt zu verstehen, ein Bild von ihrem Werden, und zwar eines, das diese Entwicklung in einen Gesamtzusammenhang einordnet. Er vermutet, daß der Geschichtsunterricht in den Schulen erst viel zu spät einen solchen Gesamtzusammenhang herzustellen vermag und sieht hier eine Lücke, die dieses neue Buch vielleicht füllen könnte. Er fügt aber auch hinzu, daß er eine "Weltgeschichte aus deutscher Perspektive" und für deutsche Leser geschrieben habe. Der historische Gesamtzusammenhang aus französischer, polnischer, chinesischer oder brasilianischer Perspektive sähe erheblich anders aus.

Das sind vernünftige Überlegungen. Tatsächlich stößt uns die vielbeschworene Globalisierung von Wirtschaft, Kommunikation, Politik und Ökologie mit der Nase darauf, daß die Geschicke der verschiedenen Völker, Länder und Kontinente schon früher miteinander verknüpft waren, auch wenn sie es heutzutage auf viel deutlicher sichtbare Weise sind. Diese Vernetzungen aufzuzeigen ist gewiß eine sinnvolle Aufgabe. Die Kunst des Weglassens entscheidet dabei über die Sinnfälligkeit einer "Weltgeschichte" auf knapp 200 Seiten. Mai beherrscht sie meisterhaft.

Dennoch machen sich in diesem Buch neben den Stärken der Darstellungsweisen auch deren Schwächen klar bemerkbar. Geschichte wird hier in der Art einer Diaschau präsentiert. Einzelne Epochen und einzelne Kulturen - später auch einzelne historische Ereignisse mit Langzeitwirkung wie etwa die Französische Revolution - werden als ein aus mehreren Teilabschnitten zusammengesetztes Bild vorgestellt, und die verschiedenen Bilder folgen einander sozusagen Schlag auf Schlag. Je näher wir der Gegenwart kommen, desto detailreicher werden diese Bilder. Nicht dies ist problematisch, sondern die dadurch bewirkte Ausklammerung von Langzeitentwicklungen. Die einzelnen historischen Vorgänge, Aufstiege und Untergänge von Kulturen und Zivilisationen, der militärische oder politische Erfolg einzelner Staaten oder die dominante Rolle bestimmter Personen, all das reiht sich wie Perlen auf einer Schnur. Aber was diese Schnur ausmacht, darüber lesen wir nichts oder nur das eine oder andere Klischee wie etwa, daß es immer das Volk war, das hart arbeiten mußte.

Dabei stößt man bei der Lektüre gar nicht so selten auf Aspekte, die immer wieder einmal und in ganz unterschiedlichen Epochen geschichtsbestimmend geworden sind. So muß es einen ganz besonderen Zusammenhang zwischen Religion und Politik geben. Aber wie könnte er aussehen? Gibt es da vielleicht sogar eine Verbindung zwischen der Steinzeit und dem Terrorismus von heute? Haben die Kriege der Menschen untereinander mehr mit wirtschaftlichen Ungleichgewichten oder mit Macht- und Herrschaftsgelüsten zu tun? Wie kommt es dann, daß fast alle Menschen den Frieden für so erstrebenswert halten, aber dennoch immer wieder Gründe finden, in den Krieg zu ziehen?

Manfred Mai ist viel zu klug, um die Weltgeschichte als eine Geschichte weltweiter Zivilisationsausbreitung und der Überwindung von Barbarei darzustellen. Er verschweigt die barbarischen Schandtaten nicht, die das 20. Jahrhundert kennzeichnen. Aber sein Strukturprinzip der Reihung und sein Anspruch auf Darlegung eines weltgeschichtlichen Gesamtzusammenhanges bringen es zuletzt nur zu einem gutgemeinten Appell an die Menschheit, im neuen Jahrtausend in einer lebenswerten Umwelt friedlich neben- und miteinander zu leben. Dem kann sich zwar jeder anschließen. Aber auch im 21. Jahrhundert wird die Weltgeschichte kaum auf unsere guten Wünsche und Gefühle Rücksicht nehmen. Das zu verschweigen ist nicht fair.

WILFRIED VON BREDOW.

Manfred Mai: "Weltgeschichte". Carl Hanser Verlag, München 2002. 198 S., geb., 16,90 [Euro]. Ab 12 J.

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"... auch für Erwachsene der ideale Weg, um den großen Durchblick zu behalten" schrieb das Magazin Bücher.