Geschichte der Globalisierung - Osterhammel, Jürgen; Petersson, Niels P.
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Globalisierung beginnt nicht erst in der Gegenwart. Sie hat sich über mehrere Jahrhunderte hinweg entfaltet. Das Buch beschreibt die Vielfalt der wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Prozesse, die heute unter dem Begriff der Globalisierung zusammengefaßt werden. Es befaßt sich mit deren Ursachen und Auswirkungen, Rhythmen und Reichweiten.…mehr

Produktbeschreibung
Globalisierung beginnt nicht erst in der Gegenwart. Sie hat sich über mehrere Jahrhunderte hinweg entfaltet. Das Buch beschreibt die Vielfalt der wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Prozesse, die heute unter dem Begriff der Globalisierung zusammengefaßt werden. Es befaßt sich mit deren Ursachen und Auswirkungen, Rhythmen und Reichweiten.
  • Produktdetails
  • Beck'sche Reihe
  • Verlag: Beck
  • 5., durchges. Aufl.
  • Seitenzahl: 128
  • Erscheinungstermin: Oktober 2003
  • Deutsch
  • Abmessung: 180mm x 116mm x 10mm
  • Gewicht: 133g
  • ISBN-13: 9783406480201
  • ISBN-10: 3406480209
  • Artikelnr.: 11664640
Autorenporträt
Osterhammel/Petersson
Rezensionen
Besprechung von 10.11.2003
Modischer Begriff
Wort und Wirklichkeit: Die Globalisierung in der Geschichte
Manche Begriffe kommen ins Haus wie der Herr Kalldewey von Botho Strauß: Der ist plötzlich da, ungebeten, unverhofft, und ist binnen kurzem nicht bloß Angeber, sondern Tonangeber. So ging es mit dem Begriff der Globalisierung, der sich zu Beginn der Neunziger Jahre einbürgerte. Die Grenzen zum Ostblock waren durchlässig geworden, e-mail und Internet beflügelten die weltweite Kommunikation. Da trat die Idee von der „Globalisierung” auf den Plan, unverhofft, ungerufen, und wurde binnen kurzem Totschlagsargument für die einen und Hassvokabel für andere. Mit der „Globalisierung” wird begründet, dass Großunternehmen in der Bundesrepublik weniger Steuern zahlen wollen, dass die Gewerkschaften zu mächtig seien, dass der Arbeitsmarkt „flexibler” werden müsse. Kritik an diesen Forderungen kleidet sich schnell in abfällige Urteile über die Globalisierung als solche.
Jürgen Osterhammel und Niels Petersson stellen in ihrer Überblicksdarstellung folgende Fragen: Was ist die „Globalisierung”? Wann begann sie? Wie bedeutsam ist der Begriff – bezeichnet er einen Prozess, der so einschneidend ist wie zum Beispiel die Industrialisierung, oder ist er doch nur modischer Nachfolger überlebter Ausdrücke wie „Freizeitgesellschaft” oder „Postmoderne”?
„Nicht jede Münze, die fern von ihrem Ursprungsort in einer archäologischen Grabungsstätte gefunden wird”, schreiben die Autoren, dürfe schon als Beweis für Globalisierung gelten”. Diese gebe es nur dann, wenn ein „bestimmtes Maß an Dauerhaftigkeit und institutioneller Untermauerung” bestehe. Erst seit „das Ferne” für „bestimmte Menschengruppen” wichtig geworden sei, dürfe man von Globalisierung reden, mithin also seitdem am Ende des 15. Jahrhunderts das Zeitalter der Entdeckungsfahrten und Kolonialreiche anhob.
Die zwei theoretischen Kapitel des Bändchens münden in einen chronologischen Abriss jener historischen Entwicklungen, die unter dem Aspekt der Globalisierung betrachtet werden können. Indes tut die Verwendung dieses Begriffes zum Verständnis der historischen Abläufe nichts hinzu. Phänomene wie „Fernhandel”, „Schießpulverimperien”, „Weltkapitalismus”, „Imperialismus” werden nicht verständlicher, wenn sie durch die Brille der Marke „Globalisierung” betrachtet werden.
Im abschließenden Urteil der Autoren klingt das an: „,Globalisierung‘ hat einen Sinn als Sammelbegriff für konkret beschreibbare Strukturen und Interaktionen mit planetarischer Reichweite. Hingegen geht es nicht um einen autonomen Prozess, der als unaufhaltsame historische Bewegung und unabweisbarer politischer Sachzwang daherkommt. Gerade bei einem solch umfassenden Prozess muss man sich vor Verdinglichung hüten und immer wieder darauf beharren, dass auch die großen Makroprozesse Resultate individuellen oder kollektiven Handelns sind.” Wenn das stimmt, und manches spricht dafür, dann dürfte das viele Reden von der Globalisierung in nicht allzu ferner Zukunft abebben.
FRANZISKA AUGSTEIN
JÜRGEN OSTERHAMMEL, NIELS P. PETERSSON: Geschichte der Globalisierung. Dimensionen, Prozesse, Epochen. C. H. Beck Verlag, München 2003. 128 Seiten, 7.90 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.diz-muenchen.de
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Besprechung von 10.11.2003
Hinweis

GLOBALISIERUNG. Sie ist unser Schicksal: die vielbeschworene Globalisierung. Doch sind wir weniger Opfer einer unaufhaltsamen geschichtlichen Bewegung oder eines unentrinnbaren politischen Sachzwangs. Vielmehr verstricken wir uns in ein Netz von Deutungen, das wir selbst um dieses ominöse Wort herumspinnen. Befürworter und Kritiker sind sich einig: Globalisierung unterhöhlt den Nationalstaat, sie vereinheitlicht die Kultur, sie verdichtet Raum und Zeit durch neue Kommunikationsmittel. Wir haben also zu Recht das Gefühl dabeizusein, wenn eine neue Epoche der Weltgeschichte beginnt. Dieses Gefühl können wir vertiefen und präzisieren, wenn wir uns klarmachen, was daran gar nicht neu, sondern bereits seit Jahrhunderten vertraut ist. "Überstaatliche Netzwerke und durchlässige Grenzen" beispielsweise "waren der historische Normalfall", der europäische Nationalstaat hingegen war eine "spät entstandene Ausnahme", heißt es in der kurzen, aber gehaltvollen Analyse, die der Konstanzer Historiker Jürgen Osterhammel, ein renommierter Fachmann für internationale Geschichte, in der Reihe "Wissen" des Verlags C. H. Beck vorlegt. Er relativiert und entmystifiziert den emotionsbeladenen Begriff, indem er seine Teilaspekte historisch ausleuchtet. (Jürgen Osterhammel, Niels P. Petersson: "Geschichte der Globalisierung". Dimensionen, Prozesse, Epochen. Verlag C. H. Beck, München 2003. 128 S., br., 7,90 [Euro].)

chal

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main…mehr

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Da der Begriff der Globalisierung seit Anfang der 90er Jahre in aller Munde ist und den einen als "Totschlagsargument", den anderen als "Hassvokabel" schlechthin dient, begrüßt Franziska Augstein diesen Band, der Geschichte und Entwicklung der Globalisierung untersucht. Dabei verorten die Autoren den Beginn der Globalisierung im 15. Jahrhundert mit Beginn des Kolonialismus und der Seefahrt, informiert die Rezensentin. Sie findet, dass das Buch deutlich macht, wie wenig der Terminus zum "Verständnis der historischen Abläufe" beisteuert und ist wie die Autoren selbst davon überzeugt, dass das Modewort Globalisierung in Zukunft an Bedeutung verlieren wird.

© Perlentaucher Medien GmbH