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»Der Superstar unter den jüngeren russischen Autoren.«
Holzklasseabteil in der alten russischen Dampflok. Zwei Reisende im Gespräch, einer in Priesterrobe, der andere im feinen Stadtanzug. Vor dem Fenster Beschaulichkeit: ein Schlösschen auf einem Hügel, darunter ein Acker, der Bauer hinterm Pfl ug. Das da sei Tolstois Landgut, und der Bauer sei Tolstoi, erläutert der Städter. Beziehungsweise ein Doppelgänger, denn der Graf sei auf der Flucht vor Polizei und Behörden ... Ach, wundert sich der Priester, woher er das wisse? In diesem Moment verschwindet der Zug in einem Tunnel und der Waggon…mehr

Produktbeschreibung
»Der Superstar unter den jüngeren russischen Autoren.«

Holzklasseabteil in der alten russischen Dampflok. Zwei Reisende im Gespräch, einer in Priesterrobe, der andere im feinen Stadtanzug. Vor dem Fenster Beschaulichkeit: ein Schlösschen auf einem Hügel, darunter ein Acker, der Bauer hinterm Pfl ug. Das da sei Tolstois Landgut, und der Bauer sei Tolstoi, erläutert der Städter. Beziehungsweise ein Doppelgänger, denn der Graf sei auf der Flucht vor Polizei und Behörden ... Ach, wundert sich der Priester, woher er das wisse? In diesem Moment verschwindet der Zug in einem Tunnel und der Waggon wird für wenige Momente von Dunkelheit erfasst ...

Als der Zug wieder aus dem Tunnel kommt, ist klar: Graf T. und Geheimpolizist Knopf saßen sich verkleidet im Abteil gegenüber. Jetzt aber liegt Knopf gefesselt mit dem eigenen Schal da und der Graf ist verschwunden. Denn T. weiß, dass er verfolgt wird. Und dank Fitness und Finesse, exquisiter Bewaffnung und Versiertheit in fernöstlichen Kampfkünsten vermag er seinen Verfolgern in James-Bond-Manier zu entkommen. Was T. freilich nicht so recht weiß: wer er eigentlich ist, was er vorhat und was die anderen von ihm wollen. Und warum sich sein Leben anfühlt, als sei er in einen Albtraum geraten. Viktor Pelewin ist dafür bekannt und berüchtigt, die Mythen der Vergangenheit mit den Phantasmagorien der Gegenwart auf schwindelerregend freche Art und Weise zusammenzuwürfeln. In »Buddhas kleiner Finger« stellte er siebzig Jahre sowjetischer Geschichte auf den Kopf. Mit »Tolstois Albtraum « holt er die große russische Literaturtradition vom staubigen Klassikerpantheon ins grelle Heute.
  • Produktdetails
  • Verlag: Luchterhand Literaturverlag
  • Seitenzahl: 448
  • 2013
  • Ausstattung/Bilder: 2013. 448 S.
  • Deutsch
  • Abmessung: 217mm x 143mm x 41mm
  • Gewicht: 706g
  • ISBN-13: 9783630873886
  • ISBN-10: 363087388X
  • Artikelnr.: 36789781
Autorenporträt
Viktor Pelewin, geboren 1962, ist der meistgelesene Autor Russlands und hat vor allem bei jungen Lesern längst "Kultstatus". Seit Erscheinen der Romane "Omon hinterm Mond" (1992, dt. 1994), "Das Leben der Insekten" (1993, dt. 1997) und "Buddhas kleiner Finger" (1996, dt. 1999) gilt er auch international als einer der interessantesten Autoren seiner Generation. The New Yorker nahm ihn 1999 in die Liste der "besten europäischen Erzähler unter 35" auf. Viktor Pelewin lebt in Moskau.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Rezensent Tim Neshitov ist von Viktor Pelewins Roman "Tolstois Albtraum" nicht so recht überzeugt, trotz der Begeisterung der großen russischen Fangemeinde. Pelewin inszeniert ein Spiel zwischen der Figur Tolstoi, im Buch einfach "Graf T.", der allerdings eher einem Martial-Arts-Helden gleicht als dem historischen Autor, und seinen Erschaffern, aus deren marketingstrategischem Griff die Romanfigur sich zu befreien sucht, fasst der Rezensent zusammen. Philosophische Dialoge über Gott und die Welt wechseln sich mit Schießereien und Verfolgungsjagden ab, was immerhin eine künstliche Spannung erzeugt, die die einzelnen Abschnitte für sich genommen kaum hätten, erklärt Neshitov. Von diesem dramaturgischen Kniff einmal abgesehen besteht das Buch aber vor allem aus altbekannten Motiven, meint er bedauernd.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 22.06.2013
Der Mönch mit der kugelsicheren Kutte
Tolstoi trifft James Bond: In seinem neuen Roman lässt Viktor Pelewin den russischen Dichterfürsten als Geheimagenten auferstehen

Russlands Handelsmarke mit dem größten Entwicklungspotential ist die Literatur. Das wusste schon Wladimir Sorokin, der Meister der sprechenden physiologischen Deformation, als er in seinem Roman "Himmelblauer Speck" grotesk ausmalte, wie einst staatliche Labors Präparate aus geklonten klassischen Schriftstellern herstellen, die den Herrscher zum Supermann aufbrezeln sollen. Sorokins großer Antipode Viktor Pelewin entlarvt umgekehrt noch die brutalsten Wirklichkeiten als trügerische Majaschleier, wie sie das Fangnetz unserer Wünsche, Ängste und Erwartungen webt, das im medialen Zeitalter den Menschen in immer dickeren Schichten einhüllt und den Hunger nach Empfindungen mit Industrieware stillt.

Auch Pelewin schildert in seinem zu Tolstois hundertstem Todestag erschienenen Roman "t", dessen Titel das Zeichen für "gestorben" zweifellos mitmeint, wie viel Rendite aus der nationalen Markenware noch herauszuholen ist fürs Wirtschaftswachstum und die Versorgung des Publikums mit Ballaststoffen. Während dieses Werk soeben unter dem Titel "Tolstois Albtraum" bei Luchterhand auf Deutsch herauskam, publizierte der um die Qualität der Warenmarke Literatur hochverdiente Pelewin im Moskauer Mammutverlag Eksmo schon sein übernächstes Buch, "BatmanApollo", worin die Manager von Macht und Mammon als dunkle Götterkaste vorgeführt werden.

In "Tolstois Albtraum" imaginiert Pelewin, wie ein Großverlag, der sich das Markenzeichen des Tolstoi-Gutes Jasnaja Poljana angesteckt hat und sein Erfolgslesefutter kostensparend von Genrespezialisten im Team zusammenstricken lässt, den unsterblichen Klassiker zwingt, vor den Buchkonsumenten wieder aufzutreten, jedoch nicht mehr als Sozialkritiker und Moralist, weil dafür keine Nachfrage besteht, sondern als Actionheld, Pop-Philosoph und gut aussehender Adliger, wie ihn die Frauen lieben. Die Geschichte von Graf T., wie die Figur sich griffig-geheimnisvoll nennt, liest sich wie eine polemisch kalauernde Antwort auf die Kultkinofilme über das Versklavungsnetzwerk "Matrix" und James Bond.

Tolstois Doktrin vom zivilen Ungehorsam gegen die angemaßte Autorität von Staat und Kirche mutiert bei T. zur unschlagbaren Selbstverteidigungstechnik namens "gewaltloser Widerstand", kurz Gewi. Dafür wird er vom Gut Jasnaja Poljana, wie 007 vom britischen Geheimdienstlabor, mit den neuesten Wunderwaffen ausgestattet, die freilich volkstümlich russisch getarnt sind. Mit einer Kreissäge im Strohhut, tödlichen Wurfmessern, pillengroßen Bomben muss der Held, dem schießwütige Geheimdienstler und Geistliche nach dem Leben trachten, die vervielfältigten Spielfiguren des Romans in Scharen niedermähen. Völlig zu Recht stellt er sich daher bei einer Geheimgesellschaft mit der Formel vor: "Mein Name ist T. - Graf T".

Die hyperrealistisch-irrealen Schauplätze versetzen in computergenerierte Filmbilder mit raschen Schnitten. Die Eingangsszene zeigt T., hochgewachsen und schwarzbärtig wie Tolstoi in seinen besten Jahren, als Mönch kostümiert, in einem Zugabteil sitzend, einem auf ihn angesetzten Oberst der zaristischen Geheimpolizei, der ebenfalls inkognito reist, gegenüber. Während draußen ein Phantasie-Jasnaja-Poljana als Marmormärchenschloss vorübergleitet mit einem pflügenden Tolstoi-Double davor, wird der Dialog der zwei Passagiere immer aggressiver. Plötzlich verdunkelt ein Tunnel - den es auf der Strecke nirgends gibt - den Zug, danach liegt der Polizeioberst am Boden, während der falsche Mönch aus dem Fenster springt. Just in dem Moment, da bewaffnete Beamte das Abteil stürmen, taucht er in einem Fluss unter.

Der ultrageistesgegenwärtige T., der als Nächstes eine Galeere ersteigt, wo ihm eine vornehme Fürstin Polytheismusunterricht gibt, bevor der schon wieder putzmuntere Polizeioberst sie und ihre ganze Mannschaft umbringen lässt, hat zugleich, fast wie der greise Tolstoi, kein Gedächtnis mehr und keine Biographie. Das Einzige, woran er sich erinnert, ist, dass er nach Optina Pustyn will, ein berühmtes Kloster, das der von der Kirche ex-kommunizierte Tolstoi kurz vor seinem Tod tatsächlich aufsuchte, freilich ohne es zu betreten. Doch Pelewins T. fragt nur jeden, was und wo Optina Pustyn sei, bekommt aber nur nebulöse Antworten. Am Ende wird das sinnentleerte Wort zum Namen vom Sitz Gottes beziehungsweise des Nirwana, wohin der Held dem Weltenstrudel entkommt.

Pelewin hat gestanden, die merkwürdige Schönheit des Todes von Tolstoi, der von zu Hause auszog in die Ewigkeit, habe ihn schon immer fasziniert. Seinen untoten T., der sich mit Pferden unterhalten kann, lässt er seitenlange Dispute mit dem mephistophelischen Geist führen, der ihn aus dem Nichtsein herauszog. Der Dämon, der in immer neuen Gestalten erscheint, verrät, welche Sponsoren oder Autoren hinter welcher Sujetwendung stecken. Er behauptet, Schriftsteller müssten für ihren Schöpferhochmut dadurch büßen, dass sie selbst das Schicksal einer Romanfigur erleiden. Dass dem Leser manchmal der Verstand ins Schlingern kommt, ist gewollt - als Kontrast zum kombinatorischen Tiefenblick von T.

Pelewins neuester Vampirroman "BatmanApollo", derzeit der Verkaufsschlager im russischen Buchhandel, schließt insofern an "t" an, als aus dem Dämon eine globale Antigötterunterwelt geworden ist, ein Parasitenolymp, der sich vom Ambrosia eines Geldextrakts ernährt. Pelewin entwickelte die Idee schon 2006 in seinem Buch "Empire V" als literarischen Kommentar zu Putins Idee von Russland als Rohstoffimperium. Im Sequel erschließen sich die Geheimnisse dieser Weltregierung einem frisch Initiierten. Die Vampirgötter residieren in der Sieben-Sterne-Unterwelt, in die man durch einen Geheimschacht unweit der Millionärsmeile Rubljowka gelangt. Die menschliche Elite geht dorthin zu Audienzen. Politstrategen und Medienmanager holen sich hier Rat, ob die Ernte des "Extrakts menschlichen Leids", wie die Universaldroge Geld unter Wissenden heißt, beziehungsweise die "Summe der kosmischen Lüge", wie der Held sagt, besser durch linke Slogans oder durch Protestdemos zu sichern sei.

Pelewins Jungvampir aber erfährt schon bei der Ausbildung, dass den Untoten ihr nationaler Charme erhalten bleibt. Unterwegs kommt er fast um, weil die russische Untertage-Technik wichtige Ersatzteile einspart, und fliegt fast aus dem Seminar, weil er - politisch untragbar inkorrekt - Vampirzähne wahrheitsgemäß als "Hauer" bezeichnet. Denn um erfolgreich Menschen zu managen, ist zweierlei nötig: ein von Wahrheit zuverlässig gereinigter Diskurs und die Pseudofreuden des Glamours. Leider scheint die russische Elite unfähig, ein konkurrenzfähiges Simulakrum hervorzubringen, und diskreditiert zuverlässig alle Diskurse, wie ein Chefvampir mit seinen überirdischen Adepten ins Gericht geht. Dabei weiß er insgeheim, dass die - entlarvende, also aufklärerische - Mission des russischen Staates gerade darin liegt, das Leben seiner Untertanen so leidvoll wie möglich zu machen.

KERSTIN HOLM

Viktor Pelewin: "Tolstois Albtraum". Roman.

Aus dem Russischen von Dorothea Trottenberg. Luchterhand Literaturverlag, München 2013. 448 S., geb., 21,99 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Besprechung von 03.01.2014
Wenn Graf T. mit Messern werfen muss
Viktor Pelewin erzählt in seinem Roman „Tolstois Albtraum“ vom Kampf zwischen dem Autor und seinen Helden
Der Held dieses Buches ist der Schriftsteller Leo Tolstoi. Aber er schreibt keine Romane, sondern erlebt allerlei Abenteuer à la James Bond, mit Schießereien und erotischen Szenen und halbwegs klugen Gesprächen. Tolstoi ist um die dreißig und muskulös, er kann von fahrenden Zügen in tiefe Flüsse springen und mit Messern werfen. Letzteres tut er ungern, denn er hat auf der Grundlage von östlichen Kampfkünsten seine eigene Kampftechnik entwickelt, die möglichst auf Gewalt verzichtet und die Energie des Gegners gegen denselben einsetzt, eine Art russisches Aikido.
  Tolstoi – er heißt in diesem verspielt kryptischen Roman Graf T. – sucht etwas Wichtiges im Leben, von dem er aber nicht weiß, was es ist. Er schlägt sich durch nach Optyna Pustyn, einem sagenumwobenen orthodoxen Kloster, aber er hat vergessen, wieso er dorthin will und wann er sein Landgut in Jasnaja Poljana verlassen hat und wo das besagte Kloster überhaupt liegt. Er kämpft gegen Agenten des zaristischen Geheimdienstes und gegen allerlei Fabelwesen, die sich ihm in den Weg stellen. Wirklich erschüttert ist der Kämpfer, als er erfährt, dass er nicht Lew Nikolajewitsch Tolstoi ist, geboren 1928 in Jasnaja Poljana, nicht einmal ein Mensch, sondern ein Held in einem Roman, den ein Team von Möchtegern-Bestsellerautoren im postsowjetischen Russland schreibt. Einer dieser Autoren manifestiert sich immer wieder mit nervigen kabalistischen Tricks und erzählt, welchen Spaß es macht, an T.s Abenteuern zu schreiben.
    „– Und warum heiße ich T.?
  – Das haben die Marketingleute so entschieden. Tolstoi ist ein Wort, das jeder noch aus der Schulzeit im Kopf hat. Das hörst du – und sofort siehst du einen imposanten Greis in Bluse, die Hände unter dem Gürtel. Wie soll so einer von einer Brücke springen? T. aber klingt rätselhaft, sexy und romantisch. Genau das, was man in den heutigen Umständen braucht.“
  Tolstois fieberhaft philosophierendes Bewusstsein gehört also diesen Schreiberlingen, sein aufregendes Leben ist völlig fremdbestimmt. Es ist ein Albtraum.
  Damit ist das Wesentliche über dieses Buch auch schon gesagt. Viktor Pelewin, einer der erfolgreichsten Autoren Russlands („Buddhas kleiner Finger“, „Generation P.“) hat damit zwar seine große Fangemeinde in Russland abermals begeistert; 2010, ein Jahr nach seinem Erscheinen in Moskau, wurde der Roman für den Nationalliteraturpreis „Bolschaja Kniga“ („Großes Buch“, knapp 140 000 Euro) nominiert und landete auf Platz drei. Aber ein literarischer Meilenstein ist das Buch nicht, es ist nicht einmal ein großer Wurf. Das, wofür Pelewin in den Neunzigerjahren gefeiert wurde – sein erfrischend lockeres Spiel mit Russlands düsterer Geschichte und chaotischer Gegenwart – findet man auch in diesem Buch im Überfluss. Es ist bloß überhaupt nicht mehr erfrischend und nur passagenweise unterhaltsam. Liberale Geheimdienstler, schlaue Buddhisten, räumliche und zeitliche Sprünge zwischen Archaik und Moderne, slawische Mystik, Sog des Kapitalismus, das alles hat man schon gelesen, einiges von Pelewin ist auch auf Deutsch erschienen. In „Tolstois Albtraum“ lässt er sogar einen seiner populärsten Helden, den roten Kommandanten Tschapajew aus „Buddhas kleiner Finger“ noch einmal auftauchen. Wobei Tschapajew bloß die Rolle spielt, in Pelewins Universum noch einmal aufzutauchen.
  Action und philosophische Gedanken wechseln sich rasend häufig ab; das könnte man spannende Dramaturgie nennen, wenn es nicht nach einer Notlösung aussähe. Ohne die häufige Abwechslung kippen nämlich sowohl die Action als auch das Philosophieren ins Langweilige. Am interessantesten sind noch die Gedanken über Religionen. Bei einer Salondiskussion über das Wesen von Göttern erläutert ein schlauer Buddhist, inwiefern Buddha mit dem Loch im Abtritt zu vergleichen sei. „Nichts kann dieses Loch beschmutzen. Alles fällt einfach hindurch und nach unten. Dieses Loch hat keine Ränder, keine Grenzen, keine Form, das alles hat nur der Klosettdeckel. Gleichzeitig existiert dieser ganze Tempel der Unsauberkeit ausschließlich dank dieses Lochs.“
  Die Frage, die Pelewin derzeit offenbar am meisten beschäftigt, das Verhältnis zwischen einem Autor und seinen Helden, verwandelt er leider in einen scharadenhaften Wettbewerb: T. versucht, sich von seinen Schöpfern zu befreien und seinerseits Gewalt über deren Leben zu erlangen. Durch gedankliche Tiefe zeichnet sich der Kampf nicht aus, sein Ende sollte man aber nicht verraten. Verraten kann man Folgendes: Fjodor Michaijlowitsch Dostojewski hat es in diesem Roman noch härter erwischt als Tolstoi. Dostojewski ist Held in einem Computerspiel der Gattung Ego-Shooter. Er tötet seine Gegner, saugt ihre Seelen aus und entwendet ihnen Wodka und Wurst. Davon ernährt er sich in seinem Schützengraben.
TIM NESHITOV
Viktor Pelewin: Tolstois Albtraum. Roman. Aus dem Russischen von Dorothea Trottenberg. Luchterhand Literaturverlag, München 2013. 448 Seiten, 21,99 Euro, E-Book 17,99 Euro.
  
  
  
  
Viktor Pelewin, Jahrgang 1962, gilt als einer der meistgelesenen Autoren Russlands. Er lebt in Moskau.
Foto: Alexander Viktorov
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"Atemberaubende Action, knisternde Erotik und schillernde Metaphysik wechseln sich in raschem Tempo ab."