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Sie war eine charismatische, starke Frau, aber sie gab nur wenig von sich preis: Hannelore Kohl. Wie sie wirklich war, wie sie gelebt, gedacht und gefühlt hat und wie es ist, an der Seite des mächtigsten Mannes in Deutschland zu leben, davon berichtet ihr jüngerer Sohn Peter Kohl - zusammen mit der Journalistin Dona Kujacinski.…mehr

Produktbeschreibung
Sie war eine charismatische, starke Frau, aber sie gab nur wenig von sich preis: Hannelore Kohl. Wie sie wirklich war, wie sie gelebt, gedacht und gefühlt hat und wie es ist, an der Seite des mächtigsten Mannes in Deutschland zu leben, davon berichtet ihr jüngerer Sohn Peter Kohl - zusammen mit der Journalistin Dona Kujacinski.
  • Produktdetails
  • Knaur Taschenbücher Nr.78557
  • Verlag: Droemer/Knaur
  • Artikelnr. des Verlages: 3005294
  • 3., erw. Aufl.
  • Seitenzahl: 416
  • Erscheinungstermin: 1. März 2013
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 127mm x 30mm
  • Gewicht: 330g
  • ISBN-13: 9783426785577
  • ISBN-10: 3426785579
  • Artikelnr.: 36771975
Autorenporträt
Kohl, Peter
Peter Kohl, geboren 1965 in Ludwigshafen, ist der jüngere Sohn von Hannelore und Helmut Kohl. Er studierte am Massachusetts Institute of Technology (MIT) sowie an den Universitäten Wien und Cambridge. Nach vielen Jahren in London lebt er heute als selbständiger Unternehmer in der Nähe von Zürich

Kujacinski, Dona
Dona Kujacinski, geboren 1956 in Offenburg, lebt und arbeitet als freie Journalistin in Berlin. Sie führte unter anderem die letzten beiden Interviews mit Hannelore Kohl im März und Mai 2001.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 03.03.2002

Ihrer Rolle verpflichtet
Kontrovers: Zwei Biographien über Hannelore Kohl

VON FRANZ JOSEF GÖRTZ

"Dr. Kohl ist gegen dieses Buch." So lautet der erste Satz in Patricia Cloughs Biographie von Hannelore Kohl. Warum die schroffe Absage - an eine Autorin, die sich, vor vier Jahren erst, mit einem exemplarischen Porträt des damaligen Kanzlers einschlägig ausgewiesen hat? Den Namen der am 4. Juli 2001 durch Freitod aus dem Leben geschiedenen ehemaligen Kanzlergattin hat sie lakonisch auf den Titel gesetzt. Und gleich darunter, akzentuiert pathetisch wie ein imaginäres Ausrufezeichen: "Zwei Leben". Die "wahre Hannelore Kohl" und ihr angeblich ganz "anderes Ich" sind gemeint, die Person und ihr "öffentliches Erscheinungsbild".

Helmut Kohl könne sich "ungeheuer glücklich schätzen, mit ihr verheiratet gewesen zu sein". Schreibt Clough nicht ohne Zynismus. Hannelore Kohl habe schließlich Jahre damit verbracht, ihre Kinder allein großzuziehen und geduldig auf einen allzeit abwesenden Mann zu warten, dessen politische Aktivitäten mehr zählten als die Ehefrau daheim. Keinen Zweifel mag die Autorin daran lassen, daß Hannelore Kohl "benutzt, ja ausgenutzt wurde. Ihr Leben, wie das Leben von Millionen von Frauen ihrer Generation, stand zum großen Teil im Dienst ihres Gatten. Sie hatte es sich zwar nicht so ausgesucht, aber sie entschied sich doch aus freien Stücken dazu, und dank ihrer Selbstaufopferung und ihrer großen Entschlossenheit war sie darin auch erfolgreich".

Nach dem Verständnis von Frau Clough ist es eine Ehetragödie, die sie zum Thema ihres Buches macht. Unter der Not verhinderter Recherche wandelt sich das biographische Vorhaben von der Lebensbeschreibung zum Psychogramm, zu einer exemplarischen Studie über "jenes stille, uneingestandene Unglücklichsein von Millionen von Frauen angesichts eines Lebensstils, bei dem es sich angeblich um ihr naturgegebenes Schicksal handelte". Die Psychologin Betty Friedan hat es das "Problem ohne Namen" genannt. Aus Cloughs Blickwinkel ist es das Schicksal der Hannelore Kohl. Deren Tragödie war, daß zwischen der "öffentlichen" und der "wahren" Person kein Abstand blieb und eine Flucht unmöglich schien: "Sie war so stark im Käfig ihrer Rolle verankert, sie konnte nicht über diese Rolle springen, sie war konditioniert auf diese Rolle." Vielleicht war sie nicht glücklich. Aber sie trug ihr Unglück mit großem Selbstbewußtsein bis zuletzt.

Die Mitteilung, daß die Familie Kohl der Verfasserin der "einzigen unabhängigen Biographie über Hannelore Kohl" (Verlagswerbung) die Tür gewiesen, "hinter den Kulissen Gift gestreut" und eine "Mauer des Schweigens" errichtet habe, hat sie sich für das Resümee aufgehoben: Solche Schikanen, findet Patricia Clough, seien "einem Manne unwürdig, der sich selbst Historiker nennt". Man plane, gab die Familie zu bedenken, selbst ein Buch über Frau Kohl, "und alle Freunde und Mitarbeiter seien angewiesen, nur mit dem Verfasser jenes Buches zu sprechen".

Es liegt inzwischen vor. Peter Kohl, der jüngere Sohn der Kohls, hat es zusammen mit der Berliner Journalistin Dona Kujacinski geschrieben. Eine Lebensbeschreibung durchaus. Aber eine grundlegend andere Spezies als das Buch von Patricia Clough. Peter Kohl nimmt das Leben der Mutter vom Tod her in den Blick - ein Unterfangen in unmißverständlich hagiographischer Absicht. Keine Fragen der Art, wie Clough sie berührt - außer der einen nach der Erklärung für Hannelore Kohls Freitod. Damit niemand sie übersieht, wird sie wie zur Bekräftigung zweimal zitiert: vor dem ersten Kapitel und vor dem letzten. "Ich will es mir und Euch ersparen. Die Unheilbarkeit ist nun erwiesen."

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Die Frau im Schatten
Eine deutsche Kanzlergattin wählt den Freitod - ein gefundenes Fressen für die Yellow Press. Dass die Hinterbliebenen dem aus dem Weg gehen wollen, ist mehr als verständlich. So haben sich die Autorin Kujancinski und der Kohl-Sohn Peter zusammengetan, um ein Buch zu verfassen, dass die Familie vor dem Ärgsten bewahren und die Neugier der Menschen befriedigen soll.
Es geht um den Kanzler
Im Mittelpunkt des Buches steht die These, dass Hannelore Kohl letztendlich auch an den Anschuldigungen gegen Ex-Kanzler Helmut Kohl im Zusammenhang mit der Spendenaffäre um Elf Aquitaine zerbrochen sei. Und so kommt, was kommen muss: Nicht um das Leben von Frau Hannelore scheint es zu gehen, sondern um das ihres Mannes. Bis zu ihrem tragischen Ende war sie die Frau hinter Helmut. Mit den Jahren brachte man sie immer weniger mit dem CDU-Politiker in Verbindung, nahm sie allenfalls als karitativ engagierte Frau wahr. Nur wenige wussten von ihrem schweren Leiden, das sie in die Dunkelheit trieb.
Bild ohne Kratzer
So erfährt man am Ende noch mehr über den Ex-Kanzler als über die tragische Geschichte seiner Frau. Ein bitteres Fazit muss man sicherlich aus der Lektüre ziehen: Wie wenig wissen wir von den Menschen, mit denen wir am engsten zusammen leben! Oder: Wie wenig wir doch am liebsten wissen wollen! Alternativ zu diesem Band, der sich bemüht, Hannelore Kohl in ein mitunter verklärtes Licht zu rücken, ist das Buch Hannelore Kohl.Zwei Leben von Patricia Clough. Einfühlsam und ohne Restriktionen bringt sie auch Kontroverses ans Licht, das sich nicht einfach in das offizielle Bild fügt. (Mathias Voigt/literaturtest.de)…mehr

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Zwei Biografien, die sich mit Leben und Sterben der Kanzlergattin befassen, stellt Elisabeth von Tadden uns vor: Patricia Cloughs "Hannelore Kohl. Zwei Leben" (DVA) und "Hannelore Kohl. Ihr Leben" von Dona Kujacinski und Peter Kohl (Droemer).
Die These, dass es bei den beiden Büchern weniger um die naheliegende Frage der Schuld am Freitod Hannelore Kohls geht als um die Frage der Deutungshoheit, stellt Thadden ihrer Besprechung voraus. Keines der Bücher, schreibt sie, öffne einen geheimen Abgrund, "keine neuen Nachrichten in Bezug auf Spenden oder Krankheitsbild". Auch das hier wie dort gezeichnete Bild der Kanzlergattin als klarsichtige Perfektionistin, die keineswegs Opfer ihres Mannes wurde, überrascht die Rezensentin nicht. Eher schon staunt sie über die leidvolle Geschichte von Kindheit und Flucht während des Krieges, die Clough mit Hilfe von Äußerungen Hannelore Kohls und bislang kaum bekannter Quellen, freilich so unangestrengt wie "zurückhaltend", entwirft. Anders im Buch des Sohnes. Nicht nur verzichte dieser auf die "Vorgeschichte" seiner Mutter; was er zusammen mit seiner Koautorin aufschreibt, erklärt Thadden, wirke auch "merkwürdig angestrengt", nicht zuletzt durch die Suggestion, eine Art Rufmordkampagne gegen den Ex-Kanzler sei Mitschuld am Tod der Frau. Als sollte hier ein bestimmtes Bild keine Kratzer bekommen.

© Perlentaucher Medien GmbH…mehr