Gebundenes Buch

1 Kundenbewertung

Al Gores zweite 'Unbequeme Wahrheit': Nach der Klimakatastrophe droht die Katastrophe für die Demokratie.
Unsere Demokratie ist in Gefahr! Al Gores schonungslose Abrechnung mit den Medien, fundamentalistischen Angstmachern und manipulierten Wahrheiten.
Al Gores Erfolg und Popularität stehen für die Rückkehr von Glaubwürdigkeit, sozialer und ökologischer Vernunft in die amerikanische Politik. Mit seinem neuen Buch zeigt der ehemalige Vizepräsident der Clinton-Regierung, dass er mehr ist als die 'grüne Hoffnung' der USA . Neben dem Klimawandel droht der Welt eine zweite, nicht minder…mehr

Produktbeschreibung
Al Gores zweite 'Unbequeme Wahrheit': Nach der Klimakatastrophe droht die Katastrophe für die Demokratie.

Unsere Demokratie ist in Gefahr! Al Gores schonungslose Abrechnung mit den Medien, fundamentalistischen Angstmachern und manipulierten Wahrheiten.

Al Gores Erfolg und Popularität stehen für die Rückkehr von Glaubwürdigkeit, sozialer und ökologischer Vernunft in die amerikanische Politik. Mit seinem neuen Buch zeigt der ehemalige Vizepräsident der Clinton-Regierung, dass er mehr ist als die 'grüne Hoffnung' der USA . Neben dem Klimawandel droht der Welt eine zweite, nicht minder gefährliche Katastrophe: die allmähliche Selbstauflösung der Demokratie, die Erosion ihrer fundamentalen Werte und ihrer Verankerung im Volk. Leidenschaftlich und doch geprägt von einem unerschütterlichen Glauben an die Kraft vernünftiger Argumente, benennt Gore die größten Gefahren: eine Politik der Angst, die die Vernunft schrittweise zurückdrängt, ungezügelte Medien-Manipulation und die unheilige Allianz von Macht und Geld. Seine bestechend klaren kritischen Analysen werden zur Generalabrechnung mit der Ära Bush und ihren verhängnisvollen Fehlentwicklungen, sei es bei der Terrorbekämpfung, beim Sozialabbau, bei der Organisation amerikanischer Wahlkämpfe oder beim Vormarsch des christlichen Fundamentalismus.

Ein machtvoller Impuls für die Rückkehr von Glaubwürdigkeit, sozialer und ökologischer Vernunft in die Politik.

"Mit dieser Auseinandersetzung prangert der Autor die politischen Mauscheleien dieser Regierung ebenso kraftvoll an, wie er mit seinem Buch von 2006, 'Eine unbequeme Wahrheit', die Öffentlichkeit mit den Folgen des globalen Klimawandels aufgerüttelt hat." Michiko Kakutani, New York Times

"Dieses Buch zeigt einen feurigen, Bedenklichkeiten in den Wind schlagenden Al Gore, der sich vorgenommen hat, das volle Risiko einzugehen mit einem schonungslosen Urteil über die Bush-Administration und den Zustand der demokratischen Willensbildung in Amerika in diesem 'schicksalhaft kritischen Augenblick' der Geschichte." Michiko Kakutani, New York Times
  • Produktdetails
  • Verlag: Riemann
  • Seitenzahl: 395
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm
  • Gewicht: 688g
  • ISBN-13: 9783570500897
  • ISBN-10: 3570500896
  • Artikelnr.: 22816630
Autorenporträt
Al Gore war acht Jahre unter Bill Clinton Vizepräsident der USA. 2000 verlor er nur knapp und unter bis heute umstrittenen Umständen die Präsidentschaftswahlen gegen George W. Bush. Er ist als Direktor und Berater für verschiedene Unternehmen tätig, u.a. Google, Apple Computer, für den Satellitensender Current TV und für Generation Investment Management, ein Unternehmen für nachhaltiges, umweltverträgliches Investment. 1992, kurz vor seiner Wahl zum Vizepräsidenten, landete Gore mit "Wege zum Gleichgewicht" einen internationalen Öko-Bestseller. Er ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Insider sagen ihm Ambitionen auf die Präsidentschaftskandidatur 2008 nach. 2007 erhielt Al Gore den Friedensnobelpreis.
Rezensionen
Besprechung von 10.10.2007
Dunkle Wolken über Washington
Al Gore rechnet schonungslos mit der Bush-Administration ab / Von Stefan Fröhlich

Als Mahner im Dienste der Umwelt und für eine gerechtere Weltordnung ist Al Gore schon seit längerem nicht mehr aus der politischen Diskussion in den Vereinigten Staaten wegzudenken. Persönlicher Erfolg und Popularität des ehemaligen Vizepräsidenten unter Bill Clinton stehen vor allem für ökologische und soziale Vernunft in der amerikanischen Politik. Mit seinem neuen Buch präsentiert sich der heute als Berater für verschiedene Unternehmen tätige Gore nunmehr auch als neuer Hoffnungsträger für die Rückbesinnung Amerikas auf die fundamentalen Werte und Grundprinzipien seiner Demokratie. Sein Buch gerät dabei zur Generalabrechnung mit den beiden Amtszeiten George W. Bushs. Schonungslos benennt Gore die verhängnisvollen Fehlentwicklungen bei der Terrorbekämpfung im Inneren wie im Äußeren, bei der Organisation amerikanischer Wahlkämpfe, der Manipulation der Wählerschaft durch korrumpierte Interessenvertreter und Medien, beim Sozialabbau zugunsten der Hochfinanz und Ölindustrie oder beim Vormarsch des christlichen Fundamentalismus im Lande. Durch die Regierung Bush/Cheney sei das traditionelle "politische Immunsystem" der gegenseitigen Machtkontrolle und Machtbalance so tief gestört worden, dass sich die amerikanische Demokratie in einer "gefährlichen Abwärtsspirale" befindet. Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sei es durch die im "Patriot Act" vorgesehenen Bestimmungen zu einer in der amerikanischen Geschichte beispiellosen Missachtung der Verfassung und urdemokratischer Grundsätze gekommen. Dabei habe sich der Präsident zu Lasten des Kongresses und unabhängiger Richter wie Medien über die Gesetze des Rechtsstaats gestellt und mit einer "Angst-" und "Lügenkampagne" die Zustimmung der Bevölkerung für die Irak-Intervention erschlichen. Verstöße gegen Völkerrecht und Artikel 3 der Genfer Konvention, massenhafte Tötung von Zivilisten, Folterbilder aus Abu Ghraib, geheime Gefängnisse schließlich hätten den Glauben an die Integrität der amerikanischen Demokratie auf Jahre zutiefst erschüttert und zudem das Land keinesfalls sicherer gemacht.

Bedroht aber sieht Gore die Demokratie im Lande nicht nur durch die fragwürdigen Methoden im Kampf gegen den Terrorismus. Mindestens ebenso gefährdet ist das politische System durch die Missachtung des Verfassungsgrundsatzes, wonach "alle Menschen gleich geboren" sind. So mache das System der Wahlkampffinanzierung durch Hochfinanz und Ölindustrie die politische Kaste in den Vereinigten Staaten abhängig von Partikularinteressen. Gleichzeitig nimmt das große Geld massiven Einfluss auf die Bevölkerung mittels gekaufter Fernsehwerbung. Auf diese Weise verkommt nach Gore der Volkswille "zur Ware", mit der das derzeit regierende "Rechte Netzwerk" seine einzig auf Machterhalt und Dominanz ausgerichteten politischen Ziele verfolgt. "Diese inzestuöse Paarung von Reichtum und Macht", so resümiert Gore, "stellt die tödlichste Bedrohung für die Demokratie dar." Unterstützt wird sie durch die Parolen von ultrakonservativen Religionsführern, denen es in Zeiten der "äußeren Bedrohung" und einer fehlenden kritischen Presse und Öffentlichkeit leichtfällt, den Glauben an eine durch die Religion quasi sanktionierte Politik der Stärke und "moralischen Überlegenheit" - eigentlich gleichsam eine Verletzung der amerikanischen Verfassung - unter den Wählern zu verbreiten.

Viel Neues erfährt man ansonsten bei der Lektüre der durchaus gelungenen Darstellung nicht. Gore hat zwar akribisch Fakten über die längst hinreichend bekannten Manipulationen und Verstöße gegen Verfassungsprinzipien durch die Bush-Administration gesammelt, so dass sich dem Leser am Ende ein tatsächlich düsteres Bild der politischen Wirklichkeit Washingtons in den vergangenen Jahren bietet. Wirklich Konzeptionelles oder gar ein strategisches Konzept aber liefert er nicht, allenfalls beiläufig werden hier und da zwar alle großen Herausforderungen unserer Zeit genannt, aber nicht wirklich weiterführend oder tiefer analysiert. Selbst sein Lieblingsthema, die Klimakrise, reicht über eine nüchterne Bestandsaufnahme der Fakten und einen Vorwurf der Realitätsverweigerung der derzeitigen Administration nicht hinaus. Und so plausibel sein abschließender Appell an die republikanische und demokratische Vernunft des amerikanischen Volkes zur Wiederherstellung einer auf der Gewaltenteilung und dem Rechtsstaatsprinzip basierenden Ordnung auch klingt - es gelingt Gore nicht wirklich, schlüssig nachzuweisen, dass ausgerechnet die amerikanische Außenpolitik traditionell und zu allen Zeiten eher auf die Vernunft denn auf die Emotionen der Bevölkerung gerichtet war.

Schließlich ist auch die mit diesem Appell verbundene Analyse beziehungsweise sein Konzept eines "Marktplatzes der Ideen", auf dem die Kommunikation zwischen Volk und Staatsführung in Form eines echten Dialogs stattfindet, nicht wirklich überzeugend. So richtig es sein mag, dass insbesondere das Fernsehen in den Vereinigten Staaten eine gut informierte Bürgerschaft als Korrektiv einer fehlgeleiteten Politik verhindert, so sehr muss gleichzeitig die Frage gestellt werden, ob nicht die Bürger ausgerechnet im Zeitalter des nahezu uneingeschränkten Zugangs zu Informationen tatsächlich so uninformiert sind. Immerhin sieht auch Gore in den beiden letzten Kapiteln die Rettung durch eine "gut vernetzte Bürgerschaft" über das Internet.

Al Gore: "Angriff auf die Vernunft". Riemann Verlag, Frankfurt am Main 2007. 384 S., 19,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Mit gebotener Erschütterung bespricht Rezensent Christian Schüle Al Gores Buch über die Ära Bush. Es sei das "Dokument eines Desasters", lesen wir, und Schüle kann kaum sagen, was ihn als "alteuropäischen Leser" mehr entsetzt: "die Kultur der Lüge", die "Politik der geschürten Angst", "Manipulation der Öffentlichkeit" oder "der gezielte Angriff auf individuelle Freiheitsrechte". In neun Kapiteln beschreibe Al Gore das "fortgesetzte Versagen" und die "Kapitulation der Vernunft" im Weißen Haus. Wie Gesetze gebrochen worden seien, bürgerliche Rechte und Freiheiten abgeschafft, gefoltert, vertuscht und verschleiert. Gore beschreibe nüchtern, seine Quellen seien bestätigte Berichte und wissenschaftliche Studien, Regierungsinformationen oder eigenes Insiderwissen. Gelegentlich ist der Rezensent sprach- und fassungslos von soviel präsidentieller Dreistigkeit. An manchen Stellen jedoch fallen ihm in Gores "dicht gewebtem" Informationsteppich Redundanzen oder zuviel ostentative Redlichkeit auf. Manchmal hätte er sich sogar etwas mehr Tiefgang gewünscht.

© Perlentaucher Medien GmbH