Produktdetails
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  • Verlag: Loewe
  • ISBN-13: 9783785537299
  • ISBN-10: 3785537298
  • Best.Nr.: 24402439
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

In einer Doppelrezension bespricht Regina Riepe zwei Bücher über Straßenkinder in Deutschland, und sie ist sich sicher, dass nach dieser Lektüre niemand mehr gleichgültig an den Kindern vorüber gehen kann, die an Bahnhöfen und Fußgängerzonen um ein paar Mark betteln.
1.) Jana Frey: "Sackgasse Freiheit" (Loewe)
Bei der Lektüre dieses Buchs hat sich die Rezensentin offenbar mehrmals gewünscht, dass die Geschichte nicht auf einer wahren Begebenheit basieren würde - so deprimierend erscheint ihr das Straßenleben der 14-jährigen Sophia, die wegen der Gefühlskälte ihrer Mutter und der Gewalt ihres Stiefvaters von zu Hause weggelaufen ist. In diesem Buch wird nach Riepe jedoch gezeigt, dass es kein "Spaß" ist, auf der Straße zu leben: Beziehungen sind kurz und schwierig, Vertrauen gibt es nicht, dafür ein Übermaß an "Hunger, Kälte und Einsamkeit", so die Rezensentin. Doch werde auch immer wieder aufgezeigt, woher Sophia ihre Kraft nimmt, um dieses Dasein auszuhalten. Riepe verrät, dass das Buch hoffnungsvoll endet, ohne dabei sentimental zu werden und empfiehlt es nicht nur Jugendlichen als "packende Lektüre".
2.) Heiko Neumann: "Verlassen kann ich mich selbst" (Bertelsmann)
An diesem Buch lobt die Rezensentin besonders das Einfühlungsvermögen des Autors, der vor allem die "ambivalenten Gefühle und inneren Konflikte" der Straßenkinder schildere, etwa wenn es darum geht, das erste Mal etwas zu stehlen, oder Ricki und Lisa sich vorsichtig einander nähern. Riepe bezeichnet diese Geschichte als ein "leises Buch", das den Ausgang der Geschichte offen lässt und den Leser "traurig" stimmen wird. Insgesamt kann sie das Buch vorbehaltlos empfehlen, nicht zuletzt wegen seiner literarischen Qualitäten.

© Perlentaucher Medien GmbH
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Besprechung von 07.02.2008
Flucht auf die Straße

Die vierzehnjährige Sofia war kein Wunschkind, sondern ist gezeugt durch Vergewaltigung. Die Mutter kümmert sich nicht um das dunkelhaarige, leicht gebräunte Mädchen. Doch dann kommt auch noch der blonde Karl in das Leben von Sofias Mutter, und die beiden setzen ein strohblondes Lockenköpfchen in die Welt. Sofia wird noch weniger beachtet. Der am Anfang so nette Karl entpuppt sich nach der Hochzeit als alkoholabhängiger Schlägertyp. Sofia dient ihm unfreiwillig als Ventil zum Wutablassen. Ihr Alltag zu Hause besteht aus Angst und Schlägen. Irgendwann melden sich die Eltern beim Jugendamt und lassen Sofia mit der Begründung, dass sie überfordert sind, abholen. Im Heim hält es das gedemütigte Mädchen nicht aus, so dass sie ausreißt. Von da an lebt sie auf der Straße, und ihr Alltag wird ein einziger Kampf gegen Hunger, Kälte, Einsamkeit und Verzweiflung. In ihrer Not gerät Sofia an Drogen, Alkohol und Prostitution. Doch dann lernt sie Ätze kennen . . .

Diese mitreißende Geschichte ist leider Wahrheit und kein Einzelfall.

Jana Frey: "Sackgasse Freiheit", Loewe Verlag, 9,90 Euro, ab 12 Jahre

Julia Sophie Hensel und Dorothea Paulowitsch

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