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Kim Gordon, Indie-Ikone, Bassistin und Sängerin der legendären Sonic Youth, über ein Leben für die Kunst
Sonic Youth war eine der einflussreichsten Alternative-Bands der 1980er- und 1990er-Jahre und Kim Gordon ihr heimlicher Star. Als Bassistin, Sängerin und Songwriterin der Band war sie Vorbild für eine ganze Generation von Frauen. Jetzt erzählt sie ihre Geschichte.Ihre Musik, die sich im Grenzland von Punk, No Wave und Noise-Rock austobte, war nicht zu überhören. Als Kim Gordon und Thurston Moore 1981 in New York die Band Sonic Youth gründeten, lag die Stadt finanziell am Boden, die…mehr

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Produktbeschreibung
Kim Gordon, Indie-Ikone, Bassistin und Sängerin der legendären Sonic Youth, über ein Leben für die Kunst

Sonic Youth war eine der einflussreichsten Alternative-Bands der 1980er- und 1990er-Jahre und Kim Gordon ihr heimlicher Star. Als Bassistin, Sängerin und Songwriterin der Band war sie Vorbild für eine ganze Generation von Frauen. Jetzt erzählt sie ihre Geschichte.Ihre Musik, die sich im Grenzland von Punk, No Wave und Noise-Rock austobte, war nicht zu überhören. Als Kim Gordon und Thurston Moore 1981 in New York die Band Sonic Youth gründeten, lag die Stadt finanziell am Boden, die Kunstszene in den Clubs aber blühte. Nirvana, Hole, Smashing Pumpkins - für diese und viele andere Bands waren Sonic Youth wichtige Wegbereiter, ihr Einfluss auf die Independent-Szene ist kaum zu überschätzen. Fans und Kritiker lieben die Band für ihren unverwechselbaren Sound und ihre absolute künstlerische Integrität. Kim Gordon und Thurston Moore galten lange Zeit als das Traumpaar des Rock'n'Roll, sie haben eine gemeinsame Tochter. 2011 trennten sich die beiden nach 27-jähriger Ehe und Sonic Youth löste sich auf. Kim Gordon erzählt in ihrem Buch von den Anfängen im New York der frühen Achtzigerjahre, von ihrem Leben als Musikerin, bildende Künstlerin, Modedesignerin und wie das zusammenging mit ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter - und vom Schmerz einer Trennung nach fast 30 Jahren Ehe und künstlerischer Zusammenarbeit.
  • Produktdetails
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • Originaltitel: Girl in a Band
  • Artikelnr. des Verlages: 4001563
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 341
  • Erscheinungstermin: 2. April 2015
  • Deutsch
  • Abmessung: 218mm x 143mm x 30mm
  • Gewicht: 497g
  • ISBN-13: 9783462047486
  • ISBN-10: 3462047485
  • Artikelnr.: 41732236
Autorenporträt
Gordon, Kim§
Kim Gordon ist Musikerin, Sängerin, bildende Künstlerin, Musikproduzentin, Videoregisseurin, Modedesignerin und Schauspielerin. Bekannt wurde sie als Bassistin, Sängerin und Songwriterin der Alternative-Rockband Sonic Youth, die sie 1981 gemeinsam mit Thurston Moore gründete. Sie produzierte Holes Debüt-Album »Pretty on the Inside«. 1993 startete sie ihr eigenes Modelabel »X-Girl«. Seit 2012, nach der Auflösung von Sonic Youth, tritt sie gemeinsam mit Bill Nace als »Body/Head« auf. Sie hat in mehreren Filmen mitgewirkt, auch in den Serien Gossip Girl und Girls (von Lena Dunham) hat sie mitgespielt. Kim Gordon lebt in Massachusetts, New York und Los Angeles.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Sind Gitarren nun "Emanzipationsmaschinen" oder nicht? Ist die Frau als harte Rockerin vollständig emanzipiert? Für Thomas Groß stehen am Ende von Kim Gordons "Girl in a Band" vor allem Fragen, was er Buch und Autorin allerdings hoch anrechnet. Denn der Lebenslauf der Gitarristin von Sonic Youth würde es schwer machen, sie zu beantworten, verrät der Rezensent: gutbürgerliche Ehe versucht, aber gescheitert; ein freieres Liebesleben ausprobiert, mit dem sich hinterher aber wieder nur die Männer brüsteten; Zugang zur Kunst- und Musikszene im New York der Achtziger gefunden, der allerdings von den "diskursgebenden Alphatieren" gewährt werden musste, fasst Gross zusammen. Trotz durchaus erfolgreichem Abweichlertum erkennt Gordon in allen Lebensabschnitten die anhaltende "Tendenz zur Opferrolle", von der sie sich nicht freimachen konnte, so der Rezensent.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 05.04.2015

Wie ideal es ist, Bassistin zu sein
"Ich bin gern in einer schwachen Position und mache sie zu einer starken": Kim Gordon, Mitglied der legendären Band Sonic Youth, hat ihr Leben aufgeschrieben

Im Jahr 2000 trat in den Vereinigten Staaten ein Gesetz in Kraft, das jedes Jahr "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsame" Tonaufnahmen für die Nachwelt sichern helfen sollte. Die Auswahl von 2005 beinhaltete das erste transatlantische Telefongespräch von 1927, "Are You Experienced" von Jimi Hendrix (1967) und das Doppelalbum "Daydream Nation" von Sonic Youth (1988) - ein Album voller Noise und Dissonanz und dem Schrei-Gesang einer Frau namens Kim Gordon. Sonic Youth waren der rostige Schraubenzieher, mit dem der Gebrauchtwagen Rock 'n' Roll in eine postmoderne Plastik umgebaut wurde, die bedeutendste New Yorker Band seit Velvet Underground. Wo aber Velvet Underground ein über die Jahre wunderbar mürbe gewordener Flor von Todessehnsucht, Drogenmissbrauch, Prostitution und SM-Chic umwehte, gab es über die Noise-Band Sonic Youth abseits ihrer Musik 30 Jahre lang nichts Sensationelles zu berichten. Bis jetzt.

In diesem Frühjahr hat Kim Gordon, die einzige Frau in der Band, ihre Biographie veröffentlicht, die nun auch auf Deutsch erscheint. In Amerika schlug sie ein wie eine Bombe, seit vier Wochen steht sie auf der Bestsellerliste der "New York Times". Sind das alles Sonic-Youth-Fans, die wissen wollen, wie es genau war, als "Evol" aufgenommen wurde, und wie man 1991 mit Nirvana als Vorgruppe durch Europa getourt ist? Wohl kaum. Es geht darin um mehr als Musik.

Kim Gordon und Thurston Moore, schrieb Elissa Schapell auf Salon.com, haben einer ganzen Generation vorgemacht, wie man erwachsen wird. "Sie waren ineinander verliebt, haben geheiratet und Kunst gemacht. Sie waren cool und hardcore, gingen ihrer Kunst mit einer tiefen Ernsthaftigkeit nach, und sie haben sich weder verkauft, noch sind sie irgendwann weich geworden..." Und jetzt das! Schapell habe geweint, als sie von der Scheidung erfahren habe. "Was ist erschreckender als ein Paar, das - nach 30 Jahren in einer eigenen Band, nach 27 Jahren Ehe, nachdem sie 17 Jahre gemeinsam ein Kind großgezogen haben - beschließt, die Nase voll zu haben?" Aber "warum sollten sie anders sein als wir"?

"Gute Frage", antwortet Gordon, die den Text in "Girl in a Band" zitiert. "Wir waren es nicht." Ihre Autobiographie ist eine Entzauberung. Weil man Menschen, die der Inbegriff des coolen und informierten, durch diese Informiertheit aber nicht gehemmten Lebens waren, als, nun ja, ziemlich normale Menschen erlebt, und das möchte man dann doch so genau lieber nicht wissen. Die Lehren von Autobiographien sind ähnlich: Das Privatleben ist bei allen Menschen gleich banal. Eine wichtige Erkenntnis von "Girl in a Band" aber ist, dass ein Partner dem anderen auch nach 27 Jahren ein Rätsel bleiben kann. Kim Gordon weiß erstaunlich wenig über ihren Ehemann und Bandpartner Thurston Moore zu berichten. "Wenn ich heute an die ersten Tage und Monate unserer Beziehung zurückdenke, frage ich mich, ob man wirklich jemanden lieben oder von jemandem geliebt werden kann, der verbirgt, wer er wirklich ist."

Gordons Bild von Moore kollabiert aber erst, als sie seine Affäre mit der Kunstbuch-Lektorin Eva Prinz aufdeckt, die von Gordon immer nur "die Frau" genannt wird. Über einem gemeinsamen Buchprojekt hat sich eine Romanze entwickelt. Es folgen Szenen, Treueschwüre, Rückfall, Auszug, Scheidung. Das übliche Drama. Gordons Verachtung für Prinz ist groß. Sie sieht in der deutlich jüngeren Frau nur einen Starfucker, findet sie banal. Eben keine richtige Künstlerin. Manche Rezensenten fanden das abstoßend - wie kann eine Legende sich so eine Blöße geben? Aber wer in dem Buch nur eine persönliche Enttäuschung verarbeitet sieht, verkennt, worum es geht: um das Zerbrechen einer Illusion, die viel größer ist als die Ehe von Moore und Gordon. Es ist die Illusion, dass sich Liebe und Kunst dauerhaft miteinander verbinden lassen, dass eine Beziehung mehr sein könnte als ein Erholungsgebiet innerhalb einer Welt, in der es immer nur um das nächste Album geht, das nächste Buch, die nächste Ausstellung, die neue Kollektion.

Die Trennung ist der Anlass für "Girl in a Band", aber sie ist zum Glück nicht der Inhalt. Mehr Raum nehmen Kindheit und Jugend ein. Man hört Gordon dabei sehr gerne zu. Sie kann schreiben, hat mit ihrer Familie keine Rechnung offen, und sie kann sich offensichtlich auch gut an das erinnern, was sie vor Jahrzehnten erlebt hat. Von allen Plätzen, an die ihr Buch uns mitnimmt, hinterlässt das Kalifornien der späten Sechziger und frühen Siebziger den tiefsten Eindruck. Es ist die Zeit, in der der Roman "Inherent Vice" von Thomas Pynchon spielt, und wer noch daran zweifelte, wie wunderbar unheimlich, groovy, polytoxikoman und dauererotisiert diese Weltgegend zu der Zeit war, der wird von Gordon, damals ein Teenager, eines Besseren belehrt.

"Es gab dieses Gefühl apokalyptischer Weite, all die Bürgersteige und Häuser, die sich wie Tausendfüßler über die Berge bewegten, weiter und immer weiter, kombiniert mit dem hilflosen Gespür, ohne Anker zu sein... Ich habe schon immer gespürt, dass Kalifornier etwas Besonderes in den Genen haben - weil Kalifornien ein Ort des Todes ist, ein Ort, der die Menschen anzieht, weil sie in ihrem Innersten nicht erkennen, dass sie eigentlich Angst haben vor dem, was sie wollen."

Gordons liberale Akademikerfamilie war aus Rochester, New York, nach Los Angeles gezogen, wo ihr Vater Soziologie unterrichtete. Gordons hochintelligenter älterer Bruder Keller litt an Schizophrenie und wurde direkt nach seinem Altphilologie-Master in die Psychiatrie eingewiesen. Gordon bezeichnet ihn als "den Menschen, der mich mehr als sonst jemand auf der Welt geprägt hat". Heute lebt er mit Mitte sechzig in einem Pflegeheim. Keller muss zeitweise ein schrecklicher älterer Bruder gewesen sein, dessen Psychoterror Gordons Entwicklung bestimmte. Ihr blieb, schreibt sie, "gar keine andere Wahl, als furchtlos zu werden".

So gestählt, zieht Kim Gordon 1980 um nach New York, eine Stadt kurz vor dem Bankrott, eine "postapokalyptische Hölle". Sie lernt, Ratten auszuweichen, jobbt und begegnet Künstlern wie Mike Kelley, Dan Graham, Barbara Kruger, Tony Oursler und Cindy Sherman. New York ist damals noch nicht das gentrifizierte Disneyland für Millionäre, als das Gordon es heute erlebt. Bitterkeit schleicht sich in ihre Beschreibungen, wenn überall, wo sie arm und frei und auf der Suche war, heute ein American Apparel steht. Aber New York ist auch der Ort, wo sie das Musikmachen entdeckt - und No Wave.

"Auf eine Art war es das Reinste, Freieste, was ich je gehört hatte - anders als der Punkrock der Siebziger und der Free Jazz der Sechziger, expressionistischer und, na ja, anders als alles andere... Etwas, das ich nicht greifen konnte, hatte in meinem Leben gefehlt, und hier war es endlich: unkonventionell, persönlich, aber gleichzeitig auch unpersönlich, und vor allem konfrontativ."

Kunst und Rock sind sich ganz nah in der Zeit. Gordon schreibt für Kunstzeitschriften und darüber, wie es ist, als Frau in einer Rockband zu spielen - nämlich seltsam, selbst wenn es eher eine Anti-Rockband ist. Bei Konzerten steht sie in der Mitte der Bühne, im Zentrum der Aufmerksamkeit, und beobachtet andere dabei, wie sie sie beobachten. "Es ist geradezu ideal, von Jungs, die Gitarre spielen, besessen zu sein, so gewöhnlich wie möglich zu sein, Bassistin zu sein. Denn der Wirbel der Musik von Sonic Youth lässt mich vergessen, dass ich ein Mädchen bin. Ich bin gern in einer schwachen Position und mache sie zu einer starken."

Mit "Girl in a Band" zeigt sich Gordon, die nach außen immer nur eine coole Sau war, verletzlich, aber immer noch cool. Zum Schluss, im Jahr 2014, singt sie ein Stück von Nirvana in der Rock 'n' Roll Hall of Fame, in die die Band aufgenommen wird. "Ich sang ,Aneurysm' mit dem Refrain ,Beat me out of me' und packte meine eigene Wut und meinen Schmerz der letzten Jahre hinein - eine vier Minuten lange Explosion der Trauer . . . Dann flog ich zurück nach L.A. Zurück zur Kunst." In der Stadt, in der sie aufwuchs, mietet sie sich ein unmöbliertes Haus, macht Kunst und im Auto mit fremden Männern herum. Ihre Tochter geht mittlerweile aufs College. Es klingt nach einem neuen Anfang, dieses Ende. "Meine Erinnerungen und das Haus, das ich immer noch besitze, sind voller Dinge, die ein Leben schmücken, welches ich nicht mehr lebe, und Gefühle, die ich nicht mehr habe."

BORIS POFALLA

Kim Gordon, "Girl in a Band", Kiepenheuer & Witsch, 352 Seiten, 19,99 Euro. Der Band "Is It My Body?", erschienen bei Sternberg Press, versammelt Texte von Kim Gordon auf Englisch, 24 Euro.

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»[...] ein Muss für alle »Sonic Youth«-Fans [...]« Thüringer Allgemeine 20150530