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Laute Verse
    Broschiertes Buch

Gedichte aus der Gegenwart Die Lyrik gilt derzeit als die Avantgarde der deutschen Literatur. So vital, so experimentierfreudig, so unterhaltsam, so klug wird derzeit nirgendwo sonst die Welt in Worte gefasst. Zwanzig Jahre nach der Wende hat sich eine neue Autorengeneration gebildet.
'Laute Verse' stellt 24 bedeutende junge Lyrikerinnen und Lyriker mit jeweils zehn Texten vor und bietet so einen profunden Überblick über die Lyrik der jüngeren Gegenwart. Zudem gibt jeder Autor mit der Interpretation eines seiner Gedichte einen Einblick in seine Schreibwerkstatt.
Mit Gedichten von Henning
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Produktbeschreibung
Gedichte aus der Gegenwart
Die Lyrik gilt derzeit als die Avantgarde der deutschen Literatur. So vital, so experimentierfreudig, so unterhaltsam, so klug wird derzeit nirgendwo sonst die Welt in Worte gefasst. Zwanzig Jahre nach der Wende hat sich eine neue Autorengeneration gebildet.

'Laute Verse' stellt 24 bedeutende junge Lyrikerinnen und Lyriker mit jeweils zehn Texten vor und bietet so einen profunden Überblick über die Lyrik der jüngeren Gegenwart. Zudem gibt jeder Autor mit der Interpretation eines seiner Gedichte einen Einblick in seine Schreibwerkstatt.

Mit Gedichten von Henning Ahrens, Marcel Beyer, Nico Bleutge, Nora Bossong, Ulrike Draesner, Daniel Falb, Matthias Göritz, Durs Grünbein, Hendrik Jackson, Thomas Kling, Christian Lehnert, Steffen Popp, Marion Poschmann, Monika Rinck, Hendrik Rost, Silke Scheuermann, Kathrin Schmidt, Sabine Scho, Lutz Seiler, Volker Sielaff, Ulf Stolterfoht, Anja Utler, Jan Wagner und Uljana Wolf.
  • Produktdetails
  • dtv Taschenbücher Bd.24692
  • Verlag: Dtv
  • Seitenzahl: 360
  • Erscheinungstermin: 19. März 2009
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 135mm x 27mm
  • Gewicht: 434g
  • ISBN-13: 9783423246927
  • ISBN-10: 3423246928
  • Artikelnr.: 23824363
Autorenporträt
Thomas Geiger ist seit 25 Jahren Redakteur der Zeitschrift Sprache im technischen Zeitalter und für die Programmarbeit am Literarischen Colloquium Berlin zuständig.
Rezensionen
Besprechung von 08.07.2009
Sind Bienen blind?
Thomas Geiger lässt 24 Dichter sich selbst kommentieren
„Ich weiß nicht, wie ein Gedicht entsteht”, gibt der Dichter Hendrik Jackson freimütig zu. Doch vermutet er immerhin, dass Übung dahinter steckt. Viel wichtiger auch erscheint Jackson die Frage, wann es denn fertig ist, das Gedicht. Auf die richtige Balance kommt es seiner Meinung nach an: Nicht zuviel „Geschwirre” darf es sein, und nicht zuviel an „Aussage”. Daniel Falb dagegen fährt große Geschütze auf: Leibniz’ „Theodizee” und ein Text Hannah Arendts müssen herhalten, um Falbs eigene Anverwandlung von Emily Dickinsons „I dwell in possibility” zu erläutern. Darum nämlich geht es in dem von Thomas Geiger herausgegebenen Band „Laute Verse”: 24 Dichter kommentieren jeweils eines ihrer eigenen Werke.
Manchmal ist das ganz schön harter Tobak. Nicht weniger ausgreifend als Daniel Falb fährt etwa Sabine Scho (auf bloß einer halben Seite) Carl Friedrich von Weizsäcker, Holger Meins und Jackie Kennedy als Bezugsgrößen auf. Ulf Stolterfoht wiederum erzählt ganz schlicht von seinem „Gnadenwinter” 1994, als er das erste Gedicht seines immer noch nicht abgeschlossenen „Fachsprachen”-Zyklus empfing. Nico Bleutge berichtet von den biographischen Elementen seines Gedichtes „nicht farbe”: Die Geschichte seiner Großmutter, die irgendwann realisieren musste, dass das Krankenhaus, in dem sie sich wähnte, ihr Altenasyl bleiben würde, und daraufhin, um ihre Familie zu strafen, das Sprechen einstellte: „stumm, / unnahbar, ihre kinderlippen, man sieht / das haarnetz, ihre müden augen. / es nimmt nicht farbe an, das gesicht.”
Hilfreich in einem pädagogischen Sinn oder besonders nützlich für das Verständnis des einzelnen Gedichts sind die Erläuterungen selten. Interessant sind sie dennoch oder gerade deswegen: Weil sich die 24 Dichter und Dichterinnen nicht als Philologen ihrer selbst versuchen. Sie geben vielmehr etwas von dem Umfeld preis, aus dem heraus Gedichte entstehen, dem konkreten Lebensumfeld manchmal, in der Regel aber von dem prosaischen, ungefügten Denkraum, aus dem heraus ihre Gedichte entwachsen.Über diese Beigaben hinaus hat Thomas Geiger, Mitarbeiter im Literarischen Colloquium Berlin, von jedem Dichter etwa zehn Stücke ausgesucht, die im besten Fall einen Querschnitt durch sein Werk darstellen. Wobei die meisten der hier vorgestellten Dichter erst ein relativ schmales Oeuvre vorzuweisen haben: Thomas Kling, Jahrgang 1957, ist der älteste in Geigers geschmacksicherer und abwechslungsreicher Auswahl. Der wohl schönste Begleittext stammt von Kathrin Schmidt, die ihrem Gedicht „blinde bienen” eine Art Prosaversion gegenüberstellt, eine Prosafantasie vielmehr, in der die Dichterin selbst am Ende wie eine weise Biene erscheint: „Ja, ich gebe zu: Noch juckt mir der Pelz, und manchmal tu ich ein wenig zu viel des Guten und gerate ins Straucheln, ins Taumeln. Dann tue ich einen Moment lang so, als ginge mich nichts an. Als ginge sie mich nichts an: die Ahnung der Endlichkeit.” TOBIAS LEHMKUHL
THOMAS GEIGER (Hrsg.): Laute Verse. Gedichte aus der Gegenwart. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2009. 360 Seiten, 14,90 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.sz-content.de
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Besprechung von 24.07.2009
Lyrik für Einsteiger

Die deutschsprachige Lyrik erlebt gerade eine Blütezeit. Zahlreiche neue, höchst eigenwillige Stimmen sind zu vernehmen und haben auch für eine verstärkte Beachtung von älteren Autoren gesorgt, mit denen sie - in Zeitschriften oder auf Festivals - in einen intensiven poetischen und poetologischen Dialog getreten sind. Eine hervorragende Möglichkeit, sich einen Überblick zu verschaffen, bietet eine von Thomas Geiger herausgegebene Anthologie, die vierundzwanzig Dichter mit jeweils etwa zehn Texten versammelt. Zusätzlich gibt es jeweils einen Kommentar der Autoren zu einem eigenen Gedicht. Gerade in diesen Selbstanalysen - deren Formen und Ansätze so individuell wie die literarischen Texte sind - wird auch der Kenner manches Neue erfahren. Etwa wenn Christian Lehnert darlegt, wie eine Erfahrung als Bausoldat im Leuna-Werk mehr als zehn Jahre später die Hohlform eines Kirchenliedes ausfüllt, und den "Augenblick des Gedichts" so definiert, dass in ihm "Leere, umgeben von Worten, zur Offenheit wird". Den Transformationen des Autobiographischen spüren einige nach, Hendrik Rost, Nora Bossong oder Steffen Popp etwa, der auf die wunderschöne Definition kommt: "Das Sprechen verhält sich zur Situation wie Schaum zum Meer." Erfreulich ist auch, dass Geiger neben jungen Stimmen wie Marion Poschmann, Jan Wagner oder Nico Bleutge auch die wichtigsten Vertreter der Generation davor einbezieht, neben Grünbein und dem 2005 verstorbenen Pionier Thomas Kling die als Lyriker noch viel zu wenig wahrgenommenen Henning Ahrens, Marcel Beyer und Kathrin Schmidt. "Jeder Dichter tut gut daran, sich als das zu begreifen, was er zuletzt sein wird, ein Häuflein Worte auf einer Buchseite plus einiger Satzzeichen", schreibt Grünbein. Nehmen wir also schon einmal probehalber die Perspektive der Nachwelt ein: Was in diesem Buch steht, wird bleiben. ("Laute Verse". Gedichte aus der Gegenwart. Herausgegeben von Thomas Geiger. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2009. 360 S., br., 14,90 [Euro].) rik

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"Die vorliegende Auswahl ist der gelungene Versuch, eine umfassende Darstellung der deutschen Gegenwartslyrik der letzten Jahrzehnte zu geben."
Manfred Orlick, buchinformationen.de April 2009

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Knapp und angetan äußert sich Tobias Lehmkuhl zu dieser Anthologie, in der 24 Dichter eines ihrer eigenen Gedichte kommentieren. Diese Kommentare können sehr gehaltvoll ausfallen, wie der von Daniel Falb, der ziemlich schwere Geschütze als Gewährsleute für eine "Anverwandlung" eines Gedichts von Emily Dickinson auffährt stellt der Rezensent etwas angestrengt fest. Andernorts dagegen findet er Kommentare, die - ohne Erklärungen oder pädagogische Erläuterungen zu bieten  - viel zum Kontext des Gedichts oder seiner Entstehung beitragen, wie er eingenommen konstatiert. Den Herausgeber Thomas Geiger, der zusätzlich jeweils um die zehn Gedichte eines jeden Autors ausgesucht hat, lobt er nachdrücklich für die schöne und vielseitige Auswahl.

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