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Fahren Sie nach Polen. Ihre Seele ist schon dort Polen ist das Sehnsuchtsland der Deutschen. Schon immer gewesen. Woher aber rührt diese Sehnsucht? Ist es die Landschaft, der Wodka? Sind es die bezaubernden Frauen? Radek Knapp sucht nach Antworten, zählt die masurischen Seen, besucht eine echt polnische Hochzeit und lauscht dem katholischen Sender Radio Maria. Am Ende trifft er in Krakau einen geheimnisvollen Literaten - und findet Antworten auf fast alles ...…mehr

Produktbeschreibung
Fahren Sie nach Polen. Ihre Seele ist schon dort
Polen ist das Sehnsuchtsland der Deutschen. Schon immer gewesen. Woher aber rührt diese Sehnsucht? Ist es die Landschaft, der Wodka? Sind es die bezaubernden Frauen? Radek Knapp sucht nach Antworten, zählt die masurischen Seen, besucht eine echt polnische Hochzeit und lauscht dem katholischen Sender Radio Maria. Am Ende trifft er in Krakau einen geheimnisvollen Literaten - und findet Antworten auf fast alles ...
  • Produktdetails
  • Piper Taschenbuch Bd.7536
  • Verlag: Piper
  • 5. Aufl.
  • Seitenzahl: 153
  • Erscheinungstermin: März 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 194mm x 121mm x 17mm
  • Gewicht: 204g
  • ISBN-13: 9783492275361
  • ISBN-10: 3492275362
  • Artikelnr.: 13268572
Autorenporträt
Radek Knapp, geb. 1964 in Warschau, lebt seit 1976 in Wien, wo er Philosophie studierte und sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hielt. Auszeichnungen mit dem Aspekte-Literaturpreis.
Inhaltsangabe
An meine lieben und widerspenstigen Landsleute. Anstelle eines Vorworts Keine Angst vor der slawischen Seele Looping beim Landeanflug Nur nicht anhalten Ein Ausländer in Polen Das Komma weiß, wann seine Zeit gekommen ist Wie schreibt man auf dem Wasser? Das Hongkong Osteuropas Krakau als Kulturkneipe Das rettende Ufer der Rückständigkeit Schneemänner im Süden, Perlen im Norden Wie man den Kommunismus kurzschließt Schönes Geld Das Kreuz am Sonntag Unter dem Lächeln von Jaroslaw Kaczynski Wozu Wodka wirklich gut ist Die Weichselaphrodite Gräfin Walewska auf dem Pferdegestüt Essig auf dem Mars Gehen Sie wieder nach Hause, Herr Polanski Der Rettungsanker von Pan Samochodzik Schaba und der Tennisball Denkwürdige polnische Weltkarrieren Die Legende vom versunkenen Gettoblaster In letzter Minute
Rezensionen
Besprechung von 10.06.2005
Nicht nur Wodka und Chopin
Radek Knapps erfrischende "Gebrauchsanweisung für Polen"

"Fahren Sie nach Polen - Ihr Auto ist schon dort." Wer sich mit dem Gedanken trägt, das östliche Nachbarland zu besuchen, bei diesem Scherz aber nur zögerlich lächelt, weil er in der Tat befürchtet, dort lauere hinter jedem Gebüsch ein Autodieb, dem sei wärmstens diese "Gebrauchsanweisung für Polen" empfohlen. Dem Käufer dieses Büchleins sei nämlich versichert, daß er bei dessen Autor, dem österreichischen Schriftsteller Radek Knapp, nicht nur volles Verständnis für alle seine Ängste und Bedenken findet, sondern auch die Antworten auf sämtliche Fragen, die ihm aufgrund seines kühnen Plans, die Heimat der unberechenbarsten aller Slawen zu besichtigen, nur in den Sinn kommen können.

Radek Knapp ist geradezu der ideale Polen-Führer: polnischer Herkunft, dazu Angehöriger jener besonderen Spezies, als die zu Recht die Warschauer gelten, alt genug, um sich an die kommunistischen Zeiten zu erinnern (Jahrgang 1964), jung genug, um für die neuesten Wandlungen des Landes aufgeschlossen zu sein, in erster Linie doch ein Österreicher (mit zwölf Jahren eingewandert), also sehr wohl fähig, die Perspektive eines westlichen Besuchers nachzuvollziehen, und obendrauf ein Wiener, sprich: mit der Begabung gesegnet, dem Leser auch die härteste Wahrheit über sein Land - etwa über den Hang zum übermäßigen Alkoholkonsum - auf unnachahmlich charmante Weise ins Gesicht zu schleudern.

Hinzu kommt, daß Radek Knapp als Ratgeber beste Referenzen vorzuweisen hat: Schon mit seinem Roman "Herrn Kukas Empfehlungen" (1999) half er manchem Landsmann durch den Dschungel der westlichen Welt. In welcher Lage auch immer, stets konfrontierte er seinen Protagonisten, einen jungen Polen auf seiner ersten Reise nach Wien, mit eigenartigen, bisweilen recht skurrilen Gestalten, mit Menschen also, die auf den ersten Blick normal wirkten, sich dann aber als Melancholiker, Perverse oder Chauvinisten entpuppten. Wenn der Neuling diesen Härtetest doch recht gut überstand, dann nur dank der Ratschläge des gewieften Herrn Kuka.

So kann auch der Benutzer der "Gebrauchsanweisung" davon ausgehen, daß er darin Ratschläge findet, die, so absurd sie manchmal anmuten - schließlich stammen sie aus der Feder eines Autors, der über ein beachtliches satirisches Talent verfügt -, nur seinem Wohlergehen in Polen dienen sollen. Genauso, wie er sicher sein kann, daß er zu jedem Thema, das ihn interessieren wird - seien es nun die Eigenheiten der Nachwendezeit, die Spuren des Kommunismus, die sprichwörtliche Religiosität der Polen, die besondere Art der polnischen Frauen oder das Geheimnis der slawischen Seele -, erfrischend unkonventionelle, doch sehr verläßliche Auskünfte findet. Eine Empfehlung sei nur hinzugefügt: Zusätzlich zu der "Gebrauchsanweisung" sollte der Polen-Besucher Radek Knapps Erzählband "Franio" (1994) im Gepäck führen. So ist er für jede Situation in Polen bestens gewappnet - und sei es nur für die Wartezeit auf ein Ersatzauto, mit dem er die Heimreise antreten kann.

MARTA KIJOWSKA.

Radek Knapp: "Gebrauchsanweisung für Polen". Piper Verlag, München/Zürich 2005. 154 S., br., 12,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Marta Kijowska stellt den "idealen Polen-Führer" vor: Radek Knapp, Warschauer und Wiener, mit Kenntnissen der slawischen wie der westeuropäischen Seele bestens ausgestattet - trägt er sie doch beide in seiner Brust -, satirisch begabt und wahrheitsliebend, charmant und derb, je nachdem. Die Ratschläge, die er dem Besucher seines Geburtslandes gibt, sind "unkonventionell" und betreffen alle Bereiche des Lebens, von Kommunismus und Kirche bis zu Frauen und Autodealern. Nur eines, versichert Kijowska, gilt immer: Sie sind absolut zuverlässig.

© Perlentaucher Medien GmbH
"Eine Pflichtlektüre bei einem Polen-Besuch, um das Land besser wahrnehmen zu können.", Sonntag (CH), 16.06.2016
»Kennerblick und hintersinniger Humor machen neugierig auf die Nachbarn.«, GEO Saison