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"Wo man singt, da laß dich ruhig nieder. Doch prüf die Texte hin und wieder", so lautet eine Quintessenz ( a Essenz, de man quint, wenn ma lang gnua nochdenggt) aus Uwe Dicks Prosa in progress: einer Wandersonateimmer neuer Abzweigungen - komponiert aus dem Motiv-Dreiklang SAU, WALD und PROSA. Von jeder Zeile aus ist es gleich weit zur nächsten Überraschung. Insonahe kann jeder kreuz und quer lesen, seinen Sauwald erkunden. Das Wortwurzelwerk des poetischen Rebellen wider alle Hierachien - Dichtung des Zorn und Heidenspaß, Grobiansidiotikon und subtile Wortkunst - speist eine Wortkabbala…mehr

Produktbeschreibung
"Wo man singt, da laß dich ruhig nieder. Doch prüf die Texte hin und wieder", so lautet eine Quintessenz ( a Essenz, de man quint, wenn ma lang gnua nochdenggt) aus Uwe Dicks Prosa in progress: einer Wandersonateimmer neuer Abzweigungen - komponiert aus dem Motiv-Dreiklang SAU, WALD und PROSA. Von jeder Zeile aus ist es gleich weit zur nächsten Überraschung. Insonahe kann jeder kreuz und quer lesen, seinen Sauwald erkunden.
Das Wortwurzelwerk des poetischen Rebellen wider alle Hierachien - Dichtung des Zorn und Heidenspaß, Grobiansidiotikon und subtile Wortkunst - speist eine Wortkabbala ohnegleichen: Magischer Surrealismus weitet das Innviertel zum Universum...
Uwe Dick steht für Denklust und sprachliche Schnellkraft. Schausprecher und Höspieler seiner poetischen Partituren, behauptet sich der "wahrscheinlich einzige echte Nachfahre von Arno Schmidt"(ORF) mit ansteckendem Vokabelargwohn gegen eine medial verseuchte und genormte Gesellschaft.
  • Produktdetails
  • Verlag: Residenz
  • Neuausg.
  • Seitenzahl: 592
  • Erscheinungstermin: Juni 2008
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 141mm x 42mm
  • Gewicht: 689g
  • ISBN-13: 9783701715077
  • ISBN-10: 3701715076
  • Artikelnr.: 23810360
Autorenporträt
Uwe Dick, geboren 1942 in Schongau, war bis 1968 Redakteur und Reporter für Tageszeitungen. Sein literarisches Werk umfasst Gedichte, Erzählungen und Romane. Von den Feuilletons der großen Zeitungen weitgehend ungewürdigt, wurde Uwe Dick einem breiteren Publikum durch seine wortgewandten und engagierten Lesungen bekannt.

Dicks Hauptwerk ist die "Sauwaldprosa", die erstmals 1976 erschien und seither mehrmals ergänzt und neu aufgelegt wurde.

Auszeichnungen: Marieluise-Fleißer-Preis (1986), Tukan-Preis der Stadt München (für das literarische Gesamtwerk, 1987), Jean-Paul-Preis des Freistaates Bayern (für das literarische Gesamtwerk, 2007)
Rezensionen
Besprechung von 11.11.2008
Auch Sie ein Ebenbild Gottes!
Was ein bloß Einzelner in der Provinz vermag: Uwe Dicks eigensinnig-blühende „Sauwaldprosa”
Ein belletristisches Buch empfängt seine Unverwechselbarkeit, und das heißt seine Existenzberechtigung, aus der Persönlichkeit des Autors. Das gilt immer; aber bei anderen Büchern tritt aus dem Persönlichen dann ein Objektives zutage, der Plot, die Figuren, wie wenn ein Kind seine Familie verlässt und in die Welt hinausgeht. Darin ist „Sauwaldprosa” anders: Sie will nichts sein und bleiben als jenes Höchstpersönliche, wie ein Fingerabdruck; das macht Reiz, Rang und Gefahr solchen Schreibens aus.
Es handelt sich um das über Jahrzehnte fortgeschriebene Opus magnum Uwe Dicks. Immer wieder ist es in erweiterter und abgeänderter Form erschienen. Auf die Frage: „Herr Dick, woran arbeiten Sie gerade?” pflegt er zu antworten: „An mir”. Der Titel spricht den hier wirkenden Gestaltungswillen mit ungebärdiger Energie aus: Er besteht auf der engen regionalen Beschränkung – der Sauwald ist eine abgelegene Landschaft am Inn hinter Passau – , er nimmt sich das Recht zur Grobheit, und indem er sich weigert, etwas anderes zu nennen als seine allgemeinste Form, Prosa eben, macht er die Absicht deutlich, von schlechterdings allem zu handeln, ohne sich eine thematische Beschränkung gefallen zu lassen. Wie ein Wachtturm auf der Kuppe steht er da, bei schmaler Grundfläche weiten Blick in die Lande gewährend und stolz auf die Produktivität dieses Missverhältnisses.
Die Sprache, die solchem Vorsatz angemessen wäre, findet und erfindet Dick in einem rauzarten Bairisch, das sich von dem Gemütlichkeits- und Prestige-Bairisch der Landeshauptstadt, dem Beckenbauerschen Grüß-Gott- und Jo-Mei-Jargon so weit wie möglich entfernt hält, der „Geldstadt”, wie Dick mit Abschätzung sagt, wo „es in der L.-M.-Universität auffallend vielen bereits eine Pointe (war), aus des Professors Mund zu vernehmen, dass der lesende Gast aus - - - aha-ha-ha! sei”. Das schürt den Groll und weckt die Erinnerung, dass die besten deutschen Traditionen in der Provinz wurzeln, dort, wo sie am tiefsten erscheint. Im Zug seiner Radtouren durch die nähere Umgebung besucht Dick auch das alte Wohnhaus Alfred Kubins, der sich hierher zurückgezogen hatte, und trifft dort auf dessen Haushälterin Cilli Lindinger, die ihm erzählt, wie Kubin ihr seine Graphiken zeigte und erklärte. „Und auf amoi, sagt Cilli, und auf amoi bin i schaugert worn! – Dank und Erregung schwingen mit in ihren Sätzen.”
Es sind auch der Dank und die Erregung des Autors selbst, der es berichtet. Hier springt vom Bedingten und Partikularen, wie es sich im Dialekt ausdrückt und leicht auch den Weg ins Bornierte nehmen könnte, der Funke über ins Große und Hohe, und plötzlich wird es hell. Der Zündpunkt liegt in dem einen Wort „schaugert”, dem nun die Standardsprache wirklich nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen hat. Sie könnte höchstens davon sprechen, dass da jemandem die Augen aufgehen oder er das Sehen lernt, aber das wäre alles des Guten schon zu viel, es klänge pathetisch oder sentimental. Entscheidend ist, dass es der Haushälterin widerfährt, dass also ein Mensch, der bloß den guten Willen mitbringt und sonst nichts, das Schöne und Wahre genau so zu erkennen vermag wie der Würdenträger, der Bescheid weiß, und vielleicht besser. Durch das Verknorzte dieser Sprache scheint eine tiefe, zuversichtliche Menschenfreundlichkeit herauf.
Allerdings muss einer schon ein Mensch sein, um sich diese Freundlichkeit zu verdienen. Viele sehen auch nur so aus, oder nicht einmal das. „Mein A und O”, sagt Dick, und hier greift der Ernst zur Hochsprache als seinem angemessenen Vehikel, „ist der lebendige Einzelne. Und: Ich glaube nur noch, was ich persönlich erfahren habe.” Wobei das mit dem persönlichen Erfahren in der Heimat von Audi und BMW nicht immer erquicklich ist. Der Überzeugungsradfahrer Dick hat es täglich mit brutalen Rasern zu tun. Einer alten Frau, die seit einer Viertelstunde wartet, hilft er über die Straße, indem er eins der Autos zum Halten zwingt. Der Fahrer steigt aus.
„Opel. AÖ. Sulzkopf. Mittfünfziger. Rote Stirnflecken. Pumpt. Schwitzt, weil er noch nicht loslegen kann. Anzug von der Stange. Quellwampe, nicht wegzuknöpfen. Stemmt die Hand in die Hüfte, drückt die Scheißwut aus dem Gekröse: Sie do! An Vakäah aufhoitn, do! Saan Sie need ganz dicht, ha?! Is dees a Bundesstroß odara Kurpromenadn, sagnSamoi, Siedo!
Mit dem mach ichs kurz, fünfzehn Meter auf ihn zugestürmt, als wolle ich ihn übern Haufen rennen (geht bereits in Abwehrstellung, strengt sich an, nicht unsicher zu wirken), dann gach gestoppt, ein fragendes, Gesicht lesendes Innehalten, und jubelnd in das so spielerisch erwirkte Maulauf: Jawohl, auch Sie! Kaum zu glauben, aber auch Sie! Zwei- dreimal ihn umkreisend (sein Gschwoikopf schafft kaum ein Viertel der Drehung): Wie müssen Sie sich glücklich schätzen! (Festlich, gratulierend:) Auch Sie – auch Siiie!!
Und da ist es, sein mechanisches: Iii? – Wos?
Auch Sie ein Ebenbild Gottes! Und lachend leichthin zum Fahrrad, aufgesessen, ab.”
Das ist eine wunderbare Szene, in ihrer dramatischen Gestaltung ebenso wie in der moralischen Genugtuung, die sie spendet. Aber ganz froh wird man dieses lachenden Abgangs dennoch nicht. Denn es lacht hier nur einer; und der andere, der für die Vielen steht, bleibt noch nicht einmal wütend, sondern bloß verdattert zurück. Das Lachen des Einzelnen stellt, unabhängig davon, wie berechtigt es ist, immer ein bedenkliches Indiz dar, bedenklich für ihn wie für die Sozietät überhaupt. Da gelingt es nicht mehr, wie es in der Komödie geschieht, eine Gesamtheit für das Rechte zu mobilisieren, um die lasterhafte Abweichung durch Lächerlichkeit zu töten, sondern es liegt darin etwas, das den Weg in Vergeblichkeit, Isolation, zuletzt den Wahnsinn zu nehmen droht. Auch wenn er kraft seines beherzten Charakters hier einen kleinen Triumph feiert: Man beginnt um diesen Einzelnen in seiner kategorialen Schwäche zu bangen, als Autor und als Mensch.
Der Radfahrer, wehrlos, inmitten gedanken- und rücksichtsloser Autofahrer: Er gibt ein Symbol für den Ort dieses Schreibens überhaupt ab. Sein vorwaltender Affekt muss der Zorn werden. Unter allen Affekten ist dieser, wegen des hohen energetischen Aufwands, den er erfordert, für einen Schriftsteller am schwierigsten zu handhaben. Wo er seine Mittel nicht mit der größten Ökonomie einsetzt, verläppert er in die Ohnmacht des Schimpfens, eine Gefahr, die bei österreichischen und österreichnahen Autoren (der Sauwald grenzt an) besonders groß ist. Dass die anderen statt eines Antlitzes bloß „Fiesagen” hätten, tut seine Wirkung vielleicht einmal, aber fünf- oder sechsmal bestimmt nicht. „Und die meisten lassen sich’s gefallen, knechtselig, denkfaul, Rülps statt Wort, Grunz statt Nein zu Tod und Phrase. Warum auch?, glorksen sie, das Wasserklosett, die Kühlbox und die Mattscheibe sind ihnen doch garantiert.” Dieser Hieb trifft nicht, weil der, der ihn führt, keine klare Vorstellung davon hat, wo der Feind steht. Hier werden die methodischen Grenzen ersichtlich, wenn jemand sich auf das beschränkt, was er selbst erfährt: Er erfährt seine Wut, aber Wut macht leicht auch blind.
Dick beruft sich auf die hundertjährige Phrasenkritik von Karl Kraus, aber er hält nicht inne, um zu bedenken, wie man dieses Messer nachschärfen müsste, damit es auch die aktuellen Zustände schneidet. Das Feuilleton, von dem er ignoriert wird, heißt ihm „Pfuilleton”, bedient wird es von „Journullisten”. „Dem Dichter schwants, dem Journalisten entets.” Speziell gegen das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung hegt er den Ingrimm des Verschwörungstheoretikers, ohne jedoch zu wissen, wie diese Einrichtung faktisch funktioniert, welche Grade von individueller Freiheit, personalem Wechsel und schierer institutioneller Vergesslichkeit hier statthaben – wohl kaum ein Mitarbeiter, der anzugeben wüsste, was es doch gleich war, das Dick einmal so verärgert hat. Das mag man als die Flatterhaftigkeit des Tagesgeschäfts beklagen, es hat aber doch den Vorteil, dass ein neuer Anfang immer möglich ist.
Es ist hier nicht überflüssig, anzumerken, dass der Rezensent, der den Namen Uwe Dicks noch nie gehört hatte, die „Sauwaldprosa” ohne jeglichen Kommentar von der Redaktion geschickt bekam und erst während der Lektüre zu stutzen begann: Mich kann der doch wohl nicht gemeint haben? Und so möge es Uwe Dick auch nicht als grundhafte Feindseligkeit auslegen, wenn man ihm zum Beispiel einwendet, in der Forderung, „Zivilcourage” zum Pflichtfach in den Schulen zu machen, stecke ein formaler Widerspruch: Denn diese Tugend könne sich immer nur in Auseinandersetzung mit der herrschenden Macht bewähren, niemand aber als die herrschende Macht habe die Möglichkeit, Lehrpläne festzulegen. (In Sachsen sind die Lehrer tatsächlich gehalten, die Zivilcourage ihrer Schüler bei der „Kopfnote” zu berücksichtigen. Man denke sich, wie hier die Praxis der Notengebung aussieht!)
Doch man lege Dick nicht auf seine Widersprüche fest. Nicht nur weil Widerspruchsfreiheit in der Literatur generell kein hochrangiges Gut bedeutet, sondern vor allem, weil es die Widersprüche der Welt sind, die er so überaus scharf spürt, dass er sie zu den seinen macht. Der Dialekt taugt als die Sprache der feinsten humanen Delikatesse wie als Hinterhalt der dumpfesten Niedertracht, der Weg vom A und O des lebendigen Einzelnen zum AÖ auf dem Nummernschild des Altöttinger Opelfahrers gestaltet sich oft erschreckend kurz. „Ist es in diesem letzten Ekel verwunderlich, dass du dich freust, wenn im Herbst die jungen Schwalben zahlreich überm Garten zwitschern, dass du aber schluckst, zur Seite schaust, wo eine Menschenmutter ihr kopflastiges Glück daherschiebt, das nach tausend Wochen vermutlich doch wieder nur zum Polizeioberinspektor, zum Haarwasserfabrikanten oder zum germanistischen Eunuch mutiert.” Dick grübelt nach, mit welchem Recht er einst eine junge Drossel vor einer Katze rettete. „Dem Vogel gönnst du das Würmchen, der Katze den Vogel nicht.” Er zerhaut den unlösbaren Knoten mit dem Schrei: „Verdammtes Fressenmüssen!”
Es muss Uwe Dick mit besonderer Freude erfüllt haben, dass er vor einiger Zeit den Jean-Paul-Preis gewonnen hat. Jean Paul, zusammen mit Karl Kraus und Arno Schmidt, ehrt er als seinen Gewährsmann, der ihm die Tradition des Einzelnen verbürgt. Zum Schluss des sechshundert Seiten starken Buchs entlehnt er dem „Titan” die Figur des Hofmeisters Schoppe, dessen Humanismus mit den Zügen eines grimmigen Humors auftritt. „Wer da? Schoppe? Ja. Der Apfel der Erkenntnis traf ihn hart.” An seiner Seite geht der furchtbare Wolfshund Mordian; an kurzer Leine muss er ihn halten, wenn er in die U-Bahn steigt. Der Hund reißt sich doch los und greift einen Passanten an. Aber es erweist sich, dass dieser Passant niemand anders war als der Knochenmann persönlich.
„Wem hat der Wanker aufgelauert hier? Sense! Brav, Mordian, brav. Kehre, kehre! Ha, zascht und zergelt, schlenzt und wrangelt ihn ab, dass die Glieder schirbeln, Kongorr, schurrt der Schädel ab. Plonk, aufs Gleis. Wang, prallt der Brustkorb gegen die Werbewand. Rakkerdiklakker, regnets Finger, Ellen, Speichen. Wurachen, Janken. Pfnechen. Beide Pfoten jetzt auf einem Schenkelknochen. Knartsch – knartsch.”
Den Aufstand gegen den Tod imaginiert Uwe Dick als einen physischen Gewaltakt, das entspricht seinem Temperament. Er ist gewiss das, was Goethe nennt: den Narren auf eigene Faust. Den Narren glaubt man ihm aufs Wort; die Faust auch.BURKHARD MÜLLER
UWE DICK: Sauwaldprosa. Residenz Verlag, Salzburg 2008. 587 Seiten, 24,90 Euro.
Die besten deutschen Traditionen wurzeln in der Provinz, dort, wo sie am tiefsten erscheint.
Durch das Verknorzte dieser Sprache scheint eine tiefe Menschenfreundlichkeit herauf.
Er ist gewiss das, was Goethe nennt: den Narren auf eigene Faust.
Fernab der Landeshauptstadt und ihrem Prestige-Bairisch findet Uwe Dick im Sauwald nahe Passau seinen ureigenen Prosa-Dialekt Foto: Wikipedia
„Herr Dick, woran arbeiten Sie gerade?” „An mir”. Foto: Peter Schlanke, ASKU - Presse
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Uwe Dicks Opus magnum "Sauwaldprosa", das der Autor seit Jahren fortschreibt und das seit den 70ern immer mal wieder in erweiterter oder veränderter Form erscheint, beeindruckt Burkhard Müller schon allein durch seine schiere Energie. Denn es ist vor allem unbändiger Zorn, der diese Prosa befeuert und der sich in gewollten Grobheiten austobt, so der Rezensent fasziniert. Dick schreibt aus der tiefsten Provinz heraus - der Sauwald liegt irgendwo hinter Passau - und behandelt nach eigenen Angaben nur, was er "selbst erfahren" habe, erklärt der Rezensent. Berührt zeigt er sich von Passagen, die aus diesem begrenzten Standpunkt ins "Große und Hohe" reichen, etwa, wenn Dick mit der Haushälterin Alfred Kubins spricht, die schwärmt, dass sie durch die Grafiken und Erklärungen des Malers "schaugert worn" sei. Dieser "rauzarte" Dialekt ist für den Rezensenten weit entfernt vom Gemütlichkeitsbajuwarisch und an solchen Stellen wird es für Müller "hell". Anders dagegen, wenn der Autor sich lachend über seine dumpfen Mitmenschen erhebt oder stets mit den gleichen Schimpfwörtern auf sie eindrischt, hier packt Müller mitunter das Unbehagen. Trotzdem, wie sich Dicks Schreiben gegen alles und jeden - gegen die "Journullisten" vom "Pfuilleton", besonders der SZ - scheint er dabei einen besonderen Groll zu hegen -, nicht zuletzt trotzig gegen den Tod auflehnt, ringt dem Rezensenten viel Respekt ab.

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