Kulturrevolution als Vorbild?

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Nach 1968 brach in der Neuen Linken Europas ein regelrechtes Mao-Fieber aus. Der Weg derjenigen, die der maoistischen Utopie ihr Leben widmeten, führte an der gesellschaftlichen Realität vorbei und hinterließ, wie Gerd Koenen es ausdrückt, ein "schwarzes Loch" in der eigenen Biographie. Tausende Akteure, einige von ihnen heute Teil der gesellschaftlichen Eliten, waren und sind von diesem Scheitern betroffen und müssen bei der Rekonstruktion ihrer Lebensläufe damit umgehen. Dieser Band untersucht, warum sich in den 1970er Jahren so viele Menschen für die chinesische Kulturrevolution…mehr

Produktbeschreibung
Nach 1968 brach in der Neuen Linken Europas ein regelrechtes Mao-Fieber aus. Der Weg derjenigen, die der maoistischen Utopie ihr Leben widmeten, führte an der gesellschaftlichen Realität vorbei und hinterließ, wie Gerd Koenen es ausdrückt, ein "schwarzes Loch" in der eigenen Biographie. Tausende Akteure, einige von ihnen heute Teil der gesellschaftlichen Eliten, waren und sind von diesem Scheitern betroffen und müssen bei der Rekonstruktion ihrer Lebensläufe damit umgehen. Dieser Band untersucht, warum sich in den 1970er Jahren so viele Menschen für die chinesische Kulturrevolution begeisterten. Wie unterschiedlich konstruierten sich die Linken im deutschsprachigen Raum ihren Maoismus und ihre Kulturrevolution? Warum konnte der chinesische Sozialismus sowohl in der Kommune I, als auch den K-Gruppen oder der frühen RAF überhaupt zum Bezugspunkt werden? Wie erinnern sich Zeitzeugen heute an ihre maoistische Vergangenheit? All diese Fragen verfolgt dieses Buch.
  • Produktdetails
  • Verlag: Peter Lang Ltd. International Academic Publishers
  • Artikelnr. des Verlages: .57641, 57641
  • Neuausg.
  • Seitenzahl: 221
  • Erscheinungstermin: 2. Juni 2008
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 149mm x 14mm
  • Gewicht: 290g
  • ISBN-13: 9783631576410
  • ISBN-10: 3631576412
  • Artikelnr.: 27774408
Autorenporträt
Die Herausgeber: Sebastian Gehrig studierte Geschichte und Politikwissenschaft in Göttingen und Cambridge. Zur Zeit ist er Doktorand am Historischen Seminar der Universität Heidelberg.
Barbara Mittler studierte Sinologie, japanische Sprache und Musikwissenschaft in Oxford, Taipeh und Heidelberg. Sie ist Professorin an der Universität Heidelberg.
Felix Wemheuer studierte Geschichte Ostasiens in Bochum und Peking. Zur Zeit ist er Universitätsassistent am Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Wien.
Inhaltsangabe
Aus dem Inhalt : Sebastian Gehrig/Barbara Mittler/Felix Wemheuer: Vorwort der Herausgeber - Felix Wemheuer: Einleitung: Die vielen Gesichter des Maoismus und die Neue Linke nach 1968 - Gerd Koenen/Laura K. Diehl: "Mao als Mona-Lisa der Weltrevolution". Erinnerungen an den westdeutschen Maoismus - Laurent Vonwiller: Der Lange Marsch in der Seifenblase. Die Kommunistische Partei der Schweiz/Marxisten-Leninisten (KPS/ML) im Rückblick - Felix Wemheuer: Maos rote Sonne über Wien. Erinnerungen an den Maoismus in Österreich - Angela Zimmermann: Das lange rote Jahrzehnt der Kommunistischen Partei der Schweiz/Marxisten-Leninisten (KPS/ML) Erinnerungen an ein fast vergessenes Kapitel der schweizerischen Linken - Marcel Dreier: Das kämpfende afrika. Angola-Solidarität und die "Drei-Welten-Theorie" in der Schweiz - Jens Benicke: "Von Heidelberg nach Mogadischu, ein Weg von der revolutionären bis zur konterrevolutionären Aktion". Das Verhältnis der bundesdeutschen K-Gruppen zur RAF, am Beispiel der KPD/ML - Sebastian Gehrig: "Zwischen uns und dem Feind einen klaren Trennungsstrich ziehen". Linksterroristische Gruppen und maoistische Ideologie in der Bundesrepublik der 1960er und 1970er Jahre - Laura K. Diehl: Die Konjunktur der Mao- Images in der bundesdeutschen "68er"-Bewegung - Barbara Mittler: Schlussbetrachtung. Kulturrevolution als Propaganda: Der Lange Marsch des Maoismus in China .
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Als linksliberal und aufrührerisch, wie Michael Naumann es bezeichnete, möchte Lorenz Jäger das selige "Kursbuch" nicht in Erinnerung behalten. Besser gefällt ihm die Einschätzung von Laura K. Diehl, die es in ihrem Beitrag zu diesem Band als Zentrum des Maoismus im deutschsprachigen Raum begreift. Dem Rezensenten offenbart diese Lesart zusammen mit weiteren untersuchten Essays von Peter Schneider etwa die Bedeutung des europäischen Maoismus, die spätere Reue seiner Protagonisten angesichts der Greuel der chinesischen Kulturrevolution sowie die "Aufmerksamkeitsgewinne der Maoisten". Was Jäger in diesem "schönen" Buch vermisst, ist die Kunst. Immendorff und Godard, meint er, hätten die Faszination dieser "exotischen Doktrin" ganz gut abgebildet.

© Perlentaucher Medien GmbH