Iluminando Vidas: Ricardo Rangel und die mosambikanische Fotografie /Ricardo Rangel et la photographie mozambicaine. Dt. /Franz. - Z'Graggen, Bruno und Grant L. Neuenburg
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Rezensionen
Besprechung von 22.12.2005
Der kalte Widerschein der Wirklichkeit

Es war ein Symbol pathetischer Hilflosigkeit, als New York im Jahr eins nach seiner Katastrophe zum ersten Mal die Silhouette des zerstörten World Trade Centers mit Laserstrahlen nachmodellierte - viel größer als die Originale, zwei kalte, blaue Säulen im Nachthimmel, megalomanischer Trotz, Licht als Abglanz, als fahler Widerschein der Wirklichkeit (unsere Abbildung). Genau solche Brechungen sind die Lieblingsmotive des Fotografen Ralf Kaspers, der auf seinen großformatigen Aufnahmen die Welt zeigt, wie sie sich der Mensch erschaffen oder wie er sie zerstört hat - selten aber den Menschen selbst. Man blickt auf die Kulissen des Daseins, auf Häuserschluchten und Rinnsteinstilleben, ist erschreckt und gefesselt zugleich vom Januskopf der Zivilisation und sehnt sich nur nach einem: nach Wärme.

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"Ralf Kaspers - Fotografie", herausgegeben von der Galerie Ralf Kaspers (Fürstenwall 74, 40219 Düsseldorf, Tel.: 0211/397875, www.galerie-kaspers.de). Das Buch ist nicht im Handel erhältlich.

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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Der heute fast achtzig jährige Ricardo Rangel gilt als einer der Väter der unabhängigen Fotografie Afrikas, berichtet Rezensent Fritz Göttler. Der von Bruno Z Graggen und Grant Lee Neuenburg herausgegebenen Fotoband "Iluminando Vidas" dokumentiert nun zur Freude Göttlers die Arbeiten Rangels und seiner Schüler. Wie er ausführt, fotografierte Rangel seit den vierziger Jahren und arbeitete als Redakteur verschiedener Zeitungen. "Die Kunst", erklärt Göttler, "ist bei ihm vom Dokument nicht zu trennen, das Politische nicht vom Privaten". So machte Rangel damals von jedem Mitglied der politischen Polizei PIDE, das er sah, eine Aufnahme für sein Archiv der Untaten, das nach der Revolution das Abtauchen verhindern sollte, hält Göttler fest: Gegen den "Tanz des Vergessens" und die "Flucht vor der Verantwortung".

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