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Sechzehn Frauen, eine Stadt: eine unwiderstehliche Liebeserklärung an die Schönheit von Rio! Renata, Helena, Cíntia, Graziela, Rosana... Sie haben Träume, Affären, die eine oder andere kleine Meise, und alle wohnen sie in Rio. Sechzehn Frauen zwischen 6 und 93 Jahren feiern in diesem bunten Panorama den Zauber ihrer Stadt: Jede von ihnen lässt Rafael Cardoso mit ganz eigener Stimme von ihrem Viertel erzählen - von der Copacabana über Ipanema über das Zentrum zu den Vororten und wieder zurück. Während Helena mit einem Dealer durchbrennt, jubelt Renata ihrem untreuen Mann ein Baby unter, während…mehr

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Produktbeschreibung
Sechzehn Frauen, eine Stadt: eine unwiderstehliche Liebeserklärung an die Schönheit von Rio! Renata, Helena, Cíntia, Graziela, Rosana... Sie haben Träume, Affären, die eine oder andere kleine Meise, und alle wohnen sie in Rio. Sechzehn Frauen zwischen 6 und 93 Jahren feiern in diesem bunten Panorama den Zauber ihrer Stadt: Jede von ihnen lässt Rafael Cardoso mit ganz eigener Stimme von ihrem Viertel erzählen - von der Copacabana über Ipanema über das Zentrum zu den Vororten und wieder zurück. Während Helena mit einem Dealer durchbrennt, jubelt Renata ihrem untreuen Mann ein Baby unter, während Jamilly als Drogenkurierin anheuert, stürzt Bel in eine tiefe Krise, als sie das erste graue Haar an sich entdeckt. Und fast alle Frauen kennen einen gewissen Rafael... Eine opulente Hommage an Rio, das erst seine Frauen zu dem machen, was es ist: eine der aufregendsten Metropolen der Welt.

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  • Produktdetails
  • Verlag: FISCHER, S.
  • Seitenzahl: 320
  • Erscheinungstermin: 21.02.2013
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783104023298
  • Artikelnr.: 37470959
Autorenporträt
Cardoso, Rafael
Rafael Cardoso, geboren 1964 in Rio de Janeiro, wuchs in den USA auf. Er ist Autor und Kunsthistoriker und hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht. Seit 2012 lebt er in Berlin, wo er sich auf die Spuren seines Urgroßvaters Hugo Simon begab und das vorliegende Buch schrieb. Im S. Fischer Verlag erschien zuletzt 'Sechzehn Frauen. Geschichten aus Rio'.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 10.03.2013

Weißt du, wie man einfach verschwindet?

Der Brasilianer Rafael Cardoso schreibt Geschichten über Frauen in Rio und ist der Urenkel eines Bankiers der Weimarer Republik. Jetzt sucht er dessen Spuren in Berlin

Als draußen ein ungemütlicher, wintriger Nachmittag einer ebensolchen Nacht Platz macht, neigt sich das Gespräch mit dem brasilianischen Schriftsteller Rafael Cardoso seinem Ende zu. Wir hatten eigentlich über ein ambitioniertes Buch sprechen wollen, das Cardoso vor längerer Zeit geschrieben hat, und am Ende wurde genauso viel über ein noch ambitionierteres Buch gesprochen, das er noch gar nicht ganz geschrieben hat.

Cardoso hat große Teile seiner Jugend in den Vereinigten Staaten verbracht und kann mit bemerkenswerter Nahtlosigkeit von polierter amerikanischer Freundlichkeit auf breit grinsende Latino-Herzlichkeit umschalten. Er scheint zu merken, dass er sein Gegenüber etwas überfordert hat, und schlägt ein Schlusswort vor. Es gebe einen Satz in seinem aktuellen Buch, sagt er, der sei sein absoluter Lieblingssatz und funktioniere außerdem ziemlich gut als Motto für die vielen verwirrenden Dinge, die er in den letzten zwei Stunden erzählt habe. Er nimmt "Entre as mulheres" vom Tisch und beginnt flink darin zu blättern. Schnell hat er die richtige Stelle gefunden und liest vor mit der samtigen brasilianischen Version des Portugiesischen, die sich für nichtportugiesische Ohren ein bisschen so anhört, als würde jemand ganz sanft ein Tonbandgerät mit dem Finger zurückspulen: "Ninguém é nada o tempo todo." Wörtlich heißt das: "Niemand ist immer nur nichts." Sinngemäß bedeute es aber auch, erklärt Cardoso jetzt strahlend, dass das mit der Verwirrung kein Wunder sei, dass Menschen doch erst dann anfangen würden, interessant zu werden, wenn sie sich in Widersprüche verwickeln und aufhören, ganz bei sich zu sein.

Auf Deutsch heißt das Buch "Sechzehn Frauen. Geschichten aus Rio". Es ist sechs Jahre nach seiner Erstveröffentlichung in einer deutschen Übersetzung erschienen, deren Qualität man vor allem daran ablesen kann, dass sie es schafft, die vielen lateinamerikanischen Obszönitäten völlig unpeinlich ins Deutsche zu übertragen. Es ist so etwas wie ein Roman in Kurzgeschichten. Sechzehn verschiedenaltrige und verschieden reiche Frauen erleben mit ihrem immer auch etwas autistischen Blick ihr jeweiliges Eckchen von Rio de Janeiro, sie sprechen je nach Herkunft und Selbstbild völlig andere Sprachen und können doch nicht anders, als ihre Lebenswege auf die ein oder andere Weise miteinander zu verknoten. Den Satz, den er soeben vorgelesen hat, spricht in "Sechzehn Frauen" zum Beispiel die 24-jährige Mariellen.

Im hibbelig tratschenden Zickentonfall regt sie sich nacheinander über die Spießbürgerlichkeit ihres Heimatstadtteils Jacarepaguá auf, erzählt stolz von ihren kürzlich gemachten ersten lesbischen Erfahrungen und vergisst im Redefluss, dass sie doch eigentlich die Geschichte von der Großmutter ihrer Freundin Solange (ein Kapitel später) erzählen wollte, die jetzt schon zum sechsten Mal in ihrem eigenen Haus ausgeraubt worden sei. Ach, und was sie auch noch erzählen wollte: Der Freund ihrer Journalistenfreundin Ana (vier Kapitel vorher), dieser Rafael, der sei ja übrigens auch ein totaler Idiot.

Wer "Sechzehn Frauen" liest, der merkt, dass Cardosos Motto eine gute Anleitung ist. Nur wer nicht versucht, dem Buch ein irgendwie einheitliches Bild seiner Protagonistin Rio de Janeiro zu entlocken, der merkt, dass es gerade darum geht: um ein kraftvolles Porträt einer Stadt, die, wie jede Stadt, die den Namen verdient, in ihren besten Momenten neben sich steht. Es geht um das Bild eines Ortes, dessen sogenannte Seele weder auf der Strandpromenade von Ipanema liegt noch in den Favelagassen der Cidade de Deus, sondern an den Orten, wo sich die Sichtachsen beider kreuzen.

Doch sosehr sich Cardoso auch über die Übersetzung der "Sechzehn Frauen" freut, so bemerkenswert lebendig ihm auch das Buch im Gedächtnis ist - in Berlin ist er aus einem anderen Grund, der deutlich macht, dass ihm der Satz von den sich selbst nicht gleichenden Persönlichkeiten keine postmoderne Modeformel ist, sondern tiefe, in die Lebensgeschichte eingebrannte Wahrheit. Im Grunde, sagt er und tippt lächelnd auf den Einband von "Sechzehn Frauen", im Grunde seien viele der Dinge, mit denen er die letzten Jahre verbracht habe, immer auch Ausreden gewesen, um sich vor diesem neuen Buch zu drücken. Es möge jetzt sehr kitschig und Paulo-Coelho-haft klingen, das bitte er zu entschuldigen, aber dieses neue Buch müsse er eigentlich schon sein ganzes Leben lang schreiben. Denn was er darin beschreibt, ist die Geschichte seiner Familie. Es wird das erste Mal sein, dass er seine beiden, bisher strikt getrennten beruflichen Seiten (er ist Schriftsteller und Professor für Kunstgeschichte) dazu zwingen wird, miteinander zu tanzen. So viel weiß er schon, dass es ein Buch in zwei Teilen werden wird; einer, der die Geschichte seiner Familie nachzeichnet, und einer, der beschreibt, was diese Geschichte mit ihm, dem Nachgeborenen, angestellt hat.

Cardoso ist der Urenkel eines gewissen Hugo Simon, und wenn man sich ein Foto des Urgroßvaters anschaut, dann könnte man glauben, die Verwandtschaft sei noch deutlich enger - zu ähnlich sind sich die dramatischen Gesichtszüge, die hohe Stirn, der unbestimmt traurige Blick. Geboren 1880 als Sohn einer mittelständischen, polnisch-jüdischen Familie, hatte Simon sich nach einer Banklehre im Berlin der Weimarer Republik schnell zum Besitzer des Bankhauses Bett, Simon & Co. hochgearbeitet und wurde trotzdem gerade von der sozialistischen USPD kurzzeitig als Finanzminister eingesetzt. Vor allem aber war er ein universalistischer Kunst- und Literaturmäzen, wie es sie heute längst nicht mehr gibt. Früh begann er, eine Sammlung mit rund fünfhundert Werken teilweise umstrittener junger Künstler aufzubauen. Das derzeit teuerste Gemälde der Welt, eine Version von Edvard Munchs "Der Schrei", war davon das berühmteste. Simon unterstützte ganze Heerscharen junger, mittelloser Schriftsteller, von denen mehrere - Alfred Döblin, René Schickele, Klaus Mann - später Romanfiguren nach seinem Vorbild schufen. Kurt Tucholsky arbeitete 1923 sogar kurzzeitig als sein Privatsekretär.

Es ist wieder nur die schönste von unzähligen literarischen Ehren, dass Else Lasker-Schüler ihn, in der Widmung eines Gedichts, "Hugo Simon den Boas" nennt, nach dem alttestamentarischen Prototyp des weisen, gütigen Großgrundbesitzers aus dem Buch Ruth. Und es ist nur die ironischste von vielen Ironien, dass Hugo Simon damals dem Aufsichtsrat der Fischer-Verlage angehörte, die jetzt (völlig zufällig!) die deutsche Übersetzung der "Sechzehn Frauen" verlegen. Je mehr man über Hugo Simon erfährt, desto fassungsloser ist man, dass man diesen Namen noch nie gehört hat, desto weniger versteht man, wie eine solche Figur völlig aus dem kollektiven Gedächtnis gelöscht werden konnte.

Im März 1933 floh Hugo Simon mit seiner Familie ins Pariser Exil und war dort noch eifriger Finanzier der von deutschen Exilliteraten geführten "Pariser Tageszeitung". Als 1941 der Weg in die Vereinigten Staaten nicht mehr offen war, bestieg er in Spanien ein Schiff nach Rio de Janeiro. Um die Reise möglich zu machen, bekamen Simon und seine Frau Gertrud die Pässe eines verstorbenen tschechischen Paares und lebten fortan unter deren Namen: Hubert und Garina Studenic. Der Deckname, den die französische Résistance Simons Sohn verpasste, lebt bis heute weiter, wenn man den Namen von Rafael Cardoso Denis ausschreibt, auf brasilianische Art mit zweiten Nachnamen von Mutter und Vater. Jahrelang führte Simon einen verzweifelten Papierkrieg mit den brasilianischen Behörden, um endlich wieder den eigenen Namen tragen zu können. Als auch in Brasilien der politische Druck größer wurde, zog er zusammen mit seiner Frau aufs Land, entdeckte seine alte Kinderleidenschaft, die Seidenraupenzucht, wieder und begann die Arbeit an einer 1600 Seiten dicken, desillusionierten, bis heute unveröffentlichten Autobiographie.

Man wäre nicht überrascht, wenn sich jemand in Cardosos Situation der Mission verschrieben hätte, das Erbe seines Urgroßvaters wiederherzustellen. Doch für Cardoso scheint auch bei der Arbeit am neuen Buch der Satz der 24-jährigen Mariellen zu gelten: dass Menschen und Geschichten erst dann anfangen, interessant zu werden, wenn sie aufhören, dauernd sie selbst zu sein. Für Rafael Cardoso scheint die Geschichte seiner Familie nicht in den zwanziger Jahren zu beginnen, sondern dort, wo sie für andere aufhört zu verschwinden: in Paris, auf der Flucht.

Und man kann vermuten, dass der Urgroßvater diese Gedanken geteilt hätte. Obwohl seine Autobiographie gewissenhaft all die glänzenden Stationen des Weimarer Berlin durchlief, gab er ihr doch einen Titel, der auf die Zeit verweist, als die Berliner Lichter schon einen Ozean weit entfernt waren: "Seidenraupen".

GREGOR QUACK

Rafael Cardoso: "Sechzehn Frauen. Geschichten aus Rio". Übersetzt von Peter Kultzen. S. Fischer, 320 Seiten, 19,99 Euro

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Cejana Di Guimarães findet auch, dass Rio eine ungeheuer weibliche Stadt sei. Allerdings hat sie ihre Zweifel, ob Rafael Cardosos Ansinnen funktioniert, das Gesicht einer Stadt mittels der Beobachtung seiner Bewohner zu zeichnen. Die Frauen, die der Autor zu diesem Zweck in den Blick nimmt, sind so unterschiedlich und haben miteinander auch nichts gemein, sodass die Rezensentin sie eigentlich nur für Projektionsflächen des Autors hält. Die von ihm zwecks Authentifizierung verwendeten Mittel des Inneren Monologs oder der direkten Rede haben laut Di Guimarães jedenfalls nicht die gewünschte Wirkung. Im Gegenteil, die schiere Menge an Information und Lokalkolorit machen die Texte für die Rezensentin unglaubwürdig. Am besten gefällt ihr der Autor, wenn er einfach seinen Figuren vertraut und seiner präzisen Sprache.

© Perlentaucher Medien GmbH
gelingt es Cardoso, das gegenwartsversessene Lebensgefühl seiner Heimatstadt in [einer] leichtfüßigen, sprunghaften Erzählweise zu spiegeln. Nebenbei fertigt er eine Sozialstudie an, die es in sich hat. Maike Albath Deutschlandradio Kultur 20130527