Die vier Reiche - Ullrich, Patrick R.
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Wenduul von Thule, dem mächtigsten Magier seiner Zeit, träumt es von einem Kind. In diesem, das vater- und mutterlos in die Welt gekommen ist, schlummert eine Macht, groß genug, zwei Welten zu retten – oder sie ins Verderben zu stürzen. Als die Schläfer erwachen, das Kind zu töten, bricht Wenduul zu seiner letzten Reise auf und die Ritter des mächtigen arischen Ordens der Eugenier sammeln sich, denn auch sie begehren, das Mädchen zu finden. Kann der greise Zauberer es vor den Schläfern schützen? Werden die Ritter Araas' seiner habhaft? Und wie wird das Kind selbst entscheiden? Denn der…mehr

Produktbeschreibung
Wenduul von Thule, dem mächtigsten Magier seiner Zeit, träumt es von einem Kind. In diesem, das vater- und mutterlos in die Welt gekommen ist, schlummert eine Macht, groß genug, zwei Welten zu retten – oder sie ins Verderben zu stürzen. Als die Schläfer erwachen, das Kind zu töten, bricht Wenduul zu seiner letzten Reise auf und die Ritter des mächtigen arischen Ordens der Eugenier sammeln sich, denn auch sie begehren, das Mädchen zu finden. Kann der greise Zauberer es vor den Schläfern schützen? Werden die Ritter Araas' seiner habhaft? Und wie wird das Kind selbst entscheiden? Denn der freie Wille des Menschen ist sein Privileg. Dass seine Suche in das wilhelminische, Deutsche Reich führt und zu einem Gefreiten, der in den Schützengräben des 1.Weltkrieges kämpft und später der Führer der Deutschen sein wird, ahnt zu diesem Zeitpunkt auch nicht der weise Erzmagier. Denn der freie Wille des Menschen ist sein Privileg.
  • Produktdetails
  • Verlag: Verlag 3.0 Zsolt Majsai
  • Seitenzahl: 304
  • Erscheinungstermin: 10. August 2013
  • Deutsch
  • Abmessung: 21cm x 13.7cm
  • Gewicht: 432g
  • ISBN-13: 9783944343891
  • ISBN-10: 3944343891
  • Artikelnr.: 38482711
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Rezensent Martin Lhotzky hat den ersten, nun unter dem Titel "Die vier Reiche - Mission Herodes" erschienenen Band der von Patrick R. Ullrich auf vier Bände angelegten Fantasy-Saga gelesen und ist wenig begeistert. Viele bekannte Motive aus verschiedenen alten und neuen Mythen entdeckt der Kritiker in der Geschichte um einen Magier der zur Errettung des Königreiches ein heilbringendes Mädchen finden muss. Lhotzky findet in dem Roman nicht nur einige Zutaten, die in keiner Fantasy-Erzählung fehlen dürfen - etwa Tempelritter, die die Weltherrschaft erkämpfen wollen -, sondern neben blutrünstigen auch derbe pornografische Szenen, die dem Kritiker nicht ganz jugendfrei erscheinen. Auch Ullrichs Einfall, die mystische Geschichte mit scheinbar unerklärten Ereignissen aus dem Dritten Reich anzureichern und so etwa einen halluzinierenden Hitler in einem Feldlazarett in Vorpommern auftreten zu lassen, kann den Rezensenten nicht für diese Mischung aus Fantasy-Roman und "Dystopie" einnehmen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 21.12.2013
Bibelstunde einmal teuflisch
Hitler als Nemesis: Patrick R. Ullrichs "Mission Herodes" führt eine neue, meist aber altbekannte Fantasy-Welt ein

Einen Roman im Fantasy-Genre mit einem ausführlichen Zitat aus dem Evangelium zu beginnen ist ungewöhnlich. Für "Mission Herodes", den Epilog einer auf mindestens vier Bände angelegten umfassenden Erzählung, aber ist es Programm. Bereits der Titel leitet sich aus der Bibel ab, denn Patrick R. Ullrich stellt die wohl im späten ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung frei erfundene Geschichte vom Kindermord zu Bethlehem (Mt. 2, 16- 18) an den Anfang seines Buches. Andererseits passt das wiederum einigermaßen zu einem phantasievoll erdachten Universum.

Wie es sich für eine anständige Fantasy-Saga gehört, gibt es in der Welt des Gottes Araas und seiner göttlichen Schwester viel Magie, seltsame Wesen wie Orks (hausen im Osten, sind aber offenbar friedlich) und Elfen (spuken hauptsächlich in Wäldern und reden mit Tieren), im Zentrum ein ans europäische Mittelalter gemahnendes Reich, in dem Verrat und Hofintrigen an der Tagesordnung sind, sowie einen Protagonisten auf dem Weg zum Heldentum, Befreier, Erretter - was auch immer. Im konkreten Fall handelt es sich sogar um eine Heldin, die bis zum letzten Kapitel namenlos bleibt und schlicht und einfach "das Kind" genannt wird.

Der Erzmagier des Königs, dem das Erscheinen des Mädchens durch eine Prophezeiung bekannt geworden ist, begibt sich auf die lange und selbstverständlich beschwerliche Suche nach dem Kind - mit knapp neunzig Jahren ist er schon ziemlich betagt, zumindest nach menschlichen Maßstäben. Begleitet wird er dabei übrigens vom unterhaltsamsten Charakter des Buches, einem Elementargeist in Gestalt eines telepathisch kommunizierenden sarkastischen Wander- und Zauberstabes.

Ullrich bedient sich ziemlich großzügig bei diversen alten und neueren Mythen. Das Motiv des vom weisen Ziehvater auszubildenden Kindes entnimmt er den Erzählungen um König Artus und Merlin. Das gibt er auch unverblümt im Anhang, "Glossar" genannt und ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder tiefergehende Erklärungen, zu. Die mysteriöse und selbstverständlich abgrundtief böse Gegenseite setzt für ihre nebulösen Pläne - die Weltherrschaft erringen, klar, aber sonst? - auf mächtige Ritterverbände, die den Tempelherren und dem Deutschen Orden nachgebildet sind. Seit mehr als hundert Jahren geistern vor allem die Templer ja durch diverse Verschwörungstheorien, vom geheimnisumwitterten Schatz in der Dorfkirche von Rennes-le-Château bis hin zu Dan Browns "Da Vinci Code"-Spinnereien. Literarisch ungleich hochwertiger, freilich schon von Umberto Eco in seinem "Foucaultschen Pendel" ausgeschlachtet.

Die Regionen im Buch heißen Thule, Tjorkewald, Gau Bresswald oder erinnern an finnische Namen. Und dann existiert noch der Generalplan der Bösen, die präsumtive Heilsbringerin ausschalten zu wollen, aber da man deren genauen Aufenthaltsort nicht kennt, sicherheitshalber alle greifbaren Kinder passenden Geschlechts und Alters umzubringen. Das erklärt den Titel. Zusätzlich zu diesen und ähnlichen Blutrünstigkeiten finden sich noch einige deftige, beinahe schon pornographische Szenen und Andeutungen, beileibe nicht nur auf der Seite der Unholde. Ein erbauliches Jugendbuch ist diese Vorgeschichte zur Legende der vier Reiche eindeutig nicht.

Zwei Dinge jedoch machen das Erstlingswerk des Autors bemerkenswert. Die Saga soll, so ist es geplant, auch eine mögliche mystische Deutung für einige, wenigstens Patrick R. Ullrich noch unerklärliche Begebenheiten im "Dritten Reich" liefern. Darum erinnern die Ordensritter an Himmlers SS-Scharen, betreiben einen Kult des reinen Blutes und vereinen sich unter einem für den Rest von Thule unbekannten Kreuzeszeichen, für das wir unschwer eine Swastika annehmen dürfen. Und darum auch stöhnt im letzten Kapitel in einem Feldlazarett in Vorpommern ein Gefreiter namens Hitler unter Fieberträumen aus einer Parallelwelt. Das fängt nicht gut an.

Die zweite Sache ist das Zustandekommen dieser Buchausgabe. Zuerst in einigen Passagen im Internet veröffentlicht, fand Ullrich mit seinem Projekt offenbar über eine Kampagne in allerlei virtuellen sozialen Medien zu dem noch jungen Verlag 3.0, spezialisiert auf sogenannte "Real Fantasy", eine Wortneuschöpfung, die in den ohnehin nicht gerade übersichtlichen Kategorien der literarischen Phantastik wohl ein Gemisch aus Tolkiens Mittelerde und Dystopien im Stile von Orwells "1984" darstellen soll. Auch im vorliegenden Band wirbt Ullrich bereits heftig für die Fortsetzungen, buhlt um positive Bewertungen in Internetforen und Buchplattformen. Das ist aber wohl wirklich nur etwas für Leute, die unbedingt wissen wollen, wie Hitler mindestens 39 Attentate überlebte, nur um vermutlich am Ende von einer Zauberin aus Thule einen neuen Scheitel gezogen zu bekommen.

MARTIN LHOTZKY

Patrick R. Ullrich: "Die vier Reiche - Mission Herodes". Fantasyroman.

Verlag 3.0 Zsolt Majsai, Bedburg 2013. 304 S., br., 14,80 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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