Kinderküche spitzenmässig - Hrsg. von Schürmann-Mock, Iris
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Soooo lecker! Das Gourmet-Kochbuch für Kinder Vorweg ein kunterbunter Salat-Whopper, als Hauptgericht Gnocchi mit Basilikumsoße und Tomatenwürfeln und zum Nachtisch Arme Ritter mit Fruchtschaum. 24 Spitzenköche aus ganz Deutschland haben Rezepte für den Nachwuchs entwickelt - so einfach, dass Kinder sie kochen können und so lecker, dass sie jeden begeistern, der mitessen darf. Mit Rezepten von Jörg Müller, Alfons Schuhbeck, Heinz Winkler und vielen mehr.…mehr

Produktbeschreibung
Soooo lecker! Das Gourmet-Kochbuch für Kinder Vorweg ein kunterbunter Salat-Whopper, als Hauptgericht Gnocchi mit Basilikumsoße und Tomatenwürfeln und zum Nachtisch Arme Ritter mit Fruchtschaum. 24 Spitzenköche aus ganz Deutschland haben Rezepte für den Nachwuchs entwickelt - so einfach, dass Kinder sie kochen können und so lecker, dass sie jeden begeistern, der mitessen darf. Mit Rezepten von Jörg Müller, Alfons Schuhbeck, Heinz Winkler und vielen mehr.
  • Produktdetails
  • Verlag: Ellermann
  • Seitenzahl: 96
  • Altersempfehlung: 10 bis 12 Jahre
  • 2001
  • Ausstattung/Bilder: m. zahlr. farb. Illustr. v. Silke Tessmer.
  • Abmessung: 290mm
  • Gewicht: 690g
  • ISBN-13: 9783770731107
  • ISBN-10: 3770731107
  • Artikelnr.: 09922744
Rezensionen
Besprechung von 04.12.2001
Soufflé mit "Bäh!"-Effekt
Spitzenköche verraten Kindern ihre Rezepte

Was ist für Kinder spannend am Kochen? Offenkundig nicht das, was man im Hauswirtschaftsunterricht lernt. Ausgewogene Ernährung, rationelles Wirtschaften lassen ja auch Älteren nicht das Wasser im Mund zusammenlaufen. Spannend ist, daß der Weg zum Appetitlichen über das Unappetitliche führt, daß man sich die Hände schmutzig machen muß, um das herzustellen, was nur mit sauberen Händen genossen werden darf. Und wer nicht nur ißt, sondern auch kocht oder backt, hat an dem Geheimnis teil. Er kannte die Weihnachtsplätzchen schon, als sie noch ein unförmiger Teig waren, den es zurechtzumanschen galt.

Man kann von einem Kinderkochbuch nicht verlangen, daß es lehrt, wie man mit dem Essen spielt. In solchen Fragen fehlt es Erwachsenen an Autorität. Aber man würde sich wünschen, daß es erklärt, was die Logik hinter dem Küchenzauber ist und warum es sich lohnt, ihr zu folgen. Das Buch "Kinderküche spitzenmäßig" tut einen mutigen Schritt in diese Richtung. Sympathisch an ihm ist zunächst, was nicht darin steht, nämlich alle genreüblichen Lügen der Art, daß man cool sei oder leichter Freunde finde, wenn man seine freien Stunden am Herd verbringt.

"Wenn du dieses Buch liest, dann kochst du sicher gerne. Gratuliere!" - so selbstverständlich begrüßt Iris Schürmann-Mock, die Herausgeberin, ihre Leser. Sie traut ihnen also etwas zu und dokumentiert das auch dadurch, daß sie die Rezepte nicht aus dem Ärmel schüttelt. Sie stammen von deutschen Spitzenköchen, die gebeten wurden, sich etwas Kindgerechtes auszudenken. Nun kennt nicht jedes Kind Heinz Winkler oder Harald Wohlfahrt, aber spätestens beim Nachkochen wird es die Autorität spüren, die sich hinter den knappen Anweisungen verbirgt. Ein bißchen süßer, ein bißchen bunter und erheblich preiswerter geht man in der "Kinderküche" zu Werke. Aber bei der Qualität werden keine Zugeständnisse gemacht. Gerichte wie der Pilz-Kräuter-Kuchen oder die Armen Ritter mit Fruchtschaum stünden auf keiner Tafel verkehrt. Nur ein einziges Rezept, der Salat-"Whopper" mit Dosenmais, weckt den Verdacht, daß hier ein Koch seine Leser nicht ganz für voll nimmt.

Freilich sieht man auch, daß vielen der Autoren die Erfahrung mit Kindertellern fehlt. Sonst wären sie mit Zutaten wie Spinat, Schafskäse oder Oliven gewiß vorsichtiger umgegangen. Andere überschätzen die Ausstattung eines normalen Haushalts. Manche Küche wird nun bald im Chaos versinken, weil ein Jungkoch nirgends den Champagneressig entdeckt. Manches ist auch ein wenig zu schwer. An Gerichten wie dem Grieß-Soufflé mit Eis und Beeren sind schon Berufsköche gescheitert. All das schadet nichts. Das "Bäh!"-Erlebnis gehört zum Kochen und macht auch Spaß, wenn man es nicht streng nimmt wie Paul Bocuse, von dem es heißt, er habe seine Schüler gezwungen, mißglückte Speisen aufzuessen.

Doch wieviel eindrucksvoller wäre es gewesen, wenn die Köche selbst einige Worte an die Leser gerichtet hätten. Niemand könnte besser erklären, welche Bedeutung jedes Detail für das Gelingen des Ganzen hat und warum es sich überhaupt lohnt, dieser stillen Passion zu folgen, auch wenn ihre schönsten Früchte so rasch im Magen verschwinden wie ihre ärgsten im Müll. Die Herausgeberin schickt ihre Leser allein in diese Welt. Aber sie öffnet die Tür, und das ist schon einiges wert.

MICHAEL ALLMAIER

Iris Schürmann-Mock: "Kinderküche spitzenmäßig". Ellermann Verlag, Hamburg 2001. 96 S., geb., 39,80 DM. Ab 8 J.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Besprechung von 05.12.2001
Spitzenköche in Blätterteig
Berühmte Köche verraten Kindern ihre Rezepte
Was für einige Kinderbücher gilt – dass sie von Erwachsenen mehr geliebt werden als von Kindern –, könnte auch bei diesem Kochbuch der Fall sein. 24Spitzenköche kochen für Kinder lautet der Untertitel des stabilen Bandes – und tatsächlich ist es der Herausgeberin Iris Schürmann-Mock gelungen, die wahren Zelebritäten des gastronomischen Gewerbes in Deutschland, die mit ein, zwei oder gar drei Michelin-Sternen dekoriert sind, in einer Art von Blätterteig übereinanderzupacken. Für Kenner der Szene ist es ein besonderes Vergnügen, zu beobachten, wie die berühmten Herren und die Dame Doris-Katharina Hessler sich von den Luxusgütern, die in ihren Häusern an der Tagesordnung sind, lossagen und sich auf einfachste Alltagsmaterialien einlassen, ohne dabei ihren Anspruch aufzugeben. Einer der Köche – Rainer-Maria Halbedel – hat den Kindern sogar verraten, wie er die Spezialität macht, mit der er im Michelin verzeichnet ist: geschmolzene Tomaten.
Wenn man sich freilich ausmalt, was die Köche in einigen Rezepten von ihren jungen Lehrlingen verlangen – teilweise sollen sie auf bis zu drei Herdplatten oder Feuerstellen gleichzeitig hantieren–, kann einem schon leicht schwindlig werden. Doch gibt es auch ganz einfache Rezepte, die mit ein paar elementaren Handgriffen zu bewältigen sind, und einige originelle Varianten notorisch bekannter Speisen wie die Kartoffelpizza von Schuhbeck, den „Kinder- Gourmetburger” von Jörg Müller oder das „Gewürzbrot im Blumentopf” von Markus Semmler.
Zum nützlichen Lehrwerk – und das vor allem für Erwachsene, die in den oft unpräzise formulierten Kochbüchern der Stars immer genau diese hilfreichen Details vermissen – wird das Buch durch die vielen eingestreuten Einkaufstipps, die Hinweise auf Frische und Qualität der Waren, durch die praktischen Erläuterungen der alltäglichen Handgriffe und die kleinen Küchentricks, die den Lesern des Buches einen deutlichen Wettbewerbsvorteil vor den Lesern normaler Kochbücher verschaffen.
An ein paar wenigen Stellen klafft dann aber doch noch eine Lücke zwischen den Angaben und dem intendierten Produkt. Wenn in einem Rezept plötzlich Hühner- und Gemüsebrühe gebraucht werden, ohne dass den Kindern erklärt wird, wie sie diese herstellen können, hat das ganze Rezept nicht viel Chancen, jemals nachgekocht zu werden.
In Richtung Weihnachten gedacht, könnte man das Buch etwa so charakterisieren: ein originelles Geschenk für Kinder, das vor allem den Eltern zugute kommt. (ab 10 Jahre)
GOTTFRIED KNAPP
IRIS SCHÜRMANN-MOCK (Hrsg.): Kinderküche spitzenmässig. Illustrationen von Silke Tessmer. Ellermann Verlag 2001. 96 Seiten, 39,80 Mark.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.diz-muenchen.de
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

"Richtig dankbar zeigt sich Michael Allmaier angesichts eines Buches, das ohne die "genreübliche Lüge" auskommt, "dass man cool sei oder leichter Freunde finde, wenn man seine freien Stunden am Herd verbringt" (aber was hat der Allmaier da nur gelesen?). Jedenfalls geht's richtig zur Sache, macht die Autorin einen "mutigen Schritt" dahingehend zu erklären, "was die Logik hinter dem Küchenzauber ist". Sie traue den Kindern etwas zu, erklärt Allmaier und meint damit die Konfrontation mit echten Spitzenköchen und ihren Rezepten, die hier Kinderküche a la Bocuse zaubern. Mitunter geht das allerdings doch zu weit: So überschätzen einige der Köche die Ausstattung eines normalen Haushalts, andere wollen mit den Jungköchen gleich das schwierige Grieß-Souffle in Angriff nehmen. Noch besser hätte unser überforderter Rezensent es gefunden, die Köche hätten mal innegehalten und etwas über ihre Passion erzählt. Aber bitte, die Richtung stimmt ja.

© Perlentaucher Medien GmbH"