Jason und PhoenixBird - Baskin, Nora Raleigh
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Produktdetails
  • Verlag: Gerstenberg Verlag
  • Seitenzahl: 224
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahren
  • Erscheinungstermin: 26. Januar 2010
  • Deutsch
  • Abmessung: 215mm x 139mm
  • Gewicht: 355g
  • ISBN-13: 9783836952897
  • ISBN-10: 3836952890
  • Artikelnr.: 27982849
Autorenporträt
Uwe-Michael Gutzschhahn, Jahrgang 1952, studierte Anglistik und Germanistik. Er arbeitet als Verlagslektor, Schriftsteller und Übersetzer in München. Für seine schriftstellerische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 09.04.2010

Genau der richtige Ort
Ein besonderer Junge erzählt sein Leben
Jason schaut niemanden richtig an. Seine Hände flattern, vor allem wenn er sich aufregt, und er wackelt mit den Füßen, wenn er stillsitzen muss. Jason ist ein Spasti, sagen seine Klassenkameraden. Nur wenige Schüler tolerieren ihn, niemand will ihn zum Freund. Die Mädchen schrecken vor dem Zwölfjährigen zurück, der seine Gestik oft nicht kontrollieren kann. Jason ist ein Autist.
Zu Hause gestaltet sich Jasons Leben einfacher. Der kleine Bruder sucht wie selbstverständlich seine Nähe, sein Vater flößt ihm Vertrauen ein und kann Jason im richtigen Augenblick in den Arm nehmen. Seine eigentliche Gesprächspartnerin aber ist die liebevolle und engagierte Mutter. Anders als der Vater stellt sie Ansprüche an Jasons kommunikatives Verhalten. Unerbittlich trainiert sie mit ihm einige Selbstverständlichkeiten im mitmenschlichen Umgang, die er im passenden Augenblick leider doch nicht beherrscht. Denn vor allem hier liegen Jasons Probleme. Seine Begabungen und Defizite sind so extrem ausgeprägt, dass sie seine Persönlichkeit zu zerreißen drohen. Ein überscharfes Gehör lässt ihn kleinste Geräusche wie einen irritierenden Schmerz verspüren. Gesichter dagegen vermag er kaum zu unterscheiden. Sprachlich jedoch ist Jason überdurchschnittlich talentiert. Er liest, schreibt selbst Geschichten, er denkt über Wörter nach und macht sich mit literarischen Strukturen vertraut. Für Jason ist daher das Internet genau der richtige Ort. Hier kann er auf unsichtbare Weise kommunizieren, ohne in Gesichter blicken und ohne sich in komplizierten Umgebungen zurechtfinden zu müssen. Auf einer Storyboard-Website stellen Kinder seines Alters ihre eigenen Geschichten vor. PhoenixBird nennt sich das Mädchen, das mit Begeisterung Jasons Texte liest. Wird nun Jasons Wunsch nach einer Freundin in Erfüllung gehen? So viel unvermutetes Happy End bieten die Bücher für junge Leser schon lange nicht mehr. Es geschieht, was auch im realen Leben passieren würde. PhoenixBird macht sich beim Anblick von Jason schnell aus dem Staub.
Ein bitterer Humor liegt in diesen unverblümten Schilderungen. Denn die Autorin lässt Jason aus der Ich-Perspektive erzählen, sodass sich die Normalität der anderen unwillkürlich in geistige Beschränktheit verkehrt. Die Lektüre dieses Buches ist somit keineswegs nur bedrückend. Die ganze Tragweite des Problems, die solche Kinder für ihre engere Umgebung bedeuten, vor allem wenn sie erwachsen werden, kann aus dieser Perspektive ungesagt bleiben. Sie würde den Horizont eines jungen Lesers übersteigen. (ab 12 Jahre) BARBARA VON KORFF SCHMISING
NORA RALEIGH BASKIN: Jason und PhoenixBird. Alles andere als typisch. Aus dem Amerikanischen von Uwe-Michael Gutzschhahn. Gerstenberg 2010. 224 Seiten, 13,90 Euro.
Wo ist der Elefant? Hat er sich in der Keksdose versteckt, im Schrank oder hinter der Blume? Plötzlich taucht er wieder hinter dem Sofa auf, und das Lieblingsspiel von Tilly und ihren Tieren endet so, wie es kleinen Kindern und ihren Eltern großen Spaß macht. (ab 2 Jahre) bud (Polly Dunbar: Wo ist Tuffel? Aus dem Englischen von Sophie Birkenstädt. Carlsen 2010. 30 Seiten, 12,90 Euro.)
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