Diebe und andere Erzählungen - Tschechow, Anton
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Produktdetails
  • Verlag: Nymphenburger
  • Seitenzahl: 208
  • Deutsch
  • Abmessung: 195mm
  • Gewicht: 310g
  • ISBN-13: 9783485010092
  • ISBN-10: 348501009X
  • Artikelnr.: 12409317
Autorenporträt
Anton Tschechow, geb. am 29. Januar 1860 als Sohn eines kleinen Händlers in der südrussischen Hafenstadt Taganrog, studierte Medizin und machte sich schon während des Studiums mit humoristischen Geschichten einen Namen. 1890 unternahm der bereits lungenkranke Tschechow eine Reise auf die Sträflingsinsel Sachalin, um von den Bedingungen im Strafvollzug im Zarenreich zu berichten. Bereits während seines Arztpraktikums wurde sein Stück 'Onkel Wanja' uraufgeführt. 1892-99 lebte Tschechow als Landarzt und Schriftsteller auf seinem Landgut in Melicho bei Moskau. 1899 siedelte er wegen seiner Lungentuberkulose nach Jalta um. 1901 heiratete er Olga Knipper, eine Schauspielerin, die oft die Titelrollen in seinen Stücken auf der Bühne des Moskauer Künstlertheaters spielte. Tschechow starb am 15. Juli 1904 in Badenweiler.
Rezensionen
Besprechung von 15.07.2004
Ich schreibe unter Zähneknirschen
Einige Neuerscheinungen und Wiederauflagen aus Anlass von Tschechows 100. Todestag
Wie erschießt man einen Samowar? Bei der Lektüre der zwölf Erzählungen Anton Tschechows, die Heddy Pross-Weerth zum hundertsten Todesjahr des Dichters ausgewählt, neu übersetzt und mit einem konzisen Nachwort versehen hat, ließ uns diese Frage nicht mehr los. Sie stellte sich gleich auf der ersten Seite; die Geschichte heißt „In dienstlicher Sache” (in anderen Ausgaben „Auf der Dienstreise”). Die Übersetzerin, sichtbar bemüht, Tschechows literarisches Ideal der äußersten Verknappung ins Deutsche zu transportieren, schreibt über den toten Semstwo-Versicherungsagenten Lesnitzkij: „Er war vor drei Tagen angekommen, hatte sich im Semstwo-Haus eingerichtet, einen Samowar kommen lassen und - völlig überraschend für alle - erschossen.”
Wo die Falle des Reflexivpronomens so komisch zuschnappt, liest man nur furchtsam weiter. Das ist um so bedauerlicher, als diese kleine Selektion aus der Erzählperiode zwischen 1886 und 1897 auch geglückte Beispiele sprachlicher Ökonomie aufweist und sich als „Tschechow für Einsteiger” recht hübsch eignet. Wer schon eingestiegen ist, wird ohnehin die mehr als hundert Stücke umfassende Auswahl der Reihe „Winkler Weltliteratur” bevorzugen, deren Neuausgabe ebenfalls rechtzeitig zum Jubiläum komplettiert wurde: Der vierte Band mit sechzehn späten Texten trägt den Titel jener Erzählung, die Vladimir Nabokov nicht zu Unrecht „eine der größten Geschichten” aller Zeiten nannte. Was es mit der seltsamen Offenheit, Widersprüchlichkeit und Ambivalenz der „Dame mit dem Hündchen” auf sich hat, kann man dem Nachwort von Gerhard Bauer entnehmen, der dieser Prosakunst bis in ihre feinsten Verästelungen nachspürt und sich nicht scheut, seine zuweilen etwas bürokratische Germanistensuada auch einmal durch ein begeistertes „wie schön!” zu unterbrechen.
Mag es hier einem fünfköpfigen Übersetzerinnenteam gelungen sein, der durchweg flüssigen, lebendigen Übertragung so etwas wie einen einheitlichen Ton zu verleihen, werden dennoch viele geduldig auf die angekündigte Gesamtausgabe bei Diogenes warten, von der sie sich den typischen, ein wenig schrofferen „Urban-Ton” versprechen. Peter Urban, dessen Verdienste um Tschechow im deutschsprachigen Raum konkurrenzlos sind, legt einstweilen seine „Cechov Chronik” aus dem Jahre 1981 neu vor, eine ebenso nüchterne wie akribische Zusammenstellung von Daten zu Leben und Werk. Dem Dichter, der bei sich selbst eine „Autobiographophobie” diagnostizierte, wäre das gewiss adäquat erschienen; gleichwohl wird der Leser nicht mit einem bloßen Faktengerüst abgespeist. Da Urban vor allem Tschechows umfängliche Korrespondenz herangezogen hat, ist die Dokumentation mit Briefzitaten durchsetzt, die den Band auch für philologische Laien ergiebig machen: „Wenn ich Kopfschmerzen habe oder um mich her Unsinn geredet wird, schreibe ich unter Zähneknirschen. Kopfschmerzen habe ich oft, und Unsinn mitanhören muß ich noch öfter.”
Vermutet werden darf, dass Urban auch die ultimative Tschechow-Biographie noch liefern wird. Zur Überbrückung dienen mag Frank Rainer Schecks Versuch in der Reihe „dtv portrait”, der ansprechend bebildert ist, nicht frei von dem, was Urban als „feuilletonistische Mutmaßungen” ablehnt, aber auf seine Art gewissenhaft und der Wiederentdeckung des Einzigartigen, für dessen Namen wir noch immer zwei Schreibweisen pflegen, mit Sicherheit förderlich.
KRISTINA MAIDT ZINKE
ANTON TSCHECHOW: Diebe und andere Erzählungen. Herausgegeben und aus dem Russischen von Heddy Pross-Weerth. Nymphenburger Verlagsbuchhandlung, München 2004. 208 Seiten, 14,90 Euro.
ANTON TSCHECHOW: Die Dame mit dem Hündchen. Erzählungen 1896-1903. Aus dem Russischen von Vera Bischitzky, Barbara Conrad, Ulrike Lange, Barbara Schaefer und Marianne Wiebe. Mit einem Nachwort von Gerhard Bauer. Artemis & Winkler Verlag, Düsseldorf 2004. 520 Seiten, 24,90 Euro.
PETER URBAN: Cechov Chronik. Daten zu Leben und Werk. Diogenes Verlag, Zürich 2004. 472 Seiten, 24,90 Euro.
FRANK RAINER SCHECK: Anton Cechov. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2004. 192 Seiten, 10 Euro.
Tschechow zusammen mit Maxim Gorki (re.) auf der Krim
Foto: SV
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Besprechung von 15.07.2004
An den Menschen glaubte er nicht
Dauerkatastrophe: Anton Tschechows Erzählungen in Neuausgaben

Im heutigen Rußland ist Dostojewski zweifellos der meistpublizierte und meistdiskutierte "vaterländische Klassiker" überhaupt. Seine Wirkungsmacht beschränkt sich keineswegs auf den Unterhaltungswert seiner in Raum und Zeit weit ausgreifenden, zwischen Sex, Crime und Hysterie oszillierenden Plots, sie bezieht ihre staunenswerte Energie gleichermaßen aus dem Fundus seiner Gedankenwelt, die für Leser jeglicher politischen oder ideologischen Orientierung passende "Wahrheiten" bereithält. Dostojewskis Polyphonie reicht von aggressiver, nationalchauvinistischer Rhetorik über "allmenschliches" Verbrüderungspathos bis zur demütigen Zwiesprache mit Gott, und es verwundert nicht, daß er heute zwischen Staraja Russa und dem sibirischen Omsk von "Liberalen" und "Orthodoxen", von "Turbokapitalisten" und "Reformkommunisten", von "Neofaschisten" und "Nationalbolschewiken" gleichermaßen als Vordenker beansprucht, instrumentalisiert, auch vielfach mißbraucht wird.

Ebenso auffällig wie Dostojewskis Allgegenwart als vielzitierter Meisterdenker ist die Tatsache, daß Anton Tschechow - trotz der hohen Wertschätzung, die ihm schon immer zuteil wurde und weiterhin zuteil wird - in den lautstarken öffentlichen Auseinandersetzungen um die "russische Idee", den "russischen Weg", die "russische Zukunft" keinerlei Rolle spielt. Politiker wie Publizisten tun sich schwer, Tschechow parteilich oder weltanschaulich zu vereinnahmen, und tatsächlich sind bei ihm weder patriotische Slogans noch gar prophetische Sprüche zu holen. Wohl hat Tschechow die Kürze als "Schwester" seines literarischen Talents bezeichnet, ein Aphoristiker war er dennoch nicht: Dem Gedankenblitz zog er die Nachdenklichkeit vor, der effektvollen Vereinfachung die kompromißlose Einfachheit, der zitierbaren Wahrheit die präzise Wahrnehmung.

Im Unterschied zu Dostojewski (den er nicht sonderlich mochte) war Tschechow kein "engagierter", philosophisch und politisch versierter Autor, der sich zum anklägerischen oder schönrednerischen Sprachrohr irgendwelcher Interessengruppen hätte machen wollen. Der schon mehrfach unternommene Versuch, Tschechows "Gedanken", "Ideen" oder "Lebensweisheiten" anthologisch zu erschließen, hat sich denn auch jedesmal als unproduktiv erwiesen: Wer von diesem Autor jäh einleuchtende Maximen und Reflexionen in flotter, leicht kolportierbarer Formulierung erwartet, wird enttäuscht sein von der Sprödigkeit und Beharrlichkeit, mit der ihm nichts anderes als der schlichte Menschenverstand und dessen Gebrauch beliebt gemacht wird: "Also zum Teufel mit der Philosophie der Großen dieser Welt!"

Tschechow begnügt sich damit, aus stets gleichbleibender Distanz aufzuzeigen, was der Fall ist, und ebendies weist ihn denn auch als einen zutiefst gleichgültigen Beobachter aus, dem tatsächlich alles und jedermann gleichermaßen gültig ist. Fast klingt es zynisch (und ist doch nur ein Imperativ vernünftigen Tuns), wenn Tschechow in einem Privatbrief festhält: "Auf dieser Welt muß man unbedingt gleichgültig sein. Nur die Gleichgültigen sind in der Lage, die Dinge klar zu sehen, gerecht zu sein und zu arbeiten ..." Immer wieder hat man Tschechow diese Gleichgültigkeit zum Vorwurf gemacht, hat sie mißverstanden als politisches Desinteresse, als ohnmächtige Hinnahme menschlichen Leids und menschlicher Niedertracht. Weit öfter noch wurde die von ihm vorgeführte schlechte Alltäglichkeit, die dominiert ist von Gier, Neid, Angst, Verrat, falscher Hoffnung und falschem Glück, dadurch aufgehellt und erträglicher gemacht, daß man auf das "milde Lächeln" verwies, mit dem der Autor den Horror der Normalität angeblich denn doch immer wieder verklärt habe.

Aber wie man es auch dreht und wendet - bei Tschechow gibt es keinen Trost. All seine Werke, eingeschlossen die beliebten Humoresken und Satiren, sind letztlich desolate Nullsummenspiele, man könnte auch sagen: Permanentszenen ohne Anfang und Ende - die Katastrophe in Permanenz, die Lüge in Permanenz, die Trivialität in Permanenz. Tschechow kennt weder positive Helden noch bedrohliche Dämonen, die nachzuahmen oder zu bekämpfen wären; nicht sozialen, ethnischen, religiösen oder weltanschaulichen Differenzen gilt sein Interesse, sondern der Tatsache, daß Bauern wie Intellektuelle, Frauen wie Juden, Proleten wie Adlige, Ärzte wie Künstler, Geistliche wie Militärs gleichermaßen verantwortungslos, korrupt, geil, denkfaul, selbstsüchtig, brutal, feige, angeberisch, unehrlich oder ehrlos sein können. Ob schlecht oder gut, häßlich oder schön, dumm oder klug, arm oder reich - bei Tschechow geht es um den Menschen schlechthin, um das Menschliche am Menschen, doch dieses bleibt hinter dem Bestialischen und Banalen so weit zurück, daß es nur ausnahmsweise überhaupt noch zu eruieren ist, bei einem geschundenen Kind vielleicht oder auch, metaphorisch versetzt, bei einem geschlagenen Hund.

Schon Tschechows Werktitel lassen mehrheitlich erkennen, daß seine Kurzgeschichten und Erzählungen, wie heiter und abgeklärt auch immer sie daherkommen, eher düster, wenn nicht tragisch grundiert sind: "Der Tod eines Beamten", "Im Heim für unheilbar Kranke und Alte", "Kummer", "Pech", "Gram", "Sumpf", "Ein Albtraum", "Ein Malheur", "Typhus", "Lebensüberdruß" und ähnliches mehr. Vielfach erweisen sich jedoch gerade jene Texte als besonders trostlos, die durchaus unauffällige Titel tragen wie "Mein Leben", "Drei Jahre", "Schlafen, nur schlafen!" oder gar "Eine langweilige Geschichte".

In ruhig rapportierendem Erzählduktus, der eher auf dialogisches als deskriptives Sprechen vertraut, führt Tschechow verschiedenste Menschen und Szenen aus allen Bereichen der russischen Alltagswelt vor, und fast immer entsteht dabei der Eindruck, daß das Geschehen einer eigenen, sei's vom blinden Zufall, sei's von der blinden Natur gelenkten Dynamik folgt, die nicht zu beeinflussen ist und die in aller Regel auf ein katastrophales Ereignis hinausläuft - auf ein Mißverständnis, eine Enttäuschung, einen Verlust oder auch, ebenso katastrophal und ebenso unabwendbar, auf die Liebe, das Glück, die Befreiung - wozu? "Wenn Sie sich aber Glück wünschen", läßt Tschechow einen Lagerhäftling ("In der Verbannung") räsonieren, "dann dürfen Sie sich vor allem nichts wünschen. Ja ...".

Tschechow wollte, nach eigenem Bekunden, "den Menschen ehrlich sagen: Seht, wie schlecht und öde ihr lebt ..." Für die meisten seiner kläglichen Antihelden scheint tatsächlich alles nichts (oder jedenfalls nichtig) zu sein. Das Leben wird fast durchweg als "Leere und Langeweile" empfunden, die Menschen - Frauen wie Männer - sind mehrheitlich "uninteressant, farblos, dumm und unmoralisch". In "Das Duell" klagt ein junger Mann, der sich für einen "überflüssigen Menschen" hält und sich eigentlich "eine Kugel durch den Kopf jagen" möchte, gegenüber seinem Freund: "Es fällt einem einfach nichts ein ... Nun, sag mir doch: Was soll ich tun?" In "Eine langweilige Geschichte" heißt es von der Familie des Icherzählers: "Lauter Nullen! Wenn sie heute stürben, kein Mensch würde morgen ihr Fehlen bemerken." Das Leben - jedermanns Leben - gleicht einem richtungslos im Dunkel treibenden Schiff ("Gussew"): "Weder auf Deck noch auf den Masten, noch auf dem Meer ringsum sind Lichter zu sehen ... Das Schiff scheint sich selbst überlassen zu sein und zu fahren, wohin es will." In seiner ebenso abgründigen wie luziden Skepsis vermochte Tschechow in der condition humaine weder einen Sinn noch eine Bewährungsprobe oder gar eine höhere Bestimmung zu erkennen; das Leben war für ihn nur einfach dies - das Leben: "Mehr ist dazu nicht zu sagen."

"Ich bin kein Liberaler, kein Konservativer, kein Reformer, kein Mönch, kein Indifferenzler", hat Tschechow einst notiert. "Ich möchte ein freier Künstler sein und weiter nichts." Völlig fremd war ihm die Ambition Dostojewskis, nicht nur ein freier Künstler, sondern auch Meinungsmacher und Wahrheitsapostel, Warner und Prophet zu sein. Den großen Worten über Rußlands Wesen, an dem die Welt genesen sollte, zog er jene kleinen Taten vor, die ohne jeden Heroismus von jedem einzelnen hienieden zu realisieren wären und die womöglich doch - nach tausend, nach zehntausend Jahren - die Welt zum Besseren verändern könnten.

An den Menschen generell, an den russischen Menschen speziell hat Tschechow, wiederum im Gegensatz zu Dostojewski, niemals glauben können, auch hielt er nichts von heiligmäßigen oder heldischen Vorbildern, nichts von hehren Idealen, nichts von kirchlichen Dogmen und politischen Programmen, denen nachzuleben wäre. "Ich glaube", so lautet sein prosaisches Credo, "an den einzelnen Menschen, ich sehe die Rettung in Einzelpersönlichkeiten, die da und dort über ganz Rußland verstreut sind - egal, ob Intellektuelle oder Bauern, in ihnen liegt die Kraft, auch wenn sie nur ein kleines Häufchen sind."

Während Dostojewski mit penetrantem Pathos seine Thesen öffentlich kundtat, markierte Tschechow immer mal wieder - durchaus unspektakulär, aber sehr konsequent - einen kleinen "Fortschritt", indem er in der zurückgebliebenen russischen Provinz bald eine Schule, ein Sanatorium, eine Bibliothek eröffnete, bald als Landarzt unentgeltlich Behandlungen oder Impfungen durchführte. Solches Engagement - der spontane persönliche Einsatz dort, wo die Not es erfordert - ist sicherlich effizienter, als hehre Fernziele aufzuzeigen und eine lichte Zukunft zu beschwören: "Nicht auf die Pläne kommt es an, sondern auf ein menschenwürdiges Leben!" Aber heute wie damals scheint in Rußland das Bedürfnis, "stets nach dem Großen zu greifen, weil man das Kleine nicht fertigbringt", stark ausgeprägt zu sein, und wohl deshalb hat dort das prophetische Wort Dostojewskis noch immer weit höhere Geltung als Tschechows pragmatische Ethik der kleinen Schritte.

FELIX PHILIPP INGOLD

Anton Tschechow: "In der Sommerfrische". Erzählungen 1800-1887. 500 S., geb., 44,90 [Euro].

"Die Fürstin". Erzählungen 1887-1891. 484 S., geb., 44,90 [Euro].

"Ariadna". Erzählungen 1892-1895. 568 S., geb., 44,90 [Euro].

"Die Dame mit dem Hündchen". Erzählungen 1895-1903. 500 S., geb., 44,90 [Euro].

Alle Bände aus dem Russischen übersetzt von Vera Bischitzky, Barbara Conrad, Ulrike Lange, Barbara Schaefer, Marianne Wiebe. Nachwort, Glossar und Zeittafel von Gerhard Bauer. Verlag Artemis & Winkler, Düsseldorf/Zürich 2003/2004.

Anton Tschechow: "Diebe". Erzählungen. Herausgegeben und übersetzt von Heddy Pross-Weerth. Nymphenburger Verlagsbuchhandlung, München 2004. 208 S., geb., 14,90 [Euro].

"Anton-Cechov-Chronik". Daten zu Leben und Werk. Zusammengestellt von Peter Urban. Diogenes Verlag, Zürich 2004. 472 S., geb., 24,90 [Euro].

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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Den Erzählband "Diebe und andere Erzählungen" betrachtet Rezensentin Kristina Maidt-Zinke mit gemischten Gefühlen. Die Herausgeberin und Übersetzerin Heddy Pross-Weerth, die die hundert Erzählungen zusammengestellt und neu übersetzt hat, hat sich, wie Maidt-Zinke durchaus anerkennt, um die Knappheit bemüht, die Tschechows "literarischem Ideal" entspricht. Dass dabei beispielsweise in der Geschichte "In dienstlicher Sache" schon der erste Satz nicht so richtig funktioniert, findet die Rezensentin um so bedauerlicher, als dass sie, wie sie versichert, daneben durchaus "geglückte Beispiele sprachlicher Ökonomie" in den Übersetzungen gefundene hat. Alles in allem ist das Buch als Einführung in die Tschechow-Erzählungen trotzdem "recht hübsch geeignet", so die Rezensentin versöhnlich.

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