Der dritte Sumpf - Sinkel, Bernhard
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CIA-Agent Gallagher stößt auf einen brisanten Punkt in der Biographie des Journalisten Raoul Levkowitz: Levkowitz und Ahmed bin Salim al-Amir, Sohn eines jemenitischen Scheichs, verband während ihrer gemeinsamen Zeit im Stasi-Kinderheim eine enge Freundschaft. Inzwischen ist al-Amir selbst Scheich seines Stammes und einer der meistgesuchten Terroristen der Welt. Wegen des Verdachts, für Attentate auf ausländische Ölgesellschaften und zahlreiche Entführungen verantwortlich zu sein, wird al-Amir vom amerikanischen Geheimdienst und von Spezialeinheiten der jemenitischen Regierung gejagt und…mehr

Produktbeschreibung
CIA-Agent Gallagher stößt auf einen brisanten Punkt in der Biographie des Journalisten Raoul Levkowitz: Levkowitz und Ahmed bin Salim al-Amir, Sohn eines jemenitischen Scheichs, verband während ihrer gemeinsamen Zeit im Stasi-Kinderheim eine enge Freundschaft. Inzwischen ist al-Amir selbst Scheich seines Stammes und einer der meistgesuchten Terroristen der Welt. Wegen des Verdachts, für Attentate auf ausländische Ölgesellschaften und zahlreiche Entführungen verantwortlich zu sein, wird al-Amir vom amerikanischen Geheimdienst und von Spezialeinheiten der jemenitischen Regierung gejagt und Levkowitz wird unwissentlich zur wertvollen Figur in einem tödlichen Spiel.Der zweite packende Thriller um Roul Levkowitz.
  • Produktdetails
  • dtv Taschenbücher Bd.24502
  • Verlag: DTV
  • Seitenzahl: 254
  • Erscheinungstermin: 14. Oktober 2005
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 136mm x 25mm
  • Gewicht: 408g
  • ISBN-13: 9783423245029
  • ISBN-10: 3423245026
  • Artikelnr.: 14162455
Autorenporträt
Bernhard Sinkel wurde am 19.01.1940 in Frankfurt a.M.geboren. 1.und 2. Juristisches Staatsexamen. Von 1970 bis 1972 Leiter des Archivs und der Dokumentation des "Spiegel". Seit 1974 Arbeiten als Regisseur, Produzent und Drehbuchautor. Seine Filme und TV-Mehrteiler wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Filmografie:1973 "Clinch"(mit Michael Krüger); 1974 "Lina Braake" (mit Lina Carstens und Fritz Rasp), Bundesfilmpreis; 1975 "Berlinger" (mit Martin Benrath und Hannelore Elsner) zusammen mit Alf Brustellin; 1975 "Mädchenkrieg" (mit Hans Christian Blech, Adelheid Arndt) zusammen mit Alf Brustellin, Bundesfilmpreis und Silberne Muschel von San Sebastian; 1977 "Taugenichts" (mit Jacques Breuer, Wolfgang Reichmann, Mathias Habich), Bundesfilmpreis. 1978 "Deutschland im Herbst" zusammen mit Kluge, Fassbinder, Schlöndorff, u.a. Bundesfilmpreis; 1980 "Kaltgestellt" (mit Martin Benrath, Helmut Griem und Angela Molina); 1981 "Felix Krull" nach dem Roman von Thomas Mann (mit John Moulder-Brown, Rita Tushingham, Fernando Rey, Magali Noel) als 5teilige TV-Serie; 1986 "Väter und Söhne"( mit Burt Lancaster, Julie Christie und Bruno Ganz) als 4teilige TV-Serie; 1987 "Hemingway" (mit Stacy Keach, Marisa Berenson, Geraldine Chaplin und Pamela Reed) als 4teilige TV-Serie, Golden Globe für Stacy Keach als bester Schauspieler; 1992 "Der Kinoerzähler" (mit Armin Müller-Stahl, Martin Benrath, Udo Samel, Eva Mattes), Preis der C.I.C.A.E. Zur Zeit verfilmt er Cees Nootebooms Roman "Die folgende Geschichte".
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 03.01.2006

Vater des Entsetzens
Bernhard Sinkels Jemen-Thriller „Der dritte Sumpf”
Die Nachrichten-Splitter von Osthoff-Entführung und Chrobog-Freilassung sind noch nicht abgekühlt, sie liegen buchstäblich noch herum, da werden sie für Thriller-Autoren schon zu Material, das es zu verwerten gilt, Material, das zu einer Abenteuer-Konstruktion zusammengeschweißt werden kann. Die Fiktion hechelt der Wirklichkeit nach, ist eine Reaktion auf sie, dachten wir überzeugt und kausalitätsverliebt doch immer.
Im November, noch vor den allzu realen Entführungskrimis, ist Bernhard Sinkels Thriller erschienen. „Der dritte Sumpf” ist darin der Jemen: neben Afghanistan und dem Irak ist dies der dritte Kriegsschauplatz der USA im Kampf gegen den Terror. In der Fortsetzung zu Sinkels erstem Thriller „Bluff” wird die Amerikanerin Dorothy Jensen unter einem Vorwand der CIA in den Jemen geschickt und dort von einem Stamm, den Beni-al-Hared, entführt. Von der ersten Seite an liest sich die Geschichte des ehemaligen Filmemachers Sinkel wie ein Drehbuch für die Kinoleinwand, auf der ein mit Leidenschaften gepolsterter Popcornfilm gezeigt werden sollte und nun ein Streifen Dokutainment läuft.
Den Gesetzen für ein adrenalingetränktes Abenteuer folgend, beginnt die Geschichte ziemlich haarsträubend. Die CIA interessiert sich zunächst für Raoul Levkowitz, einen Berliner Sportjournalisten, der als Jugendlicher dank seines fotografischen Gedächtnisses der Stasi bei allerhand krummen Dingern helfen musste. Zehn Jahre nach der Wende interessiert sich die CIA aus einem anderen Grund für ihn: Seine Biographie hat einen Absatz mit der des meistgesuchten Terroristen der Welt gemein: mit Abu Khouf, genannt „der Vater des Entsetzens”. Levkowitz und Abu Khouf, heute der Anführer des Stammes der Beni-al-Hared, sind im selben Kinderheim in der DDR aufgewachsen, sie waren Blutsbrüder sogar, bis ihre Ideologien sie für immer trennten. In Rückblenden erzählt Sinkel von dieser frühen Freundschaft. Wie es dazu kam, dass der eine Sportjournalist und der andere Terrorist werden konnte, erzählt er leider nicht. Bevor Levkowitz entscheidet, ob er sich geheimdienstlich erneut einspannen lässt, reist er mit seiner Freundin Dorothy in den Jemen, wo die Sportpilotin bei archäologischen Erkundungen helfen soll. Durch sein Zögern ist auch sie in den Fokus der CIA gerückt, Dorothy soll der Köder sein, mit dem die Amerikaner Abu Khouf aus seinem Versteck locken möchten.
Es ist eine kühne Konstruktion, die Sinkel errichtet, wenn er eine Art „Achse des Bösen” zwischen den Geheimdiensten der USA und der DDR verlegt und unterstellt, die CIA profitiere von den alten Stasi-Größen. Und doch ist es eine Konstruktion, die für die Geschichte überraschend tragfähig ist. Letztlich, so Sinkel, ist es einerlei, ob im Krieg gegen das vermeintlich Böse ein kapitalistisches, nach Öl lechzendes Land Menschen wie Spielbälle herumschubst oder ein sozialistisches Unrechtsregime wie die DDR. Der Zweck heiligt hier wie da die Mittel.
Aus verschiedenen Perspektiven wird diese Geschichte erzählt, die eine Wahrheit gibt es nicht - Allah sei Dank. Spannend und atemlos ist dieser gut recherchierte Thriller und staubtrocken in seiner unmittelbaren Aktualität. „Wohlige Schauer”, die Sinkel seinen Protagonisten- sei es unter Dusche oder nach einem lieben Wort - mehrfach über den Rücken laufen lässt, stellen sich jedoch selten ein. Zumindest nicht aus Gründen, die der Sprachwahl geschuldet sind. Da wird eben schnell erzählt und in der Eile auch mal hektisch zur Floskel gegriffen. Den Thriller-Liebhaber wird das nicht weiter stören. Beim Unwort „Topterrorist” wird er allenfalls kurz das Gesicht verziehen. ANNABEL DILLIG
BERNHARD SINKEL: Der dritte Sumpf. Thriller. dtv premium, München 2005. 260 Seiten, 14 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Bei Sinkels Roman stehe nicht nur "Thriller" drauf, befindet Rezensentin Annabel Dillig, er mache diesem Genre auch alle Ehre. "Spannend, atemlos, gut recherchiert" sei Sinkels Story und zumal hochaktuell, wenn im Jemen eine Frau entführt werde, die der CIA höchstselbst dorthin geschickt habe. Aber, so erklärt uns die Rezensentin, Sinkel gelinge es, die traurig aberwitzige Wirklichkeit unserer Nachrichtenwelt noch zu toppen. In einer "kühnen Konstruktion" bediene sich der CIA eines ehemaligen Stasimitarbeiters, der mit dem Terroristen und Stammesführer Abu Khouf gemeinsam eine DDR-Schulbank gedrückt habe. Und diese wahrlich originelle und überraschende "Achse des Bösen" ist aus Sicht der Rezensentin "überraschend tragfähig", sprich plausibel für den Leser. Besonders hoch rechnet sie es dem Autor an, dass er seinerseits keine schlichten Gut-Böse-Kontraste einbaut und aus verschiedenen Perspektiven erzählt. "Allah sei Dank". Weniger gut beraten sei der Autor allein bei seiner "Sprachwahl" gewesen, hier fühlt sich die Rezensentin in ihrem Genuss doch gestört.

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