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"Ich glaube, dass es in Deutschland im 20. Jahrhundert keine bedeutendere, originellere und interessantere Familie gegeben hat als die Manns." Marcel Reich-Ranicki
Das Buch des ausgewiesenen Biographen Manfred Flügge entwickelt ein mehr als hundert Jahre umspannendes Panorama der legendären Literatenfamilie. Diese erste Familienbiographie der Manns ermöglicht ein neues Verständnis der geistigen, politischen und kulturellen Entwicklung Deutschlands bis heute.
"Es ist doch eine wirklich erlauchte Versammlung, aber einen Knacks hat jeder." Thomas Mann an Klaus Mann, 1942
"Die Manns", das
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Produktbeschreibung
"Ich glaube, dass es in Deutschland im 20. Jahrhundert keine bedeutendere,
originellere und interessantere Familie gegeben hat als die Manns." Marcel Reich-Ranicki

Das Buch des ausgewiesenen Biographen Manfred Flügge entwickelt ein mehr als hundert Jahre umspannendes Panorama der legendären Literatenfamilie.
Diese erste Familienbiographie der Manns ermöglicht ein neues Verständnis der geistigen, politischen und kulturellen Entwicklung Deutschlands bis heute.

"Es ist doch eine wirklich erlauchte Versammlung, aber einen Knacks hat jeder."
Thomas Mann an Klaus Mann, 1942

"Die Manns", das ist eine Glücksgeschichte, die aus lauter kleinen Tragödien besteht. Von Lübeck bis Venedig, von München bis Los Angeles, von Capri bis Halifax, von Nidden bis Paraty reichen die Schicksalswege der Mitglieder dieser besonderen Familie, deren Erlebnisse ein Jahrhundert beleuchten und deren Texte alle Themen ihrer Zeit berührt haben.
Manfred Flügge schildert die Familiengeschichte der Manns, wobei er auch auf die Familienzweige der Dohms und der Pringsheims eingeht. Das politische Denken und Handeln sowie die wichtigsten literarischen Werke der Manns stellt er in engem Zusammenhang mit Zeit- und Lebensgeschichte dar. Indem Thomas Mann an einer Humanisierung des Mythos arbeitete, wurden er und die Seinen selber zu einem Monument der deutschen Kulturgeschichte.
Über Konflikte und Missverständnisse hinweg hat Deutschland aus dem Wirken der Manns vielfachen Nutzen gezogen. Wie zwischen dem Erscheinen der ersten Romane der Brüder Mann im Jahr 1901 bis zur Ausstrahlung der Fernsehserie "Die Manns" im Jahr 2001 mit dieser produktiven und provozierenden Familie umgegangen wurde, das besagte stets auch etwas über den Zustand des Landes.
  • Produktdetails
  • Verlag: Aufbau-Verlag
  • Best.Nr. des Verlages: 641/13590
  • 3. Aufl.
  • Seitenzahl: 416
  • 2015
  • Ausstattung/Bilder: 416 S. 215 mm
  • Deutsch
  • Abmessung: 222mm x 136mm x 42mm
  • Gewicht: 579g
  • ISBN-13: 9783351035907
  • ISBN-10: 335103590X
  • Best.Nr.: 41862629
Autorenporträt
Manfred Flügge, geb. 1946, wuchs im Ruhrgebiet auf, studierte Romanistik und Geschichte in Münster i. W. und in Lille. Von 1976-88 war er Dozent an der Freien Universität Berlin. Er lebt als freier Autor in Berlin. Er verfasste erfolgreiche Biographien u. a. von Marta Feuchtwanger, Heinrich Mann und Stéphane Hessel.
Rezensionen
Besprechung von 13.07.2015
Die Weltfamilie
Manfred Flügges „Jahrhundert
der Manns“ bleibt konventionell
Von Thomas Manns „Buddenbrooks“, erschienen 1901, bis zu Heinrich Breloers halbdokumentarischer Filmsaga im Jahre 2001 spannt sich das Jahrhundert der Manns. Manfred Flügge, der diese Geschichte jetzt zu einem kleinen Gedenkjahr – 2015 ist an den 140. Geburtstag Thomas Manns zu erinnern und an seinen
60. Todestag – ein weiteres Mal erzählt, betritt keineswegs unbeackerten Boden. Das Material zu allen Beteiligten, den Brüdern Heinrich und Thomas ohnehin, aber auch zur hochbegabten zweiten Generation, ist überreich. Das wichtigste Lob, das man Flügge geben muss: Sein Buch ist kurz und übersichtlich geblieben, ohne dass er viel Wichtiges ausgelassen hätte.
  Ob seine Erzählung allerdings Lesern viel sagt, die nicht wenigstens ein paar der Wälzer gelesen haben, mit denen die Manns sich in die Literaturgeschichte eingetragen haben, kann man bezweifeln. Solche Leser aber werden eher die biografischen Übersichten schätzen, während die summarischen Werkbeschreibungen für sie überflüssig sind. Die Josephs-Romane von Thomas Mann werden einmal mehr als „Gebirge“ bezeichnet: „Die Lesenden müssen das Satzgelände in eigene Lebenszeit verwandeln, nachdem der Autor seine Arbeitszeit darin verdichtet hat.“ Solcher Zeitstoffwechsel findet beim Lesen übrigens meistens statt.
  Flügge, der eine lesenswerte Biografie von Heinrich Mann verfasst hat, bleibt immerhin durchweg zuverlässig. Zuweilen hat er auch eigene Meinungen, so findet er Thomas Manns Klimakteriums-Novelle „Die Betrogene“ im Gegensatz zu einem verbreiteten Urteil kühn und gelungen. Wir schließen uns gern an. Recht hat der Chronist, wenn er feststellt, dass erst das Exil seit 1933 die Manns zu einem Clan zusammengeschweißt und dann auch zu einer „Weltfamilie“ gemacht habe. Ohne die große Geschichte des Jahrhunderts ist diese Familiengeschichte nicht zu verstehen.
  Doch leider kommt das Jahrhundert dann doch nicht recht zur Sprache. Das Zeitalter wird nicht besichtigt. Gelegentlich denkt man, der Autor hätte besser getan, nicht die gut bekannten Lebensbahnen der Protagonisten nachzuzeichnen, sondern seine Geschichten nach Jahrhundertproblemen zu sortieren: Bürgerlichkeit, Krieg, Republik, Juden, Sexualitäten, Deutschland und die Deutschen. Zu jeder dieser Fragen haben die Manns die unterschiedlichsten Antworten entworfen – für eine solche prismatische Sicht hat Flügge nur Ansätze. Für solche formale Herkömmlichkeit aber liefert seine solide Bestandsaufnahme dann doch zu wenig eigenständiges Material und Urteil. Wer die Häufung psychischer Katastrophen vor allem unter den Kindern Thomas Manns bedenkt, wird Flügges Ton sogar unangemessen harmlos finden.
GUSTAV SEIBT
Manfred Flügge: Das Jahrhundert der Manns. Aufbau-Verlag, Berlin 2015. 416 Seiten, 22,95 Euro. E-Book 17,99 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Besprechung von 28.10.2015
Im Netz der Exilanten
Noch einmal die Manns: Manfred Flügges Biographie

Die Manns kommen! Die Manns kommen!" Mit diesem Schreckensruf stürmte einmal im Münchner Herzogpark eine Kinderhorde Thomas Mann entgegen, der dort mit seinem Hund spazieren ging. "Die Manns", das waren, wie sich zeigte, seine eigenen Kinder, allen voran die für ihre Streiche berüchtigten Zwillinge Klaus und Erika, vor denen der nachbarliche Nachwuchs nicht nur an diesem Tag Reißaus nehmen musste.

"Die Manns kommen!" heißt es aber auch in diesem Bücherherbst, sind doch zum 140. Geburtstag und sechzigsten Todestag Thomas Manns gleich zwei Familienbiographien erschienen: neben Tilmann Lahmes "Die Manns. Geschichte einer Familie" (F.A.Z. vom 10. Oktober) noch Manfreds Flügges "Das Jahrhundert der Manns". Diese Darstellung behauptet kühn von sich, die "erste Familienbiografie" dieser amazing family zu sein - trotz Marcel Reich-Ranickis Essaysammlung "Thomas Mann und die Seinen" (1987) und Marianne Krülls Familienstudie "Im Netz der Zauberer" (1992).

Manfred Flügge, Jahrgang 1946, ist ein erfahrener Biograph, der schon über Heinrich Mann, Marta Feuchtwanger und die mit den Manns befreundete Malerin Eva Herrmann schrieb. Flügges besonderes Interesse für Emigrationserfahrungen manifestiert sich auch im neuen Werk, in dem es heißt: "Nicht die Herkunft, nicht der Name, nicht der Ruhm des Bedeutendsten unter ihnen machte die Besonderheit der Manns aus, sondern die Erfahrung des Exils." Das erscheint jedoch übertrieben: Hätten sich Thomas Mann und die Seinen nicht auch ohne Hitler in die Literaturgeschichte eingeschrieben?

Nicht zu hoch gegriffen ist aber, die Manns nach 1933 als "eine Widerstandsgruppe für sich, eine Zelle der Resistenz gegen den NS-Staat" einzustufen, denkt man an Klaus' Exilzeitschrift "Die Sammlung", Erikas politisches Kabarett "Die Pfeffermühle" oder die BBC-Ansprachen Thomas Manns. Zumal die Literatenfamilie von den Nazis auch entsprechend ernst genommen wurde: "Vorsicht ist geboten bei allen Personen namens Mann" hieß es etwa im Dezember 1936 im Ordnungsamt Lübeck. Ebenso plausibel erscheint Flügges These, dass in einer Welt ohne Hitler die Familienmitglieder wohl früher oder später "in alle Winde zerstreut" worden wären und erst die Exilsituation sie zur "Notgemeinschaft" zusammenschweißte.

Während Lahmes Kollektivbiographie aus gutem Grund erst 1922 einsetzt, umfasst die Flügges den Zeitraum vom Erscheinen der "Buddenbrooks" 1901 bis zu Breloers halbdokumentarischer Filmsaga aus dem Jahr 2001. Die Panoramaoptik zwingt natürlich zu thematischer Bündelung, Profilierung und Gewichtung, und dieses Kunststück glückt Flügge im Großen und Ganzen erstaunlich souverän: Nach der Lektüre der vierhundertseitigen Überblicksdarstellung hat man den Eindruck, das gesamte Mann-Universum liege wohlsortiert und kartographiert vor einem, vom Bruderzwist zwischen Heinrich und Thomas über die Geschichte der jüdischen Pringsheims und Klaus Manns Todessehnsucht bis hin zu Elisabeth Mann Borgeses Engagement für Weltmeere und Seerecht in den achtziger und neunziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts.

Dabei kommen die Werke nicht zu kurz: Konzise Werkbeschreibungen mit teilweise überraschenden, zum Widerspruch reizenden Wertungen ("erzählerisch und gedanklich" etwa sei "Doktor Faustus" eine "Regression" und als Darstellung für Deutschlands Weg in die Barbarei hoffnungslos verfrüht) finden sich bei Flügge ebenso wie eine Antwort auf die Frage, welche Bedeutung Thomas Manns unausgelebte Homosexualität (die eigentlich eher eine Ephebophilie war) für sein Schreiben hatte.

Während der sachlich-kühle Tilmann Lahme zu jedem Familienmitglied eine Äquidistanz bewahrt, auch jedem mehr oder weniger gleich viel Raum einräumt, bleibt bei Flügge stets klar, wer in dieser Familie Haupt-, wer Nebenfigur war. Doch bekommt jeder und jede zumindest ein Kapitel für sich, bis hin zu dem im NS-Deutschland verbliebenen Bruder Viktor, und macht Flügge aus seinen Sympathien gerade für Heinrich und Klaus Mann keinen Hehl. Selbst die im Familienkreis dauergemobbte Monika erfährt bei ihm eine verspätete Ehrenrettung als "ansehnlicher Farbtupfer" in dieser Familie, auch wenn das ein wenig gönnerhaft klingt.

Schade nur, dass Flügge seine Zitate nicht nachweist. Vielleicht war das ein Grund, warum sich in seine Darstellung etliche Fehler eingeschlichen haben: Der Biograph lässt Thomas Mann um acht Uhr früh sterben statt um acht Uhr abends, verwechselt Samuel Fischers Gattin Hedwig mit der Tochter Brigitte oder zählt ausgerechnet den Kriegsapologeten und -freiwilligen Robert Musil zu den wenigen Kriegsgegnern im August 1914. Auf seiner Homepage pflegt Flügge inzwischen eine Errata-Seite und bittet für eine verbesserte Auflage um weitere Hinweise.

OLIVER PFOHLMANN

Manfred Flügge: "Das Jahrhundert der Manns".

Aufbau Verlag, Berlin 2015. 416 S., geb., 22,95 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Rezensent Oliver Pfohlmann nutzt gern die Errata-Seite von Manfred Flügge im Internet, um einige Fehler im Band zu korrigieren. Abgesehen davon aber hat er mit Flügges Überblicksdarstellung einen verlässlichen Wegweiser durch das Universum der Manns. Plausible Thesen wie die von der Notgemeinschaft der Familie während der NS-Zeit und eine "Panoramaoptik", die zwar thematische Beschränkungen nach sich zieht, aber auch Profilierung, wie Pfohlmann weiß, machen die Lektüre dem Rezensenten angenehm. Souverän führt ihn der Autor, sortiert und kartografiert alles Interessante, vom Bruderzwist über Klaus Manns Todessehnsucht bis zu Elisabeth Mann Borgeses Umweltengagement. Konzise Werkbeschreibungen runden den Band für Pfohlmann ab.

© Perlentaucher Medien GmbH
" Manfred Flügge mit einem besonderen Blick auf die Familie Mann " Ulrich Faure BuchMarkt 20150903