Der lange Schatten der Vergangenheit - Assmann, Aleida
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Wir haben das 20. Jahrhundert verlassen, aber es hat uns nicht verlassen. Während es immer weniger Zeitzeugen und Überlebende von Zweitem Weltkrieg und Holocaust gibt, sind wir mehr als sechzig Jahre nach den traumatischen Ereignissen weiterhin intensiv damit beschäftigt, dieser Vergangenheit eine Erinnerungsgestalt zu geben. Aleida Asmann untersucht in diesem klar und anschaulich geschriebenen Buch, das sich beherzt über Fächergrenzen hinwegsetzt, unterschiedliche Wege, die von individuellen zu kollektiven Konstruktionen der Vergangenheit führen, und geht den Spannungen zwischen persönlicher…mehr

Produktbeschreibung
Wir haben das 20. Jahrhundert verlassen, aber es hat uns nicht verlassen. Während es immer weniger Zeitzeugen und Überlebende von Zweitem Weltkrieg und Holocaust gibt, sind wir mehr als sechzig Jahre nach den traumatischen Ereignissen weiterhin intensiv damit beschäftigt, dieser Vergangenheit eine Erinnerungsgestalt zu geben. Aleida Asmann untersucht in diesem klar und anschaulich geschriebenen Buch, das sich beherzt über Fächergrenzen hinwegsetzt, unterschiedliche Wege, die von individuellen zu kollektiven Konstruktionen der Vergangenheit führen, und geht den Spannungen zwischen persönlicher Erfahrung und offiziellem Gedenken nach. Ein unentbehrlicher Wegweiser für alle, die nach der Gegenwart und der Zukunft der Erinnerung fragen.
  • Produktdetails
  • Verlag: Beck
  • 4. Aufl.
  • Seitenzahl: 320
  • Erscheinungstermin: 20. Juni 2014
  • Deutsch
  • Abmessung: 218mm x 142mm x 22mm
  • Gewicht: 441g
  • ISBN-13: 9783406666506
  • ISBN-10: 3406666507
  • Artikelnr.: 41079010
Autorenporträt
Aleida Assmann ist Professorin em. für Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Sie hat außerdem in Los Angeles, Princeton, Houston, Chicago, Wien und an anderen Orten gelehrt und geforscht und wurde vielfach ausgezeichnet, etwa mit dem Max-Planck-Forschungspreis (2009), Ernst-Robert-Curtius-Preis (2011), A.H.-Heineken-Preis für Geschichte (2014), Karl-Jaspers-Preis (mit Jan Assmann, 2017) und dem Balzan Preis (mit Jan Assmann, 2017). Sie erhält 2018 zusammen mit Jan Assmann den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
Inhaltsangabe
Inhalt

Vorwort
Einleitung: Triumph und Trauma

Erster Teil: Theoretische Grundlagen

1. Von individuellen zu kollektiven Konstruktionen der Vergangenheit
Das individuelle Gedächtnis
Das soziale Gedächtnis
Kollektives Gedächtnis - eine Fiktion?
Drei Dimensionen des Gedächtnisses: neuronal, sozial, kulturell
Das politische Gedächtnis
Renan als Theoretiker des nationalen Gedächtnisses
Mythos
Exkurs: Gedächtnis und Geschichte
Annäherungen zwischen Geschichte und Gedächtnis im Schatten des Holocaust
Das kulturelle Gedächtnis
Speichergedächtnis und Funktionsgedächtnis
Zusammenfassung

2. Grundbegriffe und Topoi des individuellen und kollektiven Gedächtnisses
Wer erinnert sich?
Sieger und Verlierer
Opfer und Täter
Die Figur des Zeugen
Wie wird erinnert?
Trauma
Beschweigen
Vergessen
Trauer
Wandel der Geschichtspolitik

Zweiter Teil: Analysen und Fallbeispiele

3. Wie wahr sind Erinnerungen?
Ich-Gedächtnis und Mich-Gedächtnis (Günter Grass)
Authentizitätsprobleme
Zwei Erinnerungen an Auschwitz (Primo Levi und Reinhart Koselleck)
Spur und Bahn: zwei Gedächtnismodelle
Erinnern und Vorstellen
Zusammenfassung

4. Falsche Erinnerungen: Identitätspathologien am Ende des 20. Jahrhunderts
Lockes Identitätskonzept
Der Fall Schneider/Schwerte
Der Fall Bruno Dössecker/BinjaminWilkomirski
Soziale Gedächtnisrahmen

5. Inkorrekte Erinnerungen: Über die normative Kraft sozialer Gedächtnisrahmen
Der Holocaust als 'Gedächtnisrahmen'
Halbwachs' Theorie des Gedächtnisrahmens
Der Fall Jenninger
Brauchbare und unbrauchbare Erinnerungen

6. Fünf Strategien der Verdrängung
Aufrechnen
Externalisieren
Ausblenden
Schweigen
Umfälschen
Asymmetrien im deutschen Gedächtnis

7. Deutsche Opfernarrative
Bombenkrieg (W.G. Sebald und Jörg Friedrich)
Das Zurückfluten von Erinnerungen
Vertreibung (Günter Grass, Im Krebsgang)
Die (Un-)Vereinbarkeit von Leid und Schuld
Hierarchisierung

8. Schnittstellen zwischen Erfahrungsgedächtnis und kulturellem Gedächtnis
Vom individuellen zum sozialen Gedächtnis
Vom individuellen zum kollektiven Gedächtnis
Vom individuellen zum kulturellen Gedächtnis
Inkarnierte Erlebniserinnerung - exkarniertes Mediengedächtnis
Zur Asymmetrie von Opfer- und Tätergedächtnis

9. Gedächtnisorte in Raum und Zeit
Gedenkstätten
Traumatische Orte
Gedenken und Vergessen
Traumatische Jahrestage
Erinnern als Wieder-Holen - Gedächtnis zwischenMythos und Geschichte

10. Die Zukunft der Erinnerung an den Holocaust
Repräsentation
Institutionalisierung
Massenmedien
Das Internet als Gedächtnismedium?
Was hält die Erinnerung am Leben? Gefahren und Chancen

11. Europa als Erinnerungsgemeinschaft
Europäische Identitätskonstruktionen
Der Holocaust als Gedächtnis Europas?
Europäische Erinnerungen nach 1945
Unterschiede in West und Ost
Regeln für einen verträglichen Umgang mit nationalen Erinnerungen

Schluss: Der lange Schatten

Anmerkungen
Literatur
Personenregister

Vorwort
Einleitung: Triumph und Trauma

Erster Teil
Theoretische Grundlagen

1. Von individuellen zu kollektiven Konstruktionen der Vergangenheit
Das individuelle Gedächtnis
Das soziale Gedächtnis
Kollektives Gedächtnis – eine Fiktion?
Drei Dimensionen des Gedächtnisses: neuronal, sozial, kulturell
Das politische Gedächtnis
Renan als Theoretiker des nationalen Gedächtnisses
Mythos
Exkurs: Gedächtnis und Geschichte
Annäherungen zwischen Geschichte und Gedächtnis im Schatten des Holocaust
Das kulturelle Gedächtnis
Speichergedächtnis und Funktionsgedächtnis
Zusammenfassung

2. Grundbegriffe und Topoi des individuellen und kollektiven Gedächtnisses
Wer erinnert sich?
Sieger und Verlierer
Opfer und Täter
Die Figur des Zeugen
Wie wird erinnert?
Trauma
Beschweigen
Vergessen
Trauer
Wandel der Geschichtspolitik

Zweiter Teil
Analysen und Fallbeispiele

3. Wie wahr sind Erinnerungen?
Ich-Gedächtnis und Mich-Gedächtnis (Günter Grass)
Authentizitätsprobleme
Zwei Erinnerungen an Auschwitz (Primo Levi und Reinhart Koselleck)
Spur und Bahn: zwei Gedächtnismodelle
Erinnern und Vorstellen
Zusammenfassung

4. Falsche Erinnerungen: Identitätspathologien am Ende des 20. Jahrhunderts
Lockes Identitätskonzept
Der Fall Schneider / Schwerte
Der Fall Bruno Dössecker / Binjamin Wilkomirski
Soziale Gedächtnisrahmen

5. Inkorrekte Erinnerungen: Über die normative Kraft sozialer Gedächtnisrahmen
Der Holocaust als "Gedächtnisrahmen"
Halbwachs’ Theorie des Gedächtnisrahmens
Der Fall Jenninger
Brauchbare und unbrauchbare Erinnerungen

6. Fünf Strategien der Verdrängung
Aufrechnen
Externalisieren
Ausblenden
Schweigen
Umfälschen
Asymmetrien im deutschen Gedächtnis

7. Deutsche Opfernarrative
Bombenkrieg (W. G. Sebald und Jörg Friedrich)
Das Zurückfluten von Erinnerungen
Vertreibung (Günter Grass, Im Krebsgang)
Die (Un-)Vereinbarkeit von Leid und Schuld
Hierarchisierung

8. Schnittstellen zwischen Erfahrungsgedächtnis und kulturellem Gedächtnis
Vom individuellen zum sozialen Gedächtnis
Vom individuellen zum kollektiven Gedächtnis
Vom individuellen zum kulturellen Gedächtnis
Inkarnierte Erlebniserinnerung – exkarniertes Mediengedächtnis
Zur Asymmetrie von Opfer- und Tätergedächtnis

9. Gedächtnisorte in Raum und Zeit
Gedenkstätten
Traumatische Orte
Gedenken und Vergessen
Traumatische Jahrestage
Erinnern als Wieder-Holen – Gedächtnis zwischen Mythos und Geschichte

10. Die Zukunft der Erinnerung an den Holocaust
Repräsentation
Institutionalisierung
Massenmedien
Das Internet als Gedächtnismedium?
Was hält die Erinnerung am Leben? Gefahren und Chancen

11. Europa als Erinnerungsgemeinschaft
Europäische Identitätskonstruktionen
Der Holocaust als Gedächtnis Europas?
Europäische Erinnerungen nach 1945
Unterschiede in West und Ost
Regeln für einen verträglichen Umgang mit nationalen Erinnerungen

Schluss: Der lange Schatten

Anmerkungen
Literatur
Personenregister
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Aleida Assmann biete zunächst einmal einen "ambitionierten" Überblick zu den einschlägigen Theorien über individuelles und kollektives Gedächtnis, lobt Rezensent Christoph Jahr. Im zweiten Teil gehe es dann empirisch um die im Untertitel angekündigte "Erinnerungskultur und Geschichtspolitik". Hier ist der Rezensent weniger glücklich, da er kaum Neues auszumachen vermag und ihm Themen wie ?Erinnerungsorte' zu kurz abgehandelt erscheinen. "Überzeugend" seien dann wiederum Aleida Assmanns Ratschläge für eine angemessene Erinnerungskultur. Leider hätten sich diese Einsichten zum Umgang mit Täter- und Opfererinnerungen noch nicht allgemein durchgesetzt. Umso wichtiger, plädiert Christoph Jahr, sei daher ein Buch wie dieses.

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