Die X-Teens - Dem Übersinnlichen auf der Spur. Die Wahrheit über
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Rezensionen
Besprechung von 17.12.2001
Ufos
im Anflug
Warum übernatürliche Erscheinungen
gefährlich für die Seele sind
BERND HARDER: Die X- Teens. Dem Übersinnlichen auf der Spur; Die Wahrheit über „unerklärliche” Phänomene, Ellermann Verlag, Hamburg 2001. 192 Seiten, 24,80 Mark.
Einfach nur aufregend unheimlich? Die fünfzehnjährige Denise beschwört mit ihren Freundinnen beim Gläser rücken die Geister: „Guter Geist, wir rufen dich!” Die Kraft, die das Glas über den Tisch zu den Ja-und-Nein-Kärtchen gleiten lässt, beantwortet zuerst harmlose Fragen nach dem Traumboy oder der nächsten Englischnote. Aber der herbeigerufene „Dämon” kann den Mädchen auch tödliche Angst einjagen. In einigen Fällen begingen Jugendliche aus Furcht Selbstmord, weil der vermeintliche Geist ihren Tod vorausgesagt hatte.
Bernd Harder hat das Thema Okkultismus und andere „unerklärliche” Phänomene in ein spannendes Buch gepackt. Bevor er sich durch persönliche Erfahrungen zum Skeptiker entwickelte, war er überzeugter UFO-Anhänger und Fan von allem Übersinnlichen. Deshalb weiß er auch, dass es wenig Sinn hat, fünfzehnjährigen Jungs und Mädchen mit dem erhobenen Zeigefinger zu drohen. In seinem Buch setzt sich Bernd Harder mit Poltergeistern, Wahrsagerei und Kettenbriefen ebenso auseinander wie mit Aliens, Astrologie und Hexenzauber. Empfänger der rationalen Botschaften sind Daniel, Jessika und Thilo, Schüler einer zehnten Klasse. Als Geisterjäger-Trio recherchieren sie cool und clever wie Agent Scully und Agent Mulder aus der TV-Serie „Akte X”. Mit wissenschaftlichen Testreihen, der Erforschung psychologischer Wahrnehmungsmechanismen oder der Aufdeckung von Sinnestäuschungen machen sie Freunden und Klassenkameraden begreiflich, dass „die Wahrheit” naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten gehorcht. So erklärt Jessika durch Anwendung der Vector-Rechnung, dass die Bewegung des Geisterglases realiter durch die Summe der Einzelkräfte mehrerer auf das Glas gelegter Fingerspitzen zustande kommt. Und Daniel entlarvt ein angebliches UFO als harmlosen Robo Saucer, ein kleiner Heißluftballon, der in jeder Firma für Flugbedarf zu bekommen ist. So einfach sind unerklärliche Phänomene allerdings nicht immer zu erklären. Harder hat deshalb an die Geschichten rund um Jessika, Daniel und Thilo kleine Kapitel angehängt, um kompliziertere Sachverhalte wie die „hypnagoge Halluzination” oder das „Uri Geller Syndrom” zu durchleuchten. Trockenes lexikalisches Wissen wird von Harder pädagogisch trickreich getarnt.
CHRISTA GEBHARDT
Die Rezensentin ist freie Journalistin in München.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.diz-muenchen.de
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Übernatürliche Erscheinungen schaden der Seele, hat Christa Gebhardt in diesem "spannenden Buch" gelesen. Der Autor, selbst jahrelang "Fan von Übersinnlichem", klärt darin auf, was hinter Okkultismus und "unerklärlichen Phänomenen" steckt, schreibt die Rezensentin. Er übermittelt sein Wissen, in dem er ein fiktives "Geisterjäger-Trio" einsetzt, dass seinen Freunden und Klassenkameraden erklärt, wie "Gläser rücken" funktioniert - das findet die Rezensentin "trickreich getarnt". Ohne einen "erhobenen Zeigefinger" werde in diesem Buch verdeutlicht, dass die " Wahrheit naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten" gehorche - und Gläser durch die "Summe der Einzelkräfte" über einen Tisch rückten.

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