Produktdetails
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  • Verlag: Berlin, Aufbau, 2001
  • ISBN-13: 9783351025182
  • ISBN-10: 3351025181
  • Best.Nr.: 09430451
Inhaltsangabe
Inhalt

Einleitung:

Die unsichtbare Buße 7

Erster Teil:

Das Paradies ist da, wo ich bin 15

Erstes Kapitel:

Das Leben ein Traum, eine Lüge 17

Ein Christ ist ein Mensch aus der anderen Welt 17

Geliebtes Leid 28

Zweites Kapitel:

Das Goldene Zeitalter - und danach? 37

Eine wundervolle Verheißung 37

Die Ambivalenz des Gartens Eden 41

Die Beharrlichkeit des Schmerzes 45

Drittes Kapitel:

Die Disziplinen der Glückseligkeit 50

Glückseligkeit durch Willenskraft 52

Ein barmherziger Zwang 59

Gesundheit, Sexualität, Angst 62

Abschied von der Sorglosigkeit 66

Der Kreuzesweg der Euphorie 72

Zweiter Teil:

Das Reich des Lauen oder Die Erfindung der Banalität 81

Viertes Kapitel:

Das bittersüße Epos des grauen Alltags 83

Erlösung und Bürde 84

Rasende Trägheit 90

Fünftes Kapitel: Die Extremisten der Routine 99

Die Märtyrer des Faden 99

Der Herrscher über die Leere 102

Die Passion Wetterbericht 108

Die Abenteuer des kranken Körpers 114

Sechstes Kapitel:

Das wahre Leben ist nicht abwesend 123

Die verpaßte Verabredung mit dem Schicksal 123

Das Gift des Neids 128

Die Mystik der Höhepunkte 133

Gartenarbeit oder Radikalität? 137

Die göttliche Unvernunft 141

Dritter Teil:

Die Bourgeoisie oder Die Schande des Wohlstands 149

Siebentes Kapitel:

Diese fette gedeihliche Zucht des Mittelmäßigen,

Normalen, Durchschnittlichen 151

Mönch oder Soldat 151

Krieg - warum nicht? Das wäre doch lustig! 156

Ein bitterer Triumph 161

Achtes Kapitel:

Des einen Glück ist des andern Kitsch 170

Ein bodenloser Abgrund 170

Die Strategien des Usurpators 172

Für einen heilbringenden Kitsch 177

Neuntes Kapitel:

Wenn Geld nicht glücklich macht, dann gebt es doch

zurück! 185

Sind die Reichen das Vorbild des Glücks? 185

Das Ratsame und das Verabscheuungswürdige 192

Virtualität ohne Grenzen 194

Eine neue Moral der Enthaltsamkeit? 197

Vierter Teil:

Ist das Unglück vogelfrei? 205

Zehntes Kapitel: Das Verbrechen zu leiden 207

Die Ausbreitung des Abfalls 208

Zu einer neuen Kultur des Leidens? 216

Leiden verbindet 219

Opfer oder Pioniere 225

Winzige Revolutionen 227

Elftes Kapitel: Die unmögliche Weisheit 232

Kann man den Umgang mit dem Schmerz erlernen? 232

Die großartigen Gemarterten 238

Vorübergehende Waffenstillstände 244

Schluß:

Das Croissant von Madame Verdurin 255

Einschübe

Über die Floskel: "Wie geht's?" 25

Genüsse sind nicht widerlegbar 58

Die ewigen Pechvögel 71

Die Verklärung der Routine 88

Die Utopie des fun 106

Ein köstliches Grausen 119

Die Zwänge des Kalenders 138

Die beiden Formen des Feierns 144

Der schale Geschmack erhörter Gebete 166

Ein Glücksgen? 174

Ein ganzes, gründlich verfehltes Leben 182

Fitzgerald oder Das Heil durch die Reichen 190

Auch Sterne gehen unter 200

Ärzte und Patienten 220

Liebe ist nicht Mitleid 228

Ein Erfolg des Buddhismus im Westen? 249
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Hannelore Schlaffer bespricht zwei Neuerscheinungen, die sich eines immer aktuellen Themas annehmen, dem Glück, die ihr beide aber zu sehr ins moralische Fahrwasser geraten sind.
1) Pascal Bruckner: "Verdammt zum Glück. Der Fluch der Moderne"
Wer über Glück spricht oder schreibt, "maßt sich die Rolle des Weisen an", schreibt Hannelore Schlaffer und hat für diese Anmaßung des französischen Philosophen Pascal Bruckner wenig Sympathie. Sein moralisches Traktat über die auf puren Materialismus ausgerichtete Glückssuche der Menschen heutzutage, die das Unglück aus ihrem Wort- und Erfahrungsschatz verbannt haben, atmet für Schlaffer das Flair eines Caféhauses, in dem ein auf Lebenshilfe hoffendes Publikum sitzt. Zwar gebe sich Bruckner kritisch, schreibt Schlaffer, aber jede Klage dämpfe er durch eine Gegenklage, jede Kritik hebele er durch Gegenkritik aus - ein Autor, der es allen recht machen will, lautet ihr böses Urteil. Für die Praxis interessiere sich Bruckner gar nicht, so dass auch neuere soziologische Untersuchungen über das Zusammenspiel von materiellem Wohlstand und psychischen Wohlbefindens leider ausgespart blieben.
2) Annemarie Pieper: "Glückssache. Die Kunst, gut zu leben"
Die Baseler Philosophin Annemarie Pieper nähert sich dem Thema recht wissenschaftlich und liefert zunächst mal eine kleine Geschichte der Glücksphilosophie von der Antike bis heute ab, die vor den Augen der Rezensentin stand hält. Allerdings erwähnt sie geschichtliche Lücken, ohne diese näher zu präzisieren, und ereifert sich über die "missgeleitete" Kritik der Negativvisionen Aldous Huxleys und Jewgenij Samjatins. Im Fortlauf der philosophischen Abhandlung geraten der Autorin leider dann doch "philosophische Geschichtsschreibung und moralische Unterweisung" durcheinander, bemängelt Schlaffer. Auch bei Pieper erhebe sich schließlich der mahnende Zeigefinger des Weisheitslehrers, der die ethische Lebensform als glückbringenden Triumph über die leibliche Existenz verheißt.

© Perlentaucher Medien GmbH
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