Produktdetails
  • Verlag: Rowohlt Berlin
  • ISBN-13: 9783871343896
  • ISBN-10: 3871343897
  • Artikelnr.: 09368423
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Die Klage von Antonia Grunenberg über die Geschichtsvergessenheit der Deutschen, der Verengung des historischen Gedächtnisses auf Auschwitz ist nun wirklich nichts Neues, ist sie doch bereits hinreichend von Ernst Nolte, Martin Walser und Peter Sloterdijk formuliert worden, schreibt Martin Altmeyer, der die Thesen der ohne Frage intelligenten Autorin äußerst fragwürdig findet. Für noch viel fragwürdiger aber hält der Rezensent den "Therapievorschlag" Grunenbergs, die "Lust an der Schuld" der Deutschen zu bewältigen, indem man Auschwitz zur universellen Metapher des Bösen erhebe, die eine Historisierung des Nationalsozialismus zulasse, wodurch man die "Lust an der Schuld" wiederum durch eine "Lust an der Demokratie" ersetzen könne. Altmeyer findet nicht alle Ausführungen der Autorin verwerflich, bemängelt aber ihre Schlussfolgerungen. Die ließen nämlich keinen Raum mehr für ein immerwährendes Bewusstsein der nationalsozialistischen Verbrechen, das für den Rezensenten unabdingbar für den Entwurf einer humanen Zukunft ist. Das nun "Lust an der Schuld" nennen mag Altmeyer überhaupt nicht.

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