Aufbruch ins All - Brunier, Serge
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Rezensionen
Besprechung von 11.03.2002
Es ist Platz im All, denn noch fahren die Nachtzüge zu den Sternen nicht

Wie verloren wirkt der Mensch in der fremden Welt des Mondes, deren Stille von keinem Laut unterbrochen wird. Harte Lichtkontraste verstärken die unwirkliche Stimmung, Schuhabdrücke bleiben über Jahrmillionen erhalten. Überwältigt von der atemberaubenden Schönheit der Landschaft am Rande des lunaren Apenninen-Gebirges, luden David Scott und James Irvin, den unsere Abbildung vor dem Mount Hadley zeigt, im Sommer 1971 das erste auf einen anderen Himmelskörper mitgeführte Fahrzeug aus, um die Umgebung des Landeplatzes von Apollo 15 zu erkunden. Ob sie ahnten, daß die Zeit, in der Astronauten den Trabanten der Erde betraten, schon bald ihr zumindest vorläufiges Ende finden würde? Einer der Gründe, weshalb Neil Armstrong und Buzz Aldrin mit einer Spur Bitterkeit an die wunderbare kosmische Odyssee von Apollo 11 zurückdenken, liegt darin, daß sie glaubten, als Pioniere zum Mond zu fliegen, als furchtlose Vorhut künftiger Nachtzüge zu den Sternen über den Mond, den Mars oder den Titan. Doch das Apollo-Programm endete vorzeitig, und seitdem hat niemand mehr die zweite kosmische Geschwindigkeit erreicht, die es dem Menschen ermöglicht, der Erdanziehungskraft zu entfliehen. Nur die erdgebundene bemannte Raumfahrt ist fortgeführt worden. Die amerikanischen Raumfähren bringen regelmäßig Astronauten ins All, und die russische Raumstation Mir hat 15 Jahre lang die Erde umkreist, bis sie im Pazifik versenkt wurde und der Internationalen Raumstation Platz machte. Serge Brunier läßt vor dem Leser im brillant bebilderten Buch "Aufbruch ins All" noch einmal die Höhepunkte Revue passieren, die die "Eroberung" des Weltraums geprägt haben. Dabei hat er bewußt von einer umfassenden Darstellung Abstand genommen, weshalb auch die ersten Flüge in den sechziger Jahren nur kurz erwähnt werden. Schwerpunkte bilden die Apollo- und die Shuttle-Missionen sowie die Raumstationen als dauerhafte Habitate. Ergänzend geht der Autor auf die spektakulären unbemannten Flüge zu den Planeten des Sonnensystems ein.

GÜNTER PAUL.

Serge Brunier: "Aufbruch ins All - Menschen erobern den Weltraum". Aus dem Französischen von Claire Knollmeyer. Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart 2001. 192 S., Abb., geb., 49,90 .

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Es sind vor allem die Abbildungen, die es Günter Paul bei diesem Band angetan haben: begeistert beschreibt er die "atemberaubende Schönheit" der Mondlandschaft mit den Astronauten David Scott und James Irvin. Und zugleich liegt eine Melancholie über den Mond-Bildern, die nicht erdgebundene bemannte Raumfahrt ist bald nach der Aufnahme der Bilder eingestellt worden. Bruniers Buch beschränkt sich freilich nicht auf die Mondflüge, sondern lässt, so Paul, "die Höhepunkte" der Raumfahrtgeschichte "Revue passieren", ohne Vollständigkeit anzustreben. Zu diesen Höhepunkten gehören die Apollo- und Shuttle-Missionen genauso wie die Raumstationen - auch die unbemannten Flüge zu anderen Planeten hat Brunier aber aufgenommen.

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